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Einführung in Luhmanns Theorie Sozialer Systeme

Título: Einführung in Luhmanns Theorie Sozialer Systeme

Trabajo Escrito , 2002 , 13 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Urs Büttner (Autor)

Sociología - General y Teorías
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Die Luhmanns Systemtheorie gilt neben Habermas’ Diskurstheorie momentan sicherlich als eine der wichtigsten makrosoziologischen Theorien. Luhmann hat Parsons handlungstheoreti-sche Systemtheorie, die in ihren Grundlagen noch auf Max Weber fußt, zu einer hochkomple-xen, ganz eigenen Kommunikationstheorie umgebaut. Von Parsons schlichtem Renaissance-bau hat Luhmann nur einige Mauern stehen gelassen. Sein Theoriebau hat die Mannigfaltig-keit des Barock. Luhmann hat seine Baumaterialen in vielen anderen Disziplinen zusammen-geklaubt. So hat er die Phänomenologie, den Konstruktivismus, die Kybernetik, die Semiotik u. v. m. in seine Theorie eingeschmolzen. Auch seine Begrifflichkeit hat er oft aus anderen Disziplinen entlehnt, so „Autopoiesis“ aus der Biologie, „Differenz“ aus Logik und „Medien“ aus der Psychologie.
Dieses komplexe Theoriegebäude bildet in sich ein eigenes Sprachspiel. Das erschwert den Zugang zu dieser Theorie ungemein. Will man einen Begriff erläutern, muss man dazu wieder zwei Begriffe verwenden, die man auch erst wieder erläutern muss mit weiteren Begrif-fen...usw.
Eine weitere Schwierigkeit bei der Annäherung an diese Theorie ist die Größe des Gegens-tandsbereichs, den sie erklären möchte. Die Systemtheorie „reklamiert für sich nie: Wider-spiegelung der kompletten Realität des Gegenstandes. Auch nicht: Ausschöpfung aller Mög-lichkeiten der Erkenntnis des Gegenstandes. Daher auch nicht: Ausschließlichkeit des Wahr-heitsanspruchs im Verhältnis zu anderen, konkurrierenden Theorieunternehmungen. Wohl aber: Universalität der Gegenstandserfassung in dem Sinne, dass sie als soziologische Theo-rie alles Soziale behandelt und nicht nur Ausschnitte (wie z.B. Schichtung, Mobilität, Beson-derheiten der modernen Gesellschaft, Interaktionsmuster etc.).“
In Folge dieser Schwierigkeiten muss klar sein, dass meine Arbeit nicht den Anspruch haben kann, die Luhmann’sche Theorie umfassend und en Detail darzustellen. Wer diesen Anspruch verfolgt, ist mit den zwei Bänden „Die Gesellschaft der Gesellschaft“ und ihren knapp 1150 Seiten als Lektüre besser bedient. Hier kann ich nur in einige Grundbegriffe einführen.
[...]

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Hintergründe der Theorie

2. System und Umwelt

3. Sinnsysteme

4. Beziehungen von Systemen zur Umwelt

5. Ausblick

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, einen verständlichen Einstieg in die komplexe Systemtheorie von Niklas Luhmann zu bieten. Dabei wird die Spätfassung seiner Theorie beleuchtet, indem zentrale Grundbegriffe und Mechanismen, wie die Differenz von System und Umwelt, autopoietische Prozesse und die Funktion von Sinn, erläutert werden.

  • Grundlagen der Luhmann’schen Systemtheorie
  • Die Differenz von System und Umwelt sowie das Konzept der Autopoiesis
  • Die Rolle von Sinn als Selektionsmechanismus in sozialen und psychischen Systemen
  • Strukturelle Kopplung und Interpenetration als Beziehungsformen von Systemen
  • Die konstruktivistische Beobachtungsperspektive und ihre Konsequenzen für soziale Systeme

Auszug aus dem Buch

System und Umwelt

Am Anfang der Theorie steht die Differenz von System und Umwelt. Zu einem System gibt es immer eine entsprechende Umwelt. Es gibt nicht die Umwelt, sondern immer nur die Umwelt im Bezug auf ein bestimmtes System. Wenn wir die Vase links im Bild betrachten, dann können wir komplementär dazu auch zwei weise Gesichter sehen. Wäre aber die Vase nicht da, wäre das Feld ganz weis und wir könnten weder Vase noch Gesichter sehen. Analog gilt das für die Systeme und ihre Umwelt oder um mit Luhmann zu sprechen: „Jede Seite ist die andere Seite der anderen Seite. Keine Seite ist für sich selbst.“

