Ausländische Direktinvestitionen in Mittelamerika und ihre ökonomischen, sozialen und politischen Auswirkungen


Seminararbeit, 2006
22 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

1. Vorwort: Die wachsende Bedeutung ausländischer Direktinvestitionen

2. Begriffsabgrenzungen
2.1 Definition des Begriffs „ausländische Direktinvestitionen“
2.2 Die Staatengemeinschaft Mittelamerikas
2.2.1 Das Handelsabkommen CAFTA
2.2.2 Wirtschaftliche Integrationsprozesse in Mittelamerika
2.2.3 Weitere Charakteristika des mittelamerikanischen Wirtschaftsraums

3. Chancen ausländischer Unternehmen in Mittelamerika
3.1 Übersicht der Investitionsvolumina und Potentiale der einzelnen Staaten
3.2 Spezifische Betrachtung zweier Fallbeispiele
3.2.1 El Salvador
3.2.2 Costa Rica

LITERATURVERZEICHNIS
Bücher:
Internetquellen:

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

Abb. 1: Globale Entwicklungstrends bzgl. Produktion und Export von Waren, Dienstleistungen und Investivkapital

Abb. 2: FDI performance and potential matrix, 2001 – 2003

Abb. 3: Die Staatengemeinschaft Mittelamerikas

Abb. 4: Wirtschaftswachstumsprognose für die CAFTA – Staaten

Abb. 5: Zentralamerika – Auslandsinvestitionszuflüsse 2001 – 2003

Abb. 6: EL Salvador – FDI Zuflüsse 1999 – 2004

Abb. 7: Beispiele transnationaler Unternehmen in El Salvador 2002

Abb. 8: Costa Rica – FDI Zu- und Abflüsse, 1990 – 2002

1. Vorwort: Die wachsende Bedeutung ausländischer Direktinvestitionen

Der „Wirtschaftsboom“ in China oder das rasante Wachstum der mittel- und osteuropäischen Staaten bringen es auf den Punkt: Globalisierung und Internationalisierung der Wirtschaft sind seit mehreren Jahren auf dem Vormarsch. Günstigere Lohnkosten und oftmals Steuererleichterungen sind typische Schlagwörter, die global agierende Unternehmen heutzutage dazu veranlassen, nicht nur mit den hergestellten Gütern und Dienstleistungen international zu handeln, sondern mehr und mehr auch die Produktion derer ins Ausland zu verlagern. Wie in Abb. 1 ersichtlich, bestand die internationale Arbeitsteilung bis Mitte der achtziger Jahre im Wesentlichen aus dem grenzüberschreitenden Waren- und Dienstleistungshandel, wobei Investiv-kapital hauptsächlich als exportfördernder Faktor einer Auslandsaktivität betrachtet wurde. Nach Ansicht vieler damaliger Unternehmer war nur durch Schaffung von eigenen Vertriebs- und Servicenetzen die Bedienung eines ausländischen Absatzmarktes möglich (vgl. Beyfus/Eggert 2000).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Seit Mitte der achtziger Jahre haben sich Direktinvestitionen zu einem eigenständigen Element der globalen Arbeitsteilung entwickelt und werden seitdem als treibende Kraft der Globalisierung betrachtet.

Kräftiges Wachstum vormals eher benachteiligter Regionen führte zu einem intensiven Standortwettbewerb und nicht zuletzt durch die rasante technologische Entwicklung wurde eine kostenoptimale globale Streuung der Produktionsstandorte erst ermöglicht (vgl. Klodt/Maurer 1996).

Ziel dieser Arbeit soll es sein, den hinsichtlich Direktinvestitionen oft übersehenen Wirtschaftsraum Mittelamerikas zu analysieren. Anhand einer genauen Betrachtung der wirtschaftlichen, politischen und sozialen Effekte ausländischer Direktinvestitionen soll das Potential dieser Region untersucht werden.

Hierbei bietet es sich an, in einem ersten Schritt den Begriff einer ausländischen Direktinvestition zu definieren und näher auf die Staatengemeinschaft Mittelamerikas einzugehen. Neben dem Handelsabkommen CAFTA und den wirtschaftlichen Integrationsprozessen werden hier auch wichtige Charakteristika wie beispielsweise die besondere Mentalität im mittelamerikanischen Wirtschaftsraum zu erläutern sein.

Diese Basis soll dazu dienen, in einem zweiten Schritt die Chancen ausländischer Unternehmen in genau dieser Region zu beleuchten. Im Rahmen einer Übersicht der Investitionsvolumina in Mittelamerika sollen einerseits die Potentiale der einzelnen Länder dargestellt werden, ehe darauf folgend zwei Staaten spezifischer analysiert werden: El Salvador und Costa Rica.

