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Rechtswidriges Verhalten aus Sicht des Rational-Choice-Ansatzes

Título: Rechtswidriges Verhalten aus Sicht des Rational-Choice-Ansatzes

Trabajo Escrito , 2006 , 16 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Carolin Waasen (Autor)

Política - Filosofía política e historia de las ideas
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Obwohl im letzten Jahrzehnt die Quote der Gesamt-Kriminalität in Deutschland leicht rückläufig ist, sind die 6 391 715 erfassten Fälle im Jahr 2005 (vgl. Polizeiliche Kriminalstatistik 2005: 3) absolut gesehen nicht zu verachten. Kriminelle haben damit immerhin einen Anteil von rund 7,75 Prozent an der Gesamtgesellschaft - wobei die Dunkelziffer noch nicht berücksichtigt ist. Dies bringt einen erheblichen Schaden für den Sozialstaat, den Erhalt von Recht und Ordnung sowie die ganze Volkswirtschaft mit sich (vgl. Becker 1976: S.41). Somit ist eine Untersuchung von Täterprofil und -verhalten, die ein Teilgebiet der Kriminologie darstellt, jederzeit aktuell. In den letzten 25 Jahren lässt sich ein Gesellschaftswandel weg von traditionellen Normen hin zur sogenannten „Spätmoderne“ feststellen. Ausgelöst wurde dieser Wandel durch die sich ständig ändernden Arbeits- und Lebensbedingungen, die wiederum zu einem nicht unwesentlichen Teil durch technischen und wissenschaftlichen Fortschritt hervorgerufen wurden (vgl. Kunz 2001). In der Folge löst sich der Mensch immer mehr aus seinem sozialen Umfeld und mutiert zum Einzelkämpfer: „Die Gesellschaft kennt keine allseits verbindlichen Normalitätsvorstellungen mehr und zerspaltet sich in eine Vielfalt schier unbegrenzter Variationen von nebeneinander existierenden Lebenswelten.“ (Kunz 2001: 192). Diesen äußeren Umständen musste sich auch die Sozialwissenschaft anpassen und ihr Augenmerk verstärkt aufs Individuum richten. Des Weiteren war es unabdingbar, sich nun mehr den ökonomischen als den soziologischen gesellschaftlichen Aspekten zu widmen. In der Folge ergibt sich die Relevanz für eine mikroanalytisch arbeitende, sich an der Ökonomie orientierende Forschungsrichtung wie den Rational-Choice-Ansatz zur Bewertung und Analyse krimineller Vorgehensweisen. Erste Grundlagen lassen sich bereits im 18. und 19. Jahrhundert manifestieren, beispielsweise wenn Bentham zu der Erkenntnis kommt: „Nature has placed mankind under the governance of two sovereign masters, pain and pleasure. It is for them alone to point out what we ought to do, as well as to determine what we shall do.” (Bentham 1996: 11). Sich auf Überlegungen von Bentham stützend entwickelt Gary S. Becker in seinem umfassenden Werk „The Economic Approach to Human Behavior“ unter anderem eine für den Rational-Choice-Ansatz fundamentale Theorie über Delinquenz: „Crime and Punishment: An economic approach“ (1968).

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Theoretisches Konstrukt

1.2 Gliederung

2. Das Grundmodell zur Theorie des rational handelnden Verbrechers

3. Empirische Erklärungskraft des Modells

3.1 Erklärungskraft in Abhängigkeit von unterschiedlichen Situationen

3.2 Empirisches Beispiel aus dem Bereich des Trittbrettfahrens: Das Schwarzfahren

3.3 Erklärungskraft für die Delikte Ladendiebstahl und Steuerbetrug sowie Erweiterung um Ergebnisse des Zusammenhangs zwischen Schichtzugehörigkeit und Delikttyp

3.4 Empirisches Beispiel aus dem Bereich der Jugendkriminalität: Der Straßenraub

4. Kritische Stellungnahme zum theoretischen Modell

5. Fazit

6. Schlusswort

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die Anwendbarkeit des Rational-Choice-Ansatzes, insbesondere des ökonomischen Modells von Gary S. Becker, auf kriminelles Verhalten. Dabei wird analysiert, ob delinquentes Handeln stets als rationales Kosten-Nutzen-Kalkül begründet werden kann oder ob dieses Modell an Grenzen stößt, wenn es um komplexe menschliche Gefühle und unterschiedliche Kriminalitätsarten geht.

