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Ibn Khaldun und das politische System Syriens - Eine Gegenüberstellung

Título: Ibn Khaldun und das politische System Syriens - Eine Gegenüberstellung

Trabajo de Seminario , 2006 , 17 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Ismail Küpeli (Autor)

Política - Región: Oriente Medio
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Die politikwissenschaftliche Debatte über die Staaten des Nahen und Mittleren Ostens ist geprägt von Beschreibungen der Entwicklungshemmnisse und Forderungen nach „Good Governance“. „Good Governance“ bedeutet, dass staatliche Politik nach dem Leitbild des demokratischen Rechtsstaats organisiert werden muss: Gleiches Recht, Partizipationsmöglichkeit und Schaffung von Wohlfahrt für alle Bevölkerungsgruppen, unabhängig von Geschlecht oder sozialen, ethnischen und religiösen Kategorien. Das offensichtliche Fehlen von „Good Governance“ wird (parallel zu früheren Debatten zwischen Anhängern der Modernisierungs- und der Dependenztheorien) mit internen oder externen Faktoren erklärt. So sind es in der modernisierungstheoretischen Vorstellung die korrupten staatlichen Eliten, die eine Demokratisierung verhindern, um sich weiter zu bereichern. Dies wird von einigen Autoren in Bezug auf Max Weber als (Neo-)Patrimonialismus bezeichnet. Die Strategien zur Aufrechterhaltung des Patrimonialismus (und damit zur Verhinderung von Demokratisierung) werden hier unter Klientelismus zusammengefasst. Klientelismus bezeichnet die Gewährung des Zugangs zu staatlichen Ressourcen gegen politische Unterstützung, bzw. Loyalität. Die dependenztheoretische Perspektive stellt dagegen die Möglichkeiten der politischen Systeme im Nahen und Mittleren Osten zur Demokratisierung im Rahmen des ungleichen Tausches in der kapitalistischen Weltökonomie und der politischen Beeinflussung (bis hin zum Regimewechsel) durch externe Mächte in Frage. Für die Region des Nahen und Mittleren Ostens wird die USA als die zentrale externe Macht bezeichnet.

[...]

Insofern soll hier untersucht werden, ob die Konzepte über Staat und Herrschaft von Ibn Khaldun ähnliche Erscheinungen erklären können, die unter Patrimonialismus und Klientelismus zusammengefasst werden, mit dem Unterschied, dass sie nicht als Defekt, sondern vielmehr als die Funktionsweise von Staatlichkeit angesehen werden. Dazu sollen einige Konzepte Ibn Khalduns selektiv dargestellt und erläutert werden. Selektiv bedeutet hier, dass auf eine umfassende Darstellung der gesamten Theorie und eine genaue Einordnung der hier dargestellten Konzepte in die Gesamttheorie verzichtet wird, nicht zuletzt aufgrund des Textumfangs, der dazu nötig wäre. Danach soll in einem Exkurs der Versuch von Ghassan Salamé dargestellt werden, der mit Bezug auf Ibn Khaldun die Etablierung und Entwicklung der saudischen Herrschaft erklären will.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zentrale Begriffe und Konzepte Ibn Khalduns

2.1. Was ist „asabiyya“?

2.1.1 Asabiyya und die Phasen der Herrschaft

2.2. Herrschaft und Hegemonie

2.3. Beziehung der Ökonomie zur Herrschaft

3. Exkurs: Ibn Khaldun in Saudi-Arabien

3.1. Etablierung der saudischen Herrschaft

3.2. Politische und gesellschaftliche Entwicklung Saudi-Arabiens

3.3. Stabilisierung staatlicher Macht über die Ökonomie

4. Ibn Khaldun in Syrien

4.1. Machtübernahme Assads 1970 oder die zweite Phase der Herrschaft

4.2. Die syrische Fabrik

5. Kein Fazit – Einige letzte Worte

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht, inwieweit die politikwissenschaftlichen Konzepte von Ibn Khaldun geeignet sind, die Stabilität und Funktionsweise politischer Systeme im Nahen und Mittleren Osten zu erklären, insbesondere im Kontrast zu westlichen „Good Governance“- oder Patrimonialismus-Ansätzen, die solche Systeme häufig nur als defizitär betrachten. Ziel ist es, diese Systeme durch die Anwendung der Theorien Ibn Khalduns als logische Funktionsweisen von Herrschaftsetablierung zu verstehen.

  • Analyse zentraler Begriffe wie „asabiyya“ und deren Bedeutung für die Herrschaftsbildung.
  • Untersuchung der fünf Phasen der Herrschaft nach Ibn Khaldun.
  • Fallstudie zur Etablierung und Entwicklung der saudischen Herrschaft.
  • Analyse des syrischen politischen Systems unter Hafiz al-Assad unter Anwendung der khaldunschen Terminologie.
  • Kritische Gegenüberstellung von systemtheoretischen Defizit-Diagnosen und der khaldunschen Macht-Logik.

Auszug aus dem Buch

4.1. Machtübernahme Assads 1970 oder die zweite Phase der Herrschaft

Hafiz al-Assad übernahm die Macht 1970 und gestaltete das politische System grundlegend neu. Das Prinzip einer kollektiven Führung im Rahmen des Nationalen Rates zur Führung der Revolution wurde ersetzt durch die personale Führung Assads. Assad übernahm, neben der Staatspräsidentschaft, folgende Funktionen: Er wurde Chef der Exekutive, Oberbefehlshaber der Streitkräfte, Generalsekretär der Baath-Partei und des Nationalen Fortschrittlichen Front.

