In der vorliegenden Hausarbeit werde ich mich mit den Dialekten Dänemarks beschäftigen. Einleitend wird eine grobe geographische Einteilung der Dialekte aufgeführt. Danach erfolgt ein kurzer Überblick über die wichtigsten sprachlichen Kriterien, mithilfe derer man weitere Einteilungen vornehmen kann. In den darauffolgenden Kapiteln werden einige Dialekte präsentiert und analysiert. Danach werden die Dialekte chronologisch betrachtet - Wie groß waren die regionalen Unterschiede im Dänischen früher? Wie groß sind sie heute? Welche Stellung nehmen bzw. nahmen Soziolekte ein? Gibt es Dialekte oder Soziolekte, die besonderes Ansehen genießen? Zum Schluss soll der Frage nachgegangen werden, welche Entwicklung die dänische Sprache in Zukunft möglicherweise nehmen wird und welchen Einfluss das fortschreitende Medienzeitalter auf die Dialekte ausübt.
Inhaltsverzeichnis
0 Einleitung
1. Die dialektalen Großräume
2. Das Standarddänisch
3. Die Unterscheidungskriterien
3.1 Schwachtonige Endsilben
3.2 Die Aussprache des Personalpronomens “Jeg”
3.3 Die Stellung des bestimmten Artikels
3.4 Die Anzahl der grammatischen Geschlechter
3.5 Der Stoßton
3.6 Klusilschwächung
4. Ausgewählte Dialekte
4.1 Jütisch
4.1.1 Westjütisch
4.1.2 Sønderjysk
4.1.3 Ostjütisch
4.1.4 Vendelbomål
4.2 Inseldänisch
4.2.1 Fünisch
4.2.2 Seeländisch
4.3 Ostdänisch auf Bornholm
4.4 Die Sprachen Kopenhagens
4.4.1 Lavkøbenhavnsk
4.4.2 Højkøbenhavnsk
5. Die Popularität der Dialekte
6. Dialekte gestern, heute - und morgen?
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Dialekte Dänemarks, indem sie zunächst die geographischen Großräume und die wichtigsten linguistischen Unterscheidungskriterien analysiert. Ziel ist es, den historischen Wandel der regionalen Sprachunterschiede, die Bedeutung von Soziolekten sowie die zukünftige Entwicklung und den Einfluss des Medienzeitalters auf die dänische Dialektlandschaft zu ergründen.
- Geographische Einteilung der drei dänischen dialektalen Großräume
- Linguistische Unterscheidungskriterien wie Stoßton, Apokope und Grammatik
- Analyse spezifischer Dialekte (Jütisch, Inseldänisch, Bornholmisch)
- Soziolektale Unterschiede in Kopenhagen (Lavkøbenhavnsk vs. Højkøbenhavnsk)
- Soziolinguistische Bewertung und Popularität der Dialekte
- Historische Entwicklung und der schleichende Schwund von Dialekten
Auszug aus dem Buch
3.5 Der Stoßton
Der Stoßton ist eine Besonderheit der dänischen Sprache und entsteht durch eine glottale Verengung. Die Glottis, die aus zwei Stimmlippen besteht, befindet sich im Kehlkopf und ist u.a. für die Stimmgebung verantwortlich.
Innerhalb des betreffenden Segments werden die Stimmlippen gespannt und versteift. Dadurch wird die Vibration der Stimmlippen entweder verlangsamt oder hört in Extremfällen sogar ganz auf, d.h. es kommt zum glottalen Verschluss. Dieses Phänomen tritt innermorphemisch in sehr wenigen Schriftsprachen auf. Eine davon ist Dänisch und eine weitere ist z.B. Vietnamesisch. Im Englischen und im Französischen wird hingegen nur sehr wenig von diesem Vorgang Gebrauch gemacht. In anderen Sprachen wie z.B. im Deutschen gilt der glottale Verschluss als Grenzmarkierung. Man spricht dann von einer Junktur. Würde es die Junktur nicht geben, könnte man im Deutschen in gesprochener Sprache zwischen folgenden Beispielen keinen Unterschied heraushören: das Tau-chen / tauchen, der - Adler / der Radler, erb-lich / er-blich.
