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Die olympischen Spiele 1936 in Berlin. Außenwirkung. Weltereignis oder Propagandaveranstaltung?

Title: Die olympischen Spiele 1936 in Berlin. Außenwirkung. Weltereignis oder Propagandaveranstaltung?

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 25 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: M.A. Stephanie Günther (Author)

History of Germany - National Socialism, World War II
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„Die Olympischen Spiele 1936 werden für das nationalsozialistische Deutschland von geradezu ungeheurer Bedeutung sein! Diese Behauptung wird jedem sofort einleuchten,der nur einen Augenblick darüber nachdenkt, daß durch die Olympiade 1936 unser Vaterland wochenlang in den Mittelpunkt des Weltgeschehens gerückt wird. Mit diesen Spielen ist uns ein unschätzbares Propagandamittel in die Hand gegeben worden.“

Mit den XI. Olympischen Spielen 1936 fand zum ersten Mal eine Olympiade in einem diktatorisch regierten Land statt. Berlin hatte den Zuschlag für die Ausrichtung der Spiele noch zur Zeit der Weimarer Republik erhalten, durch die Machtergreifung der Nationalsozialisten änderten sich die politischen Verhältnisse in Deutschland im Januar 1933 allerdings grundlegend. Den Nationalsozialisten war mit den Olympischen Spielen ein Weltereignis in die Hände gelegt worden, das bald als einmalige Gelegenheit zur Selbstdarstellung des Regimes erkannt wurde.
Ziel war es, eine Olympiade zu organisieren, an die sich die Welt noch lange erinnern und deren Organisation sich positiv auf das Ansehen Deutschlands und des nationalsozialistischen Regimes auswirken sollte. Dieses Ziel wurde erreicht; die beeindruckende Show, die Atmosphäre im Stadion, die sportlichen Höchstleistungen blieben vielen der Zuschauer, Teilnehmer und Journalisten in Erinnerung. Nicht zuletzt durch den Olympiafilm von Leni Riefenstahl wurden die Berliner Spiele als Spiele der Rekorde zu einem Mythos. Die nationalsozialistische Propaganda im Umfeld der Olympischen Spiele schaffte es, die Weltöffentlichkeit über die wahre Natur des NS-Regimes zu täuschen bzw. dazu zu bewegen, über die tatsächlichen Verhältnisse in Deutschland hinwegzusehen, zumindest solange bis die Spielen vorüber waren. Um zu zeigen, wie das Weltereignis der Olympischen Spiele 1936 als Propagandaveranstaltung genutzt wurde, beschäftigt sich diese Arbeit damit, welche Ziele die nationalsozialistische Propaganda in der Vorbereitungsphase und bei den Olympischen Sommerspielen an sich verfolgte, welche Mittel sie dazu einsetzte und wie erfolgreich sie damit war.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I.) Von der Ablehnung der olympischen Idee bis zur Erklärung zur Reichsangelegenheit durch das NS-Regime

II.) Bewusste und organisierte propagandistische Massendemonstration des NS-Regimes

a) Ziele der Propaganda

b) Propaganda im Vorfeld der Olympischen Sommerspiele

III.) Das Scheitern der Boykottbewegung und die Rolle des IOC

IV.) Die Olympischen Sommerspiele als Weltereignis und Höhepunkt der Propaganda

V.) Der Mythos der Berliner Spiele

VI.) Folgen der Olympischen Spiele von 1936

Schluss

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht, wie das nationalsozialistische Regime die Olympischen Sommerspiele 1936 in Berlin gezielt als Propagandainstrument einsetzte, um das eigene Ansehen international zu stärken und die Weltöffentlichkeit über die wahren politischen Verhältnisse in Deutschland zu täuschen.

  • Analyse der nationalsozialistischen Propagandaziele im In- und Ausland.
  • Untersuchung der Instrumente zur Täuschung der Weltöffentlichkeit und zur Inszenierung des Regimes.
  • Diskussion über das Scheitern der internationalen Boykottbewegungen.
  • Betrachtung der Rolle und Verantwortung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC).
  • Hinterfragung des "Mythos der Berliner Spiele" und dessen propagandistische Konstruktion.

Auszug aus dem Buch

II.) Bewusste und organisierte propagandistische Massendemonstration des NS-Regimes

Mit der Ausrichtung der Spiele, der Gestaltung des Rahmenprogramms und den dazu nötigen Vorbereitungen beabsichtigte das NS-Regime sowohl im Ausland als auch im Inland um Akzeptanz zu werben und Befürchtungen zukünftige Ambitionen des Regimes betreffend zu zerstreuen. Die Propaganda im Vorfeld der Olympischen Spiele, die für die ersten Wochen im August 1936 angesetzt waren, konzentrierte sich in erster Linie darauf, eine Erwartungshaltung auf herausragende, perfekt durchorganisierte Spiele zu erzeugen und Boykottbewegungen zu entkräften und zu stoppen. Denn den eigentlichen Höhepunkt der Propaganda sollten die Olympischen Spiele an sich darstellen. Durch sie sollte im Ausland der Eindruck absoluter Friedensliebe des NS-Regimes erzeugt werden, um so einen Weg aus der außenpolitischen Isolation zu schaffen. Man war davon überzeugt, dass Deutschland durch große kulturelle Leistungen versuchen müsse, die Weltmeinung für sich zu gewinnen. Damit diese kulturellen Leistungen überhaupt auf das Ausland wirken konnten, musste im Vorfeld der Olympiade die Teilnahme der ausländischen Mannschaften an den Spielen gesichert werden, d.h. Boykottbewegungen gestoppt und besondere Spiele in Aussicht gestellt werden.