  • Grundlagen des Rational-Choice-Ansatzes in der Kriminologie
  • Empirische Anwendung des Modells auf verschiedene Deliktformen (Schwarzfahren, Steuerbetrug, Ladendiebstahl, Straßenraub)
  • Differenzierung zwischen High-Cost- und Low-Cost-Situationen bei Straftaten
  • Kritische Reflexion über die Vernachlässigung emotionaler und irrationaler Faktoren
  • Zusammenhang zwischen sozialer Schichtung und Delikttyp

Auszug aus dem Buch

3.2 Empirisches Beispiel aus dem Bereich des Trittbrettfahrens: Das Schwarzfahren

Schwarzfahren mag aus der Sicht Unbeteiligter voreilig als Kavaliersdelikt bezeichnet werden. Aus der Perspektive des öffentlichen Personennahverkehrs stellt sich der Sachverhalt jedoch gleich anders dar, da die addierten Einbußen durch nichtzahlende Passagiere wirtschaftlichkeitsrelevante Höhen erreichen. Als Verkehrsbetrieb steht man dabei vor dem Problem, wie man ökonomisch am sinnvollsten vorgehen sollte: Ist die Akzeptanz der entstehenden Einnahmensdefizite im Vergleich zu den Aufwendungen für Kontrollen, die in unserem Fall die oben genannte Entdeckungswahrscheinlichkeit p darstellt, nicht das geringere Übel?

Dies wurde in den Jahren 1993 – 1995 (vgl. Mühlenfeld 1999) an drei verschiedenen Betrieben des öffentlichen Personen-Nahverkehrs untersucht. Zuvor war bereits bekannt, dass die Problematik nicht zahlender Fahrgäste in Großstädten aufgrund der größeren Anonymität populärer ist als in kleineren Städten. Daher wurden ausschließlich Betriebe aus Großstädten analysiert. Differenzen gab es beispielsweise jedoch hinsichtlich Prüf- und Kontrollverhalten und Bestrafung bei Entdeckung Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Betriebe allesamt – wie bei Becker erläutert – die Entdeckungswahrscheinlichkeit p und das Strafmaß f als Instrumente zur Eindämmung der Trittbrettfahrer wählen - jedoch mit unterschiedlicher Schwerpunktlegung. Der Betrieb, der letztlich die größten Erfolge zu verzeichnen hatte, konnte zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Er konnte die Entdeckungswahrscheinlichkeit p auf kostengünstige Weise erhöhen, somit mehr Schwarzfahrer entdecken und gleichzeitig seine Verluste durch entgangene Fahrtentgelte reduzieren. In diesem Fall erwiesen sich die Kontrollen durchaus als sinnvoll. Die Becker`sche Theorie erweist sich in diesem Fall somit im Großen und Ganzen als erklärungskräftig (vgl. Mühlenfeld 1999).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die aktuelle Kriminalitätslage in Deutschland und Darlegung der Relevanz einer ökonomisch orientierten kriminologischen Analyse.

1.1 Theoretisches Konstrukt: Erläuterung des ökonomischen Ansatzes von Gary S. Becker zur Erklärung krimineller Handlungen durch mathematische Modellierung.

1.2 Gliederung: Kurze Übersicht über den methodischen Aufbau der Hausarbeit.

2. Das Grundmodell zur Theorie des rational handelnden Verbrechers: Definition zentraler Begriffe und Darstellung der Kosten-Nutzen-Kalkulation aus Sicht des Täters.

3. Empirische Erklärungskraft des Modells: Einleitung in die Überprüfung der theoretischen Annahmen anhand praktischer Beispiele.

3.1 Erklärungskraft in Abhängigkeit von unterschiedlichen Situationen: Analyse der Eignung des Rational-Choice-Ansatzes im Vergleich zur Theorie der Selbstkontrolle bei verschiedenen Kosten-Nutzen-Konstellationen.

3.2 Empirisches Beispiel aus dem Bereich des Trittbrettfahrens: Das Schwarzfahren: Untersuchung der Wirksamkeit von Kontrollen als Instrument der Entdeckungswahrscheinlichkeit bei der Beförderungserschleichung.

