Die Auswahl der richtigen Schule ist nicht ganz einfach. Manchmal bedarf es mehrer Versuche, bis die richtige Schule gefunden ist, manchmal quälen sich Schülerinnen und Schüler an der „falschen“ Schule zum Ziel oder stellen irgendwann doch fest, dass eigentlich alles gestimmt hat. Doch wann kann man sagen, dass ein Schüler zu einer Schule passt und wann nicht. Die Frage nach dem Passungsverhältnis soll in dieser Arbeit am Beispiel von Maria erläutert werden, die im Rahmen eines Schülerinterviews in der zehnten Klasse rückblickend die prägenden Momente aus ihrem Leben erzählt. Daneben werden Marias Schule und die Gründe für die Auswahl dieser Schule näher beleuchtet. Ein zweiter Teil beschäftigt sich mit der methodischen Herangehensweise in Form des narrativen Interviews und beleuchtet die Grundlagen und Methoden dieser Vorgehensweise.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Narratives Interview
1. Die Geschichte des narrativen Interviews
2. Die erzähltheoretischen Grundlagen des narrativen Interviews
2.1. Allgemeines
2.2. Stegreiferzählungen
2.3. Zugzwänge des Erzählens
3. Schwerpunkt der Methodologie des narrativen Interviews
3.1. Auswertungsverfahren mit vier Analyseschritten
3.2. Komparative Analyse
4. Biographietheoretische Grundlagen des narrativen Interviews
4.1. Zentrale kategoriale Unterscheidung
4.2. Beispiel des Verlaufskurvenpotentials
5. Die Transformation des narrativen Interviews
6. Zentrale Kritikpunkte am narrativen interview
6.1. Die immanente Kritik
6.2. Die exmanente Kritik
III. Zusammenfassung des Schülerinterviews mit Maria
1. Marias Kindheit
2. Maria in der Grundschule
3. Maria auf dem Gymnasium
4. Maria in ihrer Freizeit
5. Maria in der Familie
6. Maria und die Schule
6.1 Das Goethe Gymnasium
6.2 Gründe für Marias Schulwahl
6.3 Marias Sichtweise über ihre Schule
6.4 Marias Wohlfühlfaktor an der Schule
6.5 Das Typische an der Schule aus Sicht von Maria
IV. Abschlussdiskussion: Passt Maria an die Schule?
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Passungsverhältnis zwischen Jugendlichen und ihrer Schule am Beispiel einer Schülerin, wobei die biographische Entwicklung und die schulische Umgebung analysiert werden.
- Narrative Interviewmethode in der Biographieanalyse
- Einfluss von Kindheit und Familie auf die Bildungsbiographie
- Schulkultur an einem Traditionsgymnasium
- Konfliktlinien zwischen schulischem Anspruch und jugendlicher Identität
- Entscheidungsprozesse bei der Schulwahl
Auszug aus dem Buch
2.2. Stegreiferzählungen
Diese Homologie von Erzählungen und (identitäts- und handlungsrelevanter) Erfahrungen ist dann unmittelbar gegeben, wenn es sich um eine Stegreiferzählung handelt. Diese wird dadurch charakterisiert, dass der Erzähler, da er über den Aufbau seiner Erzählung nicht selbst reflektiert, sondern ihn intuitiv vollzieht, aufgrund der Selbstläufigkeit des Erzählvorgangs in gewisse Zugzwänge des Erzählens verwickelt wird. Dieses Überlegung werde ich nun an einem Beispiel der autobiographischen Stegreiferzählung veranschaulichen: die Erzählung fängt in der Regel bei den ersten Erinnerungen aus der Kindheit an und endet beim Jetzt-Zeitpunkt. Während dieser oft mehrstündigen Erzählung wird die interviewte Person in eine Dynamik des Erzählvorgangs eingebunden, der einmal angefangen, aufgrund der momentanen Kommunikationssituation, grundlegend nicht mehr gesteuert werden kann.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung der Passung zwischen Schüler und Schule anhand von Fallbeispielen und führt in das Thema der Arbeit ein.
II. Narratives Interview: Dieser Abschnitt erläutert die theoretischen Grundlagen, die methodische Vorgehensweise und die Kritikpunkte des narrativen Interviews in der Biographieanalyse.
III. Zusammenfassung des Schülerinterviews mit Maria: Hier werden die lebensgeschichtlichen Stationen von Maria, ihre familiären Hintergründe und ihre Erfahrungen an einem Traditionsgymnasium detailliert dargestellt.
IV. Abschlussdiskussion: Passt Maria an die Schule?: Das Fazit bewertet das Passungsverhältnis von Maria und diskutiert kritisch die Möglichkeiten eines Schulwechsels.
Schlüsselwörter
Narratives Interview, Biographieanalyse, Schulkultur, Bildungsbiographie, Passungsverhältnis, Identitätsentwicklung, Stegreiferzählung, Goethe Gymnasium, DDR-Schulsystem, Sozialisation, Schülerinterviews, Erziehungsstil, Leistungsorientierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Passungsverhältnis zwischen einer Schülerin und dem Schulsystem eines Traditionsgymnasiums auf Basis ihrer persönlichen Bildungsbiographie.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die narrative Interviewmethode, biographische Entwicklungsprozesse, die Prägung durch familiäre Erziehung und die Schulkultur an einem Gymnasium mit langer Tradition.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, anhand eines ausführlichen Schülerinterviews zu verstehen, wie biografische Erlebnisse und schulische Rahmenbedingungen interagieren und welche Konflikte dabei entstehen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird das narrative Interview nach Fritz Schütze angewandt, inklusive verschiedener Analyseschritte zur Auswertung der Lebensgeschichte.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Kindheit und Jugend von Maria, ihre Erfahrungen an der Schule sowie die soziokulturellen Hintergründe des Goethe-Gymnasiums.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind Biographieanalyse, Passungsverhältnis, Schulkultur, Sozialisation und narratives Interview.
Wie bewertet der Autor Marias Situation an ihrer Schule?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass es sich um ein konflikthaftes Passungsverhältnis handelt und ein früherer Schulwechsel für die Persönlichkeitsentfaltung förderlich gewesen wäre.
Welche Rolle spielt die Familie für Marias schulische Laufbahn?
Die Familie, insbesondere die strengen Erziehungsvorstellungen der Eltern, fungiert als zentraler Einflussfaktor, der Marias Freizeitmöglichkeiten und ihre Identitätsentwicklung stark prägt.
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- Stefan Scherer (Author), 2004, Jugendliche Schulbiographien an einem Traditionsgymnasium, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/70277