Der Focus ist zu einem der bedeutendsten Nachrichtenmagazine gewachsen und genießt hohes Ansehen seitens seiner Leser. Es handelt sich beim Focus um ein anspruchsvolles und detailliertes Nachrichtenverbreitungsmedium. Die Redaktion muss also den Anspruch auf Neutralität waren. Gegenstand dieser Arbeit wird sein, zu überprüfen ob dies der Fall ist. Der besondere Blick gilt hierbei der Darstellung von Religion im Focus.
Vor dieser Betrachtung muss jedoch ein allgemeiner Überblick über Religion in den Printmedien gegeben werden, um den Focus später darin einzuordnen und seinen Stellenwert zu ermitteln. Was leistet der Focus und was nicht...?
Als zweiter Schritt ist eine Profilerstellung nötig, um Konzept und Ziel des Focus herauszustellen. Erst danach werde ich betrachten, wie Religion im Focus dargestellt und „verarbeitet“ wird. Hierbei werde ich eine quantitative und qualitative Analyse der Inhalte durchführen und zum Schluss ein Fazit aus den gewonnenen Erkenntnissen ziehen.
Zu bemerken ist noch, dass der Focus bislang – so ergaben meine Recherchen – nicht wissenschaftlich behandelt wurde. Zum Forschungsstand gibt es also leider nichts zu sagen. Über Religion in Printmedien allgemein gibt es einige wenige Abhandlungen. Die m.E. hilfreichste Literatur von Lutz Friedrichs und Michael Vogt lasse ich in Punkt 2 der Hausarbeit einfließen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Abriss „Religion in den Medien“
3. Profil des Focus
3.1 Erster Überblick
3.2 Die Leser
3.3 Entstehung, Entwicklung und Einfluss
3.4 Konzept des Focus
3.5 Ressorts
4. Religion im Focus
4.1. Quantitative Analyse von Religion im Focus
4.2. Qualitative Analyse von Religion im Focus
4.2.1 ausgewählte Berichte
4.2.1.1 „Die deutsche Mondfahrt“
4.2.1.2 „Zehn Jahre bis Paris“
4.2.1.3 „Der Glaube wächst“
4.2.1.4 „Allah, Bier und Bürger“
4.2.1.5 „FC Dschihad“
4.2.2 ausgewählte Artikel
4.2.2.1 „Fulla ohne Mullah“
4.2.2.2 „Wer kann ihm das Wasser reichen?“
4.2.2.3 „ Das Handy weiß, wo Mekka liegt“
4.3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie das Nachrichtenmagazin „Focus“ das Thema Religion in seiner Berichterstattung darstellt, und überprüft dabei den Anspruch der Redaktion auf Neutralität. Die Forschungsfrage fokussiert sich darauf, in welchen Kontexten Religion thematisiert wird und welchen Stellenwert diese Darstellungen innerhalb des Magazinkonzepts einnehmen.
- Stellenwert von Religion in deutschen Printmedien
- Strukturelle Analyse des Nachrichtenmagazins Focus
- Quantitative Auswertung religiöser Bezüge in verschiedenen Ressorts
- Qualitative Analyse von Berichten und Artikeln mit religiösem Kontext
- Verhältnis von Religion, Gesellschaft, Politik und Unterhaltung im Magazin
Auszug aus dem Buch
4.2.1.1 „Die deutsche Mondfahrt“ – Religion und Kultur
Es handelt sich hier um einen Bericht über die Fertigstellung der Frauenkirche. Nicht eigens die Religion wird betrachtet, sondern das sakrale Gebäude der Glaubensgemeinschaft wird als Kulturobjekt in den Mittelpunkt des Berichts gestellt.
Bereits auf der ersten Seite des Berichts wird sie ganz säkularisiert als „Auferstandenes Wunder“ bezeichnet und die bautechnische Leistung wird gewürdigt. Im wesentlichen reflektiert der Bericht die Ereignisse Ende des 2.Weltkrieges, welche für den Einsturz der Dresdner Frauenkirche verantwortlich waren, das Vorgehen beim Wiederaufbau, gibt Fakten und Zahlen zum Objekt und beteiligten Personen, zeigt kurz politische, finanzielle und arbeitsplatzschaffende Aspekte und stellt zum Schluss dar, welchen Alltag die Kirche wohl erfahren wird. Lediglich in der Mitte des oberen Bildrandes auf Seite drei befindet sich ein Hinweis auf die sakrale Eigenschaft der Kirche: ein Weihegottesdienst soll stattfinden. Diese Information findet sich neben der Ankündigung von Konzerten und einer Ausstellung.
