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Regionale Wirtschaftsintegration in Südamerika - Potential und Herausforderungen der 'Südamerikanischen Staatengemeinschaft'

Titel: Regionale Wirtschaftsintegration in Südamerika - Potential und Herausforderungen der 'Südamerikanischen Staatengemeinschaft'

Diplomarbeit , 2006 , 95 Seiten , Note: 1.3

Autor:in: Tim Rickers (Autor:in)

Politik - Region: Mittel- und Südamerika
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Am achten Dezember 2004 haben zwölf südamerikanische Länder die Südamerikanische Staatengemeinschaft gegründet. Durch den Zusammenschluss des MERCOSUR und der Andengemeinschaft soll unter Hinzunahme Chiles, Guyanas und Surinams nach dem Vorbild der Europäischen Union der drittgrößte Wirtschaftsblock der Welt entstehen.
Südamerika verfügt über einen langen Integrationshintergrund. Bereits Simón Bolívar, der Befreier Südamerikas versuchte vor 180 Jahren die Gemeinsamkeiten der Länder als Grundgedanken für einen Zusammenschluss zu nutzen. Durch die gemeinsam erfahrene Kolonialzeit haben sich grundlegende Ähnlichkeiten der Staaten gebildet, welche sich besonders in der Sprache, der Religion und der Kultur zeigen. Heute haben die Länder gemeinsame handelspolitische Ziele in Verhandlungen mit den Industriestaaten. Somit bieten viele Faktoren einschlägiges Potential für eine gemeinsame interne und externe Orientierung. Nachdem eine Vielzahl bisheriger Integrationsbemühungen in Südamerika Teilerfolge, aber auch große Defizite zeigten, ist unklar, ob die neu gegründete Staatengemeinschaft Aussichten auf erfolgreiche Integration hat.
Ziel dieser Arbeit ist es, das Potential der Südamerikanischen Staatengemeinschaft ihren Herausforderungen gegenüberzustellen. Dabei sollen vor dem Hintergrund der historischen Entwicklungen, der wirtschaftlichen Strukturen, der internationalen Beziehungen und der Theorie der regionalen Integration Erfolgsfaktoren und Schwierigkeiten herausgearbeitet werden, welche den Integrationsprozess in Südamerika beeinflussen.
Hierfür wird nach einem kurzen Überblick der historischen Hintergründe Südamerikas (2.) zunächst die die wirtschaftliche Entwicklung der Region dargestellt (3.). Gefolgt von einer Betrachtung der Wirtschaftsstruktur, internationalen Verflechtungen und bisherigen Integrationsprojekten (4.) sollen theoretische Aspekte der regionalen Integration analysiert werden (5.). Anschließend werden Hintergründe, Entwicklungen und Möglichkeiten der neu gegründeten Südamerikanischen Staatengemeinschaft aufgezeigt (6.), bevor begünstigende und hemmende Faktoren für den Integrationserfolg untersucht werden und eine Zusammenführung von Theorie und Praxis erfolgt (7.). Abschließend sollen die gesammelten Erkenntnisse im Fazit zusammenfassend dargestellt werden (8.).

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Problemstellung, Zielsetzung und Vorgehensweise

