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Das Spanische in Amerika

Title: Das Spanische in Amerika

Seminar Paper , 2002 , 14 Pages , Grade: 2

Autor:in: MA Simone Petry (Author)

Romance Studies - Spanish Studies
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Die Beschäftigung mit der spanischen Sprache in Amerika ist eines der vielschichtigsten und umfangreichsten Forschungsgebiete der spanischen Sprachwissenschaft 1 . Schon der Name "Amerika" gibt Anlaß zu Diskussionen, wird er doch oft fälschlicherweise mit den Vereinigten Staaten gleichgesetzt, obwohl er im eigentlichen Sinn den ganzen Kontinent von Alaska bis Feuerland bezeichnet. Auch geographische Begriffe wie Nord-, Mittel-, Zentral- und Südamerika führen zu Unstimmigkeiten und sind bei der Abgrenzung der einzelnen Sprachgebiete kaum hilfreich. Günstiger für die Untersuchung der Sprache sind dagegen Bezeichnungen wie Angloamerika für Territorien, die von England kolonisiert wurden und Hispanoamerika bzw. Lusoamerika für Territorien, die von Spanien bzw. Portugal kolonisiert wurden. Man kann allgemein festhalten, dass der Stellenwert der spanischen Sprache in Amerika im deutschen Sprachraum eher gering ist und dass das Hispanoamerikanische hauptsächlich im Zusammenhang mit dem Spanischen Europas und nicht als in sich geschlossenes Ganzes gesehen wird 2 . Probleme bei der Erforschung der hispanoamerikanischen Sprache ergeben sich besonders aufgrund der thematischen Breite der geschichtlichen Ereignisse sowie der riesigen Ausmaße des amerikanischen Kontinents. Der erste Teil dieser Arbeit besteht darin, die Ereignisse in der Geschichte Amerikas zusammenzufassen, die für die Entwicklung der spanischen Sprache in Amerika von Bedeutung sind. Dabei wird die Entdeckung und Eroberung Amerikas ebenso berücksichtigt wie der Verlauf der Hispanisierung. Im zweiten Teil liegt das Augenmerk auf den verschiedenen Funktionsprofilen des Spanischen in Amerika. Hierbei werden die Länder herausgestellt, in denen das Spanische Nationalsprache, Dominante Sprache oder Minderheitensprache ist. Der letzte Teil behandelt schließlich die besonderen Merkmale des amerikanischen Spanisch. Insbesondere wird auf die Unterschiede zum peninsularen Spanisch in den Bereichen Phonetik, Grammatik, Morphologie und Lexik eingegangen. Aber auch die Diskussion über die Entstehung des amerikanischen Spanisch sowie der Sub- und Adstrateinfluß der Indiosprachen werden berücksichtigt.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geschichte

2.1 Die Entdeckung und Eroberung Amerikas

2.2 Die Hispanisierung Amerikas

3. Die verschiedenen Funktionsprofile des Spanischen in Amerika

3.1 Nationalsprache

3.2 Dominante Sprache

3.3 Minderheitensprache

4. Das amerikanische Spanisch

4.1 Die Entstehung des amerikanischen Spanisch und die Bewahrung der sprachlichen Einheit

4.2 Die Grundzüge des amerikanischen Spanisch

4.3 Das indianische Sub- und Adstrat des Spanischen in Amerika

5. Zusammenfassung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung und den Status der spanischen Sprache auf dem amerikanischen Kontinent. Dabei liegt der Fokus auf der historischen Entstehung, den verschiedenen soziolinguistischen Funktionsprofilen des Spanischen sowie den spezifischen linguistischen Merkmalen, die das amerikanische Spanisch von der europäischen Norm unterscheiden.

  • Historische Phasen der Entdeckung, Eroberung und Hispanisierung Amerikas
  • Klassifizierung der spanischen Sprache als Nationalsprache, dominante Sprache oder Minderheitensprache
  • Analyse der sprachlichen Einheit und der Entstehungstheorien des amerikanischen Spanisch
  • Untersuchung phonetischer, grammatischer und lexikalischer Charakteristika
  • Einfluss indianischer Sprachen als Substrat- und Adstrateinflüsse auf das amerikanische Spanisch

Auszug aus dem Buch

4.2 Die Grundzüge des amerikanischen Spanisch

Hispanoamerika läßt sich in zwei Sprachräume einteilen: die "tierras bajas" umfassen die Küstenregionen und Ebenen, die durch bessere Verkehrsbedingungen sprachlichen Neuerungen gegenüber zugänglicher sind als die "tierras altas", die den Hochländern und Gebirgsregionen entsprechen.

Im Bereich der Phonetik kann man allgemein davon ausgehen, dass in den "tierras bajas" ein labiler Konsonantismus und stabiler Vokalismus vorherrschen, während die "tierras altas" durch einen stabilen Konsonantismus und labilen Vokalismus geprägt sind.

