Der Vergleich zweier Städte unter der Herrschaft der VOC im 16. und 17. Jahrhundert

Batavia und Malakka


Seminararbeit, 2005

20 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Vereinigte Ostindische Kompanie

3. Batavia – die Ankunft der Europäer

4. Malakka – vom Sultanat zur europäischen Kolonie

5. Batavia – Kolonialzeit unter der VOC

6. Malakka – Kolonialzeit unter der VOC

7. Batavia und Malakka - Vergleich zweier Kolonialstädte der VOC

8. Zusammenfassung

9. Literaturverzeichnis:

1. Einleitung

Jakarta, die quirlige Hauptstadt Indonesiens, hat heute über acht Millionen Einwohner und ist einer der größten Schmelztiegel der Welt. Menschen verschiedenster Kulturen, Religionen und Sprachen leben zusammen in dieser Stadt. Anders Malakka, die Stadt am Südwestzipfel Malaysias einst die bedeutendste Stadt im gesamten Archipel, macht sie heute einen eher vergessenen Eindruck und die Bauten ihrer großen Zeiten erscheinen konserviert.

Heutzutage werden Malaysia und Indonesien nicht viel Beachtung von den Europäern und den größten Wirtschaftsmächten der Welt geschenkt, aber einst waren Jakarta, das damalige Batavia, und Malakka die wichtigsten Handelsstädte in Südostasien. Sie brachten den europäischen Herren und ihren Königen Reichtum, Ansehen und Macht. Immer noch können beide Städte ihre Vergangenheit bezeugen; überall kann man die Spuren der Europäer entdecken, die sich hier niedergelassen hatten. Alte Gebäude im Kolonialstil, Kirchen und selbst die Verwaltungsstruktur in Jakarta weißen noch ihren niederländischen Einfluss auf. Da in dieser Zeit vom 16. und 17. Jahrhundert hauptsächlich die Niederländer in diesen Städten regierten, möchte ich mich vor allem mit den holländischen Kolonialstrategien, die im Namen der Vereinigten Ostindischen Kompanie umgesetzt wurden, beschäftigen.

In dieser Hausarbeit werde ich versuchen einen Vergleich zwischen Batavia und Malakka im 16. und 17. Jahrhundert zu ziehen. Wie unterschiedlich waren beide Städte vor ihrer Kolonisierung durch die Europäer? Wer waren die Kolonialmächte? Welche Ziele wurden durch die Kolonisierung verfolgt und wie wurden sie durchgesetzt? Wie ging die Bevölkerung mit den neuen europäischen Mächten um und wie wurden sie von den Kolonialmächten behandelt? All diese Fragen gilt es zu klären und zu versuchen Unterschiede und Ähnlichkeiten aufzuweisen.

Interessant ist es auch anhand von Quellen die Eindrücke von den Europäern festzuhalten, die aus Abenteuerlust, Arbeitslosigkeit und angetrieben von der naiven Vorstellung unvorstellbare Schätze zu finden in diese fremden und weiten Welten aufbrachen.

2. Die Vereinigte Ostindische Kompanie

Die Vereinigte Ostindische Kompanie spielte wohl die wichtigste Rolle in der Kolonisierungspolitik der Niederlande. Deshalb möchte ich zum besseren Verständnis der folgenden Kapitel die wichtigsten Fakten zur Vereinigten Ostindischen Kompanie kurz zusammenfassen. Obwohl eine private Gesellschaft, die nicht staatlich organisiert war, brachte sie dem Niederländischen Staat Reichtum und Ansehen gegenüber den damals anderen führenden europäischen Handelsstaaten ein. Die Vereinigte Ostindische Kompanie oder die VOC wie ich sie im folgenden nennen werde war eine der ersten Aktiengesellschaften der modernen westlichen Geschäftswelt[1]. Obwohl schon reger Austausch und Handel stattfand wurde die VOC erst 1602 gegründet. Die vorhergehenden Expeditionen die, von verschiedenen Handelsunternehmen, schon zahlreich unternommen worden waren, wurden ab 1595 unter dem Namen Vorkompanien zusammengefasst[2]. Die oberste politische Autorität der VOC waren die Prinzen von Oranien. Wilhelm III. wurde 1672 zum Statthalter der Vereinigten Provinzen ernannt. Die Kompanie erwartete von ihm die Förderung ihrer Interessen gegenüber den Generalstaaten. Sie hatten die Ehre ihm dafür - als freiwillige Gabe – drei Prozent aller Dividenden zu überreichen[3]. Eine wichtige Rolle in der VOC kommt den so genannten Herren XVII zuteil. Die Herren XVII waren die Direktoren der VOC, die ihren Sitz in Amsterdam hatte. Sie waren vor allem die Geldgeber und wichtige Entscheidungen mussten mit ihnen abgeklärt werden. In erster Linie war die VOC ein Handelsbetrieb und erhob ursprünglich keine Territorialansprüche. Sie hatte also kein Anliegen daran andere Länder zu kolonisieren. Die VOC hatte Befugnisse um mit der Bevölkerung und den Indischen Fürsten Bündnisse einzugehen, Festungen anzulegen und Soldaten anzuwerben.

