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Die steuerbilanzielle Behandlung von Stock Options

Title: Die steuerbilanzielle Behandlung von Stock Options

Scientific Essay , 2002 , 72 Pages , Grade: gut

Autor:in: Georg Seitz (Author)

Business economics - Accounting and Taxes
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Summary Excerpt Details

Das Konzept des sogenannten Shareholder Value1 hält seit Anfang der neunziger Jahre aufgrund der Globalisierung zunehmend Einzug in deutsche Unternehmen2. Ein wichtiges Instrument, mit dem der wachsenden Bedeutung des Shareholder-Value-Gedankens Rechnung getragen wird, ist die erfolgsabhängige Vergütung von Führungskräften, damit diese ihr Handeln konsequent auf die Steigerung des Shareholder Value ausrichten. Insbesondere aktienkursorientierte Entlohnungs-instrumente in Form von sogenannten Stock Option Plans (i.F. SOP) und Stock Appreciation Rights (i.F. SAR bzw. virtuelle Stock Options) als variabler Vergütungsbestandteil sind in vielen deutschen Aktiengesellschaften zunehmend anzutreffen3. Wie in der Praxis, so soll auch im Rahmen dieser Arbeit die deutsche Bezeichnung Aktienoptionspläne (i. F. AOP) als Oberbegriff für SOP und SAR stehen.
In US-Amerikanischen Unternehmen werden AOP schon seit längeren angewandt, so dass international tätige Führungskräfte diese Entlohnungsform voraussetzen. Neben der Personalakquisition ist das wichtigste Ziel von AOP den Führungskräften in der Weise einen Leistungsanreiz zu geben, dass diese sich konsequent für eine Steigerung des Shareholder Value bzw. des Aktienkurses einsetzen4. Dies wird dadurch erreicht, dass durch AOP der Wohlstand der Manager an den der Aktionäre gekoppelt wird, so dass der sogenannte Principal-Agent-Konflikt5 verringert wird. Der Principal-Agent-Konflikt unterstellt, dass es einen Interessenkonflikt zwischen Führungskräften (Agents) und Anteilseignern (Principals) gibt. Während die Anteilseigner daran interessiert sind, dass sich das Management für eine Steigerung des Shareholder Value einsetzt, liegen die Interessen des Managements in der Maximierung seines Einkommens6.
[...]
_____
1 Zum Konzept des Shareholder Value vgl. vertiefend Lorson, DB 1999, 1329 ff.
2 Zur Verbreitung des Shareholder Value in Deutschland vgl. Baden, Manager Magazin 04/1996, 146 ff.
3 Zur Verbreitung von AOP in Deutschland vgl. o.V., FAZ 19.02.2001, 20.
4 Menichetti, DB 1996, 1688.
5 Zu den Grundzügen des Principal-Agent-Konflikt vgl. Gedenk, DBW 1998, 23ff.
6 Menichetti, DB 1996, 1688.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Problemstellung