2. Begriffsabgrenzungen

2.1 Definition des Begriffs „ausländische Direktinvestitionen“

Obwohl das Thema ausländischer Direktinvestitionen schon länger diskutiert wird, lässt sich in der Literatur noch keine einheitliche Begriffsdefinition diesbezüglich finden. Gemäß Vahlens Großem Wirtschaftslexikon ist eine ausländische Direktinvestition „eine internationale Kapitalbewegung, die mit der Absicht vorgenommen wird, einen unmittelbaren, dauerhaften Einfluß auf die Geschäftstätigkeit des kapitalnehmenden Unternehmens zu erhalten bzw. einem Unternehmen, an dem der Investor maßgeblich beteiligt ist, neue Mittel zuzuführen“ (vgl. Issing/Dichtl 1987, S.139). Im Foreign Direct Investment Yearbook der Europäischen Kommission geht man sogar noch einen Schritt weiter und legt den Anteil, der an einer ausländischen Unternehmung akquiriert wird, auf mindestens zehn Prozent fest. Hierbei sollte aber auch erwähnt werden, dass neben diesen immer häufiger vorkommenden Mergers & Acquisitions auch komplette Neugründungen von Firmen im Ausland unter den Begriff der ausländischen Direktinvestitionen fallen. Hat ein global agierendes Unternehmen bereits einen Tochterbetrieb im Ausland, so werden auch etwaige Kreditvergaben an die Tochter und Reinvestitionen von Erträgen, die auf dem Auslandsmarkt erzielt wurden, als Direktinvestitionen verstanden (vgl. European Commission 2002).

Grundsätzlich wird in der Literatur häufig zwischen vertikalen und horizontalen Investitionsaktivitäten unterschieden. Vertikale Direktinvestitionen meinen eine Auslagerung bestimmter vor- oder nachgelagerter Produktionsstufen in das oft kostengünstigere Ausland. Um eine stärkere Position auf dem ausländischen Absatzmarkt bei gleichzeitiger Lieferzeitersparnis zu erlangen, wählen Unternehmen jedoch auch oft den Weg einer horizontalen Investition. Die Produktion eines Gutes wird somit in gewissem Sinne verdoppelt und es entstehen weitere Produktionsstandorte in einem anderen Staat (vgl. European Commission 2002).

Bei Untersuchung von Foreign Direct Investments (FDI), dem englischen Synonym ausländischer Direktinvestitionen, stellt sich natürlich die Frage nach den Motiven eines solchen Engagements. Eine weltweite Analyse des Beratungsunternehmens PricewaterhouseCoopers ergab, dass neben Ressourcen- und Kostenaspekten (hier besonders Lohn- und Produktionskostenvorteile) vor allem Absatz- und Marktmotive immer mehr Unternehmen dazu bewegen, im Ausland zu investieren.

Hinsichtlich letzteren wurden in der Umfrage besonders häufig Punkte wie ‚Eintritt in neue Märkte’ oder ‚Ausbau und Sicherung bestehender Auslandsmärkte’ genannt (vgl. PricewaterhouseCoopers 2005).

Aber nicht nur für den Investor an sich bringt ein solcher Kapitalfluss Vorteile, auch das Nehmerland kann von einer Investition einer ausländischen Unternehmung im eigenen Land profitieren. Zum einen sind solch langfristig angelegte Investitionsströme weniger volatil als beispielsweise handelbare Portfolio Investments und reduzieren so die Gefahr externer Spekulation. Auf der anderen Seite verhelfen Direktinvestitionen, besonders in bisher eher weniger beachteten Wirtschafträumen wie das in dieser Arbeit behandelte Gebiet Mittelamerikas, dem jeweiligen Land zu mehr Wachstum. Zusätzlich sind aufgrund des dann herrschenden höheren Wettbewerbs in dem Zielland immer wieder Verbesserungen von Effizienz und Produktqualität zu beobachten (vgl. European Commission 2002).

Geht es nun darum, die einzelnen Länder unserer Wirtschaftswelt hinsichtlich ihrer Investitionsbeliebtheit einzuordnen, bietet es sich an, auf zwei Indizes der United Nations Conference on Trade and Development zurückzugreifen, die sich wie in Abb. 2 in einer Matrix darstellen lassen: den so genannten Inward FDI Performance Index und den Inward FDI Potential Index. Ersterer stuft Staaten gemäß einer Ratio aus empfangen Direktinvestitionen und wirtschaftlicher Größe ein. Ist der Index also beispielsweise größer als eins, so geht man von Investitionen aus, die größer sind als die jeweilige inländische Wirtschaft. Der zweite Index beinhaltet insgesamt zwölf Variablen, von denen angenommen wird, dass sie Einfluss auf die Investitionsattraktivität eines Staates haben. Angefangen beim Wirtschaftswachstum betrachtet über einen bestimmten Zeitraum, über die durchschnittliche Anzahl an Telefon- und Mobilfunkleitungen als Indikator moderner Informationstechnologie bis hin zur Anzahl an Akademikern zur Beschreibung des qualifizierten Humankapitals (vgl. UNCTAD – Nr.3 2006).

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Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Ausländische Direktinvestitionen in Mittelamerika und ihre ökonomischen, sozialen und politischen Auswirkungen
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Note
2,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
22
Katalognummer
V69925
ISBN (eBook)
9783638622899
Dateigröße
866 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ausländische, Direktinvestitionen, Mittelamerika, Auswirkungen
Arbeit zitieren
Johannes Weber (Autor), 2006, Ausländische Direktinvestitionen in Mittelamerika und ihre ökonomischen, sozialen und politischen Auswirkungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69925

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