Wikis können das technologische Rüstzeug für die effiziente und effektive Organisation und Durchführung von wissensbasierten Tätigkeiten in einem Unternehmen sein.
Die vorliegende Arbeit untersucht an Hand aktueller von Literaturrecherche sowie unter Einbindung qualitativer Interviews mit Vertretern unterschiedlicher Unternehmen in Österreich, unter welchen betrieblichen Voraussetzungen Wikis das Tool der Wahl sein sollten bzw. welche Aufgabenstellungen mit Wikis bestmöglich gelöst werden können.
Auf Basis der Zusammenführung der aus dem Literaturstudium gewonnenen Erkenntnisse sowie der Kernaussagen der qualitativen Untersuchung lassen sich folgende Aussagen treffen:
Je flacher und teamorientierter ein Unternehmen geführt ist, je konstruktiver Mitarbeiter sind und je (hyper-)textbasierter das Wissen im Unternehmen vorliegt, desto besser eignen sich Wikis als Wissensmanagementtool.
Deutlich haben sich allerdings auch so manche Grenzen bzw. Gefahren bei der Anwendung gezeigt. Immer dann, wenn Dokumente aus rechtlichen oder anderen Gründen nachträglich nicht editierbar sein dürfen, sind Wikis nicht das Wissensmanagementtool der Wahl. Ebenso wenig lassen sich Wikis als Wissensdatenbank für komplexe Daten in nicht textbasierten Formaten optimal einsetzen. Zu guter Letzt kommen Mitarbeiter, die nach wie vor einer gewissen Ellbogenmentalität oder einer patriarchalisch-hierarchisch organisierten Unternehmenskultur anhängen, unserer Erfahrung nach nur schlecht mit Wikis zurecht.
Inhaltsverzeichnis
1. Problem- und Aufgabenstellung
2. Einleitung
3. Wissensmanagement
4. Die Wiki-Technologie
4.1. Was ist ein Wiki?
4.2. Historische Entwicklung
4.3. Funktionalität von Wikis
4.3.1. Artikelansicht
4.3.2. Seite bearbeiten
4.3.3. Diskussion
4.3.4. Versionen/Autoren
4.4. Bedeutende Wikis
5. Wikis als innerbetriebliches Wissensmanagementtool
5.1. Wiki als asynchrone Diskussionssoftware
5.2. Wiki als gemeinschaftliches Autorensystem
5.3. Wiki als Wissensdatenbank
5.4. Wiki als Kommunikationsplattform für Teams
5.5. Wiki als Projektmanagementtool
5.6. Wiki als Intranet
5.7. Vorbereiten und Dokumentieren von Sitzungen
6. Realitätscheck
6.1. Qualitative Befragung
6.1.1. Methode
6.1.2. Untersuchungsdesign
6.1.3. Gesprächsleitfaden
6.2. Ergebnisse
6.2.1. Kernaussagen des Leiters der IT-Abteilung
6.2.2. Kernaussagen der Kundenberaterin
6.2.3. Kernaussagen des CAD-Technikers
6.2.4. Kernaussagen des Software-Entwicklers
6.2.5. Kernaussagen des Projektmanagers
7. Analyse und Auswertung
7.1. Auswertung der qualitativen Interviews
8. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob sich Wiki-Systeme für den innerbetrieblichen Einsatz als zentraler Informationsdienst eignen und welche betrieblichen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Implementierung gegeben sein müssen.
- Grundlagen des Wissensmanagements in der Wissensgesellschaft.
- Technische Funktionsweise und Merkmale von Wiki-Systemen.
- Einsatzmöglichkeiten von Wikis als innerbetriebliche Wissensmanagementtools.
- Empirische Untersuchung mittels qualitativer Experteninterviews in österreichischen Unternehmen.
- Analyse kritischer Erfolgsfaktoren wie Unternehmenskultur und Organisationsstruktur.
