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Subjektive Gesundheitskonzepte von Jugendlichen – zur Argumentationsfigur „Gesundheit – Sport – Fitness“ im Sportverständnis Jugendlicher

Title: Subjektive Gesundheitskonzepte von Jugendlichen – zur Argumentationsfigur „Gesundheit – Sport – Fitness“ im Sportverständnis Jugendlicher

Diploma Thesis , 2006 , 178 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Sebastian Rosenkranz (Author)

Sport - Sport Sociology
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Summary Excerpt Details

Subjektive Gesundheitskonzepte rücken zunehmend in den Blick wissenschaftlicher Bemühungen um die Begründung und Gestaltung von Interventionsprogrammen zur Gesundheitsförderung. Sie sind der Schlüssel zu gesundheitsrelevantem Verhalten bzw. zu dessen Veränderung, wobei sich das Jugendalter offenbar durch eine Reihe von spezifischen Merkmalen auszeichnet, die es von anderen Lebensphasen unterscheidet.

Im Kern der vorliegenden Untersuchung, die im Kontext eines Forschungsprojekts zum subjektiven Sportverständnis von Jugendlichen verortet ist, steht die explorative Analyse der subjektiven Gesundheitsvorstellungen von Jugendlichen. Sie vereint dabei die Vorteile einer qualitativen Untersuchung (z.B. das Abbilden von Tiefenstrukturen) mit der sportbezogenen Perspektive – ein bislang eher spärlich fokussiertes Forschungsgebiet.

Das Ergebnis liest sich dann auch mit einiger Überraschung, denn die subjektiven Argumentationsmuster der befragten Jugendlichen weichen von den Annahmen, wie sie in der wissenschaftlichen Literatur nicht selten zu finden sind, sehr deutlich ab: Es lässt sich eine idealtypische Argumentationsfigur „Gesundheit – Sport – Fitness“ rekonstruieren, in deren Konsequenz „Gesundheit“ für Jugendliche zwar eine mehr oder weniger „selbstverständliche“ und „wichtige“ Bedingung sportlicher Aktivität ist, jedoch nicht etwa ein Motiv, das dem Sporttreiben als Wirkungserwartung unterstellt würde. Vielmehr treiben die Jugendlichen Sport, um ihre Fitness – i.S. von guter körperlicher Leistungsfähigkeit,
aber auch von gutem körperlichen Aussehen – zu verbessern.

Der Aufbau der Arbeit folgt dem typischen Algorithmus: Beginnend mit Problemlage und Forschungsstand (Kapitel 2 und 3), über die daraus abgeleitete Fragestellung (Kapitel 4) für den analytischen Teil (Kapitel 6 bis 8), der sich an das Kapitel 5 mit dem methodischen Vorgehen anschließt. Die Befunde werden hinsichtlich ihrer Implikationen in Kapitel 9 diskutiert und eine kurze Zusammenfassung (Kapitel 10) rundet diese Arbeit ab.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Problemlage

