Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Politics - Political Systems - Germany

Kritische Untersuchung der Legitimation staatlicher Theaterförderung

Title: Kritische Untersuchung der Legitimation staatlicher Theaterförderung

Term Paper , 2005 , 20 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Matthias Kreutzer (Author)

Politics - Political Systems - Germany
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die Bundesrepublik Deutschland ist weltbekannt für ihre einzigartige Theaterlandschaft. Nahezu jede größere Stadt verfügt über ein Schauspielhaus oder Theater, die zu einem großen Teil öffentlich finanziert sind. Hieraus ergibt sich die Fragestellung meiner Arbeit: Ist die staatliche Finanzierung der öffentlichen Theater legitim? Zunächst werde ich in Kapitel 2 den Umfang der staatlichen Theaterfinanzierung schildern und in Kapitel 3 kurz die unterschiedlichen Rechtsformen der Theaterbetriebe erläutern. In den dann folgenden Kapiteln 4, 5 und 6 werde ich die juristischen, soziologischen und ökonomischen Gründe für und gegen eine staatliche Theaterförderung gegeneinander abwägen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Zahlen und Daten – der Umfang staatlicher Theaterförderung

3 Rechtsformen öffentlicher Theater

4 Juristische Legitimation der staatlichen Theaterförderung

4.1 Juristische Argumente für eine staatliche Theaterförderung

4.2 Juristische Argumente gegen eine staatliche Theaterförderung

4.3 Zwischenfazit

5 Soziologische Legitimation der staatlichen Theaterförderung

5.1 Soziologische Argumente für eine staatliche Theaterförderung

5.2 Soziologische Argumente gegen eine staatliche Theaterförderung

5.3 Zwischenfazit

6 Die ökonomische Legitimation staatlicher Theaterförderung

6.1 Das Meritorisierungsargument

6.2 Ökonomische Argumente für eine staatliche Theaterförderung

6.3 Ökonomische Argumente gegen eine staatliche Theaterförderung

6.4 Zwischenfazit

7 Schlussfolgerung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch, inwieweit die staatliche Finanzierung öffentlicher Theater in der Bundesrepublik Deutschland legitim ist. Dabei werden die juristischen, soziologischen und ökonomischen Begründungsmuster analysiert und den Argumenten der Kritiker gegenübergestellt, um den Konflikt zwischen Kulturförderung und dem Selbstverständnis als freie Kulturnation zu beleuchten.

  • Analyse des Umfangs und der Rechtsformen staatlicher Theaterfinanzierung
  • Juristische Betrachtung der Kunstfreiheit im Kontext des Grundgesetzes
  • Soziologische Untersuchung der gesellschaftlichen Wirkkraft von Theater
  • Ökonomische Debatte über meritorische Güter und externe Effekte
  • Kritische Bewertung der Legitimation angesichts medialer Konkurrenz und knapper öffentlicher Kassen

Auszug aus dem Buch

4.2 Juristische Argumente gegen eine staatliche Theaterförderung

Die Kritiker der staatlichen Kunstförderung leiten ihre Argumentation ebenso von Art.5 Abs.3 GG ab. Ihrer Meinung nach hat der Staat nicht die Befugnis zur Kunstförderung. Denn das Grundgesetz gewährleistet neben bestimmten Freiheitsrechten auch negative Freiheiten, also nicht zu glauben, nicht einem Verein beizutreten etc. Es beinhaltet durch Art.5 Abs.3 GG daher auch die rechtliche Basis dafür, Kunst abzulehnen und im besonderen nicht zu fördern (Geißler. 1995: 39). Findet jedoch eine staatliche Kunstförderung statt, sind diejenigen Staatsbürger die Kunst ablehnen Mitglied in einem Staatsverband (Bund) der Kunst fördert.

Es würde demnach eine Zwangsmitgliedschaft vorliegen, die nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes nicht legitim sei. Denn der Staat darf Verbände nur gründen um legitime öffentliche Aufgaben wahrzunehmen, „(...)die nicht im Wege privater Initiative wahrgenommen werden können (...)“ (Geißler. 1995: 41). Die Kunst kann jedoch auch privat getragen werden. Geißler (1995) hebt des weiteren hervor, dass der Staat auch nicht zur Kunstförderung verpflichtet sei. Denn dem Wortlaut aus Art. 5 Abs.3 GG folgend habe der Staat lediglich die Freiheit der Kunst zu garantieren. Die Kunstfreiheit beziehe sich dabei auf das Verhältnis der Kunst gegenüber dem Staat.