Wie unterscheiden sich Systeme von ihrer Umwelt? Systeme konstituieren sich durch auf einander bezogene Operationen. Systeme sind für ganz spezifische Operationen eingerichtet und erfüllen jeweils nur eine ganz eigne Funktion. Alles, was sich nicht in dem binären Code des Systems fassen lässt, ist Systemumwelt. Dieser Code bestimmt die Differenz zwischen System und Umwelt und ist zugleich selbst wieder die Differenz zwischen zwei Werten, die er annehmen kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Hintergründe der Theorie: Dieses Kapitel führt in den theoretischen Kontext ein und erläutert, wie Luhmann seine Theorie aus verschiedenen Disziplinen entwickelt hat.

2. System und Umwelt: Hier wird das fundamentale Prinzip der System-Umwelt-Differenz sowie der Prozess der Autopoiesis als Grundlage systemischer Identität behandelt.

3. Sinnsysteme: Dieses Kapitel untersucht, wie soziale und psychische Systeme mittels Sinn Selektionen treffen und sich funktional differenzieren.

4. Beziehungen von Systemen zur Umwelt: Der Fokus liegt auf der operativen Geschlossenheit von Systemen und wie diese durch Beobachtung und Zurechnung ihre Umwelt konstruieren.

5. Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die Reichweite der Theorie zusammen und verweist auf weiterführende Literatur zu spezifischen Subsystemen.

Schlüsselwörter

Systemtheorie, Niklas Luhmann, Autopoiesis, Soziale Systeme, System-Umwelt-Differenz, Kommunikation, Sinn, Differenzierung, Beobachtung, Konstruktivismus, Komplexität, Operative Geschlossenheit, Zurechnung, Struktur, Funktionalismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet eine Einführung in die Soziologie nach Niklas Luhmann und erläutert die Kernkonzepte seiner Systemtheorie.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Konzepte der Autopoiesis, die Unterscheidung zwischen System und Umwelt sowie die Funktionsweise sozialer Sinnsysteme.

Was ist das primäre Ziel dieser Ausarbeitung?

Ziel ist es, den Zugang zur komplexen Luhmann’schen Theorie zu erleichtern, indem Grundbegriffe verständlich für den Leser aufbereitet werden.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Die Arbeit nutzt eine theoretisch-analytische Methode, um Luhmanns systemtheoretisches Werk zusammenfassend darzustellen und zu interpretieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der System-Umwelt-Differenz, die Erklärung von Sinnsystemen und die Untersuchung von Kommunikationsprozessen zwischen Systemen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Autopoiesis, operative Geschlossenheit, binärer Code und soziale Differenzierung.

Wie unterscheidet Luhmann die Umwelt von Systemen?

Luhmann definiert die Umwelt nicht als Einheit, sondern sie existiert immer nur in Bezug auf ein spezifisches System, welches seine eigene Komplexität durch interne Operationen aufbaut.

Warum können Systeme laut Luhmann keine direkten Inputs verarbeiten?

Aufgrund ihrer operativen Geschlossenheit sind Systeme hermetisch; sie verarbeiten Ereignisse nur systemintern und konstruieren sich ein Bild der Umwelt, anstatt diese direkt abzubilden.

Final del extracto de 13 páginas  - subir

Detalles

Título
Einführung in Luhmanns Theorie Sozialer Systeme
Universidad
Catholic University Eichstätt-Ingolstadt  (Geschichts- und Gesellschaftswissenschaftliche Fakultät (Soziologie))
Curso
Einführung in die soziologische Theorie
Calificación
1,0
Autor
Urs Büttner (Autor)
Año de publicación
2002
Páginas
13
No. de catálogo
V6880
ISBN (Ebook)
9783638143523
Idioma
Alemán
Etiqueta
Systemtheorie Luhmann Einführung
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Urs Büttner (Autor), 2002, Einführung in Luhmanns Theorie Sozialer Systeme, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6880
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