1.2. Untersuchungsgegenstand und Gang der Arbeit

2. Definitionen und Abgrenzungen

2.1. Wichtige Begriffe

2.2. Stock Option Plans

2.2.1. Reale SOP

2.2.1.1. SOP nach § 192 Abs. 2 Nr. 3 AktG

2.2.1.2. SOP nach § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG

2.2.2. Stock Appreciation Rights

2.3. Programmkauf

3. Die Bilanzierung in der Steuerbilanz

3.1. Grundlagen der steuerrechtlichen Bilanzierung

3.2. Maßgeblichkeit der Handelsbilanz für die Steuerbilanz

3.3. Bilanzierung von AOP auf Grundlage des § 192 Abs. 2 Nr. 3 AktG

3.3.1. Bilanzierung unter Berücksichtigung der GoB

3.3.2. Bilanzierung unter Berücksichtigung ertragssteuerlicher Wertungen

3.3.3. Bilanzansatz bei Gewährung des AOP

3.3.3.1. Bilanzierung unter Berücksichtigung des gesellschaftsrechtlichen Trennungsprinzips

Exkurs: Die Bilanzierung von normal- bzw. niedrigverzinslicher Optionsanleihen

3.3.3.2. Bildung einer Kapitalrücklage unter Berücksichtigung des erweiterten Einlagebegriffs des Steuerrechts

3.3.3.2.1. Einlage durch Altaktionäre

3.3.3.2.2. Einlage durch die Mitarbeiter

3.3.3.2.3. Einlage von ersparter Gehaltsaufwendungen

3.3.4. Bilanzansatz bei Ausübung der Stock Options

3.3.5. Bilanzierung der Verpflichtung

3.4. Bilanzierung von AOP auf Grundlage des § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG

3.4.1. Erfassung der Verpflichtung und des Risikos

3.4.2. Rückstellungsbildung ohne Sicherungsinstrument

3.4.3. Rückstellungsbildung mit Sicherungsinstrument

3.4.4. Erwerb während der Laufzeit

3.5. Bilanzierung von Stock Appreciation Rights

3.6. Programmkauf

4. Zusammenfassung

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die steuerbilanzielle Behandlung von Aktienoptionsplänen (AOP) in deutschen Aktiengesellschaften. Ziel ist es, unter Berücksichtigung der handelsrechtlichen Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung (GoB) und steuerrechtlicher Bewertungsvorschriften für verschiedene Ausgabevarianten (wie bedingte Kapitalerhöhung, Erwerb eigener Aktien oder Programmkauf) fundierte Bilanzierungsvorschläge zu erarbeiten.

  • Analyse der verschiedenen Formen von Aktienoptionsplänen (SOP und SAR)
  • Untersuchung des Maßgeblichkeitsprinzips für die Steuerbilanz
  • Diskussion der Eignung von Aktienoptionen als Einlage in die Kapitalrücklage
  • Evaluierung der Rückstellungsbildung für ungewisse Verbindlichkeiten
  • Gegenüberstellung von Bewertungsansätzen (Innerer Wert vs. Gesamtwert)

Auszug aus dem Buch

3.3.3.1. Bilanzierung unter Berücksichtigung des gesellschaftsrechtlichen Trennungsprinzips

Bei der Bilanzierung von Stock Options als Personalaufwand ist das gesellschaftsrechtliche Trennungsprinzip zu beachten. Dem gesellschaftsrechtlichen Trennungsprinzip nach sind nur diejenigen Sachverhalte in der Steuerbilanz anzusetzen, welche die Vermögenssphäre der Gesellschaft berühren und von dieser beeinflussbar ist. Für die steuerbilanzielle Erfassung könnte es deshalb relevant sein, wie hoch die Dispositionsfreiheit der Gesellschaft bei der Auflegung von AOP ist.

Grundsätzlich hat der Gesetzgeber die Gestaltungsspielräume bei einer bedingten Kapitalerhöhung sehr eng gesetzt, so dass der Hauptversammlungsbeschluss fast alle wesentlichen Eckpunkte festlegt, und somit ist die Dispositionsfreiheit der Gesellschaft relativ gering. Mit dem notwendigen Hauptversammlungsbeschluss müssen der Kreis der Bezugsberechtigten, der Ausgabebetrag, die Erfolgsziele, die Erwerbs- und Ausübungszeiträume und die Wartezeit für die erstmalige Ausübung festgestellt werden. Wie bereits erläutert gibt es zwei Möglichkeiten der Beschlussfassung: Den Ermächtigungsbeschluss und den Zustimmungsbeschluss. Mit einem Ermächtigungsbeschluss hat die Gesellschaft die Dispositionsfreiheit in zwei wesentlichen Punkten. Die Gesellschaft kann entscheiden, ob der AOP überhaupt durchgeführt wird, und wenn ja, bestimmt sie den Zeitpunkt der Durchführung. Die Unternehmenssphäre wird offensichtlich berührt, so dass m. E. ein Bilanzansatz nicht gegen das gesellschaftsrechtliche Trennungsprinzip verstößt. In diesem Fall hängt die Auflegung eines AOP nämlich auch von der Interessenlage der Gesellschaft ab. Eine Nichterfassung in der Steuerbilanz würde nicht den handelsrechtlichen GoB der Willkürfreiheit, Vergleichbarkeit und Vollständigkeit entsprechen, die aufgrund des Maßgeblichkeitsprinzips regelmäßig mit den steuerrechtlichen GoB übereinstimmen. Auf Grundlage oben gemachter Ausführungen könnte man zum Zeitpunkt der Auflage eines AOP zunächst grundsätzlich wie folgt buchen:

Personalaufwand an Kapitalrücklage

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung der wachsenden Bedeutung von aktienkursorientierten Vergütungsformen in deutschen Unternehmen und Abgrenzung des Untersuchungsgegenstands.