Der Staat müsse das Rechtsgut Kunst schützen, dazu gehöre jedoch nicht das Risiko des Künstlers seine Produkte auf dem Markt nicht absetzen zu können. Kirchhoff (1987) betont, dass aus der staatlichen Künstlerförderung, ein problematisches Verhältnis des Künstlers zum Staat resultiere, der einmal die Nähe zum Leistungsstaat anstrebe und andererseits die Distanz zum Obrigkeitsstaat, die Bürger hingegen den Finanzstaat fragten, warum ihr Vermögen genommen würde und den Künstlern zukomme. Dies widerspricht nach Kirchhoff dem Prinzip der Gleichbehandlung aus Art. 3 GG.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese führt in die Fragestellung ein, ob die staatliche Finanzierung öffentlicher Theater legitim ist, und skizziert das methodische Vorgehen.

2 Zahlen und Daten – der Umfang staatlicher Theaterförderung: Das Kapitel bietet einen statistischen Überblick über die Theaterfinanzierung und die unterschiedlichen Rechtsformen in der deutschen Theaterlandschaft.

3 Rechtsformen öffentlicher Theater: Hier werden die organisatorischen Strukturen wie Regiebetriebe oder Zweckverbände erläutert, in denen öffentliche Theater geführt werden.

4 Juristische Legitimation der staatlichen Theaterförderung: Dieses Kapitel untersucht das Spannungsfeld zwischen der Freiheit der Kunst gemäß Grundgesetz und der staatlichen Pflicht zur Daseinsvorsorge.

5 Soziologische Legitimation der staatlichen Theaterförderung: Es wird erörtert, ob das Theater noch eine relevante gesellschaftliche Funktion besitzt oder durch Massenmedien verdrängt wird.

6 Die ökonomische Legitimation staatlicher Theaterförderung: Das Kapitel diskutiert das Theater als meritorisches Gut und betrachtet die Auswirkungen der Baumolschen Kostenkrankheit.

7 Schlussfolgerung: Die Arbeit endet mit einem Ausblick auf notwendige Strukturreformen und der Feststellung, dass Theater angesichts knapper öffentlicher Kassen seine Legitimation unter Beweis stellen muss.

Schlüsselwörter

Theaterförderung, Kulturpolitik, Kunstfreiheit, Grundgesetz, Kulturstaat, ökonomische Legitimation, meritorische Güter, positive externe Effekte, Baumolsche Kostenkrankheit, Medienkonkurrenz, Theaterfinanzierung, soziale Wirkung, Kulturmanagement, Strukturreformen, öffentliche Hand.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Berechtigung und die Hintergründe staatlicher Subventionen für das öffentliche Theater in Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die juristischen Grundlagen, die soziologische Bedeutung des Theaters für die Gesellschaft sowie die ökonomischen Argumente für und gegen eine staatliche Förderung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, ob die massive staatliche Finanzierung von Theatern angesichts knapper öffentlicher Kassen und einer sich verändernden Mediennutzung weiterhin legitimiert werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin/der Autor nutzt eine theoretische Abwägung von Argumenten aus den Bereichen Rechtswissenschaft, Soziologie und Ökonomie, ergänzt durch statistische Daten und Literaturanalysen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die juristischen, soziologischen und ökonomischen Perspektiven systematisch in Kapiteln für und gegen die Theaterförderung gegenübergestellt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Theaterförderung, Kunstfreiheit, meritorisches Gut, Kulturstaat und öffentliche Finanzierung.

Was besagt die Baumolsche Kostenkrankheit im Kontext der Arbeit?

Sie beschreibt den Kostennachteil des künstlerischen Sektors, da dort Produktivitätssteigerungen im industriellen Sinne kaum möglich sind, was zu einem permanenten Bedarf an Subventionen führt.

Warum wird das Beispiel Berlin im Kapitel über die ökonomische Legitimation angeführt?

Berlin dient als Beispiel für eine sehr hohe Theatersubvention bei gleichzeitig bestehender Unterfinanzierung in essenziellen Bildungsbereichen wie Kindergärten, was die Frage der Prioritätensetzung aufwirft.

Excerpt out of 20 pages  - scroll top

Details

Title
Kritische Untersuchung der Legitimation staatlicher Theaterförderung
College
University of Constance
Course
Kulturmanagement
Grade
1,7
Author
Matthias Kreutzer (Author)
Publication Year
2005
Pages
20
Catalog Number
V69234
ISBN (eBook)
9783638596473
Language
German
Tags
Kritische Untersuchung Legitimation Theaterförderung Kulturmanagement
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Matthias Kreutzer (Author), 2005, Kritische Untersuchung der Legitimation staatlicher Theaterförderung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69234
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  20  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint