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Die Kommunikation der Zentralbank: Wofür ist sie wichtig?

Title: Die Kommunikation der Zentralbank: Wofür ist sie wichtig?

Seminar Paper , 2007 , 19 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Felix Paape (Author)

Economics - Economic Cycle and Growth
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Summary Excerpt Details

Während sich in der jüngeren Vergangenheit die Unabhängigkeit der Zentralbanken kontinuierlich
erhöhte und mit dieser die Forderung nach Transparenz und Rechenschaft immer
stärker zunahm, kamen die Zentralbanken an einem Paradigmenwechsel nicht mehr vorbei.
Noch vor 15 Jahren herrschte unter Zentralbankern die weit verbreitete These, Zentralbankpolitik
wäre am effektivsten, desto verschwiegener sie und desto größer folglich die
Überraschung der Märkte sei. Alan Greenspan drückte dies 1987 folgendermaßen aus:
„Since I’ve become a central banker, I’ve learned to mumble with great incoherence. If I
seem unduly clear to you, you must have misunderstood what I said.” (Wall Street Journal,
September 22, 1987). Dazu wurde die leitende Autorität einer Zentralbank meistens von
einer einzelnen Person repräsentiert.
Seitdem hat sich vieles geändert. Heute ist man sich im Klaren, dass die Begriffe Zentralbankkommunikation,
Offenheit und Transparenz eine neue, entscheidende Rolle in der
Zentralbankpolitik spielen. Geldpolitische Entscheidungen werden heutzutage in der Regel
von einem Komitee getroffen und durch ihre Mitglieder kommentiert.
Vor 1994 wurde seitens der Fed keine öffentliche Ankündigung bzgl. operativer Ziele gemacht.
Ab Februar 1994 ist die Fed dazu übergegangen, Änderungen und Wechsel operativer
Ziele mit einer öffentlichen Aussage nach jedem Meeting zu veröffentlichen. Im Dezember
1998 wurde seitens der Fed damit begonnen, die Aussagen nach Meetings um eine
Feststellung der aktuellen FOMC-Erwartungen in Bezug auf mögliche Änderungen in der
Geldpolitik zu erweitern. Ein Jahr später entschied man sich, eine Aussage nach jedem
Meeting zu veröffentlichen, die Aufschluss darüber geben sollte, ob die aktuelle Politik
geändert wurde oder nicht. Seit August 2003 enthalten die Aussagen nach Meetings eine
explizite Information über den wahrscheinlichen zukünftigen Pfad der Zinssätze. Dieser
Prozess zu mehr Kommunikation, größerer Transparenz und Offenheit hat sich in den letzten
Jahren fortgesetzt. Beginnend beschäftigt sich diese Seminararbeit mit den Fragen, warum eine Zentralbank
kommunizieren muss und was effektive Zentralbankkommunikation erreichen kann. In
Anbetracht der Ziele, die Zentralbankkommunikation verfolgt, wird darauf eingegangen,
wie effektive Zentralbankkommunikation aussehen könnte, genauer die Fragen nach
Kommunikationskanal und Kommunikationsumfang.
Anschließend werden quantitative Methoden zur Messung von Kommunikation ...

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Warum müssen Zentralbanken kommunizieren und wofür ist Kommunikation wichtig?

3. Gegenstände der Kommunikation

4. Wie sollte eine Zentralbank kommunizieren?

5. Umfang der Kommunikation

6. Messung von Kommunikation

7. Messung von Zerstreutheit in der Kommunikation

8. Eine empirische Analyse der Effektivität von Kommunikation und Zerstreutheit

8.1 Vorhersehbarkeit geldpolitischer Entscheidungen

8.2 Zerstreutheit in der Kommunikation bzgl. Geldpolitik

8.3 Zinssatzvolatilität

8.4 Der zukünftige Pfad der Zinssätze

8.5 Finanzmarktreaktion in Folge von Kommunikation

9. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht die Bedeutung, Gestaltung und Effektivität der Kommunikation von Zentralbanken. Im Fokus steht die Forschungsfrage, wie unterschiedliche Kommunikationsstrategien, insbesondere der Grad der „Zerstreutheit“ (Kontroversität) in den Aussagen von Komiteemitgliedern, die Vorhersehbarkeit geldpolitischer Entscheidungen und die Reaktion der Finanzmärkte beeinflussen.