Im zügigen Redefluss kann es jedoch passieren, dass die Junktur nur sehr schwach oder gar nicht wahrnehmbar ist.
Zusammenfassung der Kapitel
0 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Zielsetzung der Arbeit ein, die darin besteht, die dialektale Gliederung Dänemarks linguistisch zu analysieren und deren historische sowie zukünftige Entwicklung zu betrachten.
1. Die dialektalen Großräume: Dieses Kapitel erläutert die drei dialektalen Hauptregionen Dänemarks: Westdänisch, Inseldänisch und Ostdänisch, und beschreibt deren geographische Verteilung.
2. Das Standarddänisch: Hier wird die Entwicklung des Kopenhagener Dänisch zur überregionalen Norm und zur Basis des heutigen Standarddänischen nachgezeichnet.
3. Die Unterscheidungskriterien: Dieses Kapitel liefert eine detaillierte Analyse sprachlicher Merkmale wie Endsilbenreduktion, Pronomina, Artikelstellung, grammatische Geschlechter, Stoßton und Klusilschwächung zur dialektalen Differenzierung.
4. Ausgewählte Dialekte: Dieser Hauptteil präsentiert und analysiert verschiedene spezifische Dialekte in Jütland, auf den Inseln, auf Bornholm sowie die soziolektale Differenzierung in Kopenhagen.
5. Die Popularität der Dialekte: Hier werden Studien zur Beliebtheit und gesellschaftlichen Wahrnehmung verschiedener dänischer Dialekte und Soziolekte ausgewertet.
6. Dialekte gestern, heute - und morgen?: Das abschließende Kapitel beleuchtet die historische Zurückdrängung der Dialekte und diskutiert deren Zukunft in einer modernen, mediengeprägten Gesellschaft.
Schlüsselwörter
Dänisch, Dialekte, Sprachwissenschaft, Jütisch, Inseldänisch, Bornholmisch, Stoßton, Apokope, Soziolekt, Højkøbenhavnsk, Lavkøbenhavnsk, Sprachwandel, Linguistik, Grammatik, Sprachkontakte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der dialektalen Vielfalt der dänischen Sprache, ihrer geographischen Einteilung und den linguistischen Besonderheiten einzelner Dialektgruppen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen die phonetischen und grammatischen Unterschiede der Dialekte, die Herausbildung des Standarddänischen sowie soziolinguistische Fragen zum Status und zur Popularität der Dialekte.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist eine fundierte Dokumentation der dialektalen Unterschiede in Dänemark, sowohl in synchroner als auch in diachroner Hinsicht, um das Verständnis für diese schwindende kulturelle Vielfalt zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine linguistische Analyse-Methode, bei der Dialekte anhand spezifischer Kriterien wie Stoßton, Vokalqualität und Artikelgebrauch miteinander verglichen werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Betrachtung der Kriterien zur Dialektunterscheidung, gefolgt von einer Analyse spezifischer Dialekte (Jütisch, Inseldänisch, Bornholmisch) und der Kopenhagener Soziolekte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie Dänisch, Dialektologie, Sprachwandel, Stoßton und soziolektale Differenzierung charakterisieren.
Warum spielt der "Stoßton" bei der Unterscheidung der dänischen Dialekte eine so große Rolle?
Der Stoßton ist eine phonetische Besonderheit des Dänischen. Da er in manchen Dialekten kräftig ausgeprägt ist, in anderen jedoch völlig fehlt oder durch Kompensationsmechanismen ersetzt wird, dient er als zentrales Abgrenzungsmerkmal.
Wie unterscheiden sich die Soziolekte in Kopenhagen?
Es wird zwischen dem Højkøbenhavnsk (Soziolekt der Oberschicht, assoziiert mit Prestige) und dem Lavkøbenhavnsk (Soziolekt der Arbeiterklasse, assoziiert mit Modernität und Großstadtleben) unterschieden.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich der Zukunft der dänischen Dialekte?
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass viele Dialekte als moribund einzustufen sind, da sie kaum an jüngere Generationen weitergegeben werden und in der öffentlichen Wahrnehmung an Prestige verlieren.
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- Franziska Wenzel (Author), 2006, Gliederung der dänischen Dialekte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68476