Lockes Theorie des Rechts


Essay, 2003

5 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Lockes Theorie des Rechts

In folgenden Ausführungen werde ich zunächst das Wesen und den Status des Naturrechts in der Philosophie John Lockes erläutern, um anschließend seine Eigentumstheorie in ihren Grundzügen darzustellen; nach einer Beleuchtung der verschiedenen Arten von moralischen Gesetzen möchte ich abschließend auf die Frage eingehen, inwieweit die Gründung eines Staates für den Einzelnen gleichbedeutend ist mit einem Verzicht auf seine subjektiven natürlichen Rechte.

Im Zentrum von Lockes „Essays on the Law of Nature” (1663/64) steht der physikotheologische Gottesbeeis, verbunden mit den teleologischen Argumenten, Gott müsse als erste Ursache und erster Beweger betrachtet werden. Locke zufolge ist Gott der allmächtige, allwissende, gütige und gerechte Schöpfer des Universums und des Menschen; da der Mensch das Geschöpf Gottes und somit dessen Eigentum ist, kann dieser ihn nach Belieben wieder vernichten, genauso, wie er auch das gesamte Universum untergehen lassen könnte. Aufgrund seiner eigenen Unvollkommenheit kann nach Locke der Mensch weder sein eigener Urheber noch der des Universums sein, da er sich in diesem Falle eine ewige Existenz verschaffen hätte.

Gott ist zudem der souveräne Gesetzgeber, der den Menschen das natürliche Gesetz vorschreibt, nach dem sie ihre Handlungen zu richten haben; ohne Gott gäbe es keine Moral respektive kein natürliches Gesetz. Das ewige Gesetz der Natur ist verbindlich, da Gott es in seiner Weisheit erlassen und den Menschen durch das ‚Licht der Natur’ (‚light of nature’) bekannt gemacht hat: jenes Zusammenwirken von Sinnen und Verstand befähigt die Menschen, deren Seele zum Zeitpunkt der Geburt ‚tabula rasa’ ist, zur Erkenntnis der natürlichen Gesetze.

Der formale Grund für die Verbindlichkeit der natürlichen Gesetze ist demnach der gerechte Wille Gottes; darüber hinaus motiviert den Menschen jedoch die Aussicht auf ein glückliches Leben zur Einhaltung der Gesetze; der Grund der Verpflichtung – die Autorität Gottes – und das Motiv des pflichtgemäßen Handelns – das individuelle Glück – werden schließlich im gottgewollten Streben nach Glückseligkeit miteinander verknüpft. Das Naturrecht gilt somit, da es göttlicher Befehl ist und seine Übertretung ein glückliches Leben verhindert.

[...]

Ende der Leseprobe aus 5 Seiten

Details

Titel
Lockes Theorie des Rechts
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main  (Institut für Philosophie)
Note
1,0
Autor
Jahr
2003
Seiten
5
Katalognummer
V68766
ISBN (eBook)
9783638594967
Dateigröße
344 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lockes, Theorie, Rechts
Arbeit zitieren
Mag. Petra Vera Rüppel (Autor), 2003, Lockes Theorie des Rechts, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68766

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