Der Begriff „Symbol“ ist in unserem heutigen Sprachgebrauch allgegenwärtig. Sätze wie „„Das ist doch nur symbolisch gemeint“ laufen uns fast täglich über den Weg. Aber ist ein Symbol wirklich „nur“ ein Symbol? Schaut man im Duden Fremdwörterlexikon unter dem Begriff „Symbol“ nach, findet man dort vier Definitionen: 1. „Sinnbild, bedeutungsvolles Zeichen für einen (übersinnlichen) Begriff. 2. „christliches Tauf- oder Glaubensbekenntnis; Bekenntnisschrift“. 3. „Zeichen, das Rechenanweisung gibt“ und 4. „Zeichen für eine physikalische Größe“. Übersetzt wird „Symbol“ hier aus dem griechisch-lateinischen mit „Kennzeichen, Zeichen“.
Aber ist ein „Symbol“ tatsächlich gleichzustellen mit einem „Zeichen“? Und welche christliche Bedeutung kommt einem „Symbol“ tatsächlich zu?
Im Folgenden werde ich diesen und weiteren Fragestellungen nachgehen.
Hauptsächlich werde ich mich jedoch speziell auf ein bestimmtes Symbol spezialisieren, und zwar auf das Ursymbol „Tür“. Anhand dieses Symbols soll deutlich werden, welche christliche und außerchristliche Bedeutung einem solchen Symbol zukommt. Welche Rolle „die Tür“ im Alten und Neuen Testament spielt, welche traditionelle Kirchengeschichte es durchlebt hat und wie sich die Tür in der Liturgie präsentiert. Abschließend wird kurz auf die Schulpraxis des Religionsunterrichts an der Grundschule eingegangen, in der „die Tür“ auch als Unterrichtseinheit verwendet werden sollte.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Symbol – Definition und Abgrenzung
2.1 Die Unterschiede zwischen Zeichen und Symbolen
2.2 Die Ursymbole
3. „Die Tür“ als Symbol und seine Bedeutung
4. „Die Tür“ in der Heiligen Schrift
4.1 „Die Tür“ im Alten Testament
4.2 „Die Tür“ im Neuen Testament
5. „Die Tür“ in der Kirche
5.1. Die Kirchentür in der Kirchengeschichte
5.2. „Die Tür“ in der Liturgie
6. „Die Tür“ als Unterrichtseinheit in der Schulpraxis
6.1 Elemente einer Symboldidaktik
6.2 Praktische Beispiele
7. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die tiefe symbolische Bedeutung der „Tür“ als Ursymbol und analysiert deren christliche sowie außerchristliche Konnotationen. Ziel ist es, den Unterschied zwischen Zeichen und Symbolen zu verdeutlichen und aufzuzeigen, wie das Symbol der Tür in biblischen Texten, der Kirchengeschichte, der Liturgie und schließlich in der didaktischen Schulpraxis des Religionsunterrichts Anwendung findet.
- Unterscheidung von Zeichen und Symbolen
- Die „Tür“ als Ursymbol in der Heiligen Schrift
- Symbolik der Kirchentür und ihre liturgische Bedeutung
- Didaktische Ansätze zur Vermittlung in der Grundschule
- Ambivalenz von Öffnen und Schließen
Auszug aus dem Buch
3. „Die Tür“ als Symbol und seine Bedeutung
Anhand des Ursymbols „Tür“ sollen nun die tiefe Bedeutung und die Stellungen eines Symbols in der Heiligen Schrift deutlich werden.
Allgemein gesehen stellt eine Tür eine Öffnung dar, durch die man einen geschlossenen Raum betreten und ihn wieder verlassen kann. Es gibt unsagbar viele Arten von Türen, in Gebäuden, in Zäunen und Mauern, in Fahrzeugen oder in Geräten.
Türen hatten nicht nur im Christentum, sondern schon immer einen hohen Symbolcharakter, darum gilt die Tür auch als im vorherigen Kapitel beschriebenes Ursymbol. Türen schaffen Verbindung zwischen unterschiedlichen Räumen, Türen können trennen, führen ins Weite oder laden ein, Türen können aber auch einengen oder abweisen.
