Die Forderungen nach Effizienz, Effektivität sowie Qualitätsstandards und -sicherung werden sowohl im Bildungsbereich als auch im Allgemeinen sozialen Bereich immer lauter. Hier setzt Evaluation als neues Berufsfeld für Pädagogen an: „Die Evaluation ist ein neues Berufsfeld für den Pädagogen/ die Pädagogin im außerschulischen Erwachsenen- und Weiterbildungsbereich, das nicht nur den Soziologen und Psychologen vorbehalten bleiben sollte“ (Prell, SS 1996 Seminar: Zur Theorie und Methode der Evaluation mit praktischen Beispielen, Gießen). Selbstevaluation als besondere Form der Evaluation geht hier einen Schritt weiter, indem sie die Möglichkeit bietet und quasi dazu auffordert, die eigene Arbeit selbst zu evaluieren: “Evaluation von Kurseinschätzung ist nicht auf die Kurseinschätzung durch die Teilnehmer beschränkt. Bisher wenig genutzt wird die Einschätzung abgelaufener Kurse durch den Kursleiter-eventuell ergänzend zu den Teilnehmern“ (Reischmann, 17).
In nachfolgender Hausarbeit im Rahmen des Seminars „Evaluation in der Erwachsenenbildung“, soll das Konzept der Selbstevaluation näher erläutert werden. Es stellt sich die Frage, wie sich Selbstevaluation definiert und wie sie sich abgrenzen lässt zu herkömmlichen Evaluationskonzepten. Nachfolgend soll Selbstevaluation als besondere Form der Evaluation dargestellt werden. Dabei wird zunächst Selbstevaluation im Rahmen des Evaluationskonzeptes dargestellt und der Versuch einer Definition unternommen. Nach den Merkmalen der Evaluation wird das derzeit aktuellste Konzept der Selbstevaluation nach König skizziert. In einem abschließenden Fazit erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit der Thematik.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definitorische Bestimmung von Evaluation
3. Selbstevaluation
3.1 Definition
3.2 Quellen der Selbstevaluation
3.3 Zentrale Merkmale der Selbstevaluation:
3.4 Nutzen, Funktionen und Ziele der Selbstevaluation
5. Der Prozess der Selbstevaluation
6. Fazit: Kritische Auseinandersetzung
8. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit dem Konzept der Selbstevaluation auseinander, definiert dessen Grundlagen und untersucht den praktischen Umsetzungsprozess, um dessen Eignung als Instrument zur Qualitätssicherung und Professionalisierung pädagogischer Arbeit zu bewerten.
- Grundlagen und Definition der Selbstevaluation
- Methodische Ansätze und theoretische Quellen
- Phasen des Selbstevaluationsprozesses nach dem Leitfaden von König
- Chancen und Risiken wie Wahrnehmungsverzerrungen und Glaubwürdigkeit
Auszug aus dem Buch
3.1 Definition
Bei der Thematik der Selbstevaluation geht es um den Versuch der Beantwortung der im Zitat gestellten Fragen: „Leiste ich gute Arbeit? Könnte ich anders mehr erreichen? Habe ich mich richtig verhalten? Das sind Fragen, die bei der Selbstevaluation zentral sind.(...). Im Gegensatz zur Fremdevaluation durch Außenstehende, meist Sozialwissenschaftler, ist es bei der Selbstevaluation der Sozialarbeiter, der als „Forscher“ in eigener Sache den Verlauf und die Ergebnisse seines beruflichen Handelns untersucht.“ (Heiner, 1988, 7)
Prell (1995) simplifiziert Selbstevaluation durch den Vergleich mit dem Spiegelbild der eigenen Arbeit: „Alltägliche Evaluationshandlungen sind in erster Linie Selbstevaluation. (...) Selbstevaluation verlangt Selbstwahrnehmung bzw. – aufmerksamkeit, eine Zentrierung auf das Selbst. Prototypisch ist der „Blick auf einen Spiegel“ oder die Konfrontation mit einem „Spiegel“.(...) Das Selbst soll sein Spiegelbild mit einem Idealbild vergleichen; die Differenz von Ist- und Sollwert unterliegt einer jeweils subjektiven Bewertung“(ebd., 5). König (2000) definiert wie folgt: „Selbstevaluation meint die Beschreibung und Bewertung von Ausschnitten des eigenen alltäglichen Handelns und seinen Auswirkungen nach selbst bestimmten Kriterien.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die wachsende Bedeutung von Evaluation als Berufsfeld für Pädagogen ein und stellt das Konzept der Selbstevaluation als Möglichkeit der eigenständigen Arbeitsevaluation vor.
