Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publicación mundial de textos académicos
Go to shop › Arte - Escultura, plástica

Erwachen am Chartreser Nordquerhaus - Eine Untersuchung der gotischen Portal-Skulpturen

Título: Erwachen am Chartreser Nordquerhaus - Eine Untersuchung der gotischen Portal-Skulpturen

Trabajo , 2005 , 53 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Christina Crook (Autor)

Arte - Escultura, plástica
Extracto de texto & Detalles   Leer eBook
Resumen Extracto de texto Detalles

Das nördliche Querhaus von Chartres ist in vielerlei Hinsicht bemerkenswert. Sein ikonographisches Programm und die Ausarbeitung seines Bildwerkes spiegelt nicht nur ein geistiges und künstlerisches Erwachen wider, es stellt außerdem, ganz nach dem Vorbild von Senlis, das mariologische Thema in den Vordergrund und bricht so mit der christologischen Tradition. Die heterogene Gestaltung des nördlichen Querhauses erklärt sich durch das Ende eines religiös, dogmatischen Schlummers, denn zur Erbauungszeit der gotischen Kathedrale wurden wichtige theologische Fragen kontrovers diskutiert. Die Entscheidung, am nördlichen Querhaus von Chartres Themen des Alten und des Neuen Testaments darzustellen, könnte von dem Wunsch herrühren, beide Schriften als Einheit zu verknüpfen.
Vor allem aber, was die Skulpturengestaltung anbelangt, lassen sich am Nordquerhaus dieser Kathedrale tiefgreifende Veränderungen ausmachen. Wie in der Belser Stilgeschichte über die Entwicklung der gotischen Skulptur treffend zu lesen ist,„tritt die (...) freistehende Plastik vor der Folie des vertikalen Mauergerüstes in ein vollkommen neues Verhältnis zum Raum. Die lebensgroßen Standbilder stehen vereinzelt, sogar oft isoliert voneinander, unter kleinen Architekturbaldachinen, die ihnen optisch den notwendigen Raummantel umlegen. Selbst diese exemplarische Gestalten (Propheten, Apostel) werden im Laufe der Zeit menschlicher, körperlich bewegter und treten untereinander in dialogische Beziehungen. (...) Aus einem über die byzantinischen Vorbilder wiedergewonnenen Verhältnis zur Antike wird die Plastik mit neuem Leben erfüllt und vermenschlicht. (...) Die menschliche Gestalt wird für würdig befunden, Übermenschliches auszusprechen.“
Diese Seminararbeit wird untersuchen, inwiefern diese Entwicklung an den Portalen des Nordquerhauses auszumachen ist. Dabei spielen vor allem die Bildwerke des Hiob-Salomo-Portals eine große Rolle. Dieses Portal, welches von einer aus Sens stammenden Werkstatt angefertigt wurde, zeichnet sich laut W. Sauerländer durch eine Formensprache „unruhevoller Bewegtheit“ aus und verfügt dabei gleichzeitig über eine „dramatisch beseelte Erzählweise“.
Durch eine Besprechung der Skulpturen am nördlichen Querhaus soll hier erörtert werden, wodurch die Bildwerke ihre Lebendigkeit und sogleich ihre Zeitlosigkeit erhalten, da wir doch, wann immer wir ihnen gegenüber treten, etwas von uns in ihnen entdecken werden.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1. 1 Baugeschichtlicher Hintergrund der Chartreser Kathedrale

1. 2 Zur Frage der Planänderung und der zeitlichen Eingrenzung der Querhausskulpturen

