Unter dem Begriff soziale Mobilität (lat. mobilitas Beweglichkeit) sind im allgemeinen die „Bewegungen von Menschen zwischen sozialen Positionen aller Art“¹ zu verstehen. Die soziale Mobilität besteht zudem aus zwei Dimensionen, nämlich der horizontalen/vertikalen und der intergenerationalen/intragenerationalen Mobilität.
Die erste Dimension bezeichnet die Veränderung des Milieus (mit den Merkmalen Einkommen, Status, Lebensstil), was als vertikale Mobilität bezeichnet wird, während unter dem horizontalen Aufbzw. Abstieg meistens eine Veränderung des Berufes zu verstehen ist, ohne dass die Klasse oder das Milieu dabei gewechselt wird.
Die zweite Dimension beinhaltet die intergenerationale und die intragenerationale Mobiltät. Die lateinischen Präfixe inter (zwischen) und intra (innen) erklären den Unterschied zwischen diesen Mobilitäten. Intergenerationale Mobilität bezeichnet eine Auf- oder Abwärtsbewegung der sozialen Stellung, die sich von einer Generation zur nächsten vollzieht.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsbestimmung Soziale Mobilität
2.1 Dimensionen der Mobilität
2.1.1 Vertikale und horizontale Mobilität
2.1.2 Intergenerationale und intragenerationale Mobilität
3. Chancengleichheit in der Bundesrepublik
3.1 Empirische Befunde zur Mobilität der Geschlechter
3.2 Soziale Herkunft und der Einfluss der Elite
4. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Konzept der sozialen Mobilität in Deutschland und hinterfragt kritisch, inwieweit tatsächliche Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt im 21. Jahrhundert existiert oder ob soziale Herkunft weiterhin den Lebensweg maßgeblich bestimmt.
- Theoretische Grundlagen und Dimensionen der sozialen Mobilität
- Vergleichende Analyse der Mobilitätsraten zwischen Frauen und Männern
- Einfluss der sozialen Herkunft und des "Vitamin B" auf den beruflichen Aufstieg
- Kritische Auseinandersetzung mit der Geschlossenheit der deutschen Wirtschaftselite
- Die Funktion der Utopie von Chancengleichheit als gesellschaftlicher Motivationsfaktor
Auszug aus dem Buch
Soziale Mobilität 2007 -Chancengleichheit ja, oder nein?-
Unter dem Begriff soziale Mobilität (lat. mobilitas Beweglichkeit) sind im allgemeinen die „Bewegungen von Menschen zwischen sozialen Positionen aller Art“¹ zu verstehen. Die soziale Mobilität besteht zudem aus zwei Dimensionen, nämlich der horizontalen/vertikalen und der intergenerationalen/intragenerationalen Mobilität.
Die erste Dimension bezeichnet die Veränderung des Milieus (mit den Merkmalen Einkommen, Status, Lebensstil), was als vertikale Mobilität bezeichnet wird, während unter dem horizontalen Auf bzw. Abstieg meistens eine Veränderung des Berufes zu verstehen ist, ohne dass die Klasse oder das Milieu dabei gewechselt wird.
Die zweite Dimension beinhaltet die intergenerationale und die intragenerationale Mobiltät. Die lateinischen Präfixe inter (zwischen) und intra (innen) erklären den Unterschied zwischen diesen Mobilitäten. Intergenerationale Mobilität bezeichnet eine Auf- oder Abwärtsbewegung der sozialen Stellung, die sich von einer Generation zur nächsten vollzieht.
Intragenerationale Mobilität bedeutet dagegen soviel wie die Änderung der Stellung innerhalb eines Lebens, beispielweise durch eine Beförderung/Entlassung oder Weiterbildung.
Geprägt wurde der Begriff soziale Mobilität 1927 durch den Soziologen Pitirim Sorokin². Das Modell der sozialen Mobilität funktioniert nur, wenn vorher die beiden Skalen sinnvoll definiert wurden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Begrifflichkeiten und die zentrale Fragestellung der sozialen Mobilität in der Bundesrepublik.
2. Begriffsbestimmung Soziale Mobilität: Definition der soziologischen Kernkonzepte sowie Erläuterung der vertikalen, horizontalen, inter- und intragenerationalen Mobilität.
3. Chancengleichheit in der Bundesrepublik: Analyse empirischer Daten zur Mobilität unter besonderer Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Unterschiede und des Einflusses des Elternhauses.
4. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Chancengleichheit als politisches Ziel sowie deren reale Funktion als Motivationsquelle für die Gesellschaft.
Schlüsselwörter
Soziale Mobilität, Chancengleichheit, Vertikale Mobilität, Horizontale Mobilität, Intergenerationale Mobilität, Intragenerationale Mobilität, Soziale Herkunft, Elite, Arbeitsmarkt, Geschlechterrollen, Emanzipation, Vitamin B, Sozialstrukturanalyse, Leistungsgesellschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Phänomen der sozialen Mobilität und die Frage, ob in der heutigen Gesellschaft soziale Aufstiegsmöglichkeiten unabhängig von der Herkunft bestehen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die Definition sozialer Mobilität, die empirische Entwicklung der Mobilitätsraten bei Frauen und Männern sowie der Einfluss sozialer Schichten auf berufliche Karrieren.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die kritische Prüfung der in der Politik proklamierten Chancengleichheit und die Gegenüberstellung mit der Realität am deutschen Arbeitsmarkt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Fundierung durch soziologische Fachbegriffe und stützt sich auf eine sekundäranalytische Auswertung aktueller Datenreports und Umfragen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der Differenzierung von Mobilitätsdimensionen und der empirischen Untersuchung von Auf- und Abstiegschancen in Deutschland, inklusive des Einflusses von "Vitamin B".
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Soziale Mobilität, Chancengleichheit, Soziale Herkunft, Elite und Leistungsgesellschaft.
Wie hat sich die Mobilität von Frauen im Vergleich zu Männern verändert?
Frauen zeigen eine höhere horizontale Bewegungsrate, wobei sie seit dem neuen Jahrtausend auch bei Aufwärtsbewegungen in der vertikalen Mobilität eine zunehmende Emanzipation in der Berufswelt demonstrieren.
Warum bleibt der Aufstieg in die obersten Führungsetagen so schwierig?
Laut der Arbeit spielt das Elternhaus eine immense Rolle; die Elite in Deutschland ist weitgehend geschlossen, was dazu führt, dass Führungspositionen oft innerhalb des Bürgertums oder an "Söhne der Chefs" vergeben werden.
Welche Funktion hat die Utopie der Chancengleichheit?
Obwohl Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt weitgehend utopisch ist, dient sie als notwendiger Motivationsfaktor, um das wirtschaftliche Klima und den Antrieb der Menschen zu erhalten.
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- Steven Oklitz (Author), 2007, Soziale Mobilität 2007, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68732