Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Theater Studies, Dance

"And the Shark, he has Teeth" - Brechts Exil in America und Nachwirken am Broadway

Title: "And the Shark, he has Teeth" - Brechts Exil in America und Nachwirken am Broadway

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 33 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Janek Liebetruth (Author)

Theater Studies, Dance
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Ein Mann, stets und ständig in jeder Lage, ob privat oder beruflich, kräftig zu zubeißen, bewusst oder unbewusst – Bertolt Brecht.
Seine hingebungsvolle Arbeit an seinen Stücken, machten ihn wohl oft zum Regiedespoten, wohl auch wenn er für die Regie gar nicht verantwortlich war. Privat war Brecht auch nicht gerade das, was man einen sympathischen Menschen nennen würde. Mit seinem offenen, politischen, streitsüchtigen Wesen konnten sich viele der ‚höflichen’ Amerikaner nicht anfreunden. James K. Lyon zitierte in seinem Buch Brecht in America die Ehefrau von Charles Laughton, Elsa Lanchester, über den Charakter von Brecht wie folgt: „Hätte Brecht der Kommunistischen Partei angehört, wäre er Antikommunist geworden. Er verhielt sich immer >anti-<, so dass er gegen ein Land war, sobald er ein Teil davon wurde [...] Ich glaube er war prinzipiell >anti-<.“
Besonders in seinem siebenjährigen Exil in den Vereinigten Staaten ‚attackierte’ der Hai und Kommunist Brecht immer wieder vor allem auch die Kultur des Landes, welches als die Wiege des Kapitalismus angesehen wird. Aber genau wie sein tierisches Ebenbild ist Brechts größtes Problem verkannt und missverstanden zu sein.
Doch nichtsdestotrotz bleibt der Einfluss den die Vereinigten Staaten von Amerikas auf Brecht hatten, wenn auch unterschwellig, bestehen. Vielleicht hat „God’s own country“ mehr Spuren hinterlassen als Brecht selber zugegeben hätte. Viele seiner Theorien lassen sich heute im Fernsehen und in Filmen der Traumfabrik Hollywood wieder finden – allen voran sein berüchtigter V-Effekt.
So richtig heimisch und Wohl zu fühlen scheint er sich in diesem ‚Neuen Atlantis’ seiner Jugend nicht. Obwohl er später die sieben Jahre, die er in den USA verbracht, nur noch als „Exile in Paradise“ beschreibt. Brechts wiederholte Versuche in der Theaterwelt der USA erfolgreich zu sein, sein Scheitern, die Gründe dafür, sowie zusätzlich 5 Inszenierungen der „Dreigroschenoper“ am Broadway ohne Brechts direkte Beteiligung, sollen im Folgenden untersucht und analysiert werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Why the shark has teeth?

2. Brechts „Exile in Paradise“

2.1. Der Weg in den amerikanischen (Alb-)Traum

2.2. Das (Über) Leben in der „City of Angels“

2.3. The Rapid Walk Home

2.4. Warum Brecht scheiterte?

2.5. Nachwirkungen

3. Die THREEPENNY OPERA und Der Weg der ‚richtigen’ Übersetzung

3.1. Der erste „missglückte“ Versuch: 1933

3.2. The Longest Run: 1954-61

3.3. Für Eine Neue Generation?: 1976

3.4. 3 Groschen-(Rock)Oper: 1989

3.5. Mackie Messer fährt zweigleisig: 2006

4. Ausblick: Die Threepenny Opera im 21. Jahrhundert

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die exilbedingte Auseinandersetzung Bertolt Brechts mit den Vereinigten Staaten und analysiert kritisch die Aufführungsgeschichte seiner „Dreigroschenoper“ am Broadway. Ziel ist es, die Gründe für Brechts künstlerisches Scheitern in den USA sowie die Transformationen seines Werkes in verschiedenen Broadway-Inszenierungen zwischen 1933 und 2006 aufzuzeigen.

  • Bertolt Brechts Leben und Exil in den USA („Exile in Paradise“)
  • Die Auseinandersetzung mit US-amerikanischer Kultur und dem Broadway
  • Analyse von fünf Broadway-Produktionen der „Dreigroschenoper“
  • Der Einfluss von Übersetzungen und Regiekonzepten auf den Publikumserfolg
  • Die Rolle von politischen Faktoren und Brechts V-Effekt in der US-Rezeption

Auszug aus dem Buch

3.2. The Longest Run: 1954-61

Am 10. März 1954 hatte eine neue Version im kleinen Theatre de Lys, mit 299 Sitzplätzen, in Greenwich Village Premiere und sollte etwa 4 Wochen laufen, zumindest wurde das Theater vom Produzenten Stanley Chase für diese Zeit gemietet - dieser Fakt sollte für das weitere Schicksal der Produktion von Bedeutung sein.

