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Tabubrüche und Missachtung von Fernsehkonventionen in 'South Park'

Title: Tabubrüche und Missachtung von Fernsehkonventionen in 'South Park'

Seminar Paper , 2006 , 26 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Kristof Maletzke (Author)

Communications - Movies and Television
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Die Geschichte der Fernsehserie ist auch eine Geschichte der Tabus und ihrer Überwindung. Während es im amerikanischen Fernsehen der frühen 50er Jahre noch undenkbar war, das englische Wort „pregnant“ zu äußern, unterliegen die Macher von Fernsehserien heutzutage nur noch wenigen Restriktionen. So gut wie jedes Thema, jede Körperfunktion und jede vormals als Perversion bezeichnete Sexualpraktik kann mittlerweile in deutschen und US-amerikanischen Fernsehserien behandelt werden. Pro7 zeigt die Abenteuer von Carrie Bradshaw und ihren Freundinnen aus „Sex and the City“ (USA 1998-2004) im Vorabendprogramm (wenn auch nur geschnitten), bei „Queer as Folk“ (U-SA/Kanada 2000-2005) werden dem Zuschauer Sexszenen an der Grenze zur Pornographie gezeigt, und bei „Nip/Tuck“ (USA 2003-) werden vormals kaum im Fernsehen thematisierte Sachverhalte wie Inzest zum selbstverständlichen Teil der Handlung. Eine der Serien, die Tabugrenzen immer wieder ausgelotet und oft auch überschritten hat, ist „South Park“ von Trey Parker und Matt Stone. Was 1991 als stilistische Fingerübung für einen Filmkurs am College begann, entwickelte sich später zu einer der beliebtesten Serien der USA. Von Anfang an bemerkenswert war die Respektlosigkeit Parkers und Stones für jegliche Tabus, Regeln und Konventionen des Fernsehens. Im folgenden möchte ich untersuchen, welche dieser Regeln in „South Park“ gebrochen werden. nZuerst werde ich „South Park“ kurz vorstellen und die wichtigsten Fakten zur Sendung liefern. Danach werde ich definieren, was unter seriellem Erzählen im Fernsehen zu verstehen ist und erläutern, welche Merkmale dieser Sonderform des Erzählens in „South Park“ wiederzufinden sind. Daraufhin erkläre ich den Begriff des Tabus, um dann im Hauptteil dieser Arbeit die sprachlichen, ästhetischen und thematischen Tabubrüche der Serie zu erörtern und zu beschreiben, wie in ihr Fernsehkonventionen bewusst gebrochen und parodiert werden. Hierbei werde ich auf die Themenbereiche mit speziellem Fernsehbezug (Worttabus und Missachtung der Regeln des Mediums) verstärkt eingehen und Bild- sowie Kommunikationstabus konzis abhandeln. Zahlen in Klammern geben die Nummer einer Episode an, eine Liste aller erwähnten Episoden mit Original- und deutschem Titel befindet sich im Anhang. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 „South Park“ – ein Überblick

3 Serielles Erzählen im Fernsehen

4 Serielles Erzählen in „South Park“

5 Das Tabu

6 Tabus und Regelbrüche in „South Park“

6.1 Worttabus (tabuisierter Wortschatz)

6.2 Bildtabus (tabuisierte Abbildungen)

6.3 Kommunikationstabus (tabuisierte Themen)

6.4 Missachtung der Konventionen des Fernsehens

7 Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht, wie die US-amerikanische Animationsserie „South Park“ gezielt gesellschaftliche Tabus bricht und gängige Fernsehkonventionen parodiert. Dabei wird analysiert, inwiefern die Serie trotz ihrer subversiven und provokanten Inhalte narrativen Grundstrukturen des seriellen Erzählens folgt und durch ihre spezifische Ästhetik die Grenzen des im Medium Fernsehen Sag- und Zeigbaren erweitert.

  • Analyse von Tabubrüchen in Bezug auf Sprache, Bilddarstellung und thematische Inhalte
  • Untersuchung der Selbstreflexivität und Parodie von Produktionskonventionen
  • Einordnung von „South Park“ in die Theorie des seriellen Erzählens
  • Diskussion des diachronen Wandels von Tabugrenzen in Medienprodukten
  • Bewertung des Einflusses der Serie auf die Ausweitung der Redefreiheit im Fernsehen

Auszug aus dem Buch

6.1 Worttabus (tabuisierter Wortschatz)

Obwohl in so gut wie jeder Folge von „South Park“ thematische Tabubrüche stattfinden, verbinden die meisten Fernsehzuschauer den Namen der Serie mit profanity – obszönen Ausdrücken in den Dialogen. Dies ist nicht verwunderlich wenn man in Betracht zieht, dass in den USA bereits ein Ausspruch wie „Oh my god“ als blasphemisch gewertet werden kann, oder dass sich in der englischen Sprache deshalb so genannte minced oaths, also abgewandelte Formen von als (in bestimmten Kontexten) anstößig empfundenen Wörtern herausgebildet haben.