Auszug aus dem Buch
4.3.4. Versionen/Autoren
Auf Grund des offenen Zugangs für alle besteht in Wikis eine gewisse Gefahr des Vandalismus. Die Versionskontrolle, wie sie in Abb. 6 zu sehen ist, ist ein probates Gegenmittel. Jede Editier-Aktion wird in einer Historie mit Datum, Uhrzeit, Username und IP Adresse festgehalten und ist jederzeit für jeden einsehbar. Zwei beliebige Versionen ein und desselben Artikels können mit Hilfe der Diff-Funktion verglichen werden. Dies erleichtert die Arbeit wesentlich und ermöglicht es, innerhalb kürzester Zeit konsistente Versionen wieder herzustellen und somit bösartigen Absichten auf effiziente Weise zu begegnen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Problem- und Aufgabenstellung: Die Arbeit definiert die zentrale Forschungsfrage, ob Wiki-Systeme als zentrale Informationsdienste in Unternehmen taugen und welche Rahmenbedingungen dies erfordert.
2. Einleitung: Es wird der Kontext des Übergangs zur Wissensgesellschaft dargelegt und das methodische Vorgehen mittels Literaturrecherche und Experteninterviews umrissen.
3. Wissensmanagement: Dieses Kapitel erläutert Wissensmanagement als systematisches Konzept zur Förderung von Innovation und Effizienz unter Einbeziehung von implizitem und explizitem Wissen.
4. Die Wiki-Technologie: Hier werden die historischen Ursprünge und die grundlegenden Funktionalitäten von Wikis als kollaborative Hypertext-Systeme detailliert beschrieben.
5. Wikis als innerbetriebliches Wissensmanagementtool: Die verschiedenen Rollen von Wikis im Unternehmen – von der Diskussionssoftware bis zum Intranet – werden analysiert.
6. Realitätscheck: Dieses Kapitel präsentiert die Ergebnisse einer qualitativen Befragung von Vertretern unterschiedlicher Branchen zu deren Erfahrungen mit Wiki-Systemen.
7. Analyse und Auswertung: Die erhobenen Daten werden synthetisiert und Bedingungen für eine ideale Wiki-Umgebung abgeleitet.
8. Zusammenfassung und Ausblick: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die Bedeutung von Unternehmenskultur für den Erfolg von Wiki-Technologien als zukunftsorientierte Lösung.
Schlüsselwörter
Wissensmanagement, Wiki, Wissensgesellschaft, Innerbetrieblicher Einsatz, Kollaboration, Hypertext, Organisationskultur, Unternehmenskommunikation, Wissensdatenbank, Qualitative Befragung, Informationsgesellschaft, Dokumentation, Projektdokumentation, Wissensarbeit, Technologie-Einsatz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht den Einsatz von Wiki-Systemen als technologische Unterstützung für das Wissensmanagement innerhalb von Unternehmen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die thematischen Schwerpunkte liegen auf dem Wissensmanagement in der Wissensgesellschaft, der Funktionsweise von Wikis und deren Anwendung im innerbetrieblichen Alltag.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu klären, unter welchen betrieblichen Voraussetzungen Wikis das optimale Werkzeug für den Wissensaustausch darstellen und wo ihre Grenzen liegen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Untersuchung basiert auf einer Kombination aus Literaturrecherche und der qualitativen Methode der Experteninterviews mit Vertretern verschiedener österreichischer Firmen.
Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil analysiert die technologische Basis von Wikis, deren Nutzen als Diskussions- und Autorensystem sowie die praktischen Erfahrungen der befragten Experten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen zählen Wissensmanagement, Wiki, Kollaboration, Organisationskultur, Wissensdatenbank und Informationsgesellschaft.
Warum sind Wikis für manche Unternehmen ungeeignet?
Laut der Studie sind Wikis ungeeignet, wenn Dokumente rechtlich unveränderbar sein müssen, komplexe proprietäre Dateiformate vorliegen oder eine streng hierarchische Unternehmenskultur den freien Wissensaustausch verhindert.
Welchen Einfluss hat die Unternehmenskultur?
Die Studie zeigt, dass eine flache Hierarchie, gegenseitiges Vertrauen und eine offene Fehlerkultur wesentliche Voraussetzungen sind, damit Wikis in einem Unternehmen als "Selbstläufer" funktionieren können.
- Quote paper
- Harald Bachner (Author), 2007, Wiki-Systeme als Wissensmanagementtools, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69615