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Das Fernsehen - Eine Gefahr für die Demokratie?

Titre: Das Fernsehen - Eine Gefahr für die Demokratie?

Mémoire pour le Diplôme Intermédiaire , 2006 , 34 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Robert Meyer (Auteur)

Médias / Communication - Médias et Politique, Communication politique
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Résumé Extrait Résumé des informations

Die Medien gelten in der Politikwissenschaft neben Judikative, Exekutive und
Legislative als die vierte Macht im Staat, als eine tragende Säule moderner
Demokratien im Informationszeitalter. Ihnen wird die Aufgabe zugedacht, in
modernen Massengesellschaften den notwendigen öffentlichen Raum
herzustellen, in dem sich demokratische, also zustimmungsabhängige und
informationspflichtige Herrschaft verwirklichen kann. Damit haben sie vor allem
die Funktion, grundlegende Quelle politisch relevanter Informationen zu sein, die
jedem einzelnen Staatsbürger die Teilnahme am politischen Leben einer
demokratisch organisierten Gesellschaft ermöglichen soll.
Gegenstand der vorliegenden Arbeit ist das Fernsehen. Ein Medium, dessen
gesellschaftliche Bedeutung im alltäglichen und politischen Leben stetig
zunimmt. Neben der Presse ist es für die meisten in einer Demokratie lebenden
Menschen bereits heute die wichtigste Informationsquelle und für viele, gerade
Angehörige der unteren Gesellschaftsschichten, oftmals die Einzige.
[...] Grundlage der Arbeit bildet eine dieser weitverbreiteten Auffassung
entgegengesetzte Argumentation des französischen Soziologen Pierre Bourdieu.
In seinen beiden Vorlesungen „Über das Fernsehen“ stellt er das Funktionieren
des Mediums in Hinblick auf die Schaffung eines demokratisch öffentlichen
Raumes, die Verbreitung politisch relevanter Informationen für die Bürger und
die Gewährleistung freier Meinungsäußerung unter den Bedingungen
liberalistischer Wirtschaftsstrukturen in Frage. Bourdieus Argumentation geht
soweit, in der jetzigen Form des Mediums eine Gefahr für die Demokratie zu
sehen.
In der Arbeit sollen Bourdieus Bedenken anhand der Situation des deutschen und
französischen Mediensystems auf ihre Begründetheit hin überprüft werden.
Hierfür erfolgt in Kapitel 1 eine ausführliche Zusammenfassung Bourdieus
Argumentation und Sichtweise. Daran schließt sich in Kapitel 2 eine Einordnung
des Gegenstandes in die Politikwissenschaft sowie eine Begründung, warum sie
sich mit dem Phänomen Fernsehen beschäftigen sollte, an. Im mittleren Teil der
Arbeit, Kapitel 3 und 4, werden mit Hilfe einer schwerpunktmäßigen Analyse der
Situation des Fernsehens in Frankreich und Deutschland beide Mediensysteme
einander gegenübergestellt. Kapitel 5 beinhaltet einen kurzen zusammenfassenden
Vergleich. In der Schlussbetrachtung findet sich dann die Bewertung der
Gefahren, die Bourdieu im Fernsehen sieht, aus politikwissenschaftlicher Sicht.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

1. PIERRE BOURDIEU „ÜBER DAS FERNSEHEN“

1.1. Das journalistische Feld

1.2. Mechanismen einer ungewollten, wirksamen politischen Zensur

1.3. Die Gefahren des Fernsehens für die Demokratie

1.4. Lösungsansätze

2. FERNSEHEN AUS POLITIKWISSENSCHAFTLICHER SICHT

3. ZUR SITUATION DES FERNSEHENS IN FRANKREICH

3.1. Politische und kulturelle Aufgaben des französischen Fernsehens

3.2. Institutionelle und normativ-rechtliche Rahmenbedingungen des französischen Fernsehens

3.3. Die Rolle des Fernsehens im Prozess der politischen Kommunikation

4. ZUR SITUATION DES FERNSEHENS IN DEUTSCHLAND

4.1. Die gesellschaftliche Rolle des Fernsehens in Deutschland

4.2. Institutionelle und normativ-rechtliche Rahmenbedingungen des deutschen Fernsehens

4.3. Die Rolle des Fernsehens im Prozess der politischen Kommunikation

5. VERGLEICH DER FERNSEHSYSTEME FRANKREICHS UND DEUTSCHLANDS

SCHLUSSBETRACHTUNG

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht auf politikwissenschaftlicher Ebene, ob die vom französischen Soziologen Pierre Bourdieu formulierten Bedenken hinsichtlich einer Gefährdung der Demokratie durch das Medium Fernsehen berechtigt sind. Dabei wird analysiert, inwieweit strukturelle Einflüsse und ökonomische Logiken innerhalb der Fernsehmedien den demokratischen Diskurs und die politische Meinungsbildung der Bürger beeinträchtigen.

  • Kritische Analyse von Pierre Bourdieus Medientheorie.
  • Untersuchung der institutionellen und rechtlichen Rahmenbedingungen des Fernsehens.
  • Vergleichende Betrachtung der Mediensysteme in Frankreich und Deutschland.
  • Diskussion über die Rolle des Fernsehens als politisches Leitmedium.
  • Evaluation des Einflusses von Marktlogik und Kommerzialisierung auf die Qualität politischer Information.