3. Batavia – die Ankunft der Europäer

Die Idee der Kolonialisierung von südostasiatischen Städten und Ländern kam mit der Entdeckung des Seeweges nach Indien durch die Portugiesen in

den Jahren 1497/98. Mit dieser Entdeckung hatten es die Europäer geschafft die steigende Nachfrage nach Gewürzen in Europa auf günstigste Weise befriedigen zu können und den eigenen Durst nach Reichtum zu stillen. Nun gab es kein Halten mehr und die Entdecker stießen immer weiter in den südostasiatischen Raum vor. Vom Gold- und Gewürzreichtum angezogen tauchten die Europäer dann auch in Indonesien auf. Den Portugiesen folgten rasch die Spanier und die Engländer. Doch beide Länder konnten sich nicht gegen die eintreffenden Niederländer behaupten. Erstes Ziel waren die Molukken, auch bekannt als die Gewürzinseln, und die Banda Inseln. Die Niederländer boten sich den Herrschern dieser Inseln als Hilfe gegen die ankommenden Portugiesen und Engländer an. Dadurch konnten sie mit ihnen Bündnisse eingehen und die drohenden Konkurrenten vom Handel ausschließen[4]. Nachdem die Holländer aber weiter im Westen in Bantam und Aceh nicht wirklich Fuß fassen konnten, da die Sultane die Europäischen Mächte gegeneinander ausspielten und sowohl den Engländern als auch den Holländern erlaubten Fabriken aufzubauen, gingen die Holländer 1610 nach Jakarta und knüpften die ersten Verbindungen um die Stadt zu kolonisieren. Im Namen der VOC konnte Jacques l`Hermite[5] die Erlaubnis von Jakartas Fürsten erlangen eine Handelsgesellschaft in Jakarta zu bauen[6]. Jakarta war vor der Kolonialisierung durch die Holländer eine kleine, nicht sehr bedeutende Stadt an der Mündung des Tjiliwong.

Zu Beginn des 17. Jahrhunderts war Jakarta eine typische javanische Hafenstadt, ein kleines Bambusdorf mit schlammigen Wegen, leicht gebauten Häusern, einer Moschee und dem Palast des Königs. Die Siedlungen waren von Bambuszäunen und Dornenhecken umgeben.

Die Menschen lebten gemächlich nebeneinander her. Tiere und Menschen badeten im Fluss. Auf den Märkten wurden im Überfluss Reis, Gewürze und die Gartenprodukte des fruchtbaren Hinterlandes angeboten[7].

4. Malakka – vom Sultanat zur europäischen Kolonie

Malakka spielte im Gegensatz zu Jakarta schon sehr früh eine große Rolle in der Geschichte der südostasiatischen Handelszentren. Das Sultanat von Malakka wurde um 1400 von Parameswara, einem Prinzen von Palemabang gegründet, der aus Sumatra von den dort aufsteigenden Javanesen vertrieben worden war. Prinz Parameswara konvertierte vom Hinduismus zum Islam und nahm damit den Namen Megat Iskander Shah und den Sultanstitel an[8]. Sein Nachfolger Sultan Muzaffar Shah begann um 1446 mit der territorialen Erweiterung des Sultanats und damit auch der Verbreitung des Islams in Südostasien[9]. Dieses Sultanat beherrschte über 100 Jahre lang beide Seiten der Strasse von Malakka, der wichtigsten Seestrasse für den Handel in diesem Archipel. Chinesen, Araber, Inder, Javanesen und Burmanesen gingen in Malakka ein und aus oder lebten dort. Malakka war also schon sehr früh ein Treffpunkt verschiedenster Kulturen. Dieser Zeit ist auch die Verbreitung der malaiischen Kultur und Architektur zu verdanken. Viele Händler aus anderen asiatischen Staaten konvertierten hier zum Islam und brachten den neuen Glauben in ihre Heimatländer. Der Islam wurde somit von Malakka aus zu den südostasiatischen Inseln und der Malaiischen Halbinsel getragen.

[...]


[1] Dequin, H.: Indonesien. S. 37. Dr. Götze Verlag, Ryadh, 1978.

[2] Gaastra, F. S.: The Dutch East India Company. S. 17. o. V., Leiden, 2003.

[3] Dequin, H.: Indonesien. S. 37. Dr. Götze Verlag, Ryadh, 1978.

[4] v. Oud- Alblas Blussé, J. L.: Strange Company – Chinese Settlers, Mestizo Women and the Dutch in VOC Batavia S. 21. Foris Publications, Dordrecht, 1986.

[5] Jacques l`Hermite war eines der Mitglieder des ersten Indonesischen Rates.

[6] v. Oud- Alblas Blussé, J. L.: Strange Company – Chinese Settlers, Mestizo Women and the Dutch in VOC Batavia S. 21. Foris Publications, Dordrecht, 1986.

[7] Kirsch, P.: Die Reise nach Batavia S. 180. Ernst Kabel Verlag, Hamburg, 1994.

[8] Yeang, K.: The Architecture of Malaysia S. 25. The Pepin Press, Amsterdam, Kuala Lumpur, 1992.

[9] Ebd. S. 27.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Der Vergleich zweier Städte unter der Herrschaft der VOC im 16. und 17. Jahrhundert
Untertitel
Batavia und Malakka
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg  (Historisches Seminar)
Veranstaltung
Persianische und ostindianische Reis[e]
Note
1,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
20
Katalognummer
V69689
ISBN (eBook)
9783638613965
ISBN (Buch)
9783638831604
Dateigröße
469 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Vergleich, Städte, Herrschaft, Jahrhundert, Persianische, Reis[e], Jakarta, Malakka
Arbeit zitieren
Amrita Moehring-Sen (Autor), 2005, Der Vergleich zweier Städte unter der Herrschaft der VOC im 16. und 17. Jahrhundert, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69689

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