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Geldpolitik und Zeitinkonsistenz bei intrinsischer Unsicherheit

Title: Geldpolitik und Zeitinkonsistenz bei intrinsischer Unsicherheit

Seminar Paper , 2006 , 17 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Felix Paape (Author)

Economics - Monetary theory and policy
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Summary Excerpt Details

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit Reputationsmechanismen das Zeitinkonsistenzproblem
in der Geldpolitik lösen können.
In dieser Arbeit werden die ökonomischen Prozesse als Ergebnis der spieltheoretischen
Interaktion zwischen dem Privatsektor und der monetären Autorität (z.B. Zentralbank)
betrachtet. Im Rahmen wirtschaftlichen Handelns sind Versprechen, deren Wahrheitsgehalt
nicht oder erst später überprüft werden kann, von Bedeutung. Dabei ist es für den Erwartungsbildungsprozess
der privaten Wirtschaftssubjekte entscheidend, ob eine Ankündigung
glaubwürdig ist oder nicht. Allgemein wird eine Politikankündigung als zeitinkonsistent
bezeichnet, wenn sie zum Planungszeitpunkt für eine zukünftige Periode optimal ist, dies
nach Ablauf der Zeit jedoch nicht mehr gilt (vgl. Hamacher (1995), S.19). Eine monetäre
Autorität hat den Anreiz durch die Erzeugung von Überraschungsinflation - über den kurzfristigen
Phillipskurven-Trade-Off zwischen Inflationsrate und Arbeitslosenrate - kurzfristige
Outputsteigerungen hervorzurufen. Dies geschieht durch die Ankündigung einer Nullinflation
und anschließendem Inflationieren. Bei rationaler Erwartungsbildung ist der Anreiz
der Regierung, zu inflationieren Teil der Informationsmenge der privaten Wirtschaftssubjekte
und es werden entsprechende Inflationserwartungen gebildet. Dies führt ex post
dazu, dass im Gleichgewicht die Inflationsrate sowie die Kosten der Inflation höher sind.
Als Lösung können bindende Regeln dienen (vgl. Issing (1996), S.262f). Man bezeichnet
eine Politik als regelgelenkt, wenn die Wirtschaftssubjekte davon ausgehen, dass die Politikinstanz
langfristig immer gleich nach einer konkreten Verhaltensvorschrift, die entweder
formell oder informell besteht, handelt (vgl. Hamacher (1995), S.7). In einer wiederholten
Interaktion zwischen Regierung und Öffentlichkeit kann Reputation als Ersatz für eine
Regel dienen, da der potentielle Verlust an Reputation die Regierung motiviert, sich an
eine Regel zu halten.
In Kapitel 2 wird eine kurze Einführung in die Problemstellung in Zusammenhang mit der
Literatur und Historie gegeben. Anschließend wird im 3. Kapitel der Ansatz von Backus
und Driffill (1985) näher erläutert. Abschließend werden im 4. Kapitel alternative Lösungsansätze
kurz dargestellt und im 5. Kapitel ein Fazit geliefert. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einführung in die Problematik

2.1 Einordnung in die ökonomische Historie

2.2 Einordnung in die wissenschaftliche Literatur

2.3 Die Kosten der Inflation

3. Der Ansatz von Backus und Driffill

3.1 Das Grundmodell

3.2 Unbekannte Präferenzen des Zentralbankpräsidenten

3.3 Auszahlungen

3.4 Der Reputationsmechanismus

3.5 Der Lernprozess der Öffentlichkeit

3.6 Die letzte Periode

3.7 Die vorletzte Periode

4. Alternative Lösungsansätze

4.1 Komplexe Regeln

4.2 Starre Regeln

4.3 Flexible Regeln

4.4 Regeln mit Öffnungsklauseln

4.5 Eine unabhängige Zentralbank

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwieweit Reputationsmechanismen als Lösung für das Zeitinkonsistenzproblem in der Geldpolitik fungieren können, indem sie die spieltheoretische Interaktion zwischen einer Regierung und dem Privatsektor unter der Annahme asymmetrischer Information analysiert.

  • Zeitinkonsistenz bei der Geldpolitik
  • Reputationsbildung bei imperfekter Information
  • Spieltheoretische Modellierung nach Backus und Driffill
  • Bayesianischer Lernprozess der Öffentlichkeit
  • Alternative geldpolitische Lösungsansätze

Auszug aus dem Buch

3.2 Unbekannte Präferenzen des Zentralbankpräsidenten

Im Grundmodell von Barro und Gordon (1983) wurde stets davon ausgegangen, dass die Öffentlichkeit zu jedem Zeitpunkt zumindest die durchschnittlichen Zielgewichtungsfaktoren der Regierung kennt. Backus und Driffill (1984, 1985) haben darauf hingewiesen, dass diese Annahme nicht immer realistisch sei. Findet z.B. ein personeller Wechsel an der Spitze der Zentralbank statt, so besteht für die Öffentlichkeit zunächst einmal fundamentale Unsicherheit über die Zielgewichtungsfaktoren der neuen Regierung.

