Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › French Studies - Linguistics

Regionale Sprachenpolitik der 1980er und 1990er Jahre im Languedoc-Roussillon

Title: Regionale Sprachenpolitik der 1980er und 1990er Jahre im Languedoc-Roussillon

Seminar Paper , 2005 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Mag. Petre Puskasu (Author)

French Studies - Linguistics
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Languedoc- Roussillon liegt im Süden Frankreichs und zieht sich von der katalanisch- spanischen Grenze über die Mittelmeerküste bis zu den Cevennen. Politisch ist das Languedoc- Roussillon in fünf Départements eingeteilt, dem katalanischen Département Pyrénées Orientales mit der Hauptstadt Perpignan und den vier okzitanischen Départements Aude (Carcassonne), Gard (Nimes), Lozere (Mende) und Héraut (Montpellier). Montpellier ist gleichzeitig auch die Hauptstadt der Region. Die Region hat eine Fläche von 27.376 km2 und 2.295.648 Einwohner (Volkszählung 1999). Die Bevölkerungsdichte beträgt damit 84 Einwohner/km2. Hauptort der Region ist Montepellier. Die heutigen Départements Aude, Gard, Hérault und Lozère waren bis 1789 Teil der historischen Provinz Languedoc2, das heutige Département Pyrénées Orientales bildete historischen Provinz Roussillon.3

Die gesetzlich wahrgenommenen Minderheitensprachen4 in der Region Languedoc- Roussillon sind das Okzitanische und das Katalanische5. Typologisch gehört das Okzitanische6 zusammen mit dem nahe verwandten Katalanischen in die Gruppe der romanischen Sprachen.7

Der Status und die politische Stellung des Katalanischen und Okzitanischen im Languedoc- Roussillon ist vergleichbar mit dem anderer Minderheitensprachen in Frankreich; seit verhältnismäßig wenigen Jahren stehen das Okzitanische, Katalanische und die anderen Minderheitensprachen Frankreichs vor einer neuen Situation: die brutale und offene Linguizidpolitik des französischen Staates kann als beendet angesehen werden8. Das heißt aber nicht, dass Frankreich nun auf einmal an der Erhaltung der Sprachenvielfalt interessiert wäre. Offensichtlich ist man auf Regierungsebene überzeugt, dass der bisher angerichtete Schaden ohnehin von selbst das Aussterben der sogenannten Regionalsprachen bewirken würde und dass einfaches untätiges Zusehen bei diesem Prozess eventuell sogar als positive Geste gewertet werden würde. Immerhin hat Frankreich als einziges Land außer Griechenland die EU- Charta über Minderheitenrechte nicht unterzeichnet, mit der originellen Begründung, in Frankreich gebe es keine Minderheiten, nur Franzosen.9

In dieser Arbeit werde ich nun versuchen, das Augenmerk mehr auf die Situation des Okzitanischen richtend, die Maßnahmen in Richtung einer regionalen Sprachenpolitik in der Region Languedoc- Roussillon in den 80er und 90er Jahren, die in dieser Region gesetzt wurden, darzulegen und zu analysieren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. SYNOPSE

II. Rahmenbedingungen

III.a. Die öffentliche Schule

III.b. die okzitanische Privatschule „Calandreta“

III.c. die katalanische Privatschule „La Bressola“

III.d. Das okzitanische Département der Region Languedoc- Roussillon Hérault

III.e. Die katalanische Stadt Perpignan

III.f. Regionalsprachen und Medien

III.g. Private Institutionen

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Seminararbeit untersucht die Entwicklung der regionalen Sprachenpolitik in Südfrankreich, speziell in der Region Languedoc-Roussillon, während der 1980er und 1990er Jahre. Dabei liegt der Fokus primär auf den Maßnahmen zur Förderung des Okzitanischen und des Katalanischen angesichts eines zentralistisch organisierten französischen Staates.