3 Zum Stand der Forschung

4 Zwischenbilanz und leitende Fragestellung

5 Methode

5.1 Qualitative empirische Sozialforschung

5.2 Methoden der Datenerhebung, Aufbereitung und Auswertung

5.2.1 „Zum Sportverständnis von Jugendlichen“ – der Hintergrund der Studie

5.2.2 Datenerhebung

5.2.3 Datenaufbereitung

5.2.4 Datenauswertung

5.3 Die Rahmenbedingungen für das Teilprojekt „Gesundheit“

5.3.1 Datenerhebung und Aufbereitung

5.3.2 Datenauswertung: Die Auswertungsstrategie

5.4 Kritische Anmerkungen

6 Zum Bedeutungsumfang von „Gesundheit“ und „Fitness“ bei Jugendlichen

6.1 Gesundheit – was ist gemeint?

6.1.1 Gesundheit als Handlungsvoraussetzung

6.1.2 (Sportliche) Handlungseffekte

6.1.3 Unspezifische Definitionen

6.1.4 Äußeres Erscheinungsbild

6.1.5 Sonstige Bedeutungen

6.2 Die Assoziationsanalyse zu „Gesundheit“

6.3 Der Stellenwert von „Gesundheit“ bei Jugendlichen

6.4 Was verstehen die Jugendlichen unter „Fitness“?

6.4.1 Die innerbegriffliche Perspektive auf „Fitness“

6.4.1.1 Allgemeine (körperliche) Leistungsfähigkeit

6.4.1.2 (Figurbezogenes) Aussehen

6.4.1.3 Exkurs: Der Fitness-Begriff im Sprachgebrauch

6.4.2 Die kontextuelle Perspektive

6.4.2.1 Sportarten

6.4.2.2 Sportkontexte

6.4.2.3 Intensität

6.4.2.4 Geschlecht

6.4.2.5 Alter

6.5 Zwischenfazit

7 Die Argumentationsfigur „Gesundheit – Sport – Fitness“ im Sportverständnis Jugendlicher

7.1 „Gesundheit“ im Sportverständnis der Jugendlichen

7.1.1 Die Funktionsperspektive: „Gesundheit“ als Voraussetzung sportlicher Aktivität

7.1.2 Die Effektperspektive: negative gesundheitliche Folgen sportlicher Aktivität

7.1.3 Die Effektperspektive: Positive gesundheitliche Folgen des Sporttreibens

7.2 „Fitness“ im Sportverständnis der Jugendlichen

7.2.1 Die Funktionsperspektive: „Fitness“ als Voraussetzung sportlicher Aktivität

7.2.2 Die Effektperspektive: „Fitness“ als (erwartete) Konsequenz sportlicher Aktivität

7.3 Fazit: Die Zweck-Mittel-Relation „Gesundheit – Sport – Fitness“

8 Gruppierungen

8.1 „Gesundheit“ und „Fitness“ – eine Frage des Geschlechts?

8.2 Prägt die Sporterfahrung die Einstellungen zu „Gesundheit“ und „Fitness“?

9 Diskussion der Befunde

9.1 Die Ergebnisse vor dem Hintergrund aktueller Forschung

9.2 Inhaltliche Implikationen

9.3 Methodische Implikationen

10 Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit zielt darauf ab, die subjektiven Gesundheits- und Fitnesskonzepte Jugendlicher im Kontext ihres Sportverständnisses explorativ zu analysieren und zu untersuchen, wie diese Begriffe in ihrem alltäglichen Sprachgebrauch und in Bezug auf ihre sportlichen Aktivitäten verhandelt werden.

  • Explorative Analyse subjektiver Gesundheitsvorstellungen von Jugendlichen.
  • Untersuchung der Bedeutung von "Fitness" im Vergleich zu "Gesundheit".
  • Analyse der Zweck-Mittel-Relation zwischen Gesundheit, Sport und Fitness.
  • Einfluss von Geschlecht und Sporterfahrung auf die Einstellungsbildung.
  • Implikationen für die Gestaltung gesundheitsorientierter Interventionsprogramme.

Auszug aus dem Buch

6.1.1 Gesundheit als Handlungsvoraussetzung

Im Verständnis der befragten Jugendlichen stellt sich Gesundheit deutlich als Voraussetzung für Handlungsfähigkeit dar. Alle hier zuzuordnenden Aussagen, beschreiben Gesundheit im Sinne funktioneller (sportlicher) Leistungsvoraussetzungen, wobei die Jugendlichen häufig Bedingungen nennen, die die Teilnahme am Sport ermöglichen oder verhindern.

