Medienwirkungsforschung - die Theorie der kognitiven Dissonanz von Leon Festinger


Seminararbeit, 2000
18 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was sind Medien?

3. Phasen der Medienwirkungsforschung

4. Theorie der kognitiven Dissonanz:
4.1. Kognitionen ?
4.2. Relevante und irrelevante Beziehungen von Kognitionen
4.3. Relevante Beziehungen: Konsonanz und Dissonanz
4.4. Entstehung von Dissonanz.
4.5. Dissonanzstärke und Änderungsresistenz
4.5.1. Dissonanzstärke
4.5.2. Änderungsresistenz
4.6. Gründe und Möglichkeiten Dissonanz zu reduzieren

5. Kognitive Dissonanz und Medien

6. Zur Kritik der Theorie

1. Einleitung

In der heutigen Zeit ist jeder mehr oder minder in der Lage, sich durch die vorhandene Vielzahl von Medien über aktuelle Begebenheiten, nötige Daten aller Art und vieles mehr zu informieren. Dieser alltägliche Vorgang scheint auf den ersten Blick wenig interpretationswürdig, gehört er doch zu den immer wieder praktizierten Verhaltensweisen im Leben eines jeden Menschen. Warum jedoch die Interessen im Hinblick auf diese Nutzung so sehr variieren und die Themenvielfalt, die in den Medien herrscht, tatsächlich auch genutzt wird, ist ein sehr wohl zu hinterfragendes Phänomen.

Hauptthema dieser Arbeit wird sein, die Theorie der kognitiven Dissonanz von Leon Festinger darzustellen, die diese Fragen eventuell klären und Ansatzpunkte dafür liefern kann, warum nun Mediennutzer selektieren und nach welchen Gesetzmäßigkeiten dies geschehen könnte.

Zu Beginn ist es jedoch notwendig den Begriff des Mediums zu definieren, auf den sich Festingers Thesen anwenden lassen. Desweiteren werde ich kurz erläutern, in welchen zeitlichen Kontext sich die Formulierung der Theorie einordnen läßt und welche Entwicklungen und Ansichten in der Sozialpsychologie während dieser Periode stattgefunden haben bzw. prägend waren.

Die Theorie selbst nimmt den umfangreichsten Teil dieser Hausarbeit ein. Was nach Festinger Grundannahmen darstellen, wie diese auf die kognitiven Fähigkeiten des Menschen anwendbar sind und zu welchen Schlüssen er hinsichtlich des Grundes von selektivem Verhalten kommt, wird später erläutert werden.

Aufgrund der Tatsache, daß diese Theorie nicht allein auf die Medienrezeption ausgelegt ist, sondern alle grundlegenden Sinneseinflüsse, aufgrund derer unser Verhalten und Einstellung modifiziert wird, miteinbezogen werden, ist der Zusammenhang von Medium und Nutzer darzustellen, der auf der Basis der Feststellungen Festingers erläutert werden wird.

Im letzten Kapitel werde ich die wichtigsten Erkenntnisse zusammenfassen, um mittels eines kurzen Rückschau die elementarsten Punkte dem Leser auf einen Blick zugänglich zu machen. Zudem werde ich noch kurz auf Probleme aufmerksam machen, die eine Interpretation der Theorie aufwerfen und auch häufig Anlass zur Kritik waren und noch sind.

2. Was sind Medien?

Der Begriff des Mediums oder auch der der Medien ist nicht auf die gängige Vorstellung zu reduzieren, dass einzig Institutionen oder etwa technische Geräte als Übermittler diverser Informationen verschiedenster Art dienen. Da eine solche Begriffsbestimmung bzw. –vorstellung zu eng gefaßt wäre, soll nun kurz dargestellt werden, in welchen Bereichen der Kommunikationsforschung, außer dem oben angeführten, Definitionen des Begriffs eine Rolle spielen und welches Verständnis die Grundlage dafür bildet.[1]

1.) Der universalistisch – kulturphilosophische Ansatz:

Grundlage allen menschlichen Lebens bildet die Sprache und deren Verschriftlichung in all ihren Formen. Wir tauschen Informationen bzw. drücken Gefühle, Ansichten und Einstellungen hauptsächlich über die Sprache aus, die somit zu einem Mittel oder einem Medium der Kommunikation mit anderen wird, das normaler Weise jedem zugänglich und verfügbar ist.

2.) Der pädagogisch – didaktische Ansatz:

Geräte, die von Lehrenden oder Lernenden dazu eingesetzt werden, Material optisch aufzubereiten oder Prozesse zu veranschaulichen, um die betreffenden Inhalte plastischer und einprägsamer darzustellen, werden ebenfalls als Medien bezeichnet. Unter diese Bestimmung fallen zum Beispiel Overhead- und auch Diaprojektoren.

