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Zweisprachige Erziehung der Kinder im Elementarbereich mit Migrationshintergrund

Title: Zweisprachige Erziehung der Kinder im Elementarbereich mit Migrationshintergrund

Examination Thesis , 2006 , 71 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Nuran Ozan (Author)

Pedagogy - School Pedagogics
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Bedingt durch mein Studium des Zweitfaches „Deutsch als Fremdsprache/ Deutsch als Zweitsprache (DaF/ DaZ)“ und meinen eigenen Migrationshintergrund, interessiere ich mich für die Erziehung der in Deutschland lebenden Kinder mit nicht deutscher Muttersprache im Elementarbereich. Daher möchte ich mich in der vorliegenden Arbeit mit den Grundlagen und Theorien des Zweitspracherwerbs ebenso befassen wie mit Fördermaßnahmen, die bereits im Kindergartenalltag und im Elternhaus zweisprachiger Kinder durchgeführt werden können. Der Schwerpunkt meiner Ausführungen liegt dabei auf Kindern mit Migrationshintergrund, die Deutsch als Zweitsprache erwerben im Gegensatz zu Kindern, die bereits von Geburt an zwei- bzw. doppelsprachig aufwachsen. In der Arbeit sollen wesentliche theoretische Grundlagen insoweit dargestellt werden, als sie für die praktische Arbeit im Kindergarten von Bedeutung sind.

Die Arbeit gliedert sich daher in drei Bereiche: Im 1. Teil werden theoretische Grundlagen des Begriffs „Zweisprachigkeit“ skizziert, was insbesondere deshalb notwendig erscheint, da der Begriff sowohl in der wissenschaftlichen Literatur als auch in der umgangssprachlichen Verwendung uneindeutig erscheint. Es sollen hier vor allem die Begriffe „simultane“ und „natürliche“ Zweisprachigkeit voneinander abgegrenzt und anschließend Hypothesen zum Zweitspracherwerb vorgestellt werden.

Im 2. Teil werden spezielle Aspekte der Entwicklung zweisprachiger Kinder dargestellt, wobei insbesondere auf die zweisprachige Entwicklung fördernde und hemmende Aspekte sowie die Bedeutung der „Muttersprache“ eingegangen werden soll.

Im 3. Teil werden die sprachlichen Sozialisationsinstanzen näher erläutert. Hierzu zählen das Elternhaus ebenso wie der Kindergarten und hier noch einmal speziell die jeweiligen sprachlichen Förderkonzepte, die berücksichtigt oder durchgeführt werden. Ziel meiner Arbeit ist es, darzustellen, wie zweisprachige Kinder mit Migrationshintergrund im Kindergarten und im Elternhaus gefördert werden sollten. Es wird versucht, Hindernisse ebenso wie geeignete Fördermaßnahmen für die zweisprachige Erziehung herauszuarbeiten. Darüber hinaus sollen auch solche Projekte dargestellt werden, die auf dem Weg über die Eltern versuchen, insbesondere auf die schulischen Leistungen von Migrantenkindern präventiv einzuwirken.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen

2.1 Der Begriff „Zweisprachigkeit“

2.1.1 Arten der Zweisprachigkeit

2.1.1.1 Simultane Zweisprachigkeit

2.1.1.2 Natürliche Zweisprachigkeit

2.2 Theorien zum Zweitspracherwerb

2.2.1 Identitätshypothese

2.2.2 Kontrastivhypothese

2.2.3 Interlanguagehypothese

2.2.4 Interdependenzhypothese

2.3 Zusammenfassung

3. Fördernde und hemmende Einflüsse auf die Zweisprachigkeit

3.1 Der Erwerb der Zweitsprache des Kindes

3.1.1 Kann zweisprachige Erziehung eine Überforderung für das Kind sein?

3.2 Die Wichtigkeit der Muttersprache für Migrantenkinder

3.3 Zusammenfassung

4. Sprachliche Sozialisationsinstanzen

4.1 Die Rolle der Eltern

a) Mit dem Kind so viel wie möglich sprechen

b) Sprachmischungen vermeiden

c) Beide Sprachen mit gleicher Zuwendung nahe bringen

4.1.1 Bildung und sozioökonomische Rahmenbedingungen der Eltern

4.1.2 Literacy-Erfahrung

4.2 Die Rolle des Kindergartens

4.2.1 Sprachförderung im Kindergarten

4.2.2 Erzieherinnen als Vorbild

4.2.3 Einbeziehung der Familiensprachen der Kinder in die Einrichtung

4.2.4 Elternarbeit

4.3 Sprachliche Förderkonzepte

4.3.1 HIPPY - Home Instruction Program for Preschool Youngsters

4.3.1.1 Ziele von HIPPY

4.3.1.2 Der Aufbau von HIPPY

4.3.1.3 Der Umgang von HIPPY mit Zweisprachigkeit

4.3.2 Mama lernt Deutsch

a) Lerngruppen

b) Materialien

c) Methoden

4.3.3 „Rucksack“-Projekt

4.3.4 „SISMIK - Sprachverhalten und Interesse an Sprache bei Migrantenkindern im Kindergarten“

a) Beobachtung des Ist-Zustandes

b) Teilnahme der Kinder an sprachbezogenen Aktivitäten

c) Sprachbezogene Situation

d) Einschätzung von Sprachkompetenzen

e) Familie und Familiensprache

4.3.5 Das Projekt Interkulturelle Elternarbeit (IEA)

Die deutsch- türkischen Elternbriefe

4.3.6 PIQUE - Projekt Interkulturelle Qualifizierung für Erzieherinnen

4.4 Zusammenfassung

5. Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die zweisprachige Erziehung von Kindern mit Migrationshintergrund im Elementarbereich, mit dem Ziel, sowohl theoretische Grundlagen des Zweitspracherwerbs darzulegen als auch praktische Förderansätze für Kindergarten und Elternhaus aufzuarbeiten, um den Bildungserfolg dieser Kinder präventiv zu unterstützen.

