Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der bilanziellen Behandlung von Wertminderungen und Werterhöhungen bei Wertpapieren gemäß HGB und IAS


Hausarbeit, 2003

32 Seiten, Note: 1,6


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundsätzliche Überlegungen
2.1. Einführende Gegenüberstellung der Rechnungslegung nach IAS und HGB
2.2. Wertpapiere im Unternehmen

3. Bilanzierung von Wertpapieren nach IAS
3.1. Wertbegriffe und Wertpapierkategorien nach IAS
3.1.1 Held to maturity securities
3.1.2 Trading securities
3.1.3 Available for sale securities.
3.2. Umgruppierung von Wertpapieren

4. Bilanzierung von Wertpapieren nach HGB
4.1. Wertbegriffe und Wertpapierkategorien nach HGB
4.2. Wertpapiere des Anlagevermögens
4.3. Wertpapiere des Umlaufvermögens

5. Weiterführende Erkenntnisse
5.1. Vergleichsaspekte in der Wertpapierbewertung nach IAS und HGB
5.2. Die Entwicklung der Rechnungslegung

6. Fazit

Literaturverzeichnis

Internetverzeichnis

Anhang

Ehrenwörtliche Erklärung

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Grundlegende Gegenüberstellung von IAS und HGB

Tabelle 2: Merkmale von verbrieften Wertpapieren

Tabelle 3: Wertpapierkategorien nach den International Accounting Standards

Tabelle 4: Erfolgsneutrale Bewertung von available for sale securities

Tabelle 5: Bewertungsszenarien nach IAS

Tabelle Nr. 1: Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung

Tabelle Nr.2: Wertänderungsarten und Abgrenzungsgrundsätze

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Fair-Value- Konzeptionen

Abbildung Nr. 1: Zentrale Rechnungslegungsgrundsätze des IASC- Frameworks

1. Einleitung

In der deutschen Rechnungslegung vollzieht sich, angestoßen durch Globalisierungs- tendenzen in der Wirtschaft und erhöhten Kapitalbedarf von Unternehmen, ein grund- legender Wandel. Prinzipien, die lange als unantastbar galten, geraten in den fachwissen- schaftlichen Blickpunkt.[1]

Ein Grund dafür ist, dass das deutsche Rechnungslegungsrecht auf Grundlage des Handels- gesetzbuches sich den Vorwurf gefallen lassen muss, die tatsächliche Vermögens-, Finanz- und Ertragslage eines Unternehmens nur unvollständig wiederzugeben. Ein Kritikpunkt ist z.B. die Steueroptimierung der Jahresabschlüsse aufgrund des Maßgeblichkeitsprinzipes, da viele Unternehmen im Dienste einer geringeren Steuerlast ihr Ergebnis bilanzpolitisch schmälern.[2] Auch die zulässige Bildung (unsichtbarer) stiller Reserven durch Ausnutzung von Wahlrechten und Unterbewertung führt dazu, dass nicht alle entscheidungsrelevanten Informationen an den jeweiligen Adressaten des Jahresabschlusses vermittelt werden.[3] Demnach geraten also grundlegende bilanztheoretische Fragen wie z.B. die Bewertungs-maßstäbe des HGB, also die Behandlung von Wertminderungen und Werterhöhungen bei Vermögensgegenständen des Unternehmens, in den Brennpunkt der Kritik.