Wie jedes Symbol hat auch die Tür eine starke Ambivalenz, die gerade bei diesem Symbol im Positivem und Negativem stark ausgeprägt ist. Türen können einerseits offen, andererseits jedoch geschlossen sein. Geöffnete Türen waren und sind noch heute Zeichen dafür, dass eingeladen wird. Geöffnete Türen drücken Gastfreundschaft, Verlangen nach Gemeinschaft, Einladung durch Mitmenschen, Kontaktfreudigkeit oder ein Gefühl des Angenommen Werdens aus. Insgesamt steht eine offene Tür also auch für eine gewisse Offenheit der Menschen. So werden Türen auch schnell mit geöffneten Herzen verglichen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Symboldefinition ein und begründet den Fokus auf das Ursymbol „Tür“ im Kontext christlicher und pädagogischer Fragestellungen.
2. Das Symbol – Definition und Abgrenzung: Dieses Kapitel differenziert zwischen „Zeichen“ und „Symbolen“ und ordnet die Tür als Ursymbol ein, das religionsübergreifend eine tiefe Bedeutung besitzt.
3. „Die Tür“ als Symbol und seine Bedeutung: Hier wird die fundamentale Ambivalenz des Symbols (offen vs. geschlossen) erläutert und mit menschlicher Offenheit sowie dem Gefühl des Ausgeschlossenseins verknüpft.
4. „Die Tür“ in der Heiligen Schrift: Das Kapitel analysiert die vielfältigen Erscheinungsformen des Tür-Symbols in den biblischen Texten des Alten und Neuen Testaments, insbesondere in Gleichnissen.
5. „Die Tür“ in der Kirche: Hier wird die historische und liturgische Verwendung der Tür in der Kirche, einschließlich der Bedeutung der „Heiligen Pforte“, betrachtet.
6. „Die Tür“ als Unterrichtseinheit in der Schulpraxis: Dieses Kapitel behandelt didaktische Kriterien für die Vermittlung von Symbolen in der Grundschule und gibt konkrete methodische Umsetzungsvorschläge.
7. Schluss: Der Verfasser reflektiert seine Erkenntnisse über die Bedeutung des Symbols „Tür“ und unterstreicht die Relevanz der Symboldidaktik im Religionsunterricht.
Schlüsselwörter
Symbol, Tür, Ursymbol, Zeichendefinition, Symboldidaktik, Religionsunterricht, Ambivalenz, Heilige Schrift, Liturgie, Kirchentür, Biblische Gleichnisse, Pädagogik, Grundschule, Kirchengeschichte, Christus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht die symbolische Bedeutung der „Tür“ als Ursymbol und deren Anwendung im christlichen und pädagogischen Kontext.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Symboltheorie, biblische Exegese, Kirchengeschichte, Liturgiewissenschaft und Grundschuldidaktik.
Was ist das primäre Ziel?
Das Ziel ist es, die tiefe, ambivalente Bedeutung der Tür als Symbol zu verdeutlichen und aufzuzeigen, wie diese für Lernende in der Schule erschlossen werden kann.
Welche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine systematische Literaturanalyse, die theologische Grundlagen mit didaktischen Prinzipien der Religionspädagogik verknüpft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Definition von Symbolen, die biblischen Bezüge, die Rolle der Tür in der Kirchengeschichte und Liturgie sowie praktische didaktische Ansätze.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Symbol, Ursymbol, Tür, Symboldidaktik, Ambivalenz und Religionsunterricht.
Warum wird die Tür als „Ursymbol“ bezeichnet?
Sie gilt als Ursymbol, weil sie in jeder Kultur und Religion der Erde vorhanden ist und alle Menschen grundlegende Erfahrungen mit ihr verbinden.
Welche didaktische Rolle spielt der Lehrer bei der Vermittlung von Symbolen?
Der Lehrer fungiert als Zeuge und lebendiges Symbol, der das Thema nicht rein theoretisch, sondern narrativ und erfahrungsorientiert vermitteln sollte.
Warum wird die Ambivalenz von Symbolen besonders betont?
Symbole sind stets ambivalent, da sie sowohl positive als auch negative Aspekte tragen können (z.B. offene Tür als Einladung vs. geschlossene Tür als Ausschluss).
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- Bernd Wegener (Author), 2005, Das Symbol Tür, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69113