Das Theater in den Vereinigten Staaten von Amerika hat seine Wurzeln in der westlichen Tradition und ist angelehnt an Aufführungsstilen, wie sie in Europa und speziell in England vorherrschten.
Die Geburt des professionellen Theaters in Nordamerika wird verbunden mit der Übersiedlung der englischen Truppe von Lewis Hallam im Jahre 1752 nach Williamsburg im Bundesstaat Virginia. Man findet aber bereits Aufzeichnungen über Amateurtruppen, die bis ins Jahr 1665 zurückreichen.
Die Anfänge der Fotografie fallen in jene Zeit, als in der Malerei praktisch alle technischen Probleme zur vollkommenen Wiedergabe der Realität gelöst waren.
Die erste Fotografie wurde 1826 durch Joseph Nicéphore Niépce hergestellt. 1837 benutzte Louis Jacques Mandé Daguerre das erste praktikable fotografische Verfahren, dass auf der Entwicklung der Fotos mit Hilfe von Quecksilber-Dämpfen und anschließender Fixierung in einer heißen Kochsalzlösung oder einer normal temperierten Natriumthiosulfatlösung beruhte. Die auf diese Weise hergestellten Bilder, allesamt Unikate auf versilberten Kupferplatten, nannte man Daguerreotypien. Bereits 1835 erfand der Engländer William Fox Talbot das Negativ-Positiv-Verfahren.
Die frühe Fotografie war in ihren Möglichkeiten aber zuerst sehr eingeschränkt. Extrem lange Belichtungszeiten schlossen bewegte Motive weitgehend aus.
Drei Faktoren haben die Entwicklung der Fotografie, das Tempo sowie das Ausmaß ihrer Verbreitung seit den 50er Jahren des 19. Jahrhunderts wesentlich bestimmt: der politische und soziale Aufschwung des Bürgertums, die neue Ästhetik der Fotografie und die Möglichkeit der massenweisen Produktion.
Wie sich dieser Wandel in der Theaterfotografie widerspiegelt, soll in dieser Arbeit hinterfragt und aufgezeigt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Die Wurzeln des Theaters in den USA bis zum Ende des 19. Jahrhunderts
1.2 Kurze Geschichte der Fotographie in den USA (1830-1900)
1.3 Grundlegende Begriffe der Theaterphotographie
1.3.1 Portrait
1.3.2 Gruppen - und Massenaufnahme
1.3.3 Szenenaufnahme
2. Theaterphotographie im Wandel der Zeit
2.1 Der Wandel
2.1.1 Wandel durch Fototechnik
2.1.2 Wandel im Theater
2.2 Theaterphotographie während der Zeit des Progressivismus (1900-1910)
2.3 Theaterphotographie in den Wilden Zwanzigern (1920-1930)
2.4 Theaterphotographie nach dem 2. Weltkrieg (1940 bis heute)
3. Schluss
3.1 Exkursion in die heutige Zeit
3.2 Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht den historischen Wandel der Theaterfotografie in den USA vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Dabei steht insbesondere die Forschungsfrage im Mittelpunkt, warum und ab wann sich der Fokus von gestellten Einzelporträts im Atelier hin zu stillgestellten Szenenfotos direkt aus dem Theatergeschehen verschob und wie technische sowie theaterhistorische Entwicklungen diesen Prozess beeinflussten.
- Historische Entwicklung des US-Theaters und der frühen Fotografie
- Definition und Differenzierung fotografischer Aufnahmemodi im Theaterkontext
- Einfluss des Starkults und kommerzieller Strukturen auf die Bildästhetik
- Wandel durch technologische Fortschritte und veränderte Inszenierungspraxis
- Vergleich der Fotografie-Stile in unterschiedlichen Epochen (Progressivismus, 1920er, Nachkriegszeit)
Auszug aus dem Buch
1.3 Grundlegende Begriffe der Theaterphotographie
Zur Einführung in die Theaterphotographie muss man diverse Arten von Theaterfotos wie Portrait, Gruppen – oder Massenaufnahme, die Art und Weise der Aufnahme, wie gestellt, nachgestellt oder stillgestellt, ihre Gewichtung auf den Schauspieler, das Bühnenbild oder das Kostüm, sowie ihren Gebrauch als Dokument, Werbung, Unterhaltung oder Erinnerungsstück unterscheiden.