Mit der Originalmusik von Kurt Weill und unter der Regie von Carmen Capalbo wurde mit einer neuen Übersetzung von Marc Blitzstein gearbeitet. Brecht hatte Blitzstein 1935 während seiner Arbeit an Die Mutter kennen gelernt und sie unterhielten für kurze Zeit eine enge Freundschaft. Aus der Zusammenarbeit ist Blitzsteins Craddle in the Rock entstanden, die er Brecht widmete. Aus Ehrerbietung und Dankbarkeit heraus übersetzte er die Dreigroschenoper und später auch Mahagonny, Mutter Courage und einige Gedichte.

Ein Jahr vor der Premiere im Theatre de Lys präsentierte Blitzstein Auszüge seiner neuen Version dem Publikum des Brandeis University Festivals in Massachusetts, unter der musikalischen Leitung von Leonard Bernstein. Es wurden lediglich die Lieder gesungen und gespielt, während Blitzstein selber als Erzähler fungierte. Howard Taubman von der New York Times sprach über Blitzstein’s Bemühungen sehr allgemein formuliert von einem „truely creative job.“ Schon bei dieser Aufführung wie auch in den Weiteren am Broadway wirkte Lotte Lenya, Kurt Weills Witwe, mit.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Why the shark has teeth?: Diese Einleitung skizziert den schwierigen Charakter Brechts im Exil und seine ambivalente Haltung gegenüber den USA und der kapitalistischen Kultur.

2. Brechts „Exile in Paradise“: Das Kapitel behandelt die Fluchtgeschichte Brechts, sein Leben in Santa Monica sowie sein beständiges Streben nach Erfolg am Broadway, trotz persönlicher und politischer Widerstände.

3. Die THREEPENNY OPERA und Der Weg der ‚richtigen’ Übersetzung: Hier werden fünf spezifische Broadway-Inszenierungen chronologisch analysiert, wobei der Fokus auf den ästhetischen Anpassungen und dem Erfolg bei Kritik und Publikum liegt.

4. Ausblick: Die Threepenny Opera im 21. Jahrhundert: Der Ausblick resümiert die Unmöglichkeit einer „perfekten“ Brecht-Inszenierung am Broadway und reflektiert über die anhaltende Spannung zwischen seinem theoretischen Anspruch und der US-amerikanischen Rezeptionspraxis.

Schlüsselwörter

Bertolt Brecht, Dreigroschenoper, Broadway, Exil, USA, Marc Blitzstein, Kurt Weill, V-Effekt, Theatergeschichte, Inszenierung, Mackie Messer, Politisches Theater, Adaption, Rezeption, Santa Monica

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Zeit Bertolt Brechts im US-amerikanischen Exil und die spezifische Rezeptions- und Inszenierungsgeschichte der „Dreigroschenoper“ am Broadway.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die kulturellen Konflikte zwischen Brecht und der amerikanischen Gesellschaft, die Übersetzungsproblematik bei seinen Stücken sowie die kommerzielle Dynamik des Broadways.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Untersuchung, warum Brecht am Broadway selbst kaum Erfolg hatte und wie unterschiedliche Produktionen versuchten, sein Werk für das amerikanische Publikum zu interpretieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literatur- und theaterwissenschaftliche Analyse angewandt, die primär auf zeitgenössischen Kritiken, publizierten Schriften (u.a. von James K. Lyon und Eric Bentley) sowie einer vergleichenden Untersuchung der Theateraufführungen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Biografie Brechts im US-Exil sowie eine detaillierte Fallstudie von fünf ausgewählten Inszenierungen der „Dreigroschenoper“ zwischen 1933 und 2006.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Brecht-Rezeption, Broadway, Exil, Übersetzungsanpassung und die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Kapitalismus charakterisieren.

Warum war die 1954er Inszenierung im Theatre de Lys so erfolgreich?

Der Erfolg wird auf eine gelungene Kombination aus Marc Blitzsteins Übersetzung, der Besetzung durch Lotte Lenya und der passenden, intimen Atmosphäre des kleinen Theaters zurückgeführt.

Wie bewertet der Autor die 2006er Inszenierung mit Alan Cumming?

Die Inszenierung wird als visuell beeindruckend, aber inhaltlich weit von Brechts ursprünglicher Gesellschaftskritik entfernt bewertet, wobei die Fokussierung auf Effekthascherei kritisiert wird.

Excerpt out of 33 pages  - scroll top

Details

Title
"And the Shark, he has Teeth" - Brechts Exil in America und Nachwirken am Broadway
College
Free University of Berlin  (Theaterwissenschaft)
Course
HS Brecht für das 21. Jahrhundert
Grade
1,7
Author
Janek Liebetruth (Author)
Publication Year
2007
Pages
33
Catalog Number
V68825
ISBN (eBook)
9783638611572
ISBN (Book)
9783638673037
Language
German
Tags
Shark Teeth Brechts Exil America Nachwirken Broadway Brecht Jahrhundert
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Janek Liebetruth (Author), 2007, "And the Shark, he has Teeth" - Brechts Exil in America und Nachwirken am Broadway, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68825
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  33  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint