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Tugendethik - Kant, Aristoteles und Christentum

Title: Tugendethik - Kant, Aristoteles und Christentum

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 24 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Christian Deuper (Author)

Theology - Systematic Theology
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Die Ausführungen setzen sich auseinander mit dem Thema der Tugendethik. Jedes Kapitel ist einem einzelnen, mehr oder weniger der Tugendethik zuzurechnenden Aspekt gewidmet und soll in sich verständlich sein. Dabei sind gewisse Redundanzen nicht zu vermeiden, ich habe mich allerdings bemüht, sie so gering wie möglich zu halten.
Die Frage „Was soll ich tun?“ ist der Ansatzpunkt für eine Beschäftigung mit Ethik. Die Geschichte hat dabei verschiedene methodische Formen der Beantwortung hervorgebracht. Die Arbeit setzt an bei Immanuel Kant (chronologisch zwar nicht korrekt, aber sachlich berechtigt), der die Tugendethik radikal verwirft, und seiner Form der Ethik (Kap. 2) und schildert anschließen die Tugendethik der griechischen Klassik, wie sie insbesondere Aristoteles geprägt hat (Kap. 3). Daran schließen sich Gedanken über das wechselseitige Verhältnis von Individuum und Institution in moralischen Fragen an (Kap. 4). Kap. 5 fragt dann nach den „Tugenden des Glaubens“, nach dem Ertrag einer Tugendethik innerhalb des Christentums. Am Ende wird versucht, sittliche Autonomie (wie sie die Tugendethik voraussetzt) und christlichen Gottesglauben in Einklang zu bringen (Kap. 6). Bei allen fünf thematischen Kapiteln wurde versucht, gegebenenfalls eine theologische Position zu beziehen, keine allgemein-philosophische. Entsprechend reichlich sind die biblischen Verweisstellen. Bewusst wird dabei mehrfach aus lutherisch-theologischer Perspektive Stellung bezogen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Woran sollen wir uns nach Kant orientieren?

2.1 Die Herleitung des kategorischen Imperativs

2.2 Weitere Aspekte der Kantischen Ethik

3. Wie orientieren Tugenden nach Aristoteles?

3.1 Der Tugendbegriff

3.2 Die aristotelische Konkretion der Tugendethik

3.3 Zur Tugendethik aus protestantischer Perspektive

4. Zum Verhältnis von Tugend (Person) und sozialer Trägerschaft (Institution)

4.1 Normen

4.2 Individuum und Institution

5. Die aktuelle Relevanz der „Tugenden des Glaubens“

5.1 „Tugend“ im christlichen Sinne

5.2 Hoffnung

5.3 Liebe

6. Zum Verhältnis von Autonomie und Gottesglaube

6.1 Weder Autonomie noch Theonomie

6.2 Christliche Freiheit

6.3 In concreto

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht das Konzept der Tugendethik im Spannungsfeld zwischen philosophischen Ansätzen, wie denen von Immanuel Kant und Aristoteles, und einer christlich-theologischen Perspektive. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, wie sittliche Autonomie und christlicher Gottesglaube in Einklang gebracht werden können.

  • Vergleichende Analyse der Ethik von Kant und Aristoteles
  • Das Verhältnis von individuellem Handeln und sozialen Institutionen
  • Die Bedeutung der „Tugenden des Glaubens“ (Liebe, Hoffnung)
  • Theologische Reflexion über Autonomie und Gottesglaube
  • Diskussion der Bedeutung von Normen und christlicher Freiheit

Auszug aus dem Buch

2. Woran sollen wir uns nach Kant orientieren?

Die Ethik Immanuel Kants gipfelt im sog. kategorischen Imperativ (d.h. einem „unbedingt gültigen Pflichtgebot“1). Er lautet: „Handle nur nach derjenigen Maxime, von der du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“2 Wie kommt Kant zu dieser abstrakten Formulierung?

Erste Denkvoraussetzung: Ähnlich Aristoteles (s. Kap. 3) geht Kant von einem naturgegebenen Streben des Menschen nach Glückseligkeit aus. Anders als der griechische Philosoph kann Kant jedoch keine Universalität des Glückseligkeitsgedankens in irgendeiner Form feststellen. Er betont die Individualität der Glücksvorstellungen, die selbst bei derselben Person nicht konstant sind.3 Glückseligkeit wird verstanden als Selbstliebe, die nicht universalisierbar ist.4 Außerdem beruhen angestrebte Glücksziele immer auf Neigungen des Menschen, nicht auf seiner Vernunft.5

Dazu kommt, dass nach Kant der Mensch zwar immer in einer Gemeinschaft mit anderen lebt, gleichzeitig aber versucht, sich gegen sie oder auch außerhalb ihrer zu verwirklichen. Er nennt diese anthropologische Konstante „ungesellige Geselligkeit“, und diese „gilt Kant als ein Wesenszug des Menschen schlechthin.“6 Zwangsläufig kommt es daher zu „Konfliktsituationen“ der individuellen Glücksvorstellungen.7 Damit ist die Glückseligkeit als Basis für eine Ethik, die sich immer mit der Frage beschäftigt, wie mit anderen Menschen umgegangen werden soll, ausgeschlossen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt das Thema der Tugendethik vor und erläutert die methodische Herangehensweise, bei der theologische Positionen besonders berücksichtigt werden.

