Vergleich der bilanziellen Behandlung ausgewählter Sicherungsgeschäfte nach HGB und IAS/IFRS


Seminararbeit, 2006

24 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung

2. Grundlegende Definitionen
2.1 Definition von Sicherungsgeschäften
2.2 Vorstellung ausgewählter Sicherungsinstrumente
2.2.1 Futures / Forwards
2.2.2 Optionen
2.2.3 Swaps

3. Bilanzielle Behandlung von Sicherungsgeschäften
3.1 Handelsrechtliche Bilanzierung von Sicherungsgeschäften
3.1.1 Grundlagen der bilanziellen Behandlung nach HGB
3.1.1.1 Die Bilanzierung von Futures/ Forwards nach HGB
3.1.1.2 Die Bilanzierung von Optionen nach HGB
3.1.1.3 Die Bilanzierung von Swaps nach HGB
3.1.2 Probleme bei strenger Auslegung der HGB Vorschriften
3.1.3 Die Bildung von Bewertungseinheiten
3.1.4 Zusammenfassung der Bilanzierung nach HGB
3.2 Bilanzierung von Sicherungsgeschäften nach IAS/IFRS
3.2.1 Grundlagen der Bilanziellen Behandlung von Sicherungsgeschäften nach IAS/IFRS
3.2.2 Ansatz und Bewertung von Derivaten nach IAS 39
3.2.3 Die Bilanzierung von Sicherungsgeschäften nach IAS/IFRS
3.2.3.1 Hedge Accounting
3.2.3.2 Fair-Value Option
3.3 Darstellung und Analyse von Unterschieden bei der Bilanzierung von Sicherungsgeschäften nach HGB und IAS/IFRS

4. Kritische Würdigung und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

1.1 Problemstellung

Im Risikomanagement vieler Unternehmen sind Sicherungsgeschäfte auf der Basis von derivativen Finanzinstrumenten heute kaum noch wegzudenken. Mit ihnen und einem zugrunde liegenden Grundgeschäft lassen sich Sicherungsbeziehungen aufbauen, die das Risiko von Wertverlusten z.B. aus Zinsschwankungen oder Devisenkurseinbrüchen erfolgreich eliminieren. Wie dieser besondere wirtschaftliche Zusammenhang von Sicherungsinstrument und Grundgeschäft auf die Bilanz übertragen werden kann, wird im Folgenden einerseits nach deutschem Handelsrecht und andererseits nach international anerkannten Rechnungslegungsstandards gezeigt.

1.2 Gang der Untersuchung

Für das Verständnis der Funktionsweise von Sicherungsbeziehungen ist es notwendig einige wichtige Grundlagen zu erläutern. Es wird kurz dargestellt, was derivative Finanzinstrumente sind, wie sie funktionieren, wie sie sich klassifizieren lassen und wo sie in der Praxis ihre Verwendung finden. Anschließend wird die Bilanzierung von Sicherungsgeschäften einerseits nach Vorgabe des deutschen Gesetzgebers und andererseits nach internationalen Rechnungslegungsstandards (den IAS/IFRS) untersucht und mögliche Problemfelder bei der Behandlung aufgezeigt. Weiterführend werden die Hauptunterschiede beider Rechnungslegungsvorschriften herausgestellt und analysiert. Ein Zusammenfassender Ausblick würdigt die Ergebnisse dieser Arbeit und zeigt mögliche Entwicklungstendenzen bei der Behandlung von Sicherungsgeschäften in der Bilanzierung auf.

Da eine vollständige Aufnahme sämtlicher Einzelaspekte der Bilanzierung von Sicherungsgeschäften sowohl nach HGB als auch nach IAS/IFRS im Rahmen dieser Arbeit zu weit führen würde, wird bei der gesamten Untersuchung hauptsächlich auf Regelfälle abgestellt. Ebenso wenig findet eine Untersuchung der steuerbilanziellen Behandlung von Sicherungsgeschäften statt.

