`Gesucht wird ein intelligenter Lebensgefährte´ oder ´Gesucht wird eine intelligente Managerin´. Das sind nur zwei Beispiele dafür, wo Intelligenz wichtig ist und immer wichtiger wird. Arbeitsstellen in großen Firmen vergeben diese kaum noch ohne vorherigen Einstellungs – beziehungsweise Intelligenztest. Freunde und Partner werden, zwar meist indirekt, aber dennoch oft danach ausgesucht, wie intelligent sie wirken. Es wird beobachtet, dass als intelligent eingeschätzte Menschen in der westlichen Gesellschaft bessere Chancen im gesellschaftlichen Fortkommen haben, als Menschen mit geringerer Intelligenz, das heißt, es bessert sich unter anderem die Chance auf schulische Unterrichtung, auf einen Arbeitsplatz und auf Geschlechtspartner.
Weiterhin stellt es eine verbreitete Meinung dar, dass es einen starken Zusammenhang zwischen Intelligenz und Kreativität gibt. Dem soll im vierten Punkt der Arbeit nachgegangen werden. Hier wird versucht, die Verbindung von Kreativität und Intelligenz herauszuarbeiten, wobei ein Rückgriff auf unterschiedliche Modelle und Untersuchungen stattfindet.
Zu Beginn jedoch betrachtet die Arbeit die beiden Begriffe erst einmal getrennt voneinander. Denn sie finden sich zwar in zahlreichen Lebenssituationen wieder und werden ständig in der Alltagssprache verwendet, dennoch bleiben die Fragen offen: Was ist eigentlich Intelligenz? Und wie lässt sich Kreativität definieren? Beides wird einem Menschen auch nicht direkt angesehen. Zwar gibt es heutzutage Messungsmöglichkeiten dafür, doch auch die sind nicht ohne Probleme.
Die Arbeit möchte den Fragen nach der Definition der beiden Begriffe nachgehen, beziehungsweise den Versuch dazu starten, da diese Fragen selbst bei Wissenschaftlern bis heute noch keine klaren absoluten Antworten erhalten haben. Im Weiteren soll auf die schon erwähnte Messung und Erfassung von Intelligenz und Kreativität eingegangen werden sowie auf unterschiedliche Theorien zu den beiden Konstrukten. Auch wird es jeweils einen historischen Blick auf die zwei Forschungszweige geben.
Natürlich kann die Arbeit nur einen Einblick in das komplexe Thema ´Intelligenz und Kreativität´ bieten, um den Rahmen der Arbeit nicht zu sprengen. Auch kann nur auf einige Theorien und Untersuchungen eingegangen werden. Dennoch wird versucht, einen guten Überblick über die Problematik zu geben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Intelligenz
2.1 Begriffsbestimmung
2.2 Intelligenzmessung
2.2.1 Entwicklung der Intelligenzmessung
2.2.2 Intelligenztests
2.3 Theorien zur Intelligenz
2.3.1 Psychometrische Intelligenztheorien
2.3.2 Sternbergs triarchische Intelligenztheorie
2.3.3 Gardners Multiple Intelligenz
3. Kreativität
3.1 Begriffsbestimmung
3.2 Ursprünge der Kreativitätsforschung
3.3 Erfassung von Kreativität
3.4 Theorien zur Kreativität
3.4.1 Psychoanalytische Theorie
3.4.2 Assoziationspsychologische Theorie
3.4.3 Gestalttheorie
3.4.4 Existentialistische Theorie
3.4.5 Übertragungstheorie
3.4.6 Kulturtheorie
4. Intelligenz und Kreativität
4.1 Ansatz von Guilford
4.2 Schwellenmodell
4.3 Weitere Ergebnisse aus der Forschung zu Zusammenhängen von Intelligenz und Kreativität
5. Zusammenfassung
6. Literaturangabe
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Konstrukte Intelligenz und Kreativität sowohl einzeln als auch in ihrem wechselseitigen Zusammenhang. Ziel ist es, Definitionsschwierigkeiten aufzuzeigen, verschiedene wissenschaftliche Theorien zu beleuchten und den Forschungsstand zur Verbindung dieser beiden psychologischen Konzepte darzustellen.
