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Der Peronismus und sein Vermächtnis an das politische System Argentiniens.Trägt der Peronismus Schuld an der Krise Argentiniens?

Title: Der Peronismus und sein Vermächtnis an das politische System Argentiniens.Trägt der Peronismus Schuld an der Krise Argentiniens?

Seminar Paper , 2004 , 23 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Helmut Wagner (Author)

Politics - History of Political Systems
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Wirft man einen Blick zurück auf das Argentinien zu Beginn des 20. Jahrhunderts, so bietet sich dem Betrachter auf den ersten Blick ein Land mit glänzenden Perspektiven. Eine gemeinsame Verbindung zum lateinamerikanischen Kontinent schien damals lediglich bezüglich der geographischen Lage herstellbar. Im Vergleich zu seinen Nachbarländern war Argentinien sowohl in sozialer als auch politisch-institutioneller Hinsicht weitaus fortgeschrittener, ins Auge stach jedoch insbesondere die wirtschaftliche Überlegenheit. Diese basierte auf einer Exportökonomie, die sich in der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts entwickelte und dem Land bis in die 30er Jahre hinein großen Reichtum und Wohlstand bescherte. Zu dieser Zeit zählte es zu den fortgeschrittensten Ländern und sein Entwicklungsniveau glich in etwa dem Australiens, Kanadas und Südeuropas. Durch seine Entwicklungsvoraussetzungen war das Land geradezu prädestiniert dafür, einen dynamischen Industrialisierungsprozess zu durchlaufen. Argentinien spielte in einer anderen Liga als der Rest des Kontinents und blickte frohen Mutes in die Zukunft.
Statt dauerhafter Prosperität folgten jedoch Peronimus, unzählige Militärdiktaturen und ein dramatischer wirtschaftlicher Abstieg. Argentinien konnte sein Entwicklungspotential nicht nutzen und zu Beginn des neuen Jahrhunderts könnte der Kontrast zur ehemals vielversprechenden Ausgangssituation kaum größer sein: das Land liegt wirtschaftlich am Boden und befindet sich in einem derart umfassenden Geflecht aus ökonomischen, sozialen und politischen Krisen, dass die Lage fast ausweglos erscheint. Argentinien ist heute längst auf dem Boden der Tatsachen angekommen und damit der Illusion beraubt, dem allgemeinen lateinamerikanischen Schicksal entrinnen zu können.
Welche Schuld an dieser Entwicklung trägt dabei das populistische Regime unter Juan D. Peron? Um dieser Frage nachzugehen, werden zuerst die historischen Aufstiegsbedingungen des Peronismus dargestellt. Es folgt eine Analyse seiner inhaltlichen Programmatik, sowie eine Charakterisierung und Einordnung dieser Herrschaftsform. Nach einer Erläuterung seiner Erfolgsbedingungen und Machtquellen, wird dann die Frage nach den Gründen für das Scheitern des Peronismus erörtert. Die Klärung der Schuldfrage erfolgt schließlich aufgrund einer objektiv-historischen Analyse des peronistischen Erbes auf sozialem, ökonomischem und politischem Gebiet.

Fazit der Bewertung: » Eine gelungene Analyse mit differenzierter Abwägung. «

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A Einleitung

B Der Peronismus und sein Vermächtnis an das politische System Argentiniens

I. Die Bedingungen seines Aufstiegs. Antwort auf eine Krise

II. Der Peronismus

1. Die Programmatik des Peronismus

2. Der Peronismus und lateinamerikanischer Populismus

3. Machtquellen und Charisma

III. Gründe für das Scheitern. Eine polarisierte Gesellschaft

IV. Das peronistische Vermächtnis und die argentinische Krise

1. Die Gesellschaft

2. Die Wirtschaft

3. Die Politik

C Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Frage, inwieweit dem Peronismus eine Mitschuld an der heutigen desaströsen sozio-ökonomischen und politischen Situation in Argentinien zugeschrieben werden kann. Dabei wird analysiert, wie die Bewegung entstanden ist, welche inhaltlichen und machtpolitischen Strategien verfolgt wurden und warum das Projekt letztlich scheiterte.

  • Historische Entstehungsbedingungen des Peronismus nach 1930
  • Analyse der peronistischen Programmatik und Herrschaftsform
  • Die Rolle des Charismas und die Bedeutung des Führungsstils
  • Ursachen für das Scheitern und die soziale Polarisierung
  • Politische und wirtschaftliche Hinterlassenschaften des Peronismus

Auszug aus dem Buch

3. Machtquellen und Charisma

Eine der bedeutendsten Quellen der peronistischen Herrschaft war sicherlich das Charisma. Max Weber differenziert in seiner Herrschaftssoziologie bekanntlich zwischen drei Idealtypen legitimer Herrschaft: rationale, traditionale und charismatische Herrschaft. Der Idealtypus erscheint zwar wirklichkeitsgeschichtlich nie in seiner Reinform, sondern tritt immer in Mischverhältnissen auf. Diese Mischverhältnisse variieren jedoch von Fall zu Fall, was auch Georg Eickhoff in seinen Untersuchungen über den caudillismo zeigt. Der caudillismo bedeutet dabei einen » Typus autoritärer Machtausübung, die nicht institutionell verankert ist, sondern primär auf persönlichen Führungsqualitäten beruht « und spielte seit der spanischen Eroberung auf dem lateinamerikanischen Kontinent stets eine bedeutende Rolle. Dieses populären Führungsstils bediente sich auch Juan Domingo Perón.