Das Aufsehen, dass die häufige Nutzung von Wörtern wie „piss“ oder „tits“ in der Serie erregte, liegt begründet in der großen Zurückhaltung, die im amerikanischen Fernsehen traditionell mit dem Gebrauch dieser Ausdrücke geübt wird. 1972 postulierte der US-Komiker George Carlin die sieben Wörter, die man im Fernsehen keinesfalls gebrauchen darf: shit, piss, fuck, cunt, cocksucker, motherfucker und tits. Carlin traf damit den Nerv der Zeit und regte erbitterte Debatten über Zensur und die Nutzung von obszönen Wörtern in der Öffentlichkeit an. In den darauf folgenden Jahrzehnten verschoben sich die Grenzen und die zuständige Regulierungsbehörde Federal Communications Commission (FCC) führte für das Network-Fernsehen der USA die Unterscheidung zwischen indecent und obscene ein.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der Tabuisierung im amerikanischen Fernsehen ein und definiert das Ziel der Untersuchung bezüglich der Serie „South Park“.

2 „South Park“ – ein Überblick: Dieses Kapitel liefert grundlegende Fakten zur Entstehung, Produktion und Struktur der Serie sowie ihrer Rezeption.

3 Serielles Erzählen im Fernsehen: Hier werden theoretische Grundlagen des seriellen Erzählens erläutert, wobei insbesondere zwischen dem Bonanza- und dem Saga-Modell differenziert wird.

4 Serielles Erzählen in „South Park“: Die Analyse zeigt auf, dass „South Park“ trotz inhaltlicher Radikalität dramaturgisch dem Bonanza-Modell folgt.

5 Das Tabu: Das Kapitel definiert den Begriff des Tabus und dessen soziokulturelle Funktion sowie die Anwendbarkeit auf audiovisuelle Medien.

6 Tabus und Regelbrüche in „South Park“: Dieser Hauptteil analysiert detailliert die verschiedenen Ebenen der Regelbrüche, von der Sprache über Bildinhalte bis hin zur bewussten Missachtung filmischer Standards.

7 Schlussbemerkungen: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse und einer Einschätzung zur Rolle der Serie im Kontext der Redefreiheit.

Schlüsselwörter

South Park, Tabubruch, Fernsehkonventionen, serielles Erzählen, profanity, Zensur, Black Comedy, Medienkritik, Subversion, Bonanza-Modell, Splatter-Ästhetik, politische Korrektheit, Blasphemie, Redefreiheit, TV-Animation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Strategien der Animationsserie „South Park“, mit denen Tabus gebrochen und mediale Erzählkonventionen unterlaufen werden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder umfassen Sprach- und Bildtabus, die Missachtung von Fernsehstandards, den Einsatz von schwarzem Humor sowie die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Themen wie Religion und Zensur.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es zu untersuchen, welche medialen Regeln in der Serie gebrochen werden und wie diese Brüche zur narrativen Identität der Sendung beitragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer medienwissenschaftlichen Analyse, die theoretische Modelle zum seriellen Erzählen und zur Tabuforschung auf ausgewählte Episoden der Serie anwendet.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Worttabus, Bildtabus, Kommunikationstabus und der bewussten Missachtung formaler Konventionen des Fernsehens.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?

Die wichtigsten Begriffe sind South Park, Tabubruch, Fernsehkonventionen, Subversion, Zensur und serielles Erzählen.

Wie gehen die Produzenten mit dem Spannungsfeld zwischen Zensur und künstlerischer Freiheit um?

Die Arbeit zeigt, dass Parker und Stone Methoden wie Selbstreflexivität, Counter-Einblendungen oder allegorische Erzählungen nutzen, um Zensurpraktiken der TV-Sender zu unterminieren oder kritisch zu spiegeln.

Welche Bedeutung hat das „Derrick-Konzept“ im Kontext der Serie?

Das Konzept beschreibt, dass die Hauptfiguren eher konturlose Identifikationsfiguren sind, während das eigentliche Interesse auf schillernden Randfiguren und den provokanten Inhalten liegt.

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Details

Title
Tabubrüche und Missachtung von Fernsehkonventionen in 'South Park'
College
University of Hamburg  (Institut für Germanistik II)
Course
Grundlagen des Fernsehens
Grade
1,7
Author
Kristof Maletzke (Author)
Publication Year
2006
Pages
26
Catalog Number
V68372
ISBN (eBook)
9783638609814
Language
German
Tags
Tabubrüche Missachtung Fernsehkonventionen South Park Grundlagen Fernsehens
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kristof Maletzke (Author), 2006, Tabubrüche und Missachtung von Fernsehkonventionen in 'South Park' , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68372
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