Elitenherrschaft wird oft als eine vielköpfige Hydra der Berufspolitiker bezeichnet, die mit ihren zahlreichen Köpfen den großen Corpus des Volkes leitet. Die Gliedmaßen des Körpers haben zwar die Voraussetzung zur Bewegung, sind aber träge und erhalten erst durch Impulse der Gehirne, die alle eingehenden Informationen verarbeiten, die Aufforderung zur Bewegung und deren Richtung. Die Köpfe sind der Hydra gewachsen. Sie können nicht ausgetauscht werden, sondern bleiben immer die bestimmende Zentrale.
Ist das Bild der Hydra als Sagengestalt auf die Form der Elitenherrschaft übertragbar? Anhand Schumpeters demokratietheoretischen Ansatzes der Elitendemokratie soll der Frage in dieser Hausarbeit auf den Grund gegangen werden und die Vorstellungen seiner Theorie diskutiert werden.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Der Ursprung - Die klassische Elitentheorie
- Die Theorie demokratischer Elitenherrschaft - Moderne Elitedemokratie
- Die Ansichten Joseph Schumpeters (Theorieinhalt)
- Kritik an Schumpeters Elitedemokratie
- Zusammenfassung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit der Elitendemokratie, einer Form der Herrschaft, die oft mit der Vorstellung von Berufspolitikern und ihrer Machtfülle in Verbindung gebracht wird. Durch die Analyse von Schumpeters demokratietheoretischem Ansatz soll der Frage nachgegangen werden, ob diese Vorstellung zutreffend ist und wie sich die Theorie der Elitendemokratie historisch entwickelt hat.
- Entwicklung der Elitenherrschaft von der klassischen Elitendemokratie zur modernen Elitedemokratie
- Analyse von Schumpeters Theorie der Elitendemokratie
- Kritik an Schumpeters Modell
- Bedeutung der Elitendemokratie im Vergleich zu anderen Demokratiemodellen
- Die Rolle von Berufspolitikern und ihren Einfluss auf die Demokratie
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung
Die Arbeit beginnt mit einer Einleitung, die die Elitenherrschaft als ein komplexes Phänomen beschreibt und die zentrale Frage der Arbeit formuliert: Kann die Elitenherrschaft als eine Form der Demokratie betrachtet werden?
Der Ursprung - Die klassische Elitentheorie
Dieses Kapitel befasst sich mit der Entstehung der Elitentheorie, die als Kritik an der klassischen Demokratie entstand. Es werden die zentralen Vertreter der klassischen Elitentheorie, wie Mosca, Pareto und Michels, vorgestellt und ihre Argumente zur Trennung von Gesellschaft in eine herrschende Elite und eine beherrschte Masse erläutert. Die Rolle der Machtkonzentration in den Händen der Elite und deren Einfluss auf die politische Gestaltung werden diskutiert.
Die Theorie demokratischer Elitenherrschaft - Moderne Elitedemokratie
Dieses Kapitel beleuchtet die Weiterentwicklung der Elitentheorie hin zur modernen Elitedemokratie. Es werden Vertreter wie Max Weber, Seymour Lipset, Raymond Aaron, Maurice Duverger, Giovanni Satori und Joseph Schumpeter vorgestellt, die die Vereinbarkeit von Elitenherrschaft und Demokratie betonen. Die Arbeit geht dabei auf die Bedeutung der Massendemokratie und die Rolle von Berufspolitikern im politischen Interessentenbetrieb ein.
Häufig gestellte Fragen
Was ist Joseph Schumpeters Konzept der Elitendemokratie?
Schumpeter definiert Demokratie als eine Methode, bei der Individuen durch einen Wettbewerb um die Stimmen des Volkes die Macht zur Entscheidung erlangen.
Warum wird Elitendemokratie oft mit einer „Hydra“ verglichen?
Das Bild der Hydra steht für eine Herrschaft der Berufspolitiker, die als Köpfe den „Körper“ des Volkes leiten, wobei die Elite die bestimmende Zentrale bleibt.
Wer sind die klassischen Vertreter der Elitentheorie?
Zu den klassischen Theoretikern gehören Gaetano Mosca, Vilfredo Pareto und Robert Michels, die die Gesellschaft in eine herrschende Minderheit und eine beherrschte Masse unterteilten.
Wie unterscheidet sich die moderne von der klassischen Elitendemokratie?
Die moderne Elitendemokratie (z.B. nach Max Weber oder Schumpeter) versucht, die Herrschaft von Eliten mit demokratischen Verfahren wie Wahlen und Parteienwettbewerb zu vereinbaren.
Welche Kritik gibt es an Schumpeters Modell?
Kritiker bemängeln, dass das Volk in Schumpeters Modell auf eine rein akklamatorische Rolle (Wahlakt) reduziert wird und echte politische Teilhabe fehlt.
- Citation du texte
- Peter Kögler (Auteur), 2006, Ist die Elitedemokratie eine Hydra aus Berufspolitikern? -Joseph A. Schumpeter: Elitendemokratie , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69520