Die Jugendlichen tun dies einerseits in positiver Argumentationsrichtung: Ein „guter“ Gesundheitszustand werde benötigt, um (sportlich) handlungsfähig zu sein. Nach Maja beispielsweise müsse man „[...] als Sportler sehr auf seine Gesundheit achten“. Jana meint: „Ja, wenn man nicht gesund ist, kann man nicht richtig trainieren.“ Und für Nadine ist der Verein dazu da, „dass man zu Turnieren fahren kann, dass der Trainer gut ist, dass man ordentliche Voraussetzungen hat, dass man gesundheitlich vom Verein unterstützt wird, dass die Ärzte haben und so“.

Andererseits argumentieren die Jugendlichen mit negativem Vorzeichen: Ein unzureichender gesundheitlicher Status verhindere (sportliche) Aktivitäten. Dies wird von einigen mit allgemeinen Formulierungen artikuliert (Silke, Daniel und Fiona), während andere – wie z.B. Patrick und Boris – von eigenen, teils sportinduzierten Verletzungen berichten, die zu Einschränkungen des Sportengagements führen.

Silke: [...] wenn man nicht gesund ist, kann man ja keinen Sport treiben.

Daniel: [...] wenn man querschnittsgelähmt ist, dann kann man ja weniger gut Sport machen [...].

Fiona: Wenn man krank ist, dann sagt [ein Freizeitsportler], ich kann nicht mitmachen und dann ist gut, [...]. [Ein Nichtsportler] das ist auf jeden Fall einer, der faul ist oder natürlich gesundheitsbedingt keinen Sport machen kann, [...]. Also einer der keinen Sport macht, der faul ist oder halt nicht dazu in der Lage ist, [...].

Patrick skatet u.a. deswegen nicht mehr, weil zwar „die Verletzung weg ist. Aber die Gefahr ist groß, wenn ich jetzt noch mal stürze, dass sie dann schlimmer wird. Und das will ich noch nicht riskieren […]“.

Boris: […] ich kann nur noch freizeitmäßig ein bisschen Fußball und Basketball spielen. Das liegt an Verletzungen usw. Früher habe ich Fußball relativ professionell im Verein gespielt, war dann auch regelmäßig beim Training. Da habe ich dann auch die ganze Woche Leistungssport betrieben. Mittlerweile ist es nicht mehr als Freizeitsport.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung verortet die Arbeit im Rahmen eines Forschungsprojekts zum subjektiven Sportverständnis und begründet die explorative Analyse der Gesundheitskonzepte Jugendlicher.

2 Problemlage: Es wird die Relevanz subjektiver Gesundheitskonzepte für gesundheitsfördernde Interventionen dargelegt und die Bedeutung des Jugendalters sowie der Gegenwartsorientierung hervorgehoben.

3 Zum Stand der Forschung: Das Kapitel bietet einen Überblick über bisherige qualitative Studien und zentrale Modelle, wie sie von Mrazek, Fuchs, Brehm und Kolip entwickelt wurden.

4 Zwischenbilanz und leitende Fragestellung: Die kritische Reflexion des Forschungsstandes deckt Defizite in gängigen Fragebogenkonstruktionen auf und leitet die zentralen Forschungsfragen für die Arbeit ab.

5 Methode: Hier werden die qualitativen Erhebungsmethoden, das Sampling der 50 Interviews, die Aufbereitungs- und Auswertungsstrategien sowie die Gütekriterien ausführlich erläutert.

6 Zum Bedeutungsumfang von „Gesundheit“ und „Fitness“ bei Jugendlichen: Die Bedeutungsebenen werden differenziert analysiert und Kategorien für das Verständnis von Gesundheit und Fitness durch die Jugendlichen entwickelt.

7 Die Argumentationsfigur „Gesundheit – Sport – Fitness“ im Sportverständnis Jugendlicher: Dieses Kapitel rekonstruiert die zentrale Argumentationsfigur der Jugendlichen über die Zweck-Mittel-Relation zwischen Sportaktivität und den Konzepten Gesundheit und Fitness.

8 Gruppierungen: Hier werden die Ergebnisse hinsichtlich möglicher geschlechtsspezifischer Unterschiede und des Einflusses der Sporterfahrung auf die Einstellungen untersucht.

