"Gallien in seiner Gesamtheit zerfällt in drei Teile:(...)" So beginnt Caesars berühmtes Werk "de bello gallico" (Originaltitel: "C. Iulii Caesaris commentarii de bello Gallico"), über den von ihm geführten Krieg in Gallien. Wer war dieser Mann, der zugleich Feldherr, Politiker, Schriftsteller und Diktator war? In der Antike gibt es sicher keine Person, über die mehr geschrieben wurde, als über Caesar. Er beendete maßgeblich das Zeitalter der Alten Republik und begründete die neue Militärmonarchie. In Theodor Mommsens Werk der „Römischen Geschichte“ wird Caesar aus dem historischen Kontext heraus idealisiert und sein Weg an die Spitze des Römischen Staates auf dem Höhepunkt seiner Macht beschrieben. Doch wie kam Caesar an die Position des Militärdiktators? Welche Zufälle und Ereignisse spielten dabei eine Rolle? Welche Probleme ergaben sich für ihn und wie entwickelte er sich von einem Mann, der rauschende Feste und einen luxuriösen Lebensstil genoss, zu einem außergewöhnlichen Feldherren und schließlich zum Führer des römischen Volkes? Wie kommt es, dass Caesar einen Bürgerkrieg provozierte, wo er doch als jemand beschrieben wird, der nicht nur seine Macht zu vermehren suchte, sondern auch beliebt beim Volk war? Oder war seine Liebe zum Volk nur Berechnung und Mittel zum Zweck, derer er sich bediente um schließlich der mächtigste Mann der Republik zu werden? Viele Fragen wird man sicher nicht mehr beantworten können, aber durch ausgewählte Quellen von Cicero, Atticus, Sueton, Appian oder Cassius Dio lassen sich viele Gegebenheiten ableiten oder teilweise direkt lesen. Als Hauptstütze der Nachforschung dieser Fragen soll Theodor Mommsens „Römische Geschichte“ stehen, die zweifelsfrei eines der umfassendsten Werke über die Zeit der Römer darstellt. Die Quellenlage kann als sehr erfreulich bezeichnet werden. BLEICKEN bezeichnet die letzten Jahrzehnte der römischen Republik als die [...] am besten dokumentierte Periode der römischen Geschichte 1 und begründet dies unter anderem damit, dass vor allem größere Quellensammlungen (z. B. Briefe und Reden Ciceros) überliefert worden sind. Weiterhin führt BLEICKEN aus, dass vor allem Quellen wichtiger Zeitgenossen wie Caesar, Cicero oder auch Sallust vorhanden sind. 2 Aufgrund fehlender Lateinkenntnisse wird hier nicht mittels einer Quellenedition gearbeitet, sondern mit Übersetzungen von Prof. Dr. Dieter FLACH. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Entstehung und Ursachen des „bellum civile“
2.1 Politische Laufbahn des Gaius Iulius Caesar
2.1.1 Vorgeschichte: Caesars beginnende politische Laufbahn bis hin zum ersten Triumvirat
2.1.2 Der erste Triumvirat
2.1.3 Caesars Statthalterschaft in Gallien und die lex vatinia des Jahres 59 v. Chr.
2.1.4 Die lex pompeia licinia des Jahres 55 v. Chr.
2.2 Der Beginn des Krieges
2.2.1 Ende der Statthalterschaft Caesars in Gallien
2.2.2 Möglichkeiten des weiteren Verlaufs und Ausgang des Krieges
3. Schlussbewertung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die politischen Hintergründe und Ursachen, die zum „bellum civile“ zwischen Gaius Iulius Caesar und seinen politischen Gegnern führten. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern dieser Bürgerkrieg eine unausweichliche Konsequenz aus Caesars politischem Handeln war oder durch spezifische Ereignisse und Gesetzesgebungen forciert wurde.
- Die politische Laufbahn Caesars bis zum Aufstieg als Diktator
- Die Rolle des ersten Triumvirats und der wechselseitigen Abhängigkeiten
- Die Bedeutung der lex vatinia und der lex pompeia licinia für das Kommando in Gallien
- Die Eskalation der politischen Lage bis zum Überschreiten des Rubikon
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Vorgeschichte: Caesars beginnende politische Laufbahn bis hin zum ersten Triumvirat
Um die späteren Handlungsweisen Caesars verstehen und bewerten zu können, sollte man zunächst betrachten, wie der junge Gaius Iulius Caesar politisch geprägt wurde. Darf man der mehrheitlichen Meinung glauben, so wurde Caesar am 13. Juli des Jahres 100 v. Chr. in Rom geboren. Er gehörte dem Geschlecht der Iulier an (Gens Iulia), deren Einfluss und Bedeutung nicht genau geklärt werden kann. So gibt es zwei widerstreitende Meinungen: Einerseits kann man davon lesen, dass das Geschlecht der Iulier einer der bedeutendsten Adelsfamilien seiner Zeit war, eine andere Theorie relativiert dies. Sicher ist, dass die Iulier zu den ältesten Patriziergeschlechtern der Stadt Rom gehörten. Tatsache ist aber hingegen auch, dass Gaius Iulius Caesar in der Subura geboren wurde, einem überbevölkerten, dennoch wohlhabendem Viertel Roms. Sein Vater war zu dieser Zeit Quaestor. 92 v. Chr. bekleidete dieser dann eine Praetur. Der Onkel des Caesar hingegen war bekannter. Er war der bedeutende Feldherr und Popularen-Führer Gaius Marius. Dieser war verbündet mit Lucius Cornelius Cinna, einem politischen Gegner des Lucius Cornelius Sulla, welcher 82 v. Chr. zum Diktator ernannt wurde.