  • Rechtliche und politische Rahmenbedingungen der Minderheitensprachen in Frankreich
  • Die Rolle der öffentlichen Schulen und zweisprachiger Bildungskonzepte
  • Analyse regionaler Initiativen und privater Institutionen zur Sprachenförderung
  • Einfluss der Dezentralisierungsgesetze auf die regionale Kulturpolitik
  • Mediale Präsenz und institutionelle Unterstützung von Okzitanisch und Katalanisch

Auszug aus dem Buch

Die Region Languedoc- Roussillon

Languedoc- Roussillon liegt im Süden Frankreichs und zieht sich von der katalanisch- spanischen Grenze über die Mittelmeerküste bis zu den Cevennen. Politisch ist das Languedoc- Roussillon in fünf Départements eingeteilt, dem katalanischen Département Pyrénées Orientales mit der Hauptstadt Perpignan und den vier okzitanischen Départements Aude (Carcassonne), Gard (Nimes), Lozere (Mende) und Héraut (Montpellier). Montpellier ist gleichzeitig auch die Hauptstadt der Region. Die Region hat eine Fläche von 27.376 km² und 2.295.648 Einwohner (Volkszählung 1999). Die Bevölkerungsdichte beträgt damit 84 Einwohner/km². Hauptort der Region ist Montepellier.

Die heutigen Départements Aude, Gard, Hérault und Lozère waren bis 1789 Teil der historischen Provinz Languedoc, das heutige Département Pyrénées Orientales bildete historischen Provinz Roussillon.

Die gesetzlich wahrgenommenen Minderheitensprachen in der Region Languedoc- Roussillon sind das Okzitanische und das Katalanische. Typologisch gehört das Okzitanische zusammen mit dem nahe verwandten Katalanischen in die Gruppe der romanischen Sprachen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. SYNOPSE: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die geografische, politische und historische Struktur der Region Languedoc-Roussillon sowie über die dort gesprochenen Minderheitensprachen.

II. Rahmenbedingungen: Hier werden die verfassungsrechtliche Situation und die zentralistische Sprachpolitik Frankreichs sowie die Auswirkungen der Dezentralisierungsgesetze der 80er Jahre analysiert.

III.a. Die öffentliche Schule: Das Kapitel behandelt die Rolle des staatlichen Schulwesens, die Verfügbarkeit von Sprachunterricht auf freiwilliger Basis und die entsprechenden Lehramtsprüfungen.

III.b. die okzitanische Privatschule „Calandreta“: Untersuchung der Entstehung und Finanzierung der okzitanischen Privatschulen sowie der pädagogischen Konzepte zur Förderung der Mehrsprachigkeit.

III.c. die katalanische Privatschule „La Bressola“: Darstellung des zweisprachigen Immersionsunterrichts an katalanischen Privatschulen und des Einflusses der räumlichen Nähe zu Katalonien.

III.d. Das okzitanische Département der Region Languedoc- Roussillon Hérault: Analyse der begrenzten Spielräume und der Subventionspraxis der lokalen Behörden im Bereich des Minderheitenschutzes.

III.e. Die katalanische Stadt Perpignan: Fokus auf kommunale Maßnahmen der Sprachenpolitik, wie die Förderung des Unterrichts und die visuelle Zweisprachigkeit im öffentlichen Raum.

III.f. Regionalsprachen und Medien: Bewertung der spärlichen Präsenz von Okzitanisch und Katalanisch in Radio und Fernsehen sowie der strukturellen Schwierigkeiten bei Medienprojekten.

III.g. Private Institutionen: Überblick über das Engagement privater Vereine und Dokumentationszentren bei der Förderung der regionalen Kulturen und Sprachen.

Schlüsselwörter

Languedoc-Roussillon, Okzitanisch, Katalanisch, Minderheitensprachen, Sprachenpolitik, Dezentralisierung, Calandreta, La Bressola, CIRDOC, Sprachunterricht, Regionalkultur, Frankreich, Zweisprachigