Diese Abhandlung ist im Rahmen meines Studiums am Lehrstuhl Unternehmensgründung und Unternehmensnachfolge von Univ.-Prof.Dr.habil. Thomas Hering der FernUniversität in Hagen entstanden. Sie gibt zunächst einige grundlegende Begriffsdefinitionen wie z.B. Unternehmen, Preis, Bewertungssubjekt und –objekt sowie eine kurze Erläuterung der drei Hauptfunktionen funktionaler Unternehmensbewertung (Entscheidungswert, Arbitriumwert, Argumentationswert). Danach stellt sie die grundsätzlichen Arten der Spaltung eines Unternehmens nach §123 UmwG dar, gibt einen Überblick über die Typisierung von Konfliktsituationen und stuft einen zu betrachtenden Spaltungsfall ein. Für diese Konfliktsituation wird unter Verwendung des Zustands-Grenzquoten-Modells in den drei Schritten Basis-, Spaltungs- und Bewertungsprogramm eine minimal akzeptable Beteiligungsquote der Anteilseigner des aufgespaltenen Unternehmens an zur Eigentumsaufnahme neu gegründeten Unternehmen ermittelt. Dies wird in jeder Stufe sowohl allgemein dargestellt als auch an einem Zahlenbeispiel demonstriert.
Inhaltsverzeichnis
1. Der Entscheidungswert bei Absicht einer Unternehmensspaltung
2. Grundsätzliche Arten der Spaltung eines Unternehmens
2.1 Aufspaltung § 123 Abs. 1 UmwG
2.2 Abspaltung §123 Abs. 2 UmwG
2.3 Ausgliederung §123 Abs. 3 UmwG
3. Ermittlung des Entscheidungswertes bei Spaltung des Unternehmens
3.1. Die Darstellung der Konfliktsituation
3.2. Vorgehen unter Verwendung des Zustands-Grenzquoten-Modells
3.2.1. Ermittlung des Basisprogrammes
3.2.1.1. Allgemein
3.2.1.2. Beispiel
3.2.2. Ermittlung des Spaltungsprogrammes
3.2.2.1. Allgemein
3.2.2.2. Beispiel
3.2.3. Ermittlung des Bewertungsprogrammes
3.2.3.1. Allgemein
3.2.3.2. Beispiel
4. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die Ermittlung eines Entscheidungswertes im Rahmen einer Unternehmensspaltung unter der Annahme vollkommener Märkte theoretisch herzuleiten und anhand eines Modells sowie eines Praxisbeispiels zu veranschaulichen. Hierbei steht insbesondere die nicht-verhältniswahrende Aufspaltung zur Neugründung im Fokus, um die Auswirkungen auf die Beteiligungsquoten der Eigentümer zu analysieren.
- Grundlagen und Arten der Unternehmensspaltung gemäß UmwG
- Darstellung und Typisierung der Konfliktsituation bei Spaltungsvorhaben
- Einsatz des Zustands-Grenzquoten-Modells zur Bewertung
- Schrittweise Ermittlung über Basis-, Spaltungs- und Bewertungsprogramm
- Berechnung minimaler Beteiligungsquoten zur Vermeidung von Schlechterstellung
Auszug aus dem Buch
3.1. Darstellung der betrachteten Konfliktsituation
Bei einer Konfliktsituation kann zwischen folgenden Typen unterschieden werden:
Typ „Kauf/Verkauf“ oder Typ „Fusion/Spaltung“
Typ „eindimensional“ oder Typ „mehrdimensional“
Typ „disjungiert“ oder Typ „jungiert“
Typ „nicht dominiert“ oder Typ „dominiert“
Im Fall „Kauf/Verkauf“ gibt eine Konfliktpartei das Eigentum auf, während eine andere Konfliktpartei dieses erwirbt. Beim Fall „Fusion/Spaltung“ hingegen sollen Unternehmen mit unterschiedlichen Eignern zusammengeschlossen oder eine Unternehmung in mehrere zerlegt werden, wobei eine Neuordnung der Eigentumsverhältnisse stattfindet.