2 Ikonographie der Portale des Chartreser Nordquerhauses

2. 1 Das Marientriumphportal

2. 2 Ikonographie des Epiphanieportals

2. 3 Ikonographie des Hiob-Salomo-Portals

3 Beschreibung der Nordquerhausportale

3. 1 Beschreibung des Marientriumphportals: Zu Tympanon und Sturz

3.1.1 Zur Trumeaufigur des Portals: Die Heilige Anna

3.1.2 Beschreibung der Gewändefiguren

4 Beschreibung des Epiphanieportals

4. 1 Zu Tympanon und Sturz

4. 2 Die Gewändefiguren

5 Beschreibung des Hiob-Salomo-Portals

5. 1 Zu Tympanon und Sturz

5. 2 Die Gewändefiguren

5. 3 Die Königsköpfe des Hiob-Salomo-Portals

6 Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das geistige und künstlerische Erwachen, das sich in der Skulpturengestaltung des nördlichen Querhauses der Kathedrale von Chartres widerspiegelt. Ziel ist es, die Entwicklung hin zu einer lebendigeren, körperlich bewegteren und in dialogische Beziehungen tretenden Plastik an den verschiedenen Portalen aufzuzeigen und zu analysieren.

  • Ikonographische Analyse der drei Hauptportale (Marientriumphportal, Epiphanieportal, Hiob-Salomo-Portal)
  • Baugeschichtlicher Kontext und Fragen der Planänderung an der Kathedrale
  • Vergleichende Untersuchung der Stilistik und Lebendigkeit von Skulpturen
  • Analyse der Gewändefiguren und ihrer künstlerischen Gestaltung
  • Untersuchung der "Königsköpfe" als Ausdruck individueller Charakterisierung

Auszug aus dem Buch

3. 1 Beschreibung des Marientriumphportals: Zu Tympanon und Sturz

Vergleicht man am Südquerhaus das Weltgerichtsportal mit dem nördlichen Tympanon des Marienportals, so fällt auf, dass eine Verschiebung der figürlichen Rangordnung stattgefunden hat: An der Südseite steht Christus als Weltenrichter im Zentrum des Tympanons und Maria sowie der Evangelist Johannes treten lediglich als Randfiguren auf. Im Gegensatz dazu bildet Maria gemeinsam mit Christus den Focus des Marientriumphportals auf der Nordseite. Beide befinden sich auf gleicher Höhe und sind einander zugewandt. Der offene, auf Säulen getragene Dreipass über ihnen wird selbst noch einmal mit einem floralen Muster verziert. Hier wird schon durch die räumliche Abgeschlossenheit die Einheit von Mutter und Sohn betont. Ihre Harmonie findet zudem Entsprechung in den beiden halbfigürlichen Engeln, deren Flügel sich im Scheidepunkt des offenen Dreipasses überschneiden.

Im Vergleich zum Tympanon des Weltgerichtsportals ist dieses Heilige Paar wesentlich lebendiger gestaltet. Die Körper scheinen insgesamt beweglicher und biegsamer. Bei ihnen ist nicht das blockhafte, klobige Moment zu finden, dass am Weltgerichtsportal zu sehen ist. Vor allem die Maria verkörpert Beweglichkeit: Mit dem Oberkörper ist sie ihrem Sohn zugewandt; auch der Kopf ist seitlich leicht eingedreht. Während sie die linke Hand, die leider nicht mehr vorhanden ist, vor ihre Brust hält, deutet sie mit der rechten auf ihren Sohn. Diese Hand ist sehr feingliedrig gestaltet. Ihre Handfläche zeigt nach außen; die einzelnen Finger deuten auf Jesus und sind leicht gebogen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die künstlerische Bedeutung des nördlichen Querhauses ein und erläutert die Forschungsfrage bezüglich der Entwicklung hin zu einer lebendigeren gotischen Skulptur.

2 Ikonographie der Portale des Chartreser Nordquerhauses: In diesem Kapitel werden die ikonographischen Programme des Marientriumphportals, des Epiphanieportals und des Hiob-Salomo-Portals einzeln vorgestellt.

3 Beschreibung der Nordquerhausportale: Dieses Kapitel widmet sich einer detaillierten Analyse des Marientriumphportals, wobei insbesondere das Tympanon, die Trumeaufigur der Heiligen Anna und die Gewändefiguren betrachtet werden.