  • Theoretische Grundlagen und Definitionen zur Zweisprachigkeit
  • Hypothesen und Verlaufsformen des Zweitspracherwerbs
  • Fördernde und hemmende Einflüsse auf die sprachliche Entwicklung
  • Die Rolle der Eltern und pädagogischer Institutionen (Kindergarten)
  • Vorstellung konkreter Sprachförderkonzepte (z.B. HIPPY, Rucksack-Projekt)

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Kann zweisprachige Erziehung eine Überforderung für das Kind sein?

In der Fachliteratur der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde häufig die Auffassung vertreten, dass Zweisprachigkeit eine Gefahr für das Kind darstelle, da sie für den kindlichen Spracherwerb sowie für die kognitive und die gesamte Entwicklung ein Verzögerungsfaktor sei. Damalige amerikanische und europäische Untersuchungen meinten bewiesen zu haben, dass bilinguale Kinder weder die erste noch die zweite Sprache gut lernen. Deren Denk- und Sprachentwicklung würden stattdessen negativ beeinflusst (Triarchi 2003, 97). Die Untersuchungsergebnisse lauten u.a.:

• zweisprachige Kinder können sprachlich nicht kreativ sein;

• sie zeigen eine verzögerte Entwicklung ihrer Intelligenz;

• durch das gleichzeitige Erlernen von zwei Sprachen werden sie überfordert;

• sie haben Minderwertigkeitskomplexe;

• sie sind linkshändig, ungeschickt und sie stottern oft (Wieczerkowski 1965, 5).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die bildungspolitische Relevanz der Sprachförderung bei Kindern mit Migrationshintergrund vor dem Hintergrund der PISA-Studien.

2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert Zweisprachigkeit und grenzt verschiedene Arten des Zweitspracherwerbs sowie zentrale theoretische Hypothesen voneinander ab.

3. Fördernde und hemmende Einflüsse auf die Zweisprachigkeit: Es werden die Bedingungen untersucht, die den Spracherwerb beeinflussen, wobei insbesondere die Bedeutung der Muttersprache und das Risiko einer Überforderung thematisiert werden.

4. Sprachliche Sozialisationsinstanzen: Dieser umfangreiche Teil beleuchtet die Rolle von Eltern und Kindergärten sowie verschiedene spezifische Förderkonzepte und Projekte.

5. Ausblick: Der Ausblick resümiert die Notwendigkeit eines gesellschaftlichen Umdenkens zur dauerhaften Unterstützung zweisprachiger Kinder.

Schlüsselwörter

Zweisprachigkeit, Migrationshintergrund, Elementarbereich, Zweitspracherwerb, Sprachförderung, Muttersprache, Kindergarten, Elternarbeit, Literacy-Erfahrung, Interdependenzhypothese, Interkulturelle Erziehung, Bildungserfolg, Sprachsozialisation, HIPPY, Rucksack-Projekt

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der zweisprachigen Erziehung von Kindern mit Migrationshintergrund im Kindergartenalter und den Möglichkeiten, diese in ihrer sprachlichen Entwicklung optimal zu fördern.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf theoretischen Modellen des Spracherwerbs, dem Einfluss von Elternhaus und Kindergarten sowie der Analyse praktischer Förderprogramme.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Hindernisse und förderliche Maßnahmen zu identifizieren, um den Bildungserfolg von Migrantenkindern durch eine ganzheitliche Sprachförderung zu sichern.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Aufarbeitung und Analyse bestehender Fachliteratur und pädagogischer Förderkonzepte im Kontext der Erziehungswissenschaft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen, diskutiert hemmende und fördernde Faktoren für Zweisprachigkeit und stellt detailliert verschiedene Sprachförderprojekte vor.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit ist gekennzeichnet durch Begriffe wie Zweisprachigkeit, Sprachförderung, Migration, Elementarpädagogik und Interkulturelle Erziehung.

Welche Rolle spielt die Muttersprache laut der Interdependenzhypothese?

Die Hypothese besagt, dass die sprachliche und kognitive Entwicklung in der Zweitsprache stark vom Fundament der Muttersprache abhängt und diese daher unbedingt wertgeschätzt werden muss.

Warum wird das "korrektive Feedback" im Kindergarten empfohlen?

Es ermöglicht, das Kind sprachlich zu korrigieren, ohne dessen Mitteilungsfreude oder Selbstwertgefühl zu verletzen, indem die Äußerung in korrekter Form vom Erwachsenen aufgegriffen wird.

Was unterscheidet das "Rucksack-Projekt" von anderen Förderansätzen?

Das Projekt bezieht Eltern aktiv mit ein, indem sie wöchentlich Materialien erhalten, um ihre Kinder zu Hause gezielt in ihrer jeweiligen Familiensprache oder beim Erlernen des Deutschen zu unterstützen.

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Details

Title
Zweisprachige Erziehung der Kinder im Elementarbereich mit Migrationshintergrund
College
University of Bremen
Course
Examensarbeit im Rahmen der ersten Staatsprüfung für das Lehramt an öffentlichen Schulen
Grade
1,5
Author
Nuran Ozan (Author)
Publication Year
2006
Pages
71
Catalog Number
V68311
ISBN (eBook)
9783638594462
Language
German
Tags
Zweisprachige Erziehung Kinder Elementarbereich Migrationshintergrund Examensarbeit Rahmen Staatsprüfung Lehramt Schulen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nuran Ozan (Author), 2006, Zweisprachige Erziehung der Kinder im Elementarbereich mit Migrationshintergrund, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68311
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