2. Woran sollen wir uns nach Kant orientieren?: Das Kapitel analysiert die kantische Ethik, insbesondere die Herleitung des kategorischen Imperativs sowie dessen Begründung durch Vernunft und Pflicht.

3. Wie orientieren Tugenden nach Aristoteles?: Hier wird der aristotelische Tugendbegriff als Strebensethik erläutert und der protestantischen Perspektive gegenübergestellt.

4. Zum Verhältnis von Tugend (Person) und sozialer Trägerschaft (Institution): Es wird das Wechselverhältnis zwischen individueller Sittlichkeit und gesellschaftlichen Normen sowie Institutionen untersucht.

5. Die aktuelle Relevanz der „Tugenden des Glaubens“: Dieses Kapitel skizziert eine christliche Form der Tugendethik, basierend auf Liebe und Hoffnung im Lichte des christlichen Glaubens.

6. Zum Verhältnis von Autonomie und Gottesglaube: Der Abschluss befasst sich mit der Vereinbarkeit von christlicher Freiheit und autonomem moralischem Handeln.

Schlüsselwörter

Tugendethik, Immanuel Kant, Aristoteles, Kategorischer Imperativ, Christliche Ethik, Autonomie, Gottesglaube, Normen, Institutionen, Liebe, Hoffnung, Freiheit, Sittlichkeit, Handeln aus Pflicht, Theologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit setzt sich mit der Thematik der Tugendethik auseinander und prüft, wie diese sich aus philosophischer und christlich-theologischer Sicht definieren und bewerten lässt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Ethik nach Kant, die Tugendlehre des Aristoteles, das Verhältnis von Individuum und Institution sowie eine christliche Bestimmung von Freiheit und Verantwortung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, verschiedene ethische Denkansätze zu beleuchten und insbesondere die Frage zu klären, wie sittliche Autonomie mit dem christlichen Glauben in Einklang gebracht werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor wählt einen theologisch reflektierten Ansatz, der philosophische Grundlagen mit biblischen Verweisstellen und evangelischer Dogmatik verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert schrittweise Kant und Aristoteles, das Verhältnis zu Institutionen, die christlichen Tugenden des Glaubens sowie das Verhältnis von Autonomie und Gottesglaube.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Tugendethik, Kant, Aristoteles, Kategorischer Imperativ, christliche Ethik, Autonomie, Liebe, Hoffnung, Institution, Freiheit.

Wie bewertet der Autor die aristotelische Tugendethik aus protestantischer Sicht?

Der Autor stellt fest, dass das aristotelische Modell, nach dem der Mensch aus eigener Kraft durch Charaktereigenschaften gut werden kann, der evangelischen Anthropologie, die den Menschen als auf Gnade angewiesen sieht, fremd gegenübersteht.

Wie definiert der Autor das Verhältnis von Individuum und Institution, wie der Kirche?

Institutionen und die Kirche sollen dem Einzelnen Hilfe bei der ethischen Entscheidungsfindung geben, anstatt autoritär vorzuschreiben, wie er sich zu verhalten hat.

Welche Rolle spielen Liebe und Hoffnung in der christlichen Tugendethik?

Liebe und Hoffnung sind keine durch den Menschen angeeigneten Habitus, sondern Geschenke Gottes, die den Menschen erst dazu befähigen, in Freiheit zu handeln und dem Nächsten zu dienen.

Was bedeutet christliche Freiheit in diesem Kontext?

Christliche Freiheit ist keine zügellose Beliebigkeit, sondern eine durch Gott geschenkte Befreiung vom Zwang des Gesetzes, die in Verantwortung vor Gott und in Liebe zum Nächsten gelebt wird.

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Details

Title
Tugendethik - Kant, Aristoteles und Christentum
College
University of Osnabrück  (Katholische Theologie)
Course
Orientierung durch Tugenden
Grade
1,0
Author
Christian Deuper (Author)
Publication Year
2006
Pages
24
Catalog Number
V69109
ISBN (eBook)
9783638612654
ISBN (Book)
9783638673211
Language
German
Tags
Tugendethik Kant Aristoteles Christentum Orientierung Tugenden
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Deuper (Author), 2006, Tugendethik - Kant, Aristoteles und Christentum, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69109
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