Anstelle der Annahme vollkommen perfekter Informationen der Wirtschaftssubjekte betrachtet man jetzt die realistischere Annahme der imperfekten, asymmetrisch verteilten Informationen, was sich in der Berücksichtigung von Unterschieden in den Eigenschaften verschiedener Regierungen widerspiegelt. Beide Typen von Regierungen verfolgen die gleiche asymmetrische Zielfunktion, weisen jedoch in Bezug auf das Beschäftigungsziel unterschiedliche Gewichtungsfaktoren auf. Das heißt, dass eine Unsicherheit der Wirtschaftssubjekte darin besteht, mit welchem Typ von Regierung sie es zu tun haben. Es wird eine stark vereinfachende, aber hilfreiche Annahme von zwei extremen Ausprägungen des Typs von Regierung gemacht. Der „harte“ Typ zeichnet sich durch seine Bereitschaft zur glaubhaften Bindung aus und verfolgt nur das Ziel der Inflationsbekämpfung (b=0 in (3)). Der „weiche“ Typ kann sich nicht glaubhaft festlegen und präferiert das Ziel der Beschäftigungssteigerung gegenüber dem der Inflationsbekämpfung (b>0 in (3)). Die Regierung hat einen Informationsvorsprung gegenüber der Öffentlichkeit, da sie ihre eigenen Präferenzen kennt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die spieltheoretische Untersuchung ein, wie Reputation das Zeitinkonsistenzproblem der Geldpolitik mildern kann.

2. Einführung in die Problematik: Dieses Kapitel verortet das Thema historisch und wissenschaftlich und erläutert, warum Inflation als soziales Übel betrachtet wird.

3. Der Ansatz von Backus und Driffill: Das Kernstück der Arbeit modelliert spieltheoretisch, wie eine Regierung Reputation durch asymmetrische Information aufbaut und verliert.

4. Alternative Lösungsansätze: Hier werden neben Reputationsmechanismen weitere Optionen wie Regeln oder die Unabhängigkeit der Zentralbank diskutiert.

5. Fazit: Das Fazit resümiert die Ergebnisse der spieltheoretischen Analyse und kritisiert die Vereinfachungen des verwendeten Modells.

Schlüsselwörter

Zeitinkonsistenz, Geldpolitik, Reputation, Spieltheorie, Zentralbank, Inflation, Nullinflation, rationale Erwartungen, asymmetrische Information, Backus und Driffill, Phillipskurve, Regierungspräferenzen, monetäre Autorität, Bayes-Regel, Reputationseffekt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit behandelt das Problem der Zeitinkonsistenz in der Geldpolitik und prüft, ob Reputationsmechanismen eine Lösung darstellen können.

Welche zentralen Themenfelder werden beleuchtet?

Im Fokus stehen das Glaubwürdigkeitsproblem von Zentralbanken, die spieltheoretische Interaktion zwischen Regierung und Öffentlichkeit sowie das Konzept der asymmetrischen Information.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu analysieren, wie eine Regierung durch strategisches Verhalten (Reputationsaufbau) ihre Inflationsankündigungen glaubhaft machen kann, auch wenn sie eigentlich Anreize zur Überraschungsinflation hätte.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Autorin oder der Autor verwendet spieltheoretische Modelle, insbesondere den Ansatz von Backus und Driffill, unter Anwendung des Konzepts des sequentiellen Gleichgewichts.

Welche Inhalte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil analysiert das Grundmodell von Barro und Gordon, das darauf aufbauende Reputationsmodell von Backus und Driffill sowie die dynamische Anpassung der Inflationserwartungen mittels der Bayes-Regel.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind Zeitinkonsistenz, Reputation, asymmetrische Information, spieltheoretisches Gleichgewicht und Zentralbankunabhängigkeit.

Wie unterscheidet das Modell zwischen einer "harten" und einer "weichen" Regierung?

Die Unterscheidung basiert auf den Zielgewichtungsfaktoren: Eine "harte" Regierung priorisiert die Inflationsbekämpfung, während eine "weiche" Regierung Beschäftigungsziele durch Inflationsüberraschungen anstrebt.

Was passiert laut dem Modell in der letzten Periode der Regierungszeit?

In der letzten Periode lohnt sich der Reputationsaufbau nicht mehr, weshalb die "weiche" Regierung dazu neigt, ihr wahres Ziel zu offenbaren und zu inflationieren.

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Details

Title
Geldpolitik und Zeitinkonsistenz bei intrinsischer Unsicherheit
College
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Lehrstuhl für Makroökonomie)
Course
Geld- und Kredittheorie
Grade
2,3
Author
Felix Paape (Author)
Publication Year
2006
Pages
17
Catalog Number
V69414
ISBN (eBook)
9783638618809
ISBN (Book)
9783640863716
Language
German
Tags
Geldpolitik Unsicherheit Geld- Kredittheorie Spieltheorie Kydland Zeitinkonsistenz
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Felix Paape (Author), 2006, Geldpolitik und Zeitinkonsistenz bei intrinsischer Unsicherheit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69414
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