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Der Beitrag privater Interessenregierungen zu sozialer Ordnung am Beispiel von Gewerkschaften

Title: Der Beitrag privater Interessenregierungen zu sozialer Ordnung am Beispiel von Gewerkschaften

Term Paper , 2006 , 22 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Dipl.-Verw. Isabell Wirth (Author)

Politics - Political Systems - Germany
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Im Februar und März diesen Jahres machte der Öffentliche Dienst bzw. die ihn vertretende Gewerkschaft VER.DI erneut Schlagzeilen: Die Tarifverhandlungen verliefen nicht im Sinne der Gewerkschaft, der daraufhin folgende Arbeitskampf weitete sich auf insgesamt neun Bundesländer aus – mit z.T. schwerwiegenden Folgen. Am augenfälligsten waren sicher die Berge von Müll, die sich überall in der Bundesrepublik, u.a. auch in den sonst so aufgeräumten Konstanzer Wohngebieten, türmten. Bis in den März hinein wurde in Süddeutschland verhandelt. Es wurde lange gestreikt und mit allen Mitteln gekämpft, selbst Versuche der privaten Beseitigung von Müll wurde von den gewerkschaftlich organisierten Arbeitnehmern des öffentlichen Dienstes sabotiert.
Gewerkschaften treten immer wieder durch solcherart Negativschlagzeilen ins Rampenlicht. Gewerkschaftliches Handeln wird dabei in erster Linie mit Assoziationen von Streik, Trillerpfeifen und roten Mützen verbunden.
Dennoch erfüllen Gewerkschaften in unserer modernen Gesellschaft wichtige Funktionen, die weit über die des „Streikorganisators“ hinausgehen.
Ziel dieser Arbeit soll sein, aufzuzeigen, wie der moderne Sozialstaat von verbandlichem Handeln profitiert. Dies soll beispielhaft anhand gewerkschaftlichen Handelns in der Bundesrepublik Deutschland mit Schwerpunkt auf Interaktionen zwischen Staat und Gewerkschaften erfolgen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung und Eingrenzung des Gegenstandes

Einleitung

Eingrenzung des Gegenstandes

2 Private Interessenregierungen in der Theorie

2.1 Grundlegendes zu privaten Interessenregierungen

2.2 Private Interessenregierungen und ihr theoretischer Beitrag zu sozialstaatlicher Ordnung

2.2.1 Element der Stabilität

2.2.2 Erweiterung des Repertoires an Politikoptionen

2.2.3 Wegfall des staatlichen Legitimationsbedürfnisses durch private Interessenregierungen

3 Der Beitrag privater Interessenregierung zu sozialer Ordnung am Beispiel der Gewerkschaften

3.1 Gewerkschaften – eine kurze Begriffsbestimmung

3.2 Gewerkschaften als Garant sozialer Ordnung

3.2.1 Gewerkschaften als Element einer stabilen sozialen Ordnung

3.2.2 Gewerkschaften und ihr Beitrag zu einem breiten Politikrepertoire

3.2.3 Gewerkschaftliches Handeln ersetzt Legitimationsbedürfnis des Staates

4 Zusammenfassung und Schluss

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, aufzuzeigen, wie der moderne Sozialstaat von verbandlichem Handeln profitiert. Anhand des Beispiels von Gewerkschaften in der Bundesrepublik Deutschland wird untersucht, inwieweit diese als "private Interessenregierungen" einen positiven Beitrag zur sozialen Ordnung leisten und den Staat in seiner Steuerungsfunktion entlasten können.

  • Theoretische Fundierung privater Interessenregierungen
  • Stabilisierungsfunktion von Verbänden für die soziale Ordnung
  • Entlastung staatlicher Legitimationsbedürfnisse durch verbandliches Handeln
  • Erweiterung des politischen Handlungsrepertoires durch Gewerkschaften
  • Interaktionen zwischen Staat und Gewerkschaften

Auszug aus dem Buch

2.2.3 Wegfall des staatlichen Legitimationsbedürfnisses durch private Interessenregierungen

Staatliches Handeln bzw. staatliche Durchsetzung von Maßnahmen sieht sich grundsätzlich immer mit zwei Problemen konfrontiert (zum gesamten Kapitel 2.2.3: Streeck/Schmitter 1985: 151f): Zum Einen hat der Staat grundlegend das Problem, eingesetzte Regeln und Steuerungsformen legitimieren zu müssen. Zum Anderen kommt der Staat von Zeit zu Zeit an die Grenzen dessen, was er überhaupt regulieren und steuern darf bzw. kann.

Bei beiden Problemen kann er sich von privaten Interessenregierungen helfen lassen:

Der Staat hat wie oben angesprochen das Problem, dass er sich für wie auch immer getroffene Entscheidungen, die Regeln und somit Beschränkungen für seine ‚Untertanen’ beinhalten, legitimieren muss. Auch hier entzieht er sich durch die Einbeziehung von Verbänden in seine Entscheidungen, sei es durch Teilnahme von Verbänden am Entstehungsprozess einer Entscheidung o.ä., der Notwendigkeit, sich selbst für eine eventuelle Beschneidung der Bürger legitimieren zu müssen. Indem er private Interessenregierungen untereinander innerhalb von ihm festgelegter Grenzen Aushandlungen treffen lässt, umgeht er selbst die Notwendigkeit, sich für das Ergebnis der Aushandlungen legitimieren zu müssen.