Auszug aus dem Buch

1.2. Mechanismen einer ungewollten, wirksamen politischen Zensur

Die zuvor angesprochenen Kräfte wirken über eine ganze Reihe von Mechanismen, die in erster Linie als Zwänge von den am Produktionsprozess von Nachrichten Beteiligten erfahren werden. Der Einzelne richtet sein Handeln nach diesen erfahrenen Zwängen aus, wodurch letztlich, ohne dass es von jemanden direkt beabsichtigt wäre, eine wirksame politische Zensur innerhalb des journalistischen Feldes und der von ihm beeinflussten Felder entsteht. Zwei der Hauptursachen für diese Entwicklung sieht Bourdieu in der Bedeutung des Fernsehens aufgrund seiner Reichweite und der Öffnung des Mediums für ökonomische Zwänge, der Liberalisierung des Marktes.

Ökonomisch heißt hierbei, es wird dem Druck der Einschaltquoten gefolgt. Die Einschaltquote ist nach Bourdieu das höchste Gericht, das über die Richtigkeit der von Produzenten und Journalisten getroffenen Entscheidungen bestimmt. Sie erzeugt Zeitdruck. So wird der Wettstreit, als erster exklusive Meldungen herauszubringen, zum anscheinend alles entscheidenden Kampf für Fernsehsender und Journalisten. Der Einschaltquote hat sich alles unterzuordnen. Sie schafft Realität, indem sie bestimmt was gezeigt und wie es gezeigt wird. Journalisten richten ihr Handeln nach einer wahrgenommenen Realität aus, die sich gänzlich von der des Zuschauers unterscheidet. Sie sind gezwungen, ständig das Wesentliche vom Unwesentlichen zu trennen. Was aber als wichtig angesehen wird, was gezeigt werden kann, dass entscheidet letztlich die Diktatur der Einschaltquoten. Deshalb sind die vermischten Meldungen die bevorzugte Nachrichtenform der Sensationspresse bzw. des Fernsehens.

Zusammenfassung der Kapitel

1. PIERRE BOURDIEU „ÜBER DAS FERNSEHEN“: In diesem Kapitel werden Bourdieus soziologische Thesen zum journalistischen Feld, den Mechanismen der Zensur und der Bedrohung demokratischer Werte durch das Fernsehen dargelegt.

2. FERNSEHEN AUS POLITIKWISSENSCHAFTLICHER SICHT: Dieses Kapitel ordnet das Medium Fernsehen in die politikwissenschaftlichen Dimensionen von polity, politics und policy ein und begründet dessen Relevanz für die Disziplin.

3. ZUR SITUATION DES FERNSEHENS IN FRANKREICH: Es erfolgt eine Analyse der französischen Medienlandschaft, insbesondere hinsichtlich der Staatsnähe und der institutionellen Regulierungsmechanismen.

4. ZUR SITUATION DES FERNSEHENS IN DEUTSCHLAND: Dieses Kapitel beleuchtet das deutsche duale Rundfunksystem, seine dezentrale Struktur und die Rolle des Bundesverfassungsgerichts.

5. VERGLEICH DER FERNSEHSYSTEME FRANKREICHS UND DEUTSCHLANDS: Abschließend werden die unterschiedlichen Lösungsstrategien beider Länder gegenüber den Gefahren des Fernsehens gegenübergestellt und Gemeinsamkeiten im Umgang mit dem dualen System aufgezeigt.

Schlüsselwörter

Fernsehen, Demokratie, Pierre Bourdieu, Medienkritik, Journalismus, Einschaltquote, Rundfunkpolitik, Frankreich, Deutschland, duales Rundfunksystem, politische Kommunikation, Zensur, Grundversorgung, Medienliberalisierung, Politikwissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die kritische Medientheorie von Pierre Bourdieu hinsichtlich der Gefahren, die das Fernsehen für eine demokratisch organisierte Gesellschaft darstellen könnte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die journalistische Produktion unter ökonomischem Druck, den Vergleich des französischen und deutschen Mediensystems sowie die Rolle von Rundfunk und Fernsehen im demokratischen Prozess.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Bourdieus Bedenken – insbesondere seine Kritik an der Kommerzialisierung und den "Zwängen" im journalistischen Feld – anhand der Situation in Frankreich und Deutschland auf ihre Begründetheit hin zu überprüfen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche Analyse der institutionellen Rahmenbedingungen sowie eine vergleichende Betrachtung der Mediensysteme in den beiden untersuchten Ländern.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in Bourdieus Werk, eine politikwissenschaftliche Einordnung des Themas sowie die detaillierte Analyse der Mediensysteme Frankreichs und Deutschlands.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich vor allem über Begriffe wie Medienkritik, politische Kommunikation, duales Rundfunksystem, Einschaltquoten und Demokratieschutz charakterisieren.

Wie unterscheidet sich das französische System vom deutschen System in Bezug auf die Staatsnähe?

In Frankreich ist das Fernsehen traditionell staatsnäher und das System ist stärker zentralistisch durch den CSA reguliert, während in Deutschland das Prinzip der Staatsferne und eine föderalistische Struktur das Rundfunkwesen maßgeblich prägen.

Welche Rolle spielt das Bundesverfassungsgericht für die deutsche Medienlandschaft?

Das BVerfG gilt als prägende Instanz, die durch ihre ständige Rechtsprechung die Rahmenbedingungen für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk sowie die Einführung und Ausgestaltung des dualen Systems rechtlich abgesichert hat.

Fin de l'extrait de 34 pages  - haut de page

Résumé des informations

Titre
Das Fernsehen - Eine Gefahr für die Demokratie?
Université
University of Hannover  (Institut für Politische Wissenschaft)
Note
1,0
Auteur
Robert Meyer (Auteur)
Année de publication
2006
Pages
34
N° de catalogue
V68158
ISBN (ebook)
9783638608831
ISBN (Livre)
9783640866311
Langue
allemand
mots-clé
Fernsehen Eine Gefahr Demokratie
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Robert Meyer (Auteur), 2006, Das Fernsehen - Eine Gefahr für die Demokratie?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68158
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Extrait de  34  pages
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