Gestellte Aufnahmen definieren sich dadurch, dass eine Szene aus dem Stück für das die Kamera dargestellt wird und die laufende Handlung angehalten wird. Dies ist noch heute eine geläufige Praxis in der Theaterfotographie in den USA und wird ‚photo call’ (Fototermin) genannt, welcher meist während der Proben stattfindet und somit eher dokumentarischen Charakter hat. Aufnahmen für Werbung und Vermarktung des Stückes werden nachgestellt.
Nachgestellt meint hierbei, dass ein Foto im Atelier oder auf der Bühne vom Fotografen inszeniert wird und keine echte Szene aus dem Stück wiedergibt. Es soll nur der Anschein erwecket werden, es handele sich um eine Szene aus dem Stück. Dies wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch aus technischen Gründen, wie langen Belichtungszeiten oder Beleuchtung gemacht oder weil nur der Star wichtig war und nicht die Produktion. Heute wird dies größtenteils aus produktions-technischen Gründen praktiziert, je nach dem wie weit das Set und die Kostüme fertig gestellt sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Wurzeln des US-amerikanischen Theaters sowie die technologischen Anfänge der Fotografie und definiert grundlegende Begriffe zur Differenzierung verschiedener Arten von Theaterfotos.
2. Theaterphotographie im Wandel der Zeit: Hier wird der historische Wandel der Theaterfotografie detailliert analysiert, wobei technische Neuerungen und sich wandelnde Theaterstrukturen als treibende Faktoren für den Übergang zu authentischeren Szenenfotos hervorgehoben werden.
3. Schluss: Das Kapitel bietet eine kurze Exkursion in die gegenwärtige Theaterlandschaft und resümiert, wie sich die Rolle des Fotografen und der dokumentarische Wert der Bilder über die Jahrzehnte hinweg verändert haben.
Schlüsselwörter
Theaterfotografie, USA, Szenenfoto, Rollenporträt, Bühnenbild, Fototechnik, Theatergeschichte, Progressivismus, Starkult, Inszenierung, Dokumentation, Theaterwissenschaft, Bildästhetik, Theaterkultur, Fototermin.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Geschichte und Entwicklung der Theaterfotografie in den USA vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die heutige Zeit.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen umfassen die Evolution der fotografischen Aufnahmemodi, die Wechselwirkung zwischen technologischem Fortschritt und Theaterästhetik sowie den Einfluss ökonomischer Strukturen auf die Theaterproduktion.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist es, die Gründe und den zeitlichen Verlauf des Wandels von gestellten Atelieraufnahmen hin zu stillgestellten, authentischen Szenenfotos auf der Bühne nachzuvollziehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theaterhistorische Untersuchung, die eine Literaturanalyse mit einer bildanalytischen Betrachtung historischer Theaterfotografien kombiniert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in chronologische Abschnitte, die die Entwicklung der Theaterfotografie in verschiedenen Epochen, wie dem Progressivismus, den 1920er Jahren und der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, untersuchen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Theaterfotografie, Szenenfoto, Inszenierung, technischer Wandel und Theatergeschichte definiert.
Was macht den "photo call" aus?
Ein "photo call" ist ein spezieller Fototermin während der Probenzeit, bei dem die Handlung für die Kamera angehalten wird, um ein eher dokumentarisches Bildmaterial zu erhalten.
Wie unterscheidet sich ein gestelltes Foto von einem nachgestellten Foto?
Während bei gestellten Fotos eine reale Szene unterbrochen wird, werden nachgestellte Fotos explizit für Werbezwecke außerhalb des eigentlichen Aufführungskontexts inszeniert, um einen bestimmten Anschein von Realität zu erwecken.
Warum spielt die Elektrizität eine Rolle für die Theaterfotografie?
Die Einführung von elektrischem Licht im Theater verbesserte die Beleuchtungsbedingungen auf der Bühne signifikant, was es Fotografen ermöglichte, den Prozess zunehmend aus dem Atelier auf die Theaterbühne zu verlagern.
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- Janek Liebetruth (Author), 2006, Wandel der Theaterfotografie in den USA am Anfang des 20. Jahrhunderts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68827