Kurt Hahn und die Schule Schloss Salem


Hausarbeit, 2006

14 Seiten, Note: gut


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Leben und Werk Kurt Hahns
2. 1 Biografie
2. 2 Pädagogisches Wirken

3. Die Schule Schloss Salem
3. 1 Geschichte
3. 2 Erziehungsziele

4. Zusammenfassung

5. Literatur – und Quellenverzeichnis

1. Einleitung

„Politiker ohne Amt, Pädagoge ohne Ausbildung, Schöpfer einer internationalen Erziehungsrepublik“ (Pielorz 1991, S.99) Diese Bezeichnungen beschreiben Kurt Hahn, welcher sich über Jahrzehnte leidenschaftlich und mit unheimlich großen Engagement für eine Bildung und Erziehung einsetzte, die den Menschen zu einem selbstverantwortlichen sittlichen Individuum für die Gesellschaft machen sollte (vgl. ebd., S. 100). Ausgangspunkt seiner internationalen Erziehungsrepublik war die Schule Schloss Salem. Von hier nahm alles seinen Anfang, was sich im Laufe vieler Jahre über die ganze Welt verbreitete (vgl. Winthrop-Young 1986, S.14). Hier entfalteten sich Hahns pädagogische Gedanken und Ideen. Und auch wenn sich vieles geändert hat, steht doch die Schule Schloss Salem noch bis heute in der Tradition dieser besonderen Pädagogik (vgl. Schule Schloss Salem 2006, http://www.salemcollege.de/D0_00.html).

In dieser Hausarbeit soll auf wenigen Seiten die Person Kurt Hahn und die Schule Schloss Salem ein wenig näher gebracht werden. Dazu wird zu Beginn Kurt Hahns Leben und Wirken betrachtet, bevor im Folgenden auf die Geschichte der Schule eingegangen wird. Ein besonderer Schwerpunkt liegt anschließend auf den Erziehungszielen, welche Kurt Hahn für die Schule Schloss Salem setzte.

2. Leben und Werk Kurt Hahns

2.1 Biografie

Am 5. Juni 1886 wurde Kurt Hahn in Berlin geboren (vgl. Pielorz 1991, S. 44), als Sohn von Oskar Hahn und Charlotte, geborene Landau. Seine Eltern waren jüdischer Herkunft und so wurde auch er in dieser Tradition erzogen (vgl. Hahn 1958, S.94). Die Kindheit und Jugend von Kurt Hahn wurden positiv durch seine großartige Mutter und den autoritären und mit Organisationstalent ausgestatteten Vater geprägt. Diese Eigenschaften eines guten Leiters gab er an seinen Sohn Kurt weiter. Auch seine Liebe zur Natur und das damit naturverbundene Leben brachte er seinen 4 Söhnen nahe, welche ihre Zeit gerne gemeinsam mit Bootsfahrten und Entdeckungstouren durch den Wald verbrachten. Ein umso größerer Schock und sein Leben beeinflussendes Ereignis war für Kurt Hahn deshalb der Tod seines ältesten Bruders mit 11 Jahren und später der Tod des Vaters als Kurt Hahn 18 Jahre alt war (vgl. Pielorz 1991, S. 44f).

In der Schule Schloss Salem, welches in der Tradition der Landerziehungsheime steht, kam die Verbundenheit zur Natur wieder stark zum Tragen, da hier im erzieherischen Konzept bewusst die Umwelteinflüsse eingebracht wurden (vgl. Köppen 1967, S. 38).

In Berlin besuchte Kurt Hahn das humanistische Wilhelmsgymnasium von Sexta bis zur Oberprima und schloss es mit dem Abitur 1904 ab. In der Jugendzeit wurde er stark von seinen Lehrern im Hinblick auf seine spätere Entwicklung als Pädagoge geprägt, welche ihn unter anderem in Platons Lehre einführten. Auch die Begegnung mit englischen Internatsschülern, die ihm Hermann Lietz Buch „Emlohstobba“ schenkten, hinterlies tiefe Spuren.

Im Anschluss an das Abitur begann er das Studium der klassischen Philologie in Oxford, England und setzte es nach seiner Rückkehr in Deutschland 1906 in Berlin und an anderen Universitäten fort. Er wechselte öfters den Studienort und konnte teilweise eine Zeit lang nicht studieren, da er mit den gesundheitlichen Folgen eines Sonnenstichs zu kämpfen hatte, wegen dem er auch mehrmals operiert werden musste.