2. Historischer Hintergrund Südamerikas

2.1. Die Konquistadoren

2.2. Die Befreiung

2.3. Die Wiedereroberung

3. Volkswirtschaftliche Entwicklung

3.1. Aufteilung und Einordnung

3.2. Wachstum

3.3. Stabilität

3.4. Verschuldung

3.5. Bevölkerung

3.6. Südamerika heute

4. Struktur der Wirtschaft und internationale Verflechtung

4.1. Sektoren

4.2. Internationaler Handel

4.2.1. Wichtige Handelspartner

4.2.1.1. Export

4.2.1.2. Import

4.2.2. Gehandelte Güter

4.2.2.1. Export

4.2.2.2. Import

4.3. Ausländische Direktinvestitionen

4.4. Die Rolle der USA und der EU

4.5. Bisherige regionale Integration in Südamerika

4.5.1. Historie der Integration in Südamerika

4.5.2. MERCOSUR (Mercado Común del Sur)

4.5.2.1. Entwicklung und Ziele:

4.5.2.2. Institutioneller Aufbau:

4.5.2.3. Erfolge und Hemmnisse:

4.5.3. CAN (Comunidad Andina de Naciones)

4.5.3.1. Entwicklung und Ziele

4.5.3.2. Institutioneller Aufbau:

4.5.3.3. Erfolge und Hemmnisse:

4.5.4. FTAA (Free Trade Area of the Americas)

5. Theorie der regionalen Integration

5.1. Klassische Außenhandelstheorien

5.2. Stufen der Integration

5.3. Zollunionsanalyse

5.3.1. Statische Effekte nach Viner

5.3.2. Dynamische Effekte

5.4. Clubtheorie

5.5. Bedingungen regionaler Integration

5.6. Wirkungen regionaler Integration

5.6.1. Möglicher Nutzen

5.6.1.1. Politische Aspekte

5.6.1.2. Ökonomische Aspekte

5.6.2. Mögliche Kosten

6. Die Südamerikanische Staatengemeinschaft

6.1. Entwicklung und Ziele

6.2. Die EU als Vorbild der CSN

6.3. Zusammenschluss von MERCOSUR und CAN

7. Das Potential für einen gemeinsamen südamerikanischen Markt

7.1. Begünstigende Faktoren

7.1.1. Sprache, Religion, Geschichte

7.1.2. Wirtschaftliche Vernetzung

7.2. Hemmende Faktoren

7.2.1. Abgabe nationaler Kompetenzen und Rivalitäten zwischen einzelnen Staaten

7.2.2. Volkswirtschaftliche Differenzen und Instabilität

7.2.3. Korruption und mangelndes Vertrauen

7.3. Zusammenführung von Theorie und Praxis

8. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Potential und die Herausforderungen der neu gegründeten Südamerikanischen Staatengemeinschaft (CSN) unter Berücksichtigung historischer Entwicklungen, wirtschaftlicher Strukturen und theoretischer Integrationsaspekte, um die Erfolgsaussichten für eine nachhaltige regionale Integration zu bewerten.

  • Historischer Kontext der Integration in Südamerika
  • Wirtschaftliche Analyse der südamerikanischen Nationalstaaten
  • Vergleich bestehender Integrationsprojekte wie MERCOSUR und CAN
  • Theoretische Grundlagen regionaler Integration (Zollunion, Clubtheorie)
  • Hemmende und begünstigende Faktoren für einen gemeinsamen Markt

Auszug aus dem Buch

2.1. Die Konquistadoren

Ein Kontinent, auf dem bis vor einigen hundert Jahren noch vollkommen andere Kulturen dominierten, kann sich nicht den Spuren seiner Vergangenheit entziehen. Dennoch sind die Völker im Zuge der spanischen Eroberung stark europäisch beeinflusst worden. Man stelle sich vor, nicht Kolumbus hätte den Kontinent entdeckt, sondern z. B. eine asiatische Entdeckergruppe. Ob die Asiaten es ebenfalls als selbstverständlich angesehen hätten, das neue Land zu erobern und den Menschen einen fremden Glauben aufzuzwängen, kann hier nicht beantwortet werden. Jedoch soll dieses Beispiel verdeutlichen, was für ein einschneidendes Ereignis die Entdeckung Christopher Kolumbus´ für die weitere Entwicklung des südamerikanischen Kontinentes sowie für die Verbindung zwischen Europa (insbesondere Spanien) und den dortigen Ländern darstellt. Natürlich fällt in diesem Zusammenhang auch die weltwirtschaftliche Bedeutung von Kolumbus´ „Entdeckung“ ins Gewicht.

Im XV. Jahrhundert hatte Spanien Probleme im Handel mit dem Orient, da die Türken seit ihrer Eroberung Konstantinopels (1453) den Handelsweg nach Indien kontrollieren. Durch Entlangsegeln an der afrikanischen Westküste wurde ein Seeweg nach Indien gesucht, doch der afrikanische Kontinent schien kein Ende zu nehmen. Christopher Kolumbus glaubte, einen Seeweg zu finden, indem er nach Westen segelt. Als Kolumbus irrtümlicher Weise in der Karibik landete, war der Grundstein für die Eroberung der „Neuen Welt“ gelegt. Doch erst auf seiner dritten Reise (1498) traf Kolumbus auf Festland: Nahe des heutigen Trinidads betrat er den südamerikanischen Kontinent.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Problemstellung, Zielsetzung und Vorgehensweise: Definition des Forschungsgegenstandes und Einbettung in den historischen Kontext der Integrationsbemühungen.