2. Definitionen und Abgrenzungen: Klärung zentraler Begriffe wie Aktienoptionsplan, Bezugskurs, innerer Wert und Abgrenzung der verschiedenen Programmtypen.

3. Die Bilanzierung in der Steuerbilanz: Eingehende Analyse der steuerrechtlichen Behandlung, der Maßgeblichkeit der Handelsbilanz sowie spezifischer Bilanzierungsvorschläge für verschiedene AOP-Ausgestaltungsvarianten.

4. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse und Schlussfolgerungen zur steuerbilanziellen Behandlung der unterschiedlichen AOP-Formen.

Schlüsselwörter

Aktienoptionspläne, Stock Option Plans, Stock Appreciation Rights, Steuerbilanz, Rückstellungsbildung, Eigenkapital, Kapitalrücklage, Maßgeblichkeitsprinzip, Personalaufwand, Erfüllungsrückstand, Realisationsprinzip, GoB, Unternehmensvergütung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Studienarbeit befasst sich mit der steuerbilanziellen Behandlung von Aktienoptionsplänen (AOP) in deutschen Aktiengesellschaften vor dem Hintergrund fehlender gesetzlicher Regelungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die gesellschaftsrechtlichen Grundlagen der Aktienoptionen (SOP und SAR), die Anwendung des Maßgeblichkeitsprinzips auf die Steuerbilanz sowie die Frage der korrekten buchhalterischen Erfassung als Betriebsausgabe oder Einlage.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist die Erarbeitung von Bilanzierungsvorschlägen für die vier wesentlichen Ausgabevarianten von Aktienoptionen, um unternehmerische Interessen (Steuerminderung) mit steuerbilanziellen Vorgaben in Einklang zu bringen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es erfolgt eine rechts- und betriebswirtschaftliche Analyse unter Einbeziehung des Aktiengesetzes (AktG), des Einkommensteuergesetzes (EStG), handelsrechtlicher Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung (GoB) und relevanter Rechtsprechung sowie Literatur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Bilanzierung nach § 192 AktG (bedingte Kapitalerhöhung) und § 71 AktG (Rückkauf eigener Aktien), die Bildung von Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten sowie die Besonderheiten bei Stock Appreciation Rights (SAR) und dem Programmkauf.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere die steuerbilanzielle Einlage, der Erfüllungsrückstand, das Realisationsprinzip, der innere Wert vs. Gesamtwert sowie die Bewertungseinheit.

Wie bewertet der Autor die Bildung einer Bewertungseinheit?

Der Autor führt aus, dass bei einer klaren Sicherungsabsicht, etwa durch den Rückkauf eigener Aktien zur Bedienung der Optionen, eine steuerliche Bewertungseinheit gebildet werden kann, wodurch die Risikoposition aus der Stillhalterverpflichtung reduziert oder aufgelöst wird.

Warum lehnt der Autor die Erfassung als "Personalaufwand an Kapitalrücklage" in vielen Fällen ab?

Der Autor argumentiert, dass eine solche Erfassung oft den GoB der Pagatorik und dem Realisationsprinzip widerspricht, da es sich beim "ersparten" Aufwand meist um eine hypothetische Größe handelt und keine tatsächliche Leistung oder Einlage durch den Mitarbeiter vorliegt.

Excerpt out of 72 pages  - scroll top

Details

Title
Die steuerbilanzielle Behandlung von Stock Options
College
Technical University of Darmstadt  (Rechtswissenschaft)
Grade
gut
Author
Georg Seitz (Author)
Publication Year
2002
Pages
72
Catalog Number
V7004
ISBN (eBook)
9783638144155
Language
German
Tags
Behandlung Stock Options
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Georg Seitz (Author), 2002, Die steuerbilanzielle Behandlung von Stock Options, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/7004
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