Das zweite Charakterisierungsmerkmal Typ „eindimensional“ oder Typ „mehrdimensional“ dient zur Erfassung des realen Tatbestandes. Die Konfliktparteien müssen sich meist nicht nur auf eine, sondern eine Vielzahl von Größen verständigen, um eine Einigung zu erwirken. In der Realität existieren daher eher mehrdimensionale Konfliktsituationen. Zur Vereinfachung wird in Modellen häufig eine eindimensionale Situation unterstellt.
Das Typpaar „jungiert“ oder „disjungiert“ erfaßt, ob sich eine der Konfliktparteien noch in einer weiteren Konfliktsituation vom Typ „Kauf/Verkauf“ oder „Fusion/Spaltung“ befindet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Der Entscheidungswert bei Absicht einer Unternehmensspaltung: Einführung in die funktionale Unternehmensbewertung und Erläuterung der Bedeutung des Entscheidungswertes als Grenzpreis für Verhandlungen bei Spaltungsprozessen.
2. Grundsätzliche Arten der Spaltung eines Unternehmens: Definition und Differenzierung der Spaltungsarten Aufspaltung, Abspaltung und Ausgliederung unter Berücksichtigung des Umwandlungsgesetzes.
3. Ermittlung des Entscheidungswertes bei Spaltung des Unternehmens: Detaillierte Herleitung des Bewertungsvorgehens unter Nutzung des Zustands-Grenzquoten-Modells, unterteilt in die Phasen Basis-, Spaltungs- und Bewertungsprogramm.
4. Zusammenfassung: Zentrale Erkenntnisse der Arbeit über die theoretische Herleitung von Unternehmenswerten als Entscheidungsgrundlage im Falle einer Spaltung.
Schlüsselwörter
Unternehmensbewertung, Entscheidungswert, Unternehmensspaltung, Aufspaltung, UmwG, Zustands-Grenzquoten-Modell, Beteiligungsquote, Konfliktsituation, Machtsymmetrie, lineare Optimierung, Simplexalgorithmus, Grenzpreis, Arbitriumwert, Argumentationswert, Finanzplan.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der funktionalen Unternehmensbewertung im speziellen Fall der Unternehmensspaltung und der Bestimmung von Entscheidungswerten für die beteiligten Parteien.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf den rechtlichen Arten der Spaltung nach dem Umwandlungsgesetz sowie der ökonomischen Bewertung mittels linearer Optimierungsmodelle.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die systematische Veranschaulichung, wie unter der Annahme vollkommener Märkte minimale Beteiligungsquoten bei einer nicht-verhältniswahrenden Spaltung ermittelt werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird das Zustands-Grenzquotenmodell von Hering angewendet, welches auf dem Zustands-Grenzpreismodell basiert und durch lineare Optimierung gelöst wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden der Basisansatz, der Spaltungsansatz und der Bewertungsansatz definiert und an einem Beispiel der "Backwaren AG" rechnerisch durchgespielt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Entscheidungswert, Spaltungsarten, Beteiligungsquoten und das Zustands-Grenzquoten-Modell.
Warum wird im Beispiel eine nicht-verhältniswahrende Spaltung gewählt?
Da diese Form der Spaltung eine explizite Zustimmung aller Anteilseigner erfordert und somit eine Machtsymmetrie schafft, bietet sie ein ideales Szenario für die Analyse von Konfliktsituationen.
Was passiert, wenn ein Anteilseigner bei der Spaltung schlechter gestellt würde?
Das Modell berechnet die kritische Beteiligungsquote, die sicherstellt, dass das Bewertungssubjekt mindestens den Nutzen aus der Ausgangssituation beibehält, um eine Schlechterstellung zu vermeiden.
- Quote paper
- Claudia Kothe (Author), 2006, Unternehmensbewertung bei Spaltung der Unternehmung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68499