- Grundlagen der Intelligenzdefinition und historische Entwicklung der Intelligenzmessung
- Methoden und Theorien der Kreativitätsforschung
- Die Rolle der Faktorenanalyse im Verständnis geistiger Fähigkeiten
- Kritische Analyse des Schwellenmodells zur Verbindung von Intelligenz und Kreativität
- Überblick über den aktuellen Forschungsstand zu Zusammenhängen zwischen kognitiven Fähigkeiten und Kreativität
Auszug aus dem Buch
3.4.1 Psychoanalytische Theorie
Freuds Konzept der Sublimation bildet die Basis der psychoanalytischen Kreativitätstheorien. Dieses Konzept beinhaltet die Verschiebung der verdrängten sexuellen Triebe in höhere geistige Operationen, welche dazu führen, dass wissenschaftliche, ideologische oder künstlerische Tätigkeiten ausgeführt werden. Daraufaufbauenden wird von den Kreativitätsforschern der tiefenpsychologischen Tradition festgehalten, dass eine Verschiebung der sexuellen Energie von den ursprünglichen auf höhere Ziele zu allen kulturellen Leistungen motiviert. Wichtig sind für sie dabei der Zeitraum für die Verschiebung in der frühen Kindheit und der Ort, wo kreative Prozesse stattfinden. Die Bedeutung des Unbewussten, aber auch des Vorbewussten steht für sie besonders im Vordergrund. Kreativität kann ähnlich wie eine Neurose entstehen, auch sie ist Resultat eines im Menschen ausgeführten Konfliktes. Sie entwickelt sich durch freie Assoziationen zum Beispiel in Tagträumen und hilft aufgestaute Emotionen zu lösen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Alltagsrelevanz von Intelligenz und Kreativität und skizziert die wissenschaftliche Problematik ihrer Definition sowie die Absicht der Arbeit, deren Zusammenhang zu untersuchen.
2. Intelligenz: Dieses Kapitel definiert Intelligenz als komplexes Konstrukt, erläutert die historische Entwicklung der Messverfahren wie Stanford-Binet- oder Wechsler-Skalen und stellt psychometrische sowie weitere Intelligenztheorien (Sternberg, Gardner) vor.
3. Kreativität: Der Abschnitt widmet sich der Definition und Erfassung von Kreativität sowie den historischen Ursprüngen der Forschung und diskutiert verschiedene theoretische Ansätze, darunter psychoanalytische, assoziationspsychologische, gestalttheoretische und kulturtheoretische Erklärungen.
4. Intelligenz und Kreativität: Hier wird der spezifische Zusammenhang der beiden Konzepte analysiert, wobei insbesondere der Ansatz von Guilford und das Schwellenmodell kritisch betrachtet sowie weitere Forschungsergebnisse diskutiert werden.
5. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert die Schwierigkeiten bei der wissenschaftlichen Erfassung der beiden Konstrukte und betont, dass trotz der Komplexität der Thematik eine differenzierte Auseinandersetzung notwendig bleibt.
6. Literaturangabe: Dieses Kapitel enthält das vollständige Verzeichnis der in der Arbeit zitierten wissenschaftlichen Quellen.
Schlüsselwörter
Intelligenz, Kreativität, Intelligenzmessung, Kreativitätsforschung, Psychometrie, Faktorenanalyse, Schwellenmodell, kognitive Fähigkeiten, divergentes Denken, Intelligenzquotient, Validität, Reliabilität, psychoanalytische Theorie, Begriffsbestimmung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der wissenschaftlichen Einordnung und Messung von Intelligenz und Kreativität sowie der Frage, wie diese beiden psychologischen Konstrukte miteinander in Verbindung stehen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind die Definition von Intelligenz, die Geschichte der Intelligenztests, theoretische Modelle zu Kreativität (wie die psychoanalytische Theorie) und die Forschungsergebnisse zum Zusammenhang zwischen diesen beiden Bereichen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, einen Überblick über die komplexe Problematik der Definition und Erfassung von Intelligenz und Kreativität zu geben und die wissenschaftlichen Erklärungsansätze für deren Interaktion herauszuarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der verschiedene psychologische Theorien, historische Entwicklungen und Forschungsergebnisse aus Fachliteratur zusammengetragen und gegenübergestellt werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Intelligenztheorien und -messungen, dann die Kreativitätstheorien detailliert dargestellt, um anschließend im vierten Kapitel explizit den Zusammenhang zwischen Intelligenz und Kreativität anhand von Modellen wie dem Schwellenmodell zu diskutieren.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Besonders prägend sind Begriffe wie Intelligenzquotient, Schwellenmodell, divergentes Denken, psychometrische Theorien und die verschiedenen Kreativitätstheorien (z. B. Gestalttheorie, Kulturtheorie).
Was besagt das Schwellenmodell in Bezug auf die Intelligenz?
Das Schwellenmodell postuliert, dass ein gewisses Maß an überdurchschnittlicher Intelligenz eine Grundvoraussetzung für hohe Kreativität ist, wobei dieser Zusammenhang ab einem Intelligenzquotienten von 120 an Bedeutung verliert.
Warum betont die Arbeit die Problematik der "Einordnung" von Menschen?
Die Arbeit warnt davor, dass Testergebnisse fälschlicherweise genutzt werden könnten, um Menschen in starre Kategorien einzuordnen und sie so negativ abzustempeln, anstatt das individuelle Wertvolle jedes Einzelnen zu sehen.
- Quote paper
- Christiane Zönnchen (Author), 2006, Der Zusammenhang von Intelligenz und Kreativität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69053