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Politische und verfassungsrechtliche Veränderungen im Vorfeld der deutschen Einheit 1866-1870/71

Title: Politische und verfassungsrechtliche Veränderungen im Vorfeld der deutschen Einheit 1866-1870/71

Diploma Thesis , 2006 , 63 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Dipl. Verwaltungsw. Matthias Neeser (Author)

History of Germany - 1848, Empire, Imperialism
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Die Jahre 1866 bis 1870/71 bilden den Rahmen des letzten Aktes der deutschen Nationenwerdung im 19. Jahrhundert, der letztlich zur Gründung des Deutschen Reichs 1871 führte. Erstaunlicherweise bildet diese Zeit, abgesehen von den kriegerischen Ereignissen 1866 und der Reichsgründung 1871, ein Wahrnehmungsvakuum bei der Betrachtung der Geschehnisse, die zur deutschen Reichseinigung führten. Die Ereignisse zwischen den „Landmarken“ 1866 und 1870/1871, also zwischen den Verhandlungen von Nikolsburg und der Reichsgründung in Versailles sind jedoch weit mehr als eine Übergangsphase zum Deutschen Reich. Sie lassen sich auch nicht auf eine kurze Würdigung des Norddeutschen Bundes und Erwähnung der Schutz- und Trutzbündnisse mit den süddeutschen Staaten reduzieren. Eine genauere Betrachtung dieser Zeit ist erforderlich um ihre Tragweite für die zukünftige Gestaltung Deutschlands zu erfassen.
Was waren die wahren Ziele des von Bismarck geführten Preußens, standen im Prozess der deutschen Einigung auf Seiten Preußens eher gesamtdeutsche oder preußische Interessen im Vordergrund? Welchen Rang nahm der Norddeutsche Bund in diesen Überlegungen ein, war er eine Übergangslösung hin zum Deutschen Reich oder war er ursprünglich als Endpunkt der von Preußen angestrebten Entwicklung geplant? Wie stellte sich in diesem Zusammenhang die Rolle der Liberalen als ursprünglicher Verfechter der nationalen Einigung dar? Wie war es möglich, dass ihnen die Vorreiterrolle aus der Hand genommen wurde und sie Teil der „Einigung von oben“ wurden? Welche Rolle nahmen sie in der Gesamtentwicklung ein? Dies sind die Fragen mit denen ich mich im Folgenden beschäftigen werde und auf die ich eine Antwort geben möchte. Die Antworten auf diese Fragen können hierbei nur im Rahmen der Entwicklung gefunden werden, sind die Handlungen der beteiligten Parteien doch eine Folge von Aktion und Reaktion unter Berücksichtigung voran gegangener Ereignisse und Erfahrungen.
Den Schwerpunkt dieser Arbeit werden die Ereignisse der Jahre 1866/67 und 1870/71 bilden, vereinigen sie doch die zentralen Ereignisse wie die Nachkriegsordnung 1866, den konstituierenden Reichstag und den unmittelbaren Vorlauf zur Reichsgründung in sich.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Ringen um die führende Rolle im Deutschen Bund

2.1 Die Ausgangslage vor dem Preußisch-Österreichischen Krieg

2.2 Nachkriegsordnung

2.2.1 Preußen und die Politik 1866

2.2.2 Ausgangslage Österreichs und die Nachkriegsordnung

2.2.3 Das „dritte Deutschland“ – Rolle und Position der süddeutschen Staaten

2.3 Die liberale Bewegung

2.3.1 Die Ausgangslage

2.3.2 Die neue Rolle der Liberalen

2.3.3 Die Nationalliberale Partei

2.3.4 Der Nationalverein und Süddeutschland

3 Der Norddeutsche Bund

3.1 Die Putbuser Diktate: Ereignisse im Vorfeld der Gründung

3.2 Der konstituierende Reichstag

3.2.1 Die Änderungen des Verfassungsentwurfes

3.2.2 Die Staatsorganisation des Norddeutschen Bundes im Verhältnis zum Bonapartismus

3.2.3 Bewertung der Verfassungsänderungen durch den konstituierenden Reichstag

3.3 Innere Ausgestaltung des Norddeutschen Bundes

3.4 Außenpolitisches Erscheinungsbild des Norddeutschen Bundes

3.5 Das Verhältnis zu den süddeutschen Staaten

4 Das Zollparlament 1868

4.1 Der Vorlauf und die Ausgestaltung des neuen Zollvereinsvertrags

4.2 Zollparlamentswahl und Bewertung

5 Der Deutsch-Französische Krieg und die Reichseinigung

5.1 Der Vorlauf zum Krieg

5.2 Reichseinigung und Reichsverfassung

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert die politischen, verfassungsrechtlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen im Vorfeld der deutschen Reichseinigung zwischen 1866 und 1871. Dabei steht die Untersuchung der preußischen Hegemonie unter Bismarck sowie die Rolle und politische Transformation der Liberalen im Norddeutschen Bund und im Zollparlament im Vordergrund.

  • Die Rolle Preußens und Bismarcks im Einigungsprozess
  • Die politische Transformation der liberalen Bewegung
  • Die Verfassungsstruktur und Staatsorganisation des Norddeutschen Bundes
  • Die Bedeutung des Zollparlaments für die wirtschaftliche und politische Einheit
  • Das Verhältnis des Norddeutschen Bundes zu den süddeutschen Staaten

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Putbuser Diktate: Ereignisse im Vorfeld der Gründung

Nach den Ereignissen des Jahres 1866 verbrachte Bismarck einen Erholungsurlaub in Putbus auf der Insel Rügen. Er nutzte diesen Urlaub um in zwei Schriften, die als Putbuser Diktate bekannt geworden sind, die ihm vorschwebende Ordnung für die zukünftige Struktur Norddeutschlands nach den Ereignissen von 1866 zusammenzufassen.