Gegenüber diesen Problemen zeigt man sich auch in der Praxis kritisch: eine Studie der PriceWaterhouseCoopers in Zusammenarbeit mit der Universität Frankfurt/Oder zeigt z.B., dass unter befragten Führungskräften aus der deutschen Wirtschaft 97% den HGB- Jahres-abschluss als Hindernis für die Auslandsnachfrage nach deutschen Aktien betrachten.[4] In deutschen Unternehmen, die international tätig sind, hat sich daher in den letzten Jahren die Praxis entwickelt, neben dem HGB- Jahresabschluss noch einen weiteren Abschluss nach internationalen Standards aufzustellen, d.h. entweder Rechnungslegung nach den US Generally Accepted Accounting Principles (US-Gaap) oder nach den europäischen Inter-national Accounting Standards (IAS). Im neuen Segment der Deutschen Börse AG für junge und wachstumsstarke Unternehmen, dem TecDAX, ist die Bilanzierung nach diesen international anerkannten Grundsätzen zur Erfüllung umfangreicher Publizitäts- und Transparenzkriterien sogar Pflicht.[5] In einer Übergangsregelung bis 31. Dezember 2004 sind auch alle anderen deutschen Unternehmen, die einen Abschluss nach internationalem Recht aufstellen, durch den § 292a HGB von der Verpflichtung zur Erstellung eines Abschlusses nach deutschem Recht befreit.[6]

In diesem Zusammenhang soll nun aufgezeigt werden, inwiefern sich die internationalen Rechnungslegungsstandards (hier: IAS) hinsichtlich der Bewertungsgrundsätze vom HGB unterscheiden. Die gravierenden Unterschiede zwischen dem angelsächsischen und dem kontinentaleuropäischen Rechnungslegungssystem werden beispielhaft an der Behandlung von Wertminderungen und Werterhöhungen bei Wertpapieren und deren Auswirkungen auf die Darstellung der Unternehmenslage erläutert. Dabei wird es um Regelungen gehen, die für alle Unternehmen gelten, während branchenspezifische Besonderheiten z.B. für Kreditinstitute oder Versicherungen nicht Gegenstand der Ausführungen sind. Stattdessen soll, im Hinblick auf die offensichtlich notwendigen Veränderungen in der Rechnungs-legung, den stattfindenden und geplanten Entwicklungen auf diesem Gebiet Rechnung getragen werden.

2. Grundsätzliche Überlegungen

2.1. Einführende Gegenüberstellung der Rechnungslegung nach IAS und HGB

Um die folgenden Ausführungen in den richtigen Zusammenhang zu stellen, sollen zunächst in grober Weise die Grundphilosophien der Rechnungslegung nach IAS und HGB dargestellt werden.

Die International Accounting Standards wurden im Jahre 1973 ins Leben gerufen. Zentrale Organisation ist das International Accounting Standards Committee (IASC) bestehend aus Wirtschaftprüfern, Jahresabschlusserstellern, Finanzanalysten u.a. aus derzeit 91 Ländern.[7] Für die Führung der Geschäfte der Organisation sowie die Beratung und Verabschiedung der eigentlichen Standards ist der International Accounting Standards Board (IASB) zuständig, in dem dreizehn Länder vertreten sind.[8] Die IAS sind das Ergebnis eines mehr-stufigen Prozesses (due process), zu dem auch die Interpretation eines jeden Standards durch das Standing Interpretations Committee (SIC) gehört, um missbräuchliche Aus-legungen zu vermeiden. Zudem existiert als theoretisches Grundkonzept der Framework for the Preparation and Presentation of Financial Statements[9] von 1989. Dazu gehören verschiedene Grundsätze der Rechnungslegung (siehe Abbildung 1 im Anhang).[10]

Die deutsche Rechnungslegung geht dagegen auf das Handelsgesetzbuch von 1897 zurück. Ein wichtiges Merkmal sind die sogenannten Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung (GoB) als allgemein anerkannte Regeln über die Führung von Handelsbüchern und die Rechnungslegung von Unternehmen.[11] Diese sind z.T. im Handelsgesetzbuch fixiert worden und bilden u.a. eine Grundlage für die Bewertung von Vermögensgegenständen. Begrifflichkeit und Rechtsgrundlagen der Prinzipien sind in den Tabellen 1 und 2 im Anhang nachzuschlagen. Einen Gesamtüberblick über die Grundphilosophien beider Rechnungslegungsstandards bietet die folgende Tabelle.