2. Grundlegende Definitionen

2.1 Definition von Sicherungsgeschäften

Unter einem Sicherungsgeschäft wird in dieser Arbeit eine Kombination aus Grundgeschäft und Sicherungsinstrument verstanden, bei der das Grundgeschäft mittels eines derivativen Finanzinstruments (im Folgenden kurz: Derivat) gegen offene finanzielle Risiken abgesichert wird. Diese Risiken können verschiedene Ursachen haben, häufig anzutreffen sind Marktpreis-, Zins-, oder Devisenkursschwankungen. Damit potentielle Wertschwankungen des Grundgeschäfts durch ein Derivat ausgeglichen werden können, müssen ihre Werte negativ korrelieren, d.h. sinkt der Wert des Grundgeschäfts, so muss der Wert des Derivats steigen und vice versa.

Grundgeschäfte können in der Regel alle Vermögensgegenstände oder Verbindlichkeiten sein, die Wertänderungen unterliegen und für die es möglich ist, ein Sicherungsinstrument abzuschließen.

Ein Derivat ist ein Finanzinstrument, dessen Wert aus einem ihm zugrunde liegenden Finanzprodukt, der so genannten Basis oderunderlyingabgeleitet wird.1 Basiswerte können z.B. Aktien, Rohstoffe oder Devisen sein. Die Hauptanwendungsgebiete von Derivaten liegen eindeutig in der Absicherung gegen finanzielle Risiken (sog.hedging). In den letzten Jahren werden sie vermehrt ebenso zu Spekulationszwecken oder Arbitragegeschäften2eingesetzt. Unabhängig von ihrem Einsatz ist der Erfolg von Derivaten auf ihre Hebelwirkung zurückzuführen, die es ermöglicht mit einem relativ kleinen Kapitaleinsatz Positionen mit großen Chancen- und Risiken einzugehen. Der Hebel ergibt sich aus den relativen Wertänderungen von Derivat undunderlying. Derivate werden einerseits in standardisierter Form abgeschlossen und sind somit über Börsen handelbar, wie Futures oder Optionen, andererseits werden sie im sog.over the counterHandel je nach gewünschten Eigenschaften frei zwischen den beiden Kontrahenten abgeschlossen, wie Forwards oder Swaps.3

2.2 Vorstellung ausgewählter Sicherungsinstrumente

In den folgenden Unterabschnitten werden die häufigsten Erscheinungsformen von derivativen Finanzinstrumenten kurz vorgestellt.

2.2.1 Futures / Forwards

Ein Future ist ein Vertrag zweier Parteien, bei der sich eine Partei das Recht sichert von der anderen Partei an einem festgelegten Termin in der Zukunft einen vereinbarten Basiswert (z.B. Waren, Devisen oder Aktien) zu einem vorher festgelegten Preis zu übernehmen. Die andere Partei verpflichtet sich dazu den Basiswert in der vertraglich zugesicherten Form tatsächlich zu liefern. Da beide Vertragspartner an diesen Kontrakt gebunden sind handelt es sich um ein unbedingtes Termingeschäft mit einer symmetrischen Risikostruktur; bei Abschluss sind keine Prämienzahlungen zu leisten.4

Erwartet der Produzent einer Ware zukünftig sinkende Preise, so schließt er einen Future-Kontrakt ab, der ihm den Verkauf der Ware zum vorher festgesetzten Preis in der Zukunft erlaubt. Er sichert sich somit gegen einen drohenden Verlust ab. Sinkt der Preis für die Ware dann tatsächlich, hat er das Recht und die Pflicht dem Käufer der Ware diese zum vorher vereinbarten Preis, der nun über dem aktuellen Marktpreis liegt, zu liefern. Der Wert eines Futures ergibt sich somit aus der Differenz zwischen Kassa- und Terminkurs des Basiswerts.

Der Unterschied zwischen Futures und Forwards besteht in der Ausgestaltung des Vertrags. Futures werden standardisiert abgeschlossen und können an Terminbörsen gehandelt werden. Forwards werden imover the counter Marktentsprechend den Wünschen der Vertragspartner ausgehandelt.5

2.2.2 Optionen

Eine Option ist ein zweiseitiges Termingeschäft, bei der der Käufer der Option das Recht erwirbt einen Basiswert zu einem in der Zukunft liegenden Termin zu einem festgelegten Preis zu kaufen (call) oder zu verkaufen (put). Der Unterschied zum Future/ Forward liegt darin, dass die Partei nicht die Pflicht auf den Kauf (Verkauf), sondern lediglich das Recht dazu erwirbt. Es handelt sich somit um einen bedingten Finanztitel mit einer asymmetrischen Risikostruktur, daher ist der Erwerber einer Option verpflichtet eine Prämie an den Verkäufer (Stillhalter) zu zahlen.

