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Kaiser Konstantin und der gesetzliche Umgang mit den paganen Kulten

Titel: Kaiser Konstantin und der gesetzliche Umgang mit den paganen Kulten

Seminararbeit , 2004 , 22 Seiten , Note: 2,6

Autor:in: Stephanie Rabis (Autor:in)

Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
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Kaiser Konstantin der Große ging in die Geschichte ein als der Mann, der die Christenverfolgung abschaffte. Unter seinen Vorgängern und auch noch während der Tetrarchie, vor allem unter Diokletian, wurden Christen noch im gesamten Römischen Reich aufgrund ihres Glaubens verfolgt. Konstantin aber konnte sich mit dem christlichen Glauben identifizieren und verfasste 313 gemeinsam mit Licinius das Mailänder Edikt, das den Christen die Gleichstellung mit den Nichtchristen garantierte. Darin wurde das Christentum für legal erklärt und den Christen wurden ihre Besitztümer unmittelbar zurückgegeben.
Nach seinem Sieg über Licinius, den er auf göttliches Wirken zurückführte, forcierte er den christlichen Glauben immer mehr. Er war bei vielen christlichen Versammlungen anwesend und führte oftmals auch den Vorsitz, was zeigt, dass die Trennung zwischen Staat und Kirche nicht immer unternommen wurde. Auf dem Totenbett ließ er sich letztlich sogar noch taufen, um ohne Sünde in den Himmel aufsteigen zu können.
Doch wie ging er unterdessen mit den traditionellen römischen Religionen um? Versuchte er sie zurückzudrängen oder gar zu verbieten? Sollte die christliche Religion zur neuen Staatsreligion werden? Und wie reagierte die Bevölkerung darauf? Was bedeutete es für sie?
Diese und ähnliche Fragen sollen in der vorliegenden Hausarbeit geklärt werden. Dazu werden zuerst die paganen Kulte kurz vorgestellt, um zu zeigen, wie die Religion im Römischen Reich vor dem Christentum gesehen wurde. Dann werden einige Gesetze, die Konstantin erlassen haben soll, interpretiert und es wird die aktuelle Forschungsdebatte zu einigen unklaren Fragen dargestellt. Anschließend wird gezeigt, inwieweit die Gesetze auch wirklich umgesetzt wurden. Zum Schluss folgt noch eine knappe Zusammenfassung mit den wichtigsten Ergebnissen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

I. Die paganen Kulte

I. 1. Die Entwicklung der römischen Religion

I. 2. Der Kaiserkult

I. 3. Die Mysterienreligionen

II. Gesetze gegen die paganen Kulte

II. 1. Das Mailänder Edikt

II. 2. Das Verbot der Haruspizien

II. 3. Das Opferverbot

II. 4. Konstantins Weigerung zu opfern

II. 5. Die Zerstörung der Tempel

II. 7. Die Umsetzung der Gesetze

III. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis von Kaiser Konstantin dem Großen zu den traditionellen paganen Kulten im Römischen Reich und analysiert insbesondere, ob und in welcher Form er gesetzliche Maßnahmen zu deren Zurückdrängung oder Verbot erließ. Dabei steht die kritische Hinterfragung der Quellenlage sowie die Frage nach der tatsächlichen Umsetzung dieser Gesetze in der Praxis im Vordergrund.

  • Religiöse Entwicklungen im Römischen Reich vor und während der Zeit Konstantins
  • Kritische Analyse der kaiserlichen Gesetzgebung gegenüber paganen Riten
  • Die Rolle von Eusebius von Caesarea als Quelle für die Religionspolitik
  • Untersuchung zur tatsächlichen praktischen Umsetzung der erlassenen Edikte
  • Das Spannungsfeld zwischen persönlicher Glaubensüberzeugung Konstantins und der Wahrung des staatlichen Friedens

Auszug aus dem Buch

II. 2. Das Verbot der Haruspizien

In einem auf den 23. Mai 318 datierten Brief Konstantins an den römischen Präfekten Septimius Bassus ging er gegen jene vor, die die magischen Künste anwendeten, vor allem, wenn sie eine Verschwörung gegen menschliches Leben beinhalteten oder einen anderen gierig machen sollten. Wenn die Künste aber eingesetzt wurden, um Gutes zu bewirken, wie zum Beispiel das Heilen von Menschen oder den Schutz der Ernte, dann waren sie erlaubt.

Ungefähr ein Jahr später, am 15. Mai 319, sprach der Kaiser das Volk direkt an. Ab jetzt waren haruspices und sacerdotes verboten, sofern sie in Privathäusern stattfanden. Diejenigen, die diese Künste ausüben konnten durften keine Privathäuser mehr betreten, nicht einmal, wenn sie mit dem Hausherren befreundet waren. Aber die öffentliche Ausübung der Riten war erlaubt in Altären und öffentlichen Schreinen, wenn jemand dachte, diese Praktiken würden ihm nutzen.

Die Haltung, private Weissagung zu verbieten, war nicht neu, denn während des gesamten Prinzipats hatten Herrscher einen Verstoß gegen dieses Gesetz streng geahndet. Konstantin bestätigte also lediglich den Unterschied zwischen legaler und illegaler Weissagung.