Im Vokalismus findet man in Teilen Mexicos, Ecuadors und Boliviens die Elision von unbetonten Vokalen, d.h. "oficina" wird "ofcina", "accidentes" wird "accidents" ausgesprochen.

Im Konsonantismus findet man eine größere Anzahl von Abweichungen vom kastilischen Standard. Der Seseo ist das einzige phonetische Charakteristikum, das sowohl in den "tierras bajas" als auch in den "tierras altas" vorkommt. Er bezeichnet den Zusammenfall von /θ/ und /s/ in /s/; /θ/ existiert im amerikanischen Spanisch also nicht mehr. Damit werden Lexeme wie "casa" und "caza" im Hispanoamerikanischen homophon ausgesprochen. Allerdings wird diese Homophonie oft durch Ausweichen vermieden; so wird z.B. "cocer" durch "cocinar" und "coser" durch "costurar" ausgedrückt. In vereinzelten Sprachinseln herrscht außerdem der Ceceo vor, d.h. die Phoneme /θ/ und /s/ werden durch /θ/ realisiert. Ein weiteres typisches Merkmal des Spanischen in Amerika ist der Yeísmo, also der Zusammenfall von /ʎ/ und /j/ in /j/; /ʎ/ gibt es also nicht mehr. Lexeme wie "pollo" und "poyo" oder "halla" und "haya" werden somit homophon ausgesprochen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die terminologischen Schwierigkeiten bei der Definition des Forschungsgebiets Amerika und skizziert den Aufbau der Arbeit von der Geschichte über die Funktionsprofile bis hin zu den linguistischen Besonderheiten.

2. Geschichte: Dieses Kapitel behandelt die Etappen der Entdeckung und Eroberung sowie den verlaufenden Prozess der Hispanisierung und den demografischen Wandel der Indiobevölkerung.

3. Die verschiedenen Funktionsprofile des Spanischen in Amerika: Das Kapitel kategorisiert die Verwendung des Spanischen in den verschiedenen Ländern Amerikas, differenziert nach Nationalsprache, dominanter Sprache und Minderheitensprache.

4. Das amerikanische Spanisch: Hier werden die Entstehungstheorien des amerikanischen Spanisch, seine phonetischen und morpho-syntaktischen Grundzüge sowie die Einflüsse indigener Sprachen detailliert analysiert.

5. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung betont die trotz regionaler Unterschiede gewahrte sprachliche Einheit des Spanischen und resümiert den heutigen Status der Sprache auf dem Kontinent.

Schlüsselwörter

Spanisch in Amerika, Hispanoamerika, Hispanisierung, Nationalsprache, Dominante Sprache, Minderheitensprache, Amerikanisches Spanisch, Andalucismo-These, Seseo, Yeísmo, Voseo, Substrat, Adstrat, Indiosprachen, Sprachliche Einheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der spanischen Sprache auf dem amerikanischen Kontinent, wobei historische, soziolinguistische und linguistische Aspekte untersucht werden.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den zentralen Themen gehören die Geschichte der Kolonisation, die unterschiedlichen Funktionsrollen des Spanischen in verschiedenen Ländern und die spezifischen sprachlichen Merkmale des amerikanischen Spanisch.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, wie sich das Spanische in Amerika entwickelt hat, welche Faktoren seine heutige Form geprägt haben und ob trotz der räumlichen Distanz eine sprachliche Einheit zum europäischen Spanisch besteht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine literaturgestützte Analyse, um historische Ereignisse und sprachwissenschaftliche Theorien zusammenzuführen und ein Panorama des lateinamerikanischen Spanisch zu zeichnen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Entwicklung, die soziolinguistische Einteilung nach dem Stellenwert der Sprache und eine linguistische Analyse der Besonderheiten im Bereich Phonetik, Grammatik und Lexik.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Hispanisierung, Indigenismen, das amerikanische Spanisch und die Auseinandersetzung mit der "Andalucismo-These" charakterisiert.

Was unterscheidet die "tierras bajas" von den "tierras altas"?

Die Einteilung bezieht sich auf geografische Unterschiede, wobei die "tierras bajas" (Küsten/Ebenen) anfälliger für sprachliche Neuerungen sind und sich phonetisch durch einen labilen Konsonantismus auszeichnen.

Welchen Einfluss haben indianische Sprachen auf das Spanische?

Der Einfluss zeigt sich primär im Wortschatz, insbesondere bei Begriffen aus der Flora und Fauna, während Einflüsse auf Grammatik und Syntax in zweisprachigen Gebieten als Adstrateffekte auftreten können.

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Details

Title
Das Spanische in Amerika
College
University of Trier
Course
Einführung in die spanische Sprachwissenschaft
Grade
2
Author
MA Simone Petry (Author)
Publication Year
2002
Pages
14
Catalog Number
V69610
ISBN (eBook)
9783638613682
Language
German
Tags
Spanische Amerika Einführung Sprachwissenschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
MA Simone Petry (Author), 2002, Das Spanische in Amerika, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69610
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