Theoretisch kann der Erwerber einer Kaufoption bei steigendem Preis des Basiswerts einen unbegrenzt hohen Gewinn generieren, vorausgesetzt dass er sich zuvor einen niedrigen Kaufpreis der Basis per Optionsgeschäft gesichert hat. Die Verluste sind hingegen bei Sinken des Werts der Basis auf den Preis der von ihm gezahlten Optionsprämie begrenzt, da er nicht verpflichtet ist die Kaufoption auszuüben und sich stattdessen günstiger am freien Markt bedienen wird. Der Gewinn des Verkäufers begrenzt sich bei fallendem Preis des Basiswerts auf die gezahlte Optionsprämie, sein Verlustrisiko ist bei steigenden Preisen dafür theoretisch unbegrenzt hoch.

Der Wert einer Option ergibt sich u.a. durch den Unterschied von Kassapreis und Ausübungspreis am Fälligkeitstag sowie der Restlaufzeit.6

2.2.3 Swaps

Swaps dienen zwei Unternehmen dazu ihr Risiko aus Zinsänderungen oder Devisenkursschwankungen abzusichern. Die Vertragspartner nutzen bei der Anwendung von Swaps komparative Kostenvorteile auf ihren jeweiligen (internationalen) Finanzmärkten. Diese Kostenvorteile basieren größtenteils auf unterschiedlichen Bonitätseinschätzungen und Marktzugangsmöglichkeiten der Tauschpartner. Die am häufigsten gehandelten Formen sind Währungsswap und Zinsswap:7

Bei einem Währungsswap (currency swap) findet ein Tausch von Kapitalbeträgen und der damit einhergehenden Zinszahlungen in unterschiedlichen Währungen statt. Am Ende der Laufzeit werden die ursprünglichen Währungen wieder zurückgetauscht, so dass keine wechselkursinduzierten Risiken bestehen. Ein Zinsswap (interest rate swap) verpflichtet beide Parteien ihre Zinsverpflichtungen auf einen gleichen Nominalbetrag zu tauschen. Ein Vorteil liegt hier in der Möglichkeit feste Zinszahlungen gegen variable Zinszahlungen (z.B. auf Libor Basis) abzulösen.8

[...]


1Vgl. Rudolph (1995), S. 5

2Hier wird die Unvollkommenheit einzelner Märkte gewinnbringend ausgenutzt, indem auf einem Markt ein Derivat günstig gekauft und fast zeitgleich ein gleiches Derivat auf einem anderen Markt wieder verkauft wird.

3Vgl. Müller-Möhl (1999), S. 21 f.

4Lediglich eine Sicherheitsleistung (initial margin) muss gestellt werden

5Vgl. ausführlich Baetge/ Kirsch/ Thiele (2005), S. 711-713

6Vgl. ausführlich Müller-Möhl (1999), S. 49-76

7Vgl. Wöhe / Döring (2002), S. 723 f.

8Vgl. ausführlich Hull (2006), S. 192-203

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Vergleich der bilanziellen Behandlung ausgewählter Sicherungsgeschäfte nach HGB und IAS/IFRS
Hochschule
Universität Lüneburg  (Lehrstuhl für Rechnungswesen und Steuerlehre, Institut für Betriebswirtschaftslehre)
Veranstaltung
Modernisierungen im Bereich der Rechnungslegung
Note
1,3
Autor
Jahr
2006
Seiten
24
Katalognummer
V68741
ISBN (eBook)
9783638594936
Dateigröße
524 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Vergleich, Behandlung, Sicherungsgeschäfte, IAS/IFRS, Modernisierungen, Bereich, Rechnungslegung
Arbeit zitieren
Krischan Oltmann (Autor), 2006, Vergleich der bilanziellen Behandlung ausgewählter Sicherungsgeschäfte nach HGB und IAS/IFRS, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68741

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