In der Vorlesung Arbeit-Beruf-Profession haben wir oft über das Thema „Frau im Beruf“ gesprochen und diskutiert. Der Schwerpunkt bei diesen Diskussionen lag auf der Frage, ob eine Frau, die Kinder bekommt, zuhause bleiben oder arbeiten gehen sollte und wenn sie beides tut, zu welchem Zeitpunkt es legitim sei, wieder in den Beruf einzusteigen. Weiterhin ging es darum, ob es für eine Frau, die Karrierepläne verfolgt, überhaupt „sinnvoll“ sei Kinder zu bekommen. Auch die Rolle des Mannes bei der Familienplanung wurde zum Gesprächsgegenstand.
Doch nicht nur in dieser Vorlesung wird dieses Thema aufgegriffen. Aktuell diskutiert das ganze Land darüber, dass es in Deutschland zu wenig Nachwuchs gibt. Frauen erklären, dass eine Position in der Chefetage nun mal das Opfer „Kind“ fordert, zumal es in Deutschland an Kindertagesstätten und weiteren Unterbringungsmöglichkeiten für Kinder mangelt.
All diese Themen geben mir den Anlass, das Thema Frau und Karriere genauer zu beleuchten. Geht die Entwicklung wirklich hin zur kinderlosen Karrierefrau? Oder ist es auch mit einer Familie möglich beruflich erfolgreich zu sein? Welche Chancen und welche Risiken ergeben sich für eine Frau, die Beruf und Kinder miteinander verbindet?
Ziel dieser Arbeit soll sein, den Antworten auf diese Fragen näher zu kommen und einen Überblick zum Thema „Karrierefrau“ zu schaffen.
Inhaltsverzeichnis
1 Vorwort
2 Einleitung
3 Die Karrierefrau
Weibliche Identität
4 Zweifache Kompetenz
5 Die Frau aus politischer Sicht
6 Mutterschaft und Karriere
7 Konflikte und Probleme
8 Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Hausarbeit untersucht die Herausforderungen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für Frauen, die Beruf und Familie miteinander vereinbaren möchten. Das primäre Ziel ist es, die Chancen und Risiken der Doppelbelastung kritisch zu beleuchten und einen Überblick über die Situation der modernen Karrierefrau zu geben.
- Weibliche Identität im Spannungsfeld gesellschaftlicher Rollenbilder
- Die doppelte Kompetenz durch Ausbildung und Familienmanagement
- Politische Rahmenbedingungen und Fördermaßnahmen für berufstätige Frauen
- Emotionale und praktische Konflikte im Alltag berufstätiger Mütter
Auszug aus dem Buch
7 Konflikte und Probleme
Nicht zu unterschätzen sind die Konflikte und Probleme, denen eine berufstätige Mutter ausgesetzt wird. Zu nennen wären beispielsweise die emotionalen Konflikte der Frau. Ihre gesellschaftliche Identität (Mutter, Hausfrau und Ehefrau) wird in Frage gestellt und sie wird von der Gesellschaft kritisiert. Die Leistungen, die die Frau als berufstätige Frau erbringt, werden oft nicht anerkannt „Berufstätige Mütter, es ist lange bekannt, leisten viel und kommen selbst fast immer zu kurz. Und, was sie sich eigentlich nicht leisten können, ein schlechtes Gewissen nämlich, haben sie fast alle. Statt ihren Einsatz anzuerkennen oder wenigstens zu respektieren, reagiert die Umgebung meist negativ, unterstellt, daß sie sich ihre scheinbare Selbstverwirklichung und Unabhängigkeit, ihr eigenes Einkommen auf Kosten der Kinder und der Familie leisten. Und so kommen zu ihrer mehrfachen Belastung im Beruf, Haushalt und Kindererziehung die Schuldgefühle hinzu, eine schlechte Mutter und Partnerin zu sein“ (13).
Viele Frauen werden von Schuldgefühlen und Ängsten heimgesucht, die von der Umgebung, also der Gesellschaft, produziert werden. Diese emotionalen Konflikte führen dazu, dass die Frau oft nicht mehr hundertprozentig hinter ihrer Entscheidung steht und an Selbstbewusstsein und Kraft verliert, ein Problem, dass sich natürlich auf den eigentlich gut organisierten Alltag der berufstätigen Mutter auswirkt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Vorwort: Der Autor thematisiert die Ausgangslage der Diskussion über Frauen im Beruf, die Vereinbarkeit von Familie und Karriere sowie den gesellschaftlichen Diskurs über den Geburtenrückgang.
