Erp-Projekt - Sprachverhalten in ländlichen Gemeinden


Referat (Ausarbeitung), 2006

8 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Rahmenbedingungen
2.1 Untersuchungsort Erp
2.2 Festlegung der Methoden
2.2 Auswahl der Untersuchungspersonen

3. Ergebnisse der Untersuchung

4. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In der folgenden Ausarbeitung wird die sprachsoziologische Felduntersuchung unter dem Projekttitel „Sprachverhalten in ländlichen Gemeinden. Das Erp-Projekt.“ beschrieben. Das Forschungsinteresse der Untersuchung richtete sich auf die Veränderung des Sprachverhaltens unter dem Einfluss der Industrialisierung und Urbanisierung.

Die Idee zum Erp-Projekt entstand in einem sprachwissenschaftlichen Seminar an der Universität Bonn unter der Leitung von Werner Besch. Den Hauptanstoß für die Überlegungen und Konzeption lieferte die Kritik an der Bernsteinschen Sprachbarrierenthese. Diese ging von einer kommunikativen Sprachbarriere aus, die aufgrund des unterschiedlichen Sprachgebrauchs der sozialen Schichten entstand. Bernstein behauptete, dass das Sprechen ein Teil des Sozialverhaltens ist, welches durch die Familienerziehung vermittelt wird. Da die Familie durch ihre soziale Klassenzugehörigkeit determiniert wird, variiert das Sozialverhalten je nach sozialen Schichten (vgl. Löffler 2005, S. 14; Löffler 1994, S. 174).

Die Überlegungen und Kritik an der Bernsteinschen Theorie waren die Anfänge der Soziolinguistik, die nicht nur das Instrument Sprache untersuchte, sondern ebenso auch den Sprecher/Benutzer dieser Sprache (vgl. Besch, Hufschmidt 1981, S. 11).

2. Rahmenbedingungen

Im folgenden Kapitel werden Rahmenbedingungen der Untersuchung skizziert. Insbesondere werden dabei die Entstehung und die Ergebnisse des Erp-Projekts näher beschrieben.

2.1 Untersuchungsort Erp

Die intensive Diskussion über die Bernsteinsche Theorie lieferte die Idee für eine Untersuchung des Sprachverhaltens in ländlichen Gebieten, die von der Industrialisierung betroffen sind. Die Forscher gingen davon aus, dass im Zuge des Umstrukturierungsprozesses die kommunikative Anforderungen und das Sprachverhalten selbst sich änderten (vgl. Kall-Holland 1981, S. 214).

Angesichts der Anforderungen wurde die rheinische Gemeinde Erp/Erftstadt ausgewählt. Die Gemeinde Erftstadt wurde Ende der 60er Jahre aus einer großen Anzahl von selbständigen Orten gegründet worden. Sie liegt südwestlich von Köln am Rande des Kölnischen Industriegebietes.

Bis zu Anfang des letzten Jahrhunderts war Erp ausschließlich landwirtschaftlich geprägt. Der Ausbau der Kreisbahn und die aufkommende Braunkohleindustrie veränderten die Beschäftigungsverhältnisse der Erper Anwohner. So leiteten Industriearbeiter die Pendlerbewegung Anfang des 20. Jahrhunderts ein. Die Zahl der pendelnden Arbeiter, die weiterhin ihrem Ort verbunden bleiben, stieg besonders in der Vorkriegszeit. Doch erst seit den 50er Jahren waren Beschäftigungen in der Verwaltung, Dienstleistungsindustrie sowie im kaufmännischen Bereich für die Erp Ansässigen möglich (vgl. Mattheier 1981, S.142). Aufgrund der verbesserten Verkehrsnetzen und besser bezahlten Arbeitsplätzen zogen immer mehr Menschen nach Erp. Mitte der 60er Jahre entstand eine Neubausiedlung am Ortsrand, die ausschließlich von Ortsfremden bewohnt wurde.

Bei der Auswahl des Untersuchungsortes spielten neben den sozialgeographischen und gesellschaftlichen Faktoren auch die sprachlichen Faktoren eine wichtige Rolle. Dialektal betrachtet gehört Erp zum mittelribuarischen Raum, der im Süden am Eifelsaum an das Moselfränkische, im Westen nach Düren und Jülich hin an das Westribuarische, im Norden mit der Benrather Linie an den ribuarisch-niederfränkischen Übergangsraum und im rechtsrheinischen Bereich an das Ostribuanische grenzt (vgl. Mattheier 1981, S. 145). Der mittelribuanische Dialekt zeichnet sich durch die Senkung und anschließende Rundung der kurzen geschlossenen Vokale, den Tilgungsprozess beim [t], [x], [g] sowie durch eine von Dehnungs- und Kürzungsprozessen. Der Ortsdialekt wurde auch als Erper-Platt bezeichnet.

2.2 Festlegung der Methoden

Aufgrund schlechter Erfahrungen mit verschickten Sozialfragebögen entschied sich die Untersuchungsgruppe für ein persönliches Interview, welches anhand eines standardisierten Fragebogens mit möglichst geschlossenen Fragen konzipiert wurde. Um einen Überblick über die Stellung verschiedener Gruppen innerhalb der Ortsgesellschaft zu erhalten, wurden neben den Variablen „Alter“, „Herkunft“, auch „Regionale Mobilität“ sowie „Sprachverhalten“ und „Spracheinstellung“ in das Interview aufgenommen. Im Anschluss an die Datenbefragung wurde nach der allgemeinen Bereitschaft für eine spätere ausführliche Sprachuntersuchung gefragt. Der Fragebogen wurde so konzipiert, dass dieser auch von Angehörigen der Untersuchungspersonen beantwortet werden konnte (vgl. Mattheier 1981, S. 23).

Als Interviewer wurden Mitglieder der Arbeitsgruppe ausgewählt, die den Fragebogen mitgestaltet haben und mit der Interviewtechnik vertraut waren. Die gesamte Sozialdatenerhebung wurde in vier Wochen mit durchschnittlich vier Interviewern durchgeführt.

Im Laufe der Befragungen wurden bereits die Aufnahmemethoden zur Sprachdatenerhebung erarbeitet. Hierbei wollten die Forscher so viele Aufnahmen von gesprochener Sprache wie möglich sammeln. Weiterhin sollte die Situation, in der gesprochen wurde, systematisch verändert werden. So sollte die Sprachdatenerhebung in drei Teile geteilt und von drei Interviewern durchgeführt werden.

[...]

Ende der Leseprobe aus 8 Seiten

Details

Titel
Erp-Projekt - Sprachverhalten in ländlichen Gemeinden
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen  (Institut für Sprachwissenschaft)
Note
2
Autor
Jahr
2006
Seiten
8
Katalognummer
V70250
ISBN (eBook)
9783638625029
Dateigröße
366 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Es handelt sich um eine sprachsoziologische Felduntersuchung unter dem Projekttitel "Sprachverhalten in ländlichen Gemeinden".
Schlagworte
Erp-Projekt, Sprachverhalten, Gemeinden
Arbeit zitieren
Valerie Wittenbeck (Autor), 2006, Erp-Projekt - Sprachverhalten in ländlichen Gemeinden, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/70250

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