2. Historischer Hintergrund Südamerikas: Analyse der prägenden kolonialen Ära sowie der Befreiungsbewegungen und deren Auswirkungen auf die heutige Struktur.

3. Volkswirtschaftliche Entwicklung: Überblick über die makroökonomischen Daten, Wachstumsraten, Instabilitäten und die demografische Situation der Region.

4. Struktur der Wirtschaft und internationale Verflechtung: Untersuchung der wirtschaftlichen Sektoren, Handelsbeziehungen, ausländischen Direktinvestitionen und bestehender Handelsbündnisse.

5. Theorie der regionalen Integration: Darstellung theoretischer Konzepte zur regionalen Wirtschaftsintegration, einschließlich Zollunionsanalyse und Clubtheorie.

6. Die Südamerikanische Staatengemeinschaft: Detaillierte Betrachtung der Gründung, Ziele und institutionellen Ausgestaltung der CSN im Vergleich zur EU.

7. Das Potential für einen gemeinsamen südamerikanischen Markt: Evaluierung begünstigender Faktoren und Hemmnisse für den Integrationsprozess unter Zusammenführung von Theorie und Praxis.

8. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Integrationschancen und der politischen sowie ökonomischen Herausforderungen für die Zukunft Südamerikas.

Schlüsselwörter

Südamerika, Wirtschaftsintegration, CSN, MERCOSUR, CAN, Freihandel, Zollunion, Außenhandel, Strukturwandel, Direktinvestitionen, Integrationstheorie, Makroökonomie, Regionalismus, Handelsbilanz, Südamerikanische Staatengemeinschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das Potential und die Hürden der im Jahr 2004 gegründeten Südamerikanischen Staatengemeinschaft (CSN) im Kontext der regionalen Wirtschaftsintegration.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der wirtschaftlichen Historie Südamerikas, der Analyse bestehender Handelsbündnisse wie MERCOSUR und CAN sowie der theoretischen Herleitung von Integrationsstufen und deren Anwendbarkeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Erfolgsaussichten der CSN zu bewerten, indem die theoretischen Vorteile der Integration den spezifischen Herausforderungen der Region gegenübergestellt werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine deskriptive sowie theoretisch-analytische Methode, um ökonomische Daten und bestehende regionale Integrationsmodelle auf die Situation der CSN zu projizieren.

Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse, eine volkswirtschaftliche Bestandsaufnahme, eine Untersuchung der internationalen Verflechtungen und eine theoretische Reflexion regionaler Integrationsprozesse.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie regionale Integration, Freihandelszone, Zollunion, Handelsumlenkung und institutioneller Aufbau sowie durch die spezifischen Bündnisse MERCOSUR, CAN und CSN charakterisiert.

Welche Bedeutung kommt dem MERCOSUR bei der Gründung der CSN zu?

Der MERCOSUR gilt als eines der erfolgreichsten regionalen Projekte und dient zusammen mit der CAN als strukturelles Fundament, auf dem die CSN aufbauen soll, obwohl es institutionelle und inhaltliche Differenzen gibt.

Wie bewertet der Autor das "demographische Fenster" in Südamerika?

Der Autor sieht in der demografischen Entwicklung Brasiliens, bei der eine große Mehrheit im erwerbstätigen Alter ist, eine Chance auf höhere Investitionen und Wirtschaftswachstum, sofern diese Konjunkturphase aktiv genutzt wird.

Welche Rolle spielen ausländische Direktinvestitionen (FDI) für die Region?

FDI werden als wesentlicher Treiber des Wirtschaftswachstums angesehen, wobei jedoch Risiken durch Abhängigkeiten von ausländischem Kapital und die ungleiche Verteilung der Investitionen innerhalb der Region bestehen.

Ende der Leseprobe aus 95 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Regionale Wirtschaftsintegration in Südamerika - Potential und Herausforderungen der 'Südamerikanischen Staatengemeinschaft'
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Note
1.3
Autor
Tim Rickers (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
95
Katalognummer
V69213
ISBN (eBook)
9783638601115
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Regionale Wirtschaftsintegration Südamerika Potential Herausforderungen Südamerikanischen Staatengemeinschaft Unasur Hugo Chavez
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Tim Rickers (Autor:in), 2006, Regionale Wirtschaftsintegration in Südamerika - Potential und Herausforderungen der 'Südamerikanischen Staatengemeinschaft', München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69213
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Leseprobe aus  95  Seiten
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