2 Einleitung: Es werden die steigende Bedeutung von Bildung und Schlüsselqualifikationen erläutert und die Frage aufgeworfen, warum Frauen trotz hoher Qualifikation in der Karriereplanung oft benachteiligt werden.
3 Die Karrierefrau: Dieses Kapitel analysiert den Identitätsbegriff und kritisiert traditionelle Rollenbilder, die Frauen primär auf ihre Rolle als Mutter und Hausfrau reduzieren.
4 Zweifache Kompetenz: Hier wird dargelegt, wie Frauen durch die Erziehung ihrer Kinder zusätzliche Fähigkeiten erwerben, die im Berufsleben als wertvolle Kompetenzen anerkannt werden sollten.
5 Die Frau aus politischer Sicht: Die Arbeit beschreibt die Rolle der Frau als Zielobjekt der Arbeitsmarkt- und Familienpolitik und die Bemühungen der Politik, echte Partnerschaften zu fördern.
6 Mutterschaft und Karriere: Es werden praktische Anforderungen an berufstätige Mütter untersucht, wie die Organisation der Kinderbetreuung und die Bedeutung einer partnerschaftlichen Aufgabenteilung.
7 Konflikte und Probleme: Dieses Kapitel widmet sich den emotionalen Belastungen, wie Schuldgefühlen und gesellschaftlichen Erwartungen, die berufstätige Frauen oft belasten.
8 Schlusswort: Zusammenfassend wird betont, dass die Entscheidung für Beruf und Familie zwar komplex und anspruchsvoll bleibt, jedoch durch eine positive Grundeinstellung und gute Organisation gelingen kann.
Schlüsselwörter
Karrierefrau, Beruf und Familie, Weibliche Identität, Schlüsselqualifikationen, Doppelrolle, Mutterschaft, Vereinbarkeit, Arbeitsmarktpolitik, Familienpolitik, gesellschaftliche Rollenbilder, Erziehungspraxis, berufstätige Mutter, emotionale Konflikte, Selbstverwirklichung, Partnerschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Situation der Frau im Spannungsfeld zwischen beruflicher Karriere und der Verantwortung für Kinder und Familie.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen die Identitätsbildung der Frau, der Erwerb von Schlüsselqualifikationen, die politische Rahmung sowie die praktischen und emotionalen Herausforderungen der Vereinbarkeit.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, einen Überblick über das Thema „Karrierefrau“ zu geben und aufzuzeigen, wie berufliche Erfolge und familiäre Verpflichtungen in Einklang gebracht werden können.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die verschiedene theoretische Ansätze zur sozialen Identität und Qualifikation mit gesellschaftspolitischen Diskussionen verknüpft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Definitionen von Expertenwissen, die Diskriminierung durch traditionelle Rollenzuschreibungen sowie die notwendige Unterstützung durch Politik und Partner.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Doppelrolle, Vereinbarkeit, soziale Identität und die Herausforderung der persönlichen Lebensplanung geprägt.
Warum spielt die „Doppelrolle“ eine zentrale Rolle in der Argumentation?
Die Autorin argumentiert, dass die Doppelrolle sowohl eine gesellschaftliche Anforderung als auch eine individuelle Herausforderung darstellt, die oft mit falschen Vorurteilen behaftet ist.
Welche Bedeutung kommt dem Partner in der Kindererziehung zu?
Der Partner ist ein entscheidender Unterstützungsfaktor, wobei die Arbeit hervorhebt, dass auch Männer von der aktiven Teilnahme an Erziehungsaufgaben persönlich profitieren können.
Welches Fazit zieht die Arbeit in Bezug auf Schuldgefühle?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass viele Schuldgefühle gesellschaftlich produziert sind und durch eine selbstbewusste, positive Einstellung zur eigenen Lebenssituation überwunden werden sollten.
- Quote paper
- Martha Ogorka (Author), 2006, Die Karrierefrau. Frauen zwischen Beruf und Familie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69338