9 Diskussion der Befunde: Die gewonnenen Erkenntnisse werden vor dem Hintergrund aktueller Forschung diskutiert und inhaltliche sowie methodische Implikationen abgeleitet.

10 Ausblick: Das Kapitel schließt mit einer Bilanz der explorativen Arbeit und benennt zukünftigen Forschungsbedarf.

Schlüsselwörter

Subjektive Gesundheitskonzepte, Jugendalter, Sportverständnis, Fitness, Qualitative Sozialforschung, Sportaktivität, Gesundheitshandeln, Leistungsorientierung, Handlungsvoraussetzung, Verletzungserfahrung, Gesundheitsförderung, Körperbild, Identitätsentwicklung, explorative Analyse, Sportsoziologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, welche subjektiven Vorstellungen Jugendliche von Gesundheit und Fitness haben und wie diese Konzepte mit ihrem Verständnis von Sport und sportlicher Aktivität verknüpft sind.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit fokussiert auf die Unterscheidung zwischen Gesundheitskonzepten und Fitnessbegriffen, die subjektive Bedeutung von Sportaktivitäten sowie die Rolle von Sporterfahrungen und Geschlecht.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die "Argumentationsfigur" der Jugendlichen zu explorieren: Wie definieren sie Gesundheit und Fitness, und in welchem Verhältnis stehen diese zu ihrem eigenen Sporttreiben?

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine qualitative empirische Sozialforschung, die auf Einzelinterviews mit 50 Jugendlichen basiert und durch Kurzportraits sowie eine quantifizierende Assoziationsanalyse ergänzt wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Bedeutungsebenen von Gesundheit und Fitness, die Argumentationsfigur "Gesundheit – Sport – Fitness" sowie mögliche Differenzierungen nach Sporterfahrung und Geschlecht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind subjektive Gesundheitskonzepte, Jugendalter, Sportverständnis, Fitness, qualitative Forschung und Handlungsvoraussetzungen.

Inwiefern spielt der Aspekt der "Verletzung" eine Rolle?

Verletzungen werden von Jugendlichen oft als zentraler Bestandteil der Sportrealität gesehen, was dazu führt, dass Sport teilweise als gesundheitsriskant wahrgenommen wird und Gesundheit eher als "Voraussetzung" denn als "Ziel" von Sport gilt.

Welche Rolle spielt der Begriff "Fitness" im Vergleich zu "Gesundheit"?

Die Studie zeigt, dass Jugendliche zwischen diesen Begriffen differenzieren: "Fitness" wird stärker als funktionaler Zuwachs oder ästhetisches Ziel verstanden, während "Gesundheit" eher abstrakt bleibt oder mit der Abwesenheit von Krankheit assoziiert wird.

Warum wird im Fazit von einer "Abwärtsspirale" gesprochen?

Der Begriff beschreibt den Mechanismus, bei dem mangelnde Fitness zu weniger Erfolgserlebnissen im Sport führt, was wiederum den Spaß mindert und letztlich zur Sportabstinenz führt.

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Details

Title
Subjektive Gesundheitskonzepte von Jugendlichen – zur Argumentationsfigur „Gesundheit – Sport – Fitness“ im Sportverständnis Jugendlicher
College
University of Potsdam  (Institut für Sportwissenschaft)
Grade
1,0
Author
Sebastian Rosenkranz (Author)
Publication Year
2006
Pages
178
Catalog Number
V69934
ISBN (eBook)
9783638608008
ISBN (Book)
9783638677912
Language
German
Tags
Subjektive Gesundheitskonzepte Jugendlichen Argumentationsfigur Sport Fitness“ Sportverständnis Jugendlicher
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Rosenkranz (Author), 2006, Subjektive Gesundheitskonzepte von Jugendlichen – zur Argumentationsfigur „Gesundheit – Sport – Fitness“ im Sportverständnis Jugendlicher, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69934
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