Die Partei wurde politisch „gesäubert“ und die regionalen Führungspositionen wurden ernannt und nicht mehr gewählt. Die zentralen Funktionen im Staat verteilte Assad an ihm persönlich loyale Personen.

Unter Assads Herrschaft wurde die Baath-Partei vom führenden politischen Machtfaktor zu einem Mobilisierungsinstrument und „Transmissionsriemen“. Die Partei bekam die Aufgabe, für die Ziele der politischen Führung (also des Präsidenten) zu mobilisieren und öffentliche Unterstützung für den Präsidenten und seine Politik herzustellen. Für die fehlende eigenständige politische Arbeit der Partei spricht auch, dass nach 1985 erst 2000 wieder ein Parteikongress stattfand, um Bashar al-Assad zum Generalsekretär zu wählen und ihn als Kandidaten zum Präsidentenamt zu nominieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die politikwissenschaftliche Debatte um Entwicklungshemmnisse im Nahen Osten und führt die Fragestellung ein, ob Ibn Khalduns Konzepte die Stabilität der Regime besser als die Patrimonialismus-Theorie erklären können.

2. Zentrale Begriffe und Konzepte Ibn Khalduns: Dieses Kapitel erläutert den Kernbegriff „asabiyya“ sowie die fünf Phasen der Herrschaft und beschreibt den theoretischen Zusammenhang zwischen Macht, Hegemonie und ökonomischen Kapazitäten.

3. Exkurs: Ibn Khaldun in Saudi-Arabien: Anhand des saudischen Staates wird illustriert, wie religiöse Ideologie und tribale Strukturen zusammenwirken und wie spätere Machtkonsolidierungen den Phasen der Herrschaft entsprechen.

4. Ibn Khaldun in Syrien: Dieses Kapitel überträgt die khaldunschen Konzepte auf das moderne Syrien, indem es die Machtübernahme Assads als zweite Phase der Herrschaft interpretiert und die politische Funktion der ökonomischen Ineffizienz analysiert.

5. Kein Fazit – Einige letzte Worte: Das abschließende Kapitel fasst zusammen, dass die khaldunsche Perspektive eine interne Rationalität der politischen Elite aufzeigt, die westliche Ansätze zur „Good Governance“ oft verkennen.

Schlüsselwörter

Ibn Khaldun, Asabiyya, Naher Osten, Syrien, Saudi-Arabien, Patrimonialismus, politische Herrschaft, Machtetablierung, Baath-Partei, Hafiz al-Assad, Good Governance, politische Ökonomie, Hegemonie, Klientelismus, Staatsführung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht, ob die Theorien des Gelehrten Ibn Khaldun besser geeignet sind, die Stabilität der politischen Systeme im Nahen Osten zu erklären, als gängige westliche Politik-Konzepte.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Herrschaftsetablierung, dem sozialen Zusammenhalt (Asabiyya) und der Instrumentalisierung von staatlichen Ressourcen zur Loyalitätssicherung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Regime im Nahen Osten nicht als defizitäre Staaten zu begreifen, sondern ihre Stabilität als Ergebnis einer eigenen Logik von Macht und Herrschaft zu verstehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Der Autor wählt eine selektive theoretische Darstellung und überträgt diese Konzepte auf konkrete Fallbeispiele, nämlich die Entwicklungen in Saudi-Arabien und Syrien.

Was wird im Hauptteil analysiert?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen des Khaldun-Modells und die anschließende empirische Anwendung auf die Machtstrukturen in Saudi-Arabien und Syrien.

Welche Schlüsselbegriffe sind für das Verständnis essenziell?

Besonders zentral sind der Begriff „Asabiyya“, die fünf Phasen der Herrschaft und das Verständnis von Ökonomie als reine Ausgabenkapazität zur Machtabsicherung.

Wie erklärt die Arbeit Assads Machtstellung in Syrien?

Assads Machtstellung wird als eine Form der zweiten Herrschaftsphase interpretiert, in der eine Führungsperson Konkurrenten verdrängt und die Partei zum bloßen Mobilisierungsinstrument degradiert.

Warum betrachtet der Autor die staatliche Wirtschaft in Syrien als effizient?

Aus machtpolitischer Sicht ist die Ineffizienz systemfunktional, da sie als Mittel dient, um über staatliche Ressourcen Loyalitäten innerhalb verschiedener Netzwerke zu erkaufen und zu steuern.

Final del extracto de 17 páginas  - subir

Detalles

Título
Ibn Khaldun und das politische System Syriens - Eine Gegenüberstellung
Universidad
Ruhr-University of Bochum
Curso
Empirische Politikfeldanalyse - Die politischen Systeme des Nahen und Mittleren Ostens im Vergleich
Calificación
1,3
Autor
Ismail Küpeli (Autor)
Año de publicación
2006
Páginas
17
No. de catálogo
V70021
ISBN (Ebook)
9783638614375
ISBN (Libro)
9783638754583
Idioma
Alemán
Etiqueta
Khaldun System Syriens Eine Gegenüberstellung Empirische Politikfeldanalyse Systeme Nahen Mittleren Ostens Vergleich
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Ismail Küpeli (Autor), 2006, Ibn Khaldun und das politische System Syriens - Eine Gegenüberstellung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/70021
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