Franz von Papen war ein katholisch-konservativer Politiker, dessen Hauptwirkungszeit in der Geschichte zwischen 1932 und 1934 lag. In diesen zwei Jahren war er deutscher Reichskanzler, Reichskommissar in Preußen und schließlich Vizekanzler in der Reichsregierung unter Adolf Hitler.
Wie untrennbar Papens politisches Wirken mit dem Untergang der Weimarer Republik und vor allem mit dem Weg Deutschlands in die nationalsozialistische Diktatur Hitlers verknüpft ist, wird in der vorliegenden Arbeit dargestellt.
Inhaltsverzeichnis der Arbeit
1. Einleitung
2. Das Leben Franz von Papens bis 1932
2.1. Papens Kindheit und Militärausbildung
2.2. Militärattaché in Washington
2.3. Beginn der politischen Laufbahn
2.4. Die Germania
2.5. Erste Konflikte mit der Zentrumspartei
2.6. Die Reichspräsidentenwahl 1925 – Papens endgültiger Bruch mit dem Zentrum
2.7. Papens Rückkehr in die Politik
3. Papen als Reichskanzler
3.1. Voraussetzungen für Papens Berufung
3.2. Papens Berufung und Ernennung zum Reichskanzler
3.3. Das Kabinett der Barone und seine Vorleistungen für Hitler
3.4. Papens Preußenschlag
3.5. Die Reichstagswahlen vom 31. Juli 1932
3.6. Papens Rücktritt
4. Papen als Webbereiter Hitlers
4.1. Schleichers schnelles Scheitern
4.2. Geheimverhandlungen mit Hitler
4.3. Die Machtübertragung am 30. Januar 1933
5. Papen als Vizekanzler im Kabinett Hitler
5.1. Die Kampffront Schwarz-Weiß-Rot
5.2. Papens schneller Machtverlust
5.3. Der Röhm-Putsch und die Marburger Rede
6. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht die zentrale Rolle von Franz von Papen beim Untergang der Weimarer Republik und der Etablierung der nationalsozialistischen Diktatur unter Adolf Hitler. Dabei wird analysiert, wie Papen durch seine politischen Intrigen und sein Zähmungskonzept den Weg zur Machtergreifung Hitlers ebnete und welche Faktoren schließlich zu seinem eigenen Machtverlust führten.
- Biografische Entwicklung und Aufstieg Papens in der Zentrumspartei.
- Die Tätigkeit als Reichskanzler und die Umsetzung des "Preußenschlags".
- Die Rolle Papens bei den Geheimverhandlungen zur Machtübertragung an Hitler.
- Das Scheitern von Papens "Einrahmungs- und Zähmungspolitik" im Kabinett Hitler.
- Die politische Bedeutung der Marburger Rede und des sogenannten Röhm-Putsches.
Auszug aus dem Buch
3.4. Papens Preußenschlag
Am 20. Juli 1932 holte Papen zum Schlag gegen Preußen aus. Er bestellte die führenden preußischen Regierungsmitglieder in die Reichskanzlei und erklärte ihnen, dass er beim Reichspräsidenten eine Verordnung zur Wiederherstellung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung erwirkt habe. Auf Grundlage dieser Verordnung setzte er die preußische Regierung mit sofortiger Wirkung ab und übernahm selbst das Amt des preußischen Ministerpräsidenten. Für das Amt des Innenministers wurde der Essener Oberbürgermeister Franz Bracht als Reichskommissar ernannt.
Dies war ein offener Verfassungsbruch, dem sich aber niemand widersetzte. Zwar protestierte Carl Severing, bis dato Innenminister Preußens, und erklärte, dass er lediglich der Gewalt weiche. Viel mehr blieben ihm und der abgesetzten preußischen Führungsriege jedoch zu diesem Zeitpunkt auch nicht mehr übrig. Papen hatte den Ausnahmezustand über Preußen verhängt, so dass er gegen jeden Widerstand die Reichswehr hätte einsetzen können. Zu einem bewaffneten Konflikt mit dem Militär wäre die preußische Polizei, die ohnehin nicht mehr voll hinter ihrer Regierung stand, nicht einmal ansatzweise fähig gewesen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die politische Rolle Franz von Papens zwischen 1932 und 1934 dar und skizziert die Gliederung der Arbeit sowie deren zentrales Erkenntnisinteresse.
2. Das Leben Franz von Papens bis 1932: Das Kapitel behandelt Papens Herkunft, seine militärische Laufbahn und seine frühen politischen Jahre innerhalb der Zentrumspartei bis hin zum Bruch mit dieser.
3. Papen als Reichskanzler: Hier werden die Voraussetzungen und die Regierungszeit Papens analysiert, insbesondere die Auswirkungen des Preußenschlags und das Verhältnis zu Hitler und dem Reichspräsidenten.
4. Papen als Webbereiter Hitlers: Dieses Kapitel schildert die politische Situation vor der Machtübertragung am 30. Januar 1933 und die Intrigen, die Papen nutzte, um Hitler an die Macht zu bringen.
5. Papen als Vizekanzler im Kabinett Hitler: Der Abschnitt befasst sich mit der zunehmenden Entmachtung Papens sowie mit Ereignissen wie der Marburger Rede und dem Röhm-Putsch.
6. Fazit: Das Fazit resümiert Papens Mitverantwortung für das Ende der Demokratie und bewertet das Scheitern seines Konzepts, Hitler durch Einrahmung zu zähmen.
Schlüsselwörter
Franz von Papen, Röhm-Putsch, Machtergreifung, Weimarer Republik, Preußenschlag, NSDAP, Hindenburg, Zähmungspolitik, Marburger Rede, Kabinett der Barone, Adolf Hitler, Kurt von Schleicher, Nationalsozialismus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die politische Wirksamkeit von Franz von Papen in den entscheidenden Jahren des Zusammenbruchs der Weimarer Republik und des Aufstiegs des Nationalsozialismus.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Rolle der konservativen Eliten, die Regierungszeit Papens als Reichskanzler, der Preußenschlag und die gescheiterte Strategie der "Einrahmung" Hitlers.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, Papens maßgeblichen Anteil an der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler aufzuzeigen und zu ergründen, warum seine Hoffnung auf eine kontrollierbare Koalition scheiterte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einer Auswertung zeitgenössischer Quellen und biographischer sowie historischer Fachliteratur basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Biografie Papens, seine Kanzlerschaft, seine Rolle als Wegbereiter für Hitler und seine Zeit als entmachteter Vizekanzler im Kabinett Hitler.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Machtintrige, Zähmungskonzept, autoritäre Staatsführung und das "deutsche Verhängnis" von Papens politischem Handeln.
Warum war der "Preußenschlag" für Papen so bedeutend?
Der Preußenschlag war ein gezielter Verfassungsbruch, der das stärkste demokratische Bollwerk der Republik beseitigte und somit den Weg für die nationalsozialistische Gleichschaltung freimachte.
Was bewirkte die Marburger Rede?
Die Rede vom 17. Juni 1934 kritisierte die radikale NS-Ideologie und den Personenkult; sie war der Auslöser für den Zorn Hitlers und mündete indirekt in die Mordaktionen während des Röhm-Putsches.
Wie bewertet der Autor den Einfluss des Reichspräsidenten Hindenburg?
Der Autor sieht das exzellente Vertrauensverhältnis zwischen Papen und Hindenburg als einen entscheidenden Faktor an, der Hitler letztlich zur Macht verhalf.
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- Christian Hungerhoff (Author), 2006, Franz von Papen und der Röhm-Putsch, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69409