2. Definitorische Bestimmung von Evaluation: Dieses Kapitel liefert eine breite Übersicht über verschiedene Evaluationsdefinitionen in der Literatur und grenzt unterschiedliche Evaluationsformen wie summative, formative oder interne Evaluation voneinander ab.
3. Selbstevaluation: Hier wird der Begriff Selbstevaluation durch verschiedene theoretische Quellen wie die qualitative Sozialforschung und Systemtheorie fundiert sowie zentrale Merkmale und Funktionen des Konzepts herausgearbeitet.
5. Der Prozess der Selbstevaluation: Dieser Abschnitt beschreibt detailliert den praktischen Durchführungsprozess anhand des Leitfadens nach König, welcher den Ablauf in zehn spezifische W-Fragen strukturiert.
6. Fazit: Kritische Auseinandersetzung: Das Fazit beleuchtet kritisch die Grenzen der Selbstevaluation, insbesondere hinsichtlich der Objektivität, Validität und der Gefahr von Wahrnehmungsverzerrungen durch die Involviertheit des Evaluators.
8. Resümee: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und betont die Notwendigkeit der Selbstevaluation als Teil der lebenslangen Lernkompetenz für Pädagogen.
Schlüsselwörter
Selbstevaluation, Evaluation, Sozialarbeit, Qualitätssicherung, Reflexion, Pädagogik, Prozessorientierung, Selbstwahrnehmung, methodische Instrumente, berufliches Handeln, Praxisoptimierung, Interventionsprozesse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit thematisiert die Selbstevaluation als spezielles Evaluationskonzept, das pädagogische Fachkräfte dazu befähigen soll, ihre eigene berufliche Praxis kritisch zu reflektieren und systematisch zu bewerten.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Zentrale Themen sind die theoretische Herleitung der Selbstevaluation, deren Abgrenzung zur Fremdevaluation, die Darstellung des methodischen Prozessablaufs sowie die kritische Reflexion ihrer wissenschaftlichen Gütekriterien.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, das Konzept der Selbstevaluation darzustellen und zu klären, wie sie sich definiert, praktisch umsetzen lässt und ob sie als zuverlässiges Instrument zur Qualitätssicherung dienen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der verschiedene Handlungsmodelle und Definitionen (u.a. nach König, Prell und Heiner) zusammengeführt und diskutiert werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Verortung der Selbstevaluation, eine detaillierte Erläuterung des zehnstufigen Prozessmodells nach König sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der methodischen Qualität.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Selbstevaluation, Qualitätssicherung, berufliche Reflexion, pädagogische Diagnostik und Interventionsoptimierung.
Warum ist die Unterscheidung zwischen formativem und summativem Nutzen wichtig?
Die Unterscheidung hilft zu verstehen, ob die Evaluation zur stetigen Verbesserung laufender Prozesse (formativ) oder zur abschließenden Bewertung des Gesamtergebnisses (summativ) genutzt wird.
Welche Gefahr sieht die Autorin bei der Selbstevaluation?
Die Autorin weist insbesondere auf das Problem der Wahrnehmungsverzerrung und die Herausforderung hin, die notwendige Distanz zum eigenen Handeln zu wahren, um wissenschaftlich fundierte Ergebnisse zu erzielen.
- Citar trabajo
- Dipl. Päd., Andragogin Cornelia Leistner (Autor), 2002, Der Prozess der Selbstevaluation - Zentrale Merklmale, Nutzen und Ziele, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6982