Wichtig hierbei ist, dass sich Juan D. Perón und seine Frau Eva Duarte de Perón die Rolle des charismatischen Führers teilten. Die beiden inszenierten auf Basis ihres zweifellos vorhandenen großen Ausmaßes an persönlichem Charisma einen riesigen politischen Personen- und Herrschaftskult und banden somit die Anhänger an ihre eigene Person. Während Juan Perón die Rolle des caudillo übernahm, war die Rolle von Evita in dieser gleichermaßen intelligenten wie machtbewussten Aufgabenteilung die einer Schutzpatronin der descamisados, der ärmeren Schichten in der Bevölkerung, welche den Machtsockel der peronistischen Herrschaft bildeten. Sie konzentrierte die Verehrung dieser unteren Schichten der Bevölkerung in zunehmenden Maße auf ihre Person und entlastete somit Juan D. Perón von seiner Rolle als Arbeiter- und Massenführer.

Zusammenfassung der Kapitel

A Einleitung: Die Einleitung skizziert den Abstieg Argentiniens vom wohlhabenden Industriestaat des frühen 20. Jahrhunderts hin zur aktuellen Krisensituation und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Mitverantwortung des Peronismus.

B Der Peronismus und sein Vermächtnis an das politische System Argentiniens: Dieses Hauptkapitel untersucht die Entstehungsgeschichte, den Charakter und das Scheitern der Bewegung sowie deren strukturelle Auswirkungen auf die argentinische Gesellschaft, Wirtschaft und Politik.

C Fazit: Das Fazit resümiert, dass der Peronismus als notwendige Reaktion auf die damalige Krise entstand, jedoch durch die Polarisierung der Gesellschaft und politisches Unvermögen zur langfristigen Stabilisierung die späteren Probleme mitverursachte.

Schlüsselwörter

Peronismus, Argentinien, Populismus, Caudillismo, Juan D. Perón, Evita Perón, Sozio-ökonomische Krise, Machtquellen, Charisma, Descamisados, Wirtschaftsmodell, Politische Stabilität, Polarisierung, Industrialisierung, Demokratie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das politische Phänomen des Peronismus in Argentinien und prüft dessen Rolle bei der Entstehung der heutigen politischen und wirtschaftlichen Krisen des Landes.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten zählen die Entstehungsbedingungen (Weltwirtschaftskrise), die Programmatik des Peronismus, die Rolle des charismatischen Führungsstils und die Auswirkungen der Bewegung auf das argentinische Staatssystem.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel besteht darin, kritisch zu bewerten, inwieweit die peronistische Bewegung verantwortlich für den wirtschaftlichen Abstieg und die politische Instabilität Argentiniens gemacht werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer politikwissenschaftlichen Analyse, die historische Kontexte mit theoretischen Modellen zur Herrschaftssoziologie (nach Max Weber) und zum Populismus verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Aufstiegsbedingungen, die ideologische und strategische Ausrichtung des Peronismus sowie eine detaillierte Analyse des Scheiterns in den Bereichen Gesellschaft, Wirtschaft und Politik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Peronismus, Populismus, Charisma, wirtschaftliche Fehlentwicklung und politisches Vermächtnis.

Wie bewertet der Autor das Zusammenspiel von Juan und Evita Perón?

Der Autor sieht darin eine intelligente Arbeitsteilung, die den Herrschaftskult stärkte: Juan Perón konnte als überparteilicher Staatsmann auftreten, während Evita als populäre Schutzpatronin der ärmeren Bevölkerungsschichten fungierte.

Warum betont der Autor, dass es nicht nur "den" Peronismus gab?

Der Autor argumentiert unter Berufung auf Carlos Floria, dass sich die Programmatik im Laufe der Zeit – etwa durch die neoliberale Wende unter Carlos Menem – so stark wandelte, dass Peronismus eher als ein wandelbarer Politikstil denn als eine starre Ideologie zu verstehen ist.

Wie beurteilt der Autor den Einfluss der Wirtschafts- und Elitepolitik?

Der Autor betont, dass das unnachgiebige Verhalten der damaligen ökonomischen Elite und deren Weigerung, soziale Reformen mitzutragen, den Aufstieg des Peronismus als notwendige Reaktion erst ermöglicht hat.

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Details

Title
Der Peronismus und sein Vermächtnis an das politische System Argentiniens.Trägt der Peronismus Schuld an der Krise Argentiniens?
College
LMU Munich  (Geschwister-Scholl-Institut für Politische Wissenschaft)
Course
Seminar: Demokratisierung in Lateinamerika
Grade
1,0
Author
Helmut Wagner (Author)
Publication Year
2004
Pages
23
Catalog Number
V69047
ISBN (eBook)
9783638612371
ISBN (Book)
9783638721745
Language
German
Tags
Peronismus Vermächtnis System Argentiniens Trägt Peronismus Schuld Krise Argentiniens Seminar Demokratisierung Lateinamerika
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Helmut Wagner (Author), 2004, Der Peronismus und sein Vermächtnis an das politische System Argentiniens.Trägt der Peronismus Schuld an der Krise Argentiniens?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69047
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