Die meisten Menschen denken an die Kirche als ein Wahrzeichen der Stadt Dresden und sehen auf die architektonische und künstlerische Leistung. Es geht in diesem Bericht nicht mehr um die Religion die dahinter steht oder darum, dass es ein Haus Gottes ist. Die Bedeutung, die eine Kirche trägt ist eben nicht nur von sakraler Ausrichtung geprägt. Die Vorstellungen von der Frauenkirche sind sehr oft überwiegend profaner Art. Sicher haben aber alle die ursprüngliche Bedeutung von Kirchen (als Gotteshaus und Versammlungsort der Gläubigen) im Hinterkopf und verbinden so ganz unbewusst Religion und Kultur. Man könnte von einer Enkulturation der Religion sprechen. Ein Pfarrer Namens Oelke weist abschließend auf die moderne Marketing-Konzeption (die deutlichen Tourismuscharakter trägt) hin, um die Kirche weiterhin finanzieren zu können. Zwischen Gottesdienst und Tourismus wird sich der Alltag der Frauenkirche dann abspielen. Die Darstellung der Frauenkirche auf den Bildern des Berichts unterstützt dessen Intention.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Darstellung der Problemstellung, der Relevanz von Religion in Medien und Erläuterung des methodischen Vorgehens der Analyse.
2. Abriss „Religion in den Medien“: Theoretische Einordnung der Religionsdarstellung in Printmedien unter Berücksichtigung von Begriffen wie Patchwork-Religion und Diffusion.
3. Profil des Focus: Detaillierte Profilerstellung des Magazins hinsichtlich Zielgruppe, Entstehungsgeschichte, redaktionellem Konzept und Ressortstruktur.
4. Religion im Focus: Durchführung einer quantitativen und qualitativen Analyse der Religionsdarstellung anhand ausgewählter Berichte und Artikel.
4.3. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse, die bestätigt, dass der Focus Religion objektiv und eingebettet in gesellschaftliche sowie politische Kontexte thematisiert.
Schlüsselwörter
Focus, Nachrichtenmagazin, Religion, Medienanalyse, Islam, Christentum, Säkularisierung, Patchwork-Religion, Neutralität, Info-Elite, Presse, Religionswissenschaft, Printmedien, gesellschaftlicher Diskurs.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit untersucht die mediale Darstellung von Religion im Nachrichtenmagazin „Focus“ und prüft, ob die Berichterstattung dem Anspruch der Redaktion auf Neutralität gerecht wird.
Welche zentralen Themenfelder stehen bei der Analyse im Fokus?
Die Arbeit betrachtet, wie Religion in die Bereiche Politik, Gesellschaft, Kultur und Modernes Leben eingebettet wird, und analysiert sowohl quantitative Häufigkeiten als auch qualitative inhaltliche Ausrichtungen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Stellenwert von Religion innerhalb des „Focus“ zu ermitteln und aufzuzeigen, ob die Berichterstattung eine neutrale und sachliche Perspektive auf religiöse Themen einnimmt.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es werden eine quantitative Analyse (Erfassung von Begriffen, Berichten, Artikeln und Bildern über einen Zeitraum von 8 Ausgaben) sowie eine qualitative Inhaltsanalyse exemplarisch ausgewählter Beiträge durchgeführt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in ein allgemeines Profil des Magazins, eine statistische Auswertung der Religionsbezüge nach Religionen und Ressorts sowie eine detaillierte qualitative Untersuchung konkreter Berichte und Artikel.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind neben „Focus“ und „Religion“ insbesondere Konzepte wie „Säkularisierung“, „Patchwork-Religion“ und der journalistische „Faktenjournalismus“.
Wie unterscheidet der Autor zwischen den untersuchten Berichten und Artikeln?
Die Arbeit differenziert zwischen Nachrichtenbeiträgen mit hohem tagespolitischem Nachrichtenwert (Berichte) und eher kuriosen oder wirtschaftlich orientierten Inhalten (Artikel).
Zu welchem Fazit kommt der Autor bezüglich des „Focus“?
Der Autor schließt, dass der Focus das Thema Religion objektiv und sachlich behandelt, wobei die Religion meist nicht explizit dogmatisch, sondern innerhalb lebensweltlicher oder politischer Zusammenhänge dargestellt wird.
- Quote paper
- André Böhlmann (Author), 2006, Religion im 'Focus' - dem modernen Nachrichtenmagazin, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69898