Das Geburtsjahr Caesars 100 v. Chr. wird aber von Theodor Mommsen angezweifelt. Im Rahmen der sullanischen Reformen erlangte Caesar einige Ämter, welche ein Mindestalter erforderten. Wäre Caesar im Jahr 100 v. Chr. geboren, so hätte er diese nicht bekleiden können. Allerdings sind auch Ausnahmen dieser Altergrenze bekannt, so z.B. Gnaeus Pompeius Ernennung zum Konsul 70 v. Chr. Aufgrund dieser Tatsache datiert Theodor Mommsen das Geburtsjahr Caesars auf 102 v. Chr. zurück.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Person Caesars ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach den Ursachen des Bürgerkriegs unter Berücksichtigung der Quellenlage.
2. Entstehung und Ursachen des „bellum civile“: Dieses Kapitel analysiert detailliert Caesars politischen Aufstieg, die Bildung des ersten Triumvirats sowie die rechtlichen und militärischen Weichenstellungen durch die lex vatinia und lex pompeia licinia.
2.1 Politische Laufbahn des Gaius Iulius Caesar: Dieser Abschnitt beleuchtet den Werdegang Caesars, seine familiäre Prägung sowie die strategischen Bündnisse mit Crassus und Pompeius.
2.1.1 Vorgeschichte: Caesars beginnende politische Laufbahn bis hin zum ersten Triumvirat: Hier werden die frühen Jahre, das Geburtsjahr-Problem und der Einfluss seiner Verwandtschaft auf Caesars politische Ausrichtung untersucht.
2.1.2 Der erste Triumvirat: Der Fokus liegt auf der Entstehung des informellen Bündnisses zwischen Crassus, Pompeius und Caesar sowie deren gemeinsamer Strategie zur Sicherung politischer Macht.
2.1.3 Caesars Statthalterschaft in Gallien und die lex vatinia des Jahres 59 v. Chr.: Dieses Kapitel behandelt die Vergabe des Kommandos in Gallien und die Rolle der lex vatinia als Instrument zur Machtausweitung.
2.1.4 Die lex pompeia licinia des Jahres 55 v. Chr.: Die Analyse konzentriert sich auf die Verlängerung von Caesars Statthalterschaft und die damit verbundenen rechtlichen Komplikationen und Ambitionen.
2.2 Der Beginn des Krieges: Die Darstellung widmet sich dem Zerfall des Triumvirats und der zunehmenden politischen Isolation Caesars, die schließlich zum Krieg führt.
2.2.1 Ende der Statthalterschaft Caesars in Gallien: Hier werden die verfehlten Friedensbemühungen und die zunehmende Konfrontation mit dem Senat und Pompeius analysiert.
2.2.2 Möglichkeiten des weiteren Verlaufs und Ausgang des Krieges: Dieses Kapitel erörtert die verschiedenen politisch-militärischen Optionen Caesars vor der Überschreitung des Rubikon und fasst die Konsequenzen zusammen.
3. Schlussbewertung: Die Schlussbetrachtung würdigt Caesars politisches Taktieren und zieht das Fazit, dass der Bürgerkrieg die unausweichliche Konsequenz seiner Machtpolitik und des Korruptionszustandes der späten Republik war.
Schlüsselwörter
Gaius Iulius Caesar, Römische Republik, Bürgerkrieg, bellum civile, Triumvirat, Gnaeus Pompeius, Marcus Licinius Crassus, lex vatinia, lex pompeia licinia, Gallien, Senat, Machtpolitik, Militärdiktatur, Politische Geschichte, Antike.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Aufstieg Caesars zur Macht und den Ereignissen, die zum Zusammenbruch der Römischen Republik und dem darauf folgenden Bürgerkrieg geführt haben.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf Caesars politischer Laufbahn, der Dynamik innerhalb des ersten Triumvirats sowie der rechtlichen Auseinandersetzung um seine Statthalterschaft und Kommandos in Gallien.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu ergründen, ob der Bürgerkrieg ein unausweichliches Resultat aus Caesars politischem Kalkül war oder durch unvorhersehbare Ereignisse provoziert wurde.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einer Auswertung antiker Quellen (u.a. Cicero, Sueton, Appian, Cassius Dio) und moderner wissenschaftlicher Literatur basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert chronologisch Caesars Weg an die Spitze, von seiner frühen Prägung über den Aufbau politischer Abhängigkeiten bis hin zu den entscheidenden Gesetzen, die den Ausbruch des Krieges markieren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören Caesar, das Triumvirat, Bürgerkrieg, Machtpolitik, Statthalterschaft in Gallien und der Untergang der Römischen Republik.
Wie bewertet der Autor Caesars Rolle im Vorfeld des Krieges?
Der Autor sieht Caesar als geschickten Taktiker, der seine Machtbasis durch gezielte Intrigen und Bündnisse aufbaute, wobei die Eskalation zum Bürgerkrieg maßgeblich durch sein eigenes Handeln herbeigeführt wurde.
Welche Bedeutung kommt der „lex vatinia“ in der Arbeit zu?
Die „lex vatinia“ wird als zentrales Instrument Caesars bewertet, das ihm ein außerordentliches militärisches Kommando sicherte und den Senat in seiner Handlungsfähigkeit schwächte.
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- Bastian Hefendehl (Author), 2003, Gaius Iulius Caesar - Der 'bellum civile', unausweichliches Ergebnis Caesars Politik und welche Ereignisse brachten seine Pläne durcheinander? , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/70166