  • Demokratische Rechenschaftspflicht und Transparenz als Basis der Zentralbankunabhängigkeit
  • Kriterien für eine effektive Kommunikation von Zentralbanken
  • Methoden zur quantitativen Messung von Kommunikation und Zerstreutheit
  • Empirische Analyse der Effektivität der Kommunikation für die Fed, die BoE und die ECB
  • Einfluss von Kommunikationsstrategien auf Zinssatzvolatilität und Finanzmarktreaktionen

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Während sich in der jüngeren Vergangenheit die Unabhängigkeit der Zentralbanken kontinuierlich erhöhte und mit dieser die Forderung nach Transparenz und Rechenschaft immer stärker zunahm, kamen die Zentralbanken an einem Paradigmenwechsel nicht mehr vorbei. Noch vor 15 Jahren herrschte unter Zentralbankern die weit verbreitete These, Zentralbankpolitik wäre am effektivsten, desto verschwiegener sie und desto größer folglich die Überraschung der Märkte sei. Alan Greenspan drückte dies 1987 folgendermaßen aus: „Since I’ve become a central banker, I’ve learned to mumble with great incoherence. If I seem unduly clear to you, you must have misunderstood what I said.” (Wall Street Journal, September 22, 1987). Dazu wurde die leitende Autorität einer Zentralbank meistens von einer einzelnen Person repräsentiert.

Seitdem hat sich vieles geändert. Heute ist man sich im Klaren, dass die Begriffe Zentralbankkommunikation, Offenheit und Transparenz eine neue, entscheidende Rolle in der Zentralbankpolitik spielen. Geldpolitische Entscheidungen werden heutzutage in der Regel von einem Komitee getroffen und durch ihre Mitglieder kommentiert.

Vor 1994 wurde seitens der Fed keine öffentliche Ankündigung bzgl. operativer Ziele gemacht. Ab Februar 1994 ist die Fed dazu übergegangen, Änderungen und Wechsel operativer Ziele mit einer öffentlichen Aussage nach jedem Meeting zu veröffentlichen. Im Dezember 1998 wurde seitens der Fed damit begonnen, die Aussagen nach Meetings um eine Feststellung der aktuellen FOMC-Erwartungen in Bezug auf mögliche Änderungen in der Geldpolitik zu erweitern. Ein Jahr später entschied man sich, eine Aussage nach jedem Meeting zu veröffentlichen, die Aufschluss darüber geben sollte, ob die aktuelle Politik geändert wurde oder nicht. Seit August 2003 enthalten die Aussagen nach Meetings eine explizite Information über den wahrscheinlichen zukünftigen Pfad der Zinssätze. Dieser Prozess zu mehr Kommunikation, größerer Transparenz und Offenheit hat sich in den letzten Jahren fortgesetzt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt den historischen Paradigmenwechsel von verschwiegener Zentralbankpolitik hin zu moderner Transparenz und Kommunikation.

2. Warum müssen Zentralbanken kommunizieren und wofür ist Kommunikation wichtig?: Erläutert die demokratische Rechenschaftspflicht und das Ziel, die Effektivität der Geldpolitik durch bessere Markterwartungen zu erhöhen.

3. Gegenstände der Kommunikation: Unterscheidet vier Hauptinhalte der Kommunikation, darunter die wirtschaftliche Lage und zukünftige Zinspfade.

4. Wie sollte eine Zentralbank kommunizieren?: Diskutiert die Kommunikationskanäle und die Frage, ob eine Zentralbank mit einer Stimme oder individuell sprechen sollte.