3.) Der kommunikationswissenschaftliche Medienbegriff:

Wie oben schon angedeutet, ist das vorherrschende Verständnis von Medien bezogen auf technische Geräte, wie etwa das Fernsehgerät, das Radio und die Printmedien, aber auch auf große Institutionen wie Verlage und Fernsehanstalten, die die betreffenden Geräte mit Produktionen und Programmen versehen und dadurch verschiedene Mittel der Informationsverbreitung zur Verfügung haben und mit unterschiedlichen Zielsetzungen auch benutzen.

Für das Problem der später noch zu behandelnden Theorie der kognitiven Dissonanz und die Entwicklung der Medienwirkungsforschung insgesamt ist es notwendig, den letzten Begriff bzw. dessen Definition in den Kontext politischer und gesellschaftlicher Veränderungen zu bringen, um die einzelnen Phasen voneinander abgrenzen und erläutern zu können. Medien bezieht sich in diesem Zusammenhang auf das weite Feld der „Massenmedien“, deren Charakteristikum darin besteht, von fast jedem Menschen akquiriert und in vielfältiger Weise genutzt werden zu können und die somit einen breiten Einfluß auf alle Bevölkerungsschichten haben. Im folgenden wird es darum gehen zu beschreiben, vor welchem politisch - gesellschaftlichen Hintergrund die Wirkungsphänomene dieser Medien in grob abgrenzbaren Zeiträumen des letzten Jahrhunderts erklärt und begründet wurden.

3. Die Phasen der Medienwirkungsforschung

In der Diskussion um den Einfluß der Medien auf die Gesellschaft und den Einzelnen gab es immer wieder Ansätze, die zu unterschiedlichen Ergebnissen hinsichtlich dieser Fragestellung kamen. Abhängig war dies vor allem von herrschenden politischen Ansichten und der Entwicklung neuer Technologien, beides Gründe für eine wechselnde Bewertung der Medieneinflüsse. Diese Tendenzen lassen sich grob zu drei Phasen zusammenfassen, in denen jeweils ein bestimmtes Menschenbild, verbunden mit einer spezifischen Gesellschaftskonzeption zu einer Differenzierung zeitlicher Epochen und ihren Forschungsansätzen führte:

Phase 1:

Zu Beginn der dreißiger Jahre, den Hintergrund der Kriegspropaganda in Europa und die Einführung des Radios als neues Massenmedium in den USA im gleichen Zeitraum vor Augen, galt die Annahme starker Medienwirkungen. Gestützt durch das Phänomen der „Invasion vom Mars“[2], einem Hörspiel, das Massenpaniken in der amerikanischen Bevölkerung auslöste und dem Konzept der Nationalsozialisten, ihre Kriegspropaganda über die Medien zu verbreiten, um die Massen erreichen zu können, galten die Medien als allmächtig. Das Menschenbild entsprach dem des „ohnmächtigen Rezipienten“.[3] Ein Beispiel des Medienverständnisses der Zeit ist das Stimulus-Response-Modell, das vom vereinzelten , isolierten Menschen der Masse ausgeht. Ein anderer Ansatz besagt, dass das menschliches Verhalten uniform und auf Grundbedürfnisse ausgelegt ist, die gezielt über die Medien angesprochen werden können und auch, wie z.B. im Dritten Reich, wurden.

[...]


[1] Zu allen drei Ansätzen: Vgl.: Winterhoff- Spurck, P.: Fernsehen. Psychologische Befunde zur Medienwirkung. Bern1 1985. S. 30

[2] Vgl.: Winterhoff-Spurck, P.: Fernsehen. Psychologische... S. 8-10

[3] Vgl.: Donsbach, W.: Medienwirkung trotz Selektion: Einflussfaktoren auf die Zuwendung zu Zeitungsinhalten. 19911 Köln, Weimar, Wien. S. 18-20

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Medienwirkungsforschung - die Theorie der kognitiven Dissonanz von Leon Festinger
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Pädagogik)
Veranstaltung
Proseminar: Medien im Alltag von Jugendlichen
Autor
Jahr
2000
Seiten
18
Katalognummer
V6842
ISBN (eBook)
9783638143233
Dateigröße
390 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Medienwirkungsforschung, Theorie, Dissonanz, Leon, Festinger, Proseminar, Medien, Alltag, Jugendlichen
Arbeit zitieren
Marcus Reiß (Autor), 2000, Medienwirkungsforschung - die Theorie der kognitiven Dissonanz von Leon Festinger, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6842

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