Der Problematik der Begrenzung seines Einflussbereichs kann der Staat auf die gleiche Art begegnen: Setzt der Staat Verbände als Verhandlungspartner für bestimmte Regeln zu bestimmtem Verhalten der Verbandsmitglieder ein und/oder überträgt er diesen Verbänden auch noch die Verantwortung dafür, die Einhaltung dieser Regeln durchzusetzen, entzieht er selbst sich der Problematik, ob und welche Art von Regeln er hätte durchsetzen dürfen. Dazu kommt, dass die aushandelnden Akteure, also die Funktionäre der Verbände, den vom Aushandlungsgegenstand Betroffenen, also den Mitgliedern, näher sind als staatliche Akteure. Dies sorgt nicht nur für hohe Glaubwürdigkeit der fertigen Aushandlung, sondern lässt häufig in der Tat pragmatischere Ergebnisse zu, da die Verbandsfunktionäre Anliegen und Bedürfnisse der Mitglieder meist besser kennen als staatliche Akteure dies tun.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung und Eingrenzung des Gegenstandes: Das Kapitel führt in die Thematik der Verbände als Interessenregierungen ein und definiert das Ziel, deren Beitrag zur sozialen Ordnung am Beispiel deutscher Gewerkschaften aufzuzeigen.

2 Private Interessenregierungen in der Theorie: Hier werden die theoretischen Grundlagen erarbeitet, die Verbände als eigenständigen Ordnungsmechanismus neben Markt, Staat und Gemeinschaft begreifen, welcher Stabilität erzeugt und den Staat legitimationsmäßig entlasten kann.

3 Der Beitrag privater Interessenregierung zu sozialer Ordnung am Beispiel der Gewerkschaften: Dieses Kapitel überträgt die theoretischen Erkenntnisse auf Gewerkschaften und zeigt durch Fallbeispiele auf, wie diese zur Stabilisierung beitragen und staatliche Entscheidungsspielräume erweitern.

4 Zusammenfassung und Schluss: Die Arbeit resümiert, dass Gewerkschaften real positive Auswirkungen auf die moderne Sozialordnung haben, weist jedoch auch auf künftige Herausforderungen und innerorganisatorische Problematiken hin.

Schlüsselwörter

Gewerkschaften, Private Interessenregierungen, Soziale Ordnung, Sozialstaat, Verbände, Interessenvermittlung, Stabilisierungstheorem, Legitimationsbedarf, Tarifverhandlungen, Korporatismus, Politische Steuerung, Deutschland, Interessenvertretung, Demokratisierung, Mitbestimmung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Beitrag privater Interessenverbände, insbesondere von Gewerkschaften, zur sozialen Ordnung im modernen Sozialstaat.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das theoretische Konzept der "privaten Interessenregierung", die Rolle von Verbänden bei der Stabilitätssicherung und deren Interaktion mit dem Staat.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, dass Gewerkschaften nicht nur existieren, sondern einen nutzenbringenden Bestandteil der modernen sozialstaatlichen Ordnung darstellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Herleitung sowie eine interpretative Fallstudie, um die Effekte verbandlichen Handelns anhand gewerkschaftlicher Praxis zu belegen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Rolle von Gewerkschaften als Garanten sozialer Ordnung, deren Einfluss auf das Politikrepertoire und ihre Rolle bei der Entlastung staatlicher Legitimationsbedürfnisse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe umfassen Gewerkschaften, private Interessenregierungen, Stabilität, soziale Ordnung, Interessenvermittlung und politische Steuerung.

Wie entlasten Gewerkschaften den Staat bei der Legitimierung von Entscheidungen?

Indem der Staat Gewerkschaften in Aushandlungsprozesse einbezieht, überträgt er ihnen die Verantwortung für das Ergebnis, wodurch er sich selbst der Notwendigkeit entzieht, für kontroverse Entscheidungen beim Bürger um Akzeptanz werben zu müssen.

Inwiefern beeinflussen Gewerkschaften das "Politikrepertoire" des Staates?

Gewerkschaften fungieren als intermediäre Akteure, die in Tarifverhandlungen oder Gremien wie dem "Bündnis für Arbeit" Lösungen erarbeiten, die der Staat dann als bereits konsensfähige Vorgaben in sein eigenes Handeln übernehmen kann.

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Details

Title
Der Beitrag privater Interessenregierungen zu sozialer Ordnung am Beispiel von Gewerkschaften
College
University of Constance  (Fachbereich Politik- und Verwaltungswissenschaft)
Course
Nongovernmental political organizations at national, European and global level
Grade
1,3
Author
Dipl.-Verw. Isabell Wirth (Author)
Publication Year
2006
Pages
22
Catalog Number
V68179
ISBN (eBook)
9783638606837
ISBN (Book)
9783640859870
Language
German
Tags
Beitrag Interessenregierungen Ordnung Beispiel Gewerkschaften Nongovernmental European
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl.-Verw. Isabell Wirth (Author), 2006, Der Beitrag privater Interessenregierungen zu sozialer Ordnung am Beispiel von Gewerkschaften, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68179
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