Im Februar 320 wurde dieses Gesetzt präzisiert indem die Strafen genauer angegeben wurden. Der haruspex sollte bei lebendigem Leibe verbrannt werden und der Kunde sollte enteignet und anschließend ins Exil geschickt werden. Wie bisher blieb die Haruspizie straffrei, wenn sie öffentlich durchgeführt wurde. Auch wurde festgehalten, dass jemand, der Informationen über eine illegale Haruspizie lieferte, nicht als Verräter gelten sollte, ein weiteres Indiz dafür, wie ernst es Konstantin mit der Ausrottung solcher Aktivitäten war.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Die Einleitung umreißt die historische Bedeutung Konstantins als Beender der Christenverfolgung und stellt die zentrale Forschungsfrage nach seinem Umgang mit traditionellen römischen Religionen.

I. Die paganen Kulte: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen der römischen Religion, den Kaiserkult sowie den Charakter von Mysterienreligionen als Kontext für die religiöse Situation vor und unter Konstantin.

II. Gesetze gegen die paganen Kulte: Hier werden zentrale Erlasse wie das Mailänder Edikt, Verbote von Haruspizien und Opfern sowie Konstantins eigene Haltung und die Tempelzerstörungen im Detail analysiert.

II. 1. Das Mailänder Edikt: Das Kapitel behandelt die Vereinbarung von 313, die Christen Gleichstellung garantierte, während gleichzeitig der Frieden der traditionellen Götter gewahrt bleiben sollte.

II. 2. Das Verbot der Haruspizien: Es wird dargelegt, wie Konstantin private magische Praktiken einschränkte, während öffentliche, staatlich kontrollierte Weissagungen erlaubt blieben.

II. 3. Das Opferverbot: Diese Analyse widmet sich der umstrittenen Quellenlage bezüglich eines allgemeinen Verbots von Blutopfern für heidnische Beamte.

II. 4. Konstantins Weigerung zu opfern: Das Kapitel beschreibt Konstantins persönliche Distanzierung von traditionellen Opferritualen bei offiziellen Anlässen wie seinen Jubiläen.

II. 5. Die Zerstörung der Tempel: Hier wird untersucht, ob eine systematische Tempelzerstörung stattfand oder ob Konfiszierungen primär pragmatische oder finanzielle Gründe hatten.

II. 7. Die Umsetzung der Gesetze: Der Autor erörtert die Diskrepanz zwischen den oft vagen Gesetzen und ihrer tatsächlichen Durchsetzung durch die lokalen Beamten.

III. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung bündelt die Ergebnisse und betont, dass Konstantins Religionspolitik vor allem der Friedenssicherung diente und weniger einer radikalen Verfolgung der Heiden.

Schlüsselwörter

Kaiser Konstantin, römisches Reich, pagane Kulte, Christentum, Mailänder Edikt, Religionspolitik, Haruspizien, Opferverbot, Opferreligion, Eusebius, Tradition, Gesetzgebung, Glaubensfreiheit, religiöse Toleranz, Transformation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das komplexe Verhältnis von Kaiser Konstantin dem Großen zu den traditionellen paganen Religionen und untersucht die kaiserliche Gesetzgebung in diesem Bereich.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Entwicklung der römischen Religion, der Kaiserkult, die Analyse spezifischer Gesetze (wie das Opferverbot) und die Quellenkritik bezüglich der Berichte des Eusebius.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt danach, wie Konstantin konkret mit paganen Kulten umging, ob er diese systematisch unterdrückte und inwieweit entsprechende Gesetze tatsächlich in der Praxis umgesetzt wurden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine historisch-kritische Quellenanalyse, wobei antike Texte wie die "Vita Constantini" des Eusebius im Kontext aktueller Forschungsdebatten ausgewertet werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert verschiedene Gesetzeserlasse, Konstantins Weigerung an Blutopfern teilzunehmen, die Konfiszierung von Tempelschätzen sowie die Rolle des Kaisers als ausgleichende Instanz zur Wahrung des Reichsfriedens.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Konstantin der Große, Religionspolitik, pagane Kulte, Mailänder Edikt und Quellenkritik charakterisiert.

Warum wird die Glaubwürdigkeit von Eusebius als Quelle in Frage gestellt?

Da sein Werk als Lobrede auf den Kaiser angelegt war, besteht der Verdacht, dass er historische Fakten interpretierte oder idealisierte, um Konstantin als unbeirrbaren Christen darzustellen.

Gibt es einen Widerspruch zwischen der Duldung paganer Kulte und Konstantins christlicher Identität?

Die Arbeit zeigt, dass Konstantin rhetorisch eine Balance suchte; er wollte den christlichen Glauben zwar fördern, sah aber die Notwendigkeit, durch Toleranz gegenüber dem Paganismus Unruhen im Reich zu vermeiden.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Kaiser Konstantin und der gesetzliche Umgang mit den paganen Kulten
Hochschule
Universität Augsburg
Note
2,6
Autor
Stephanie Rabis (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
22
Katalognummer
V68348
ISBN (eBook)
9783638609661
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kaiser Konstantin Umgang Kulten
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Stephanie Rabis (Autor:in), 2004, Kaiser Konstantin und der gesetzliche Umgang mit den paganen Kulten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68348
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