4 Beschreibung des Epiphanieportals: Der Fokus liegt hier auf der Beschreibung des Tympanons, des Sturzes und der Gewändefiguren dieses Portals, wobei die Heimsuchung und der Besuch der Heiligen Drei Könige thematisiert werden.

5 Beschreibung des Hiob-Salomo-Portals: Dieses Kapitel untersucht die Tympanon- und Sturzszenen, die Gewändefiguren sowie die markanten Königsköpfe, die dieses Portal als besonders dynamisch auszeichnen.

6 Schlussbemerkung: Die Arbeit schließt mit einem zusammenfassenden Vergleich der Entwicklung der gotischen Skulptur und unterstreicht die gewonnene "emotionale Intimität" und das künstlerische Selbstbewusstsein der Zeit.

Schlüsselwörter

Gotik, Chartres, Nordquerhaus, Marientriumphportal, Epiphanieportal, Hiob-Salomo-Portals, Skulptur, Ikonographie, Gewändefiguren, Mittelalter, Kunstgeschichte, Kathedrale, Planänderung, Lebendigkeit, Stofflichkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die künstlerische Entwicklung der Portal-Skulpturen am nördlichen Querhaus der Kathedrale von Chartres und deren Rolle im Kontext des gotischen "Erwachens".

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die ikonographische Ausgestaltung der drei Portale, die stilistische Entwicklung der Skulpturen und deren Einbettung in die chartreser Baugeschichte.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, inwiefern eine Entwicklung hin zu mehr Lebendigkeit, Körperlichkeit und emotionaler Ausdrucksstärke in den Portalskulpturen des Nordquerhauses erkennbar ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine kunsthistorische Analyse, die ikonographische Beschreibungen mit einer detaillierten stilistischen Untersuchung der Skulpturen (Faltenwurf, Körperhaltung, Mimik) kombiniert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Beschreibung und Analyse der drei Portale (Marientriumphportal, Epiphanieportal, Hiob-Salomo-Portal) inklusive ihrer Tympanons, Sturzreliefs und Gewändefiguren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Gotik, Chartres, Portal-Skulpturen, Ikonographie, Lebendigkeit und Stofflichkeit sind die prägenden Begriffe.

Welche Rolle spielt die Heilige Anna im Marientriumphportal?

Die Heilige Anna dient als Trumeaufigur sowohl als wichtiger zeitlicher Orientierungspunkt für die Entstehungsgeschichte als auch als mariologischer Kontrapunkt zum christologischen Fokus des Südquerhauses.

Warum wird das Hiob-Salomo-Portal als besonders dynamisch hervorgehoben?

Es zeichnet sich durch seine Emotionalität, die verdrehten Körperhaltungen der Figuren, dramatische Gesten und eine individuelle Charakterisierung aus, die den Betrachter stärker in die Szene einbezieht.

Final del extracto de 53 páginas  - subir

Detalles

Título
Erwachen am Chartreser Nordquerhaus - Eine Untersuchung der gotischen Portal-Skulpturen
Universidad
Johannes Gutenberg University Mainz  (Institut für Kunstgeschichte)
Curso
Die gotische Skulptur
Calificación
1,7
Autor
Christina Crook (Autor)
Año de publicación
2005
Páginas
53
No. de catálogo
V69771
ISBN (Ebook)
9783638622479
Idioma
Alemán
Etiqueta
Erwachen Chartreser Nordquerhaus Eine Untersuchung Portal-Skulpturen Skulptur
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Christina Crook (Autor), 2005, Erwachen am Chartreser Nordquerhaus - Eine Untersuchung der gotischen Portal-Skulpturen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69771
Leer eBook
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
Extracto de  53  Páginas
Grin logo
  • Grin.com
  • Envío
  • Contacto
  • Privacidad
  • Aviso legal
  • Imprint