3.3 Erklärungskraft für die Delikte Ladendiebstahl und Steuerbetrug sowie Erweiterung um Ergebnisse des Zusammenhangs zwischen Schichtzugehörigkeit und Delikttyp: Analyse von Querschnittsdaten zur Hinterfragung des Zusammenhangs zwischen sozialer Schicht und Kriminalitätsneigung.

3.4 Empirisches Beispiel aus dem Bereich der Jugendkriminalität: Der Straßenraub: Auseinandersetzung mit der Rolle von Impulsivität und Gefühlen bei jugendlichen Straftätern als Herausforderung für das rationale Modell.

4. Kritische Stellungnahme zum theoretischen Modell: Diskussion der Grenzen des Rational-Choice-Ansatzes und des Vorwurfs der Tautologie.

5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Anwendbarkeit des Modells und Beantwortung der Forschungsfrage.

6. Schlusswort: Resümee der Arbeit mit Ausblick auf die Notwendigkeit ergänzender kriminologischer Studien.

Schlüsselwörter

Rational-Choice-Ansatz, Kriminologie, Kosten-Nutzen-Kalkulation, Gary S. Becker, Delinquenz, Entdeckungswahrscheinlichkeit, Strafmaß, soziale Schichtung, Jugendkriminalität, Impulsivität, Schwarzfahren, Steuerhinterziehung, ökonomisches Modell, Kriminalprävention, Tautologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Anwendbarkeit des ökonomischen Rational-Choice-Ansatzes nach Gary S. Becker auf kriminelles Handeln und prüft, ob Straftaten als rationale Entscheidungsprozesse betrachtet werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder umfassen die Kosten-Nutzen-Kalkulation bei Straftätern, die Rolle von Bestrafung und Entdeckungswahrscheinlichkeit sowie den Einfluss von situativen Faktoren und sozialen Rahmenbedingungen auf kriminelles Verhalten.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt, ob der Rational-Choice-Ansatz universell auf jede Form von Kriminalität anwendbar ist oder ob Unterschiede in Abhängigkeit von Art und Schwere der Straftat bestehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die durch die Heranziehung bestehender empirischer Studien und kriminologischer Forschungsdaten untermauert wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Grundlegung und die empirische Überprüfung anhand spezifischer Delikte wie Schwarzfahren, Steuerbetrug, Ladendiebstahl und Straßenraub, gefolgt von einer kritischen Reflexion.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Rational-Choice-Theorie, ökonomisches Modell, Delinquenz, Kosten-Nutzen-Kalkulation, soziale Schichtung und emotionale Faktoren geprägt.

Wie unterscheidet die Studie zwischen Situationen bei Straftaten?

Die Arbeit differenziert zwischen "High-Cost"-Situationen, in denen das kognitive Kalkül dominiert, und "Low-Cost"-Situationen, in denen spontanes Handeln eine größere Rolle spielt.

Warum wird der Straßenraub als Beispiel für Jugendkriminalität herangezogen?

Der Straßenraub dient als Fallbeispiel, um die Bedeutung von Impulsivität, Expressivität und moralischer Ambiguität zu beleuchten, die nach Ansicht der untersuchten Autoren im rein rationalen Modell von Becker vernachlässigt werden.

Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich des Rational-Choice-Ansatzes?

Das Modell ist als theoretische Grundlage nützlich, stößt jedoch an Grenzen und bedarf ergänzender Theorien, um insbesondere emotionale und impulsive Aspekte kriminellen Handelns vollständig erklären zu können.

Final del extracto de 16 páginas  - subir

Detalles

Título
Rechtswidriges Verhalten aus Sicht des Rational-Choice-Ansatzes
Universidad
University of Stuttgart
Calificación
1,3
Autor
Carolin Waasen (Autor)
Año de publicación
2006
Páginas
16
No. de catálogo
V70059
ISBN (Ebook)
9783638614504
Idioma
Alemán
Etiqueta
Rechtswidriges Verhalten Sicht Rational-Choice-Ansatzes
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Carolin Waasen (Autor), 2006, Rechtswidriges Verhalten aus Sicht des Rational-Choice-Ansatzes, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/70059
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