Tabelle 1: Grundlegende Gegenüberstellung von IAS und HGB

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Universität Heidelberg (2003), S.5. und Achleitner, Behr (2000), S.108.

2.2. Wertpapiere im Unternehmen

Wertpapiere als Untersuchungsgegenstand bieten sich an, um die unterschiedliche Behand-

lung von Wertminderungen und Werterhöhungen nach IAS und HGB beispielhaft zu unter-suchen. Wertpapiere sind ein klassischer Vermögensposten in der Bilanz von Unterneh-men und werfen eine Fülle interessanter Fragen auf, nicht zuletzt da der Kapitalmarkt immer neue Finanzinstrumente hervorbringt und der Stellenwert von Wertpapieren ständig wächst. So können Aktiengesellschaften ihre Eigenkapitalfinanzierung über das Wert-papier Aktie verwirklichen und einige Unternehmen erzielen mit ihren Vermögensanlagen höhere Erlöse als mit ihrem operativen Geschäft.[12] Die in der Praxis bedeutsamen derivativen Finanzinstrumente[13] werden allerdings in dieser Arbeit nicht behandelt, da dies den Rahmen sprengen würde.

Unternehmen haben i.d.R. zwei Beweggründe für den Erwerb von Wertpapieren. Zum einen werden Wertpapiere, insbesondere Aktien, gehalten um einen maßgeblichen Einfluss auf ein anderes Unternehmen auszuüben. Hierbei spricht man von Beteiligungen.[14] Zum anderen erfüllen Wertpapiere den Zweck einer renditeträchtigen Anlage von Finanzmitteln und damit kurz-, mittel- oder langfristiger Liquiditätssicherung. Die Finanzmittel werden für spätere Investitionen oder Ausgaben geparkt (Kapitalanlagefunktion) bzw. dienen speziell im kurzfristigen Bereich der Spekulation.[15] Im Folgenden liegt das Augenmerk auf letzterer Art von Wertpapieren.

Es gibt viele verschiedene Gruppen von Wertpapieren. Ein Merkmal der meisten Wert-papiere ist die Verbriefung eines bestimmten Rechtes. Eine wichtige Einteilung erfolgt dabei in Teilhaberpapiere (equity securities) und Gläubigerpapiere (debt securities). Eine kurze Gegenüberstellung ohne Anspruch auf Vollständigkeit bietet Tabelle 2.

[...]


[1] Vgl. Haußer (2003), S.31.

[2] Vgl. manager-magazin (2003a), S.32 (s. Internetverzeichnis).

[3] Vgl. Ebenda.

[4] Vgl. Haußer (2003), S.32.

[5] Vgl. Ebenda.

[6] Vgl. Haußer (2003), S.33.

[7] Vgl. Vigelius (1998), S.65.

[8] Vgl. Ebenda, S.66.

[9] (engl.) Rahmenkonzept für die Erstellung und Präsentation der Rechnungslegung.

[10] Vgl. Vigelius (1998), S.70.

[11] Vgl. Coenenberg (2003), S.36.

[12] Vgl. Haußer (2003), S.35.

[13] Finanzinstrumente, deren Preisentwicklung maßgeblich vom Preis eines anderen Finanzinstrumentes abhängt

[14] Vgl. Dangel, Hofstetter, Otto (2001), S.55.

[15] Vgl. Ebenda.

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten

Details

Titel
Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der bilanziellen Behandlung von Wertminderungen und Werterhöhungen bei Wertpapieren gemäß HGB und IAS
Hochschule
Berufsakademie Berlin
Note
1,6
Autor
Jahr
2003
Seiten
32
Katalognummer
V69387
ISBN (eBook)
9783638618700
Dateigröße
502 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gemeinsamkeiten, Unterschiede, Behandlung, Wertminderungen, Werterhöhungen, Wertpapieren
Arbeit zitieren
Maria Hietel (Autor:in), 2003, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der bilanziellen Behandlung von Wertminderungen und Werterhöhungen bei Wertpapieren gemäß HGB und IAS, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69387

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