Nach seinen Vorstellungen sollte in Norddeutschland ein „Norddeutscher Bund“, bestehend aus Preußen mit Lauenburg, Sachsen, Mecklenburg-Schwerin, Sachsen-Weimar, Mecklenburg-Strelitz, Oldenburg, Braunschweig, Sachsen-Meiningen, Sachsen-Altenburg, Sachsen-Coburg-Gotha, Anhalt, Schwarzburg-Rudolstadt, Schwarzburg-Sondershausen, Waldeck, Reuß ältere Linie, Reuß jüngere Linie, Schaumburg-Lippe, Lippe, Lübeck, Bremen, Hamburg, und aus den nördlich vom Main gelegenen Teilen des Großherzogtums Hessen entstehen. Dieser Bund umfasste somit den gesamten Norddeutschen Raum und trug den Bestimmungen des Prager Friedens Rechnung, nach welchen der Main die Grenze preußischer Bemühungen bilden sollte.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung steckt den chronologischen Rahmen von 1866 bis 1871 ab und formuliert die Forschungsfrage zur Rolle Bismarcks sowie der Liberalen im Prozess der deutschen Reichseinigung.

2 Das Ringen um die führende Rolle im Deutschen Bund: Dieses Kapitel behandelt die preußisch-österreichische Rivalität, die Nachkriegsordnung nach 1866 sowie die Anpassung der liberalen Bewegung an die neuen politischen Machtverhältnisse.

3 Der Norddeutsche Bund: Hier werden die Gründung durch die Putbuser Diktate, die Verfassungsgebung durch den Reichstag, die Rolle des Bundeskanzlers und die innen- sowie außenpolitische Ausgestaltung analysiert.

4 Das Zollparlament 1868: Dieses Kapitel beleuchtet den Vorlauf und die Ausgestaltung des neuen Zollvereinsvertrags sowie die politische Bedeutung der Zollparlamentswahlen für die deutsche Einigung.

5 Der Deutsch-Französische Krieg und die Reichseinigung: Die Analyse konzentriert sich auf die Vorbereitung des Krieges durch Bismarck, die militärische Entscheidung und die finalen Verhandlungen zur Reichsgründung 1871.

6 Fazit: Das Fazit fasst die Rolle Bismarcks als Mehrer preußischer Macht sowie die Bedeutung der liberalen Kooperation als "Juniorpartner" bei der Formung des Deutschen Reiches zusammen.

Schlüsselwörter

Bismarck, Norddeutscher Bund, Preußen, Liberale Bewegung, Reichseinigung, Verfassung, Zollverein, Zollparlament, Machtpolitik, Kleindeutsche Lösung, Deutsch-Französischer Krieg, Realpolitik, Nationalverein, Souveränität, Parlamentarismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit untersucht die politischen und verfassungsrechtlichen Umbrüche im Deutschland der Jahre 1866 bis 1871, die den Weg von der Auflösung des Deutschen Bundes bis hin zur Gründung des Deutschen Kaiserreiches ebneten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Machtausweitung Preußens unter Otto von Bismarck, die Neugestaltung der deutschen Verhältnisse durch den Norddeutschen Bund und der politische Wandel innerhalb der liberalen Bewegung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel der Arbeit ist es zu ergründen, ob Bismarck primär gesamtdeutsche Interessen verfolgte oder ob er die Einigung als Mittel zur Erweiterung der preußischen Macht und Hegemonie nutzte, und wie sich die Liberalen in diesem Prozess positionierten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit folgt einem chronologischen Rahmen der Ereignisse und stützt sich dabei auf eine Analyse von Primärquellen (Dokumente, Briefe) sowie wissenschaftlicher Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Nachkriegsordnung von 1866, die Entstehung der Verfassung des Norddeutschen Bundes, die Rolle des Zollparlaments sowie die Eskalation und den Verlauf des Deutsch-Französischen Krieges.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Bismarck, Norddeutscher Bund, preußische Hegemonie, liberale Realpolitik, deutsche Reichseinigung und das Spannungsfeld zwischen monarchischem Prinzip und Parlamentarismus.

Welche Rolle spielte der "Nationalverein" in dieser Entwicklung?

Der Nationalverein fungierte als eine wichtige liberale Bewegung zur Förderung des Einheitsgedankens, verlor jedoch nach Bismarcks Amtsantritt und der Spaltung der Fortschrittspartei an Bedeutung, da sich die Liberalen zunehmend auf eine pragmatische Zusammenarbeit mit der Regierung einließen.

Wie bewertet der Autor die Verfassung des Norddeutschen Bundes?

Die Verfassung wird als eine "einmalige Konstruktion" und als Kompromiss zwischen autoritären, monarchistischen Strukturen und Ansätzen eines parlamentarischen Systems gewertet, wobei die Macht vorrangig bei Preußen und Bismarck konzentriert blieb.

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Details

Title
Politische und verfassungsrechtliche Veränderungen im Vorfeld der deutschen Einheit 1866-1870/71
College
European University of Applied Sciences Bruel
Grade
1,7
Author
Dipl. Verwaltungsw. Matthias Neeser (Author)
Publication Year
2006
Pages
63
Catalog Number
V69265
ISBN (eBook)
9783638601207
ISBN (Book)
9783638711876
Language
German
Tags
Politische Veränderungen Vorfeld Einheit Verfassungsgeschichte Verfassungsrecht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl. Verwaltungsw. Matthias Neeser (Author), 2006, Politische und verfassungsrechtliche Veränderungen im Vorfeld der deutschen Einheit 1866-1870/71, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69265
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