5. Umfang der Kommunikation: Analysiert den optimalen Grad an Detailtiefe bei der Kommunikation von Prognosen und das Risiko von Fehlinterpretationen.

6. Messung von Kommunikation: Stellt die Methodik zur Klassifizierung von Aussagen der Fed, BoE und ECB anhand von Schlagwörtern vor.

7. Messung von Zerstreutheit in der Kommunikation: Definiert das mathematische Maß für den Grad an kontroversen Ansichten innerhalb eines Zentralbankgremiums.

8. Eine empirische Analyse der Effektivität von Kommunikation und Zerstreutheit: Präsentiert die Ergebnisse zum Einfluss von Kommunikation auf Zinspfade, Volatilität und Finanzmärkte.

9. Fazit: Fasst zusammen, dass eine kollegiale Kommunikationsstrategie hinsichtlich geldpolitischer Entscheidungen die Vorhersehbarkeit verbessert.

Schlüsselwörter

Zentralbankkommunikation, Geldpolitik, Transparenz, Vorhersehbarkeit, Finanzmärkte, Zinssatzvolatilität, Fed, ECB, BoE, Zerstreutheit, Kommunikationsstrategie, EZB, FOMC, Offenheit, Rechenschaftspflicht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Zentralbanken kommunizieren, welche Ziele sie damit verfolgen und wie sich diese Kommunikation auf die Finanzmärkte und die Erwartungsbildung auswirkt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind Transparenz, die Messung von "Zerstreutheit" in Äußerungen von Zentralbankvertretern sowie die Auswirkungen dieser Kommunikation auf Zinspfade und Markterwartungen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu klären, ob und wie eine transparente und konsistente Kommunikation dazu beiträgt, Geldpolitik vorhersehbarer zu machen und Unsicherheiten an den Finanzmärkten zu reduzieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine empirische Analyse basierend auf der Auswertung von Kommunikationsstrategien dreier Zentralbanken sowie ökonometrische Modelle wie das Tobit- und das EGARCH-Modell.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Instrumente der Kommunikation, die Methodik zur Quantifizierung von Aussagen sowie den empirischen Einfluss dieser Kommunikation auf makroökonomische Indikatoren und Finanzaktivarenditen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich vor allem durch die Begriffe Zentralbankkommunikation, Geldpolitik, Transparenz, Vorhersehbarkeit und Zerstreutheit charakterisieren.

Wie unterscheidet sich die Kommunikationsstrategie der Fed von der der ECB?

Die Fed verfolgt eine eher individualistische Strategie mit einem höheren Grad an Zerstreutheit, während die ECB und die BoE kollegialere Kommunikationsansätze bevorzugen.

Warum ist Zerstreutheit in der Kommunikation problematisch?

Empirische Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine hohe Zerstreutheit die Vorhersehbarkeit geldpolitischer Entscheidungen signifikant verschlechtert und die Zinssatzvolatilität erhöhen kann.

Hat die Kommunikation Auswirkungen auf Aktienmärkte?

Ja, Aussagen, die eine geldpolitische Straffung signalisieren, führen in den untersuchten Regionen zu fallenden Kursen an den Aktienmärkten.

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Details

Title
Die Kommunikation der Zentralbank: Wofür ist sie wichtig?
College
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Institut für Weltwirtschaft (IfW))
Course
Konjunktur- und Wachstumspolitik
Grade
2,3
Author
Felix Paape (Author)
Publication Year
2007
Pages
19
Catalog Number
V69413
ISBN (eBook)
9783638618793
ISBN (Book)
9783640863709
Language
German
Tags
Kommunikation Zentralbank Wofür Konjunktur- Wachstumspolitik Zentralbankkommunikation Geldpolitik FED EZB Europäische Zentralbank
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Felix Paape (Author), 2007, Die Kommunikation der Zentralbank: Wofür ist sie wichtig?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69413
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