Ab 1914 trat er in den Dienst des Auswärtigen Amts. Im Verlauf des 1. Weltkrieges verfasste Kurt Hahn immer wieder Schriften und arbeitete an Kundgebungen mit, welche auf den Verlauf und Ausgang des Weltkrieges eingingen. Außerdem schloss er sich mit Anhängern eines Verständigungsfriedens, unter anderem Prinz Max von Baden, zusammen. Im Januar 1919 wurde Kurt Hahn Privatsekretär von Prinz Max von Baden und folgte ihm, als dieser 1919 in Salem seinen Wohnsitz bezog. Bis 1933 war Kurt Hahn Leiter des Internats der 1920 gegründeten Schule Schloss Salem. 1933 musste er aufgrund der Konflikte mit den Nazis nach Großbritannien übersiedeln. Dort widmete er sich weiterhin dem Thema der Erziehung, woraus auch einige Schulgründungen hervorgingen. Erst 1953 kehrte er in die Nähe von Salem zurück (vgl. Hahn 1958, S.94ff). Am 14.Dezember 1974 starb er im Alter von 88 Jahren (vgl. Stichwort: Hahn, Kurt. In: Bertelsmann Lexikon – Verlag: Das neue Taschenlexikon 1992, S. 19).

2.2 Pädagogisches Wirken

1920 wurde „mit der Gründung Salems aus einem pädagogischen Politiker ein politischer Pädagoge“ (Pielorz 1991, S. 46). Dies war der Beginn seiner Schulpolitik, welche später, nachdem er aus Deutschland emigrieren musste, ebenso internationale Züge annahm (vgl. ebd.).

Kurt Hahn brachte sich in die Schule Schloss Salem durch seine jugendliche dynamische Kraft ein und ergriff mit Leidenschaft Initiative. Er zeigte gegenüber den Schülern als Erzieher viel Verständnis und menschliche Wärme.

Kurt Hahn setzte sich besonders gegen den aufkommenden Nationalsozialismus und Antisemitismus ein, da dies nicht mit den Erziehungszielen von Salem, der Erziehung zu Toleranz, europäischen und vaterländischen Denken, sowie dem christlichen Humanismus in Einklang gebracht werden konnte (vgl. Köppen 1967, S. 39). In einem Rundschreiben sagte er dem Nationalsozialismus offen den Kampf an, indem er die Mitglieder des Salemer Bundes, welcher als Verbindung der Alt-Salemer diente, dazu aufrief, sich für Salem oder für Hitler zu entscheiden. In Schottland, wohin er aufgrund der Gefährdung seines Lebens durch die Nazis emigrierte, gründete er noch im gleichen Jahr, im November 1933 die Gesellschaft „British Salem-Schools“, gemeinsam mit einflussreichen Engländern. Diese Gesellschaft unterstützte die Entstehung der in der Grafschaft Moray angesiedelten British Salem-School Gordonstoun (vgl. ebd., S.41ff). Ähnlich wie in Salem wuchs auch diese Schule, ebenso wie die später entstandene Juniorschule und die zweite Seniorschule in Altyre. Von besonderer Bedeutung waren die ab 1941 gegründeten Kurzschulen. Die erste dieser Art entstand in Aberdovey, Wales und trug den Namen Outward Bound Sea School (vgl. Hahn 1958, S. 96). Das Konzept beinhaltete einen 4-wöchigen Kurs an Seen, am Meer oder in den Bergen und war für etwa 100 Jugendliche ausgelegt im Alter zwischen 16 und 21 Jahren. Die Jugendlichen sollten in einer engen Lebensgemeinschaft ihre Zeit zusammen verbringen und in ihr Nächstenliebe und gegenseitige Hilfe praktizieren mit dem Ziel, dadurch der internationalen Verständigung sowie dem Frieden zu dienen (vgl. Böhm 2000, S.227). Diese Schulen breiteten sich immer mehr aus und im Jahre 1959 gab es 12 von ihnen, in Großbritannien, Österreich Deutschland, Australien und Afrika.

Das pädagogische Wirken von Kurt Hahn wurde immer internationaler, zum Beispiel gründete er auf einer Amerikareise 1948 – 49 die „American-British Foundation for European Education“ und kurze Zeit später die „Deutsche Gesellschaft für Europäische Erziehung“ (vgl. Hahn 1958, S. 96). Außerdem war er unter anderem Mitbegründer von Anavryta in Griechenland, der Athenian School in USA sowie des United World College (vgl. Pielorz 1991, S.46).

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Kurt Hahn und die Schule Schloss Salem
Hochschule
Technische Universität Dresden
Note
gut
Autor
Jahr
2006
Seiten
14
Katalognummer
V69600
ISBN (eBook)
9783638601429
ISBN (Buch)
9783638793827
Dateigröße
455 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kurt, Hahn, Schule, Schloss, Salem
Arbeit zitieren
Christiane Zönnchen (Autor), 2006, Kurt Hahn und die Schule Schloss Salem, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69600

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