Im Inland zielte die Propaganda im Vorfeld der Spiele auf die Erzeugung einer Erwartungshaltung, die die deutsche Bevölkerung zum Besuch der Wettkämpfe und des Rahmenprogramms anregen und zur Identifikation mit den Spielen als nationale Aufgabe führen sollte. Massenloyalität und ein nationales Zusammengehörigkeitsgefühl sollten dadurch erzeugt und gefördert werden. Außerdem hoffte man die Popularität des Regimes zu steigern durch die Verringerung der Zahl der Arbeitslosen und durch wirtschaftlichen Aufschwung mit Hilfe des erwarteten Profits durch Bauaufträge und zunehmenden Fremdenverkehr im Zusammenhang mit der Olympiade.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung stellt die Bedeutung der Spiele 1936 für das NS-Regime dar und skizziert die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit diesem Thema.

I.) Von der Ablehnung der olympischen Idee bis zur Erklärung zur Reichsangelegenheit durch das NS-Regime: Dieses Kapitel erläutert den Wandel der Haltung Hitlers gegenüber den Spielen, die ursprünglich als "Erfindung von Juden und Freimaurern" abgelehnt wurden.

II.) Bewusste und organisierte propagandistische Massendemonstration des NS-Regimes: Hier werden die gezielten internen und externen Propagandastrategien sowie die großflächigen Werbemaßnahmen zur Täuschung der Öffentlichkeit beschrieben.

III.) Das Scheitern der Boykottbewegung und die Rolle des IOC: Dieses Kapitel analysiert, warum internationale Boykottversuche, insbesondere aus den USA, erfolglos blieben und welche Rolle das IOC dabei spielte.

IV.) Die Olympischen Sommerspiele als Weltereignis und Höhepunkt der Propaganda: Der Fokus liegt auf der Inszenierung der Spiele als Weltereignis, etwa durch den Fackel-Staffellauf und die bewusste Nutzung religiöser Symbole.

V.) Der Mythos der Berliner Spiele: Es wird untersucht, wie die Spiele durch Medien wie den Olympia-Film Leni Riefenstahls im Nachhinein als Mythos konstruiert wurden.

VI.) Folgen der Olympischen Spiele von 1936: Abschließend werden die Auswirkungen der Spiele auf die deutsche Gesellschaft und die politische Situation reflektiert, wobei auch die zeitgleiche Fortführung von Verfolgungsmaßnahmen aufgezeigt wird.

Schluss: Der Schluss fasst zusammen, wie erfolgreich das NS-Regime das Weltereignis als Propagandainstrument instrumentalisierte und dass die Spiele als Werbeveranstaltung fungierten.

Schlüsselwörter

Berliner Olympiade 1936, Nationalsozialismus, Propaganda, NS-Regime, Weltereignis, Boykottbewegung, Internationales Olympisches Komitee, IOC, Carl Diem, Leni Riefenstahl, Olympia-Film, Sportpolitik, Drittes Reich, Selbstdarstellung, Antisemitismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Funktion und Wirkung der Olympischen Sommerspiele 1936 in Berlin als Instrument der nationalsozialistischen Propaganda zur Selbstdarstellung des Regimes nach innen und außen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten zählen die propagandistische Nutzung des Sports, das Scheitern der internationalen Boykottbewegung sowie die konstruierte Inszenierung der Spiele als friedliches Weltereignis.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie das NS-Regime die Spiele bewusst nutzte, um das Image von Deutschland zu verbessern, die Weltöffentlichkeit zu täuschen und von der brutalen Realität der Diktatur abzulenken.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung von Primärquellen wie dem "Amtlichen Bericht" und Berichten des IOC sowie auf zeitgenössischen Dokumenten und wissenschaftlicher Literatur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die politische Vereinnahmung der Spiele, die konkreten Propagandamaßnahmen, den Umgang mit Boykottbewegungen und die langfristige Mythenbildung durch Medien wie den Olympia-Film.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Olympische Spiele 1936, NS-Propaganda, Sportpolitik, Boykott, IOC und Mythenbildung.

Wie gelang es dem NS-Regime, das IOC zur Durchführung der Spiele in Berlin zu bewegen?

Durch "Alibijuden" im Team und vordergründige Versicherungen zur Einhaltung der olympischen Regeln täuschte das Regime das IOC erfolgreich und verhinderte eine Verlegung.

Gab es trotz der Spiele eine "olympische Pause" in der Unterdrückung durch das Regime?

Nein, die Arbeit stellt klar, dass es keine tatsächliche Pause gab; im Hintergrund wurden beispielsweise Sinti und Roma deportiert und das Konzentrationslager Sachsenhausen errichtet.

Welche Rolle spielte der Olympia-Film von Leni Riefenstahl?

Der Film gilt als wesentlicher Baustein für die nachträgliche Konstruktion des Mythos der Spiele, wobei er einerseits als ästhetisches Meisterwerk, andererseits als politisch motiviertes Propagandawerk eingeordnet wird.

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Details

Title
Die olympischen Spiele 1936 in Berlin. Außenwirkung. Weltereignis oder Propagandaveranstaltung?
College
University of Bamberg
Grade
1,0
Author
M.A. Stephanie Günther (Author)
Publication Year
2005
Pages
25
Catalog Number
V69946
ISBN (eBook)
9783638623919
ISBN (Book)
9783638673877
Language
German
Tags
Berliner Olympiade Außenwirkung Weltereignis Propagandaveranstaltung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Stephanie Günther (Author), 2005, Die olympischen Spiele 1936 in Berlin. Außenwirkung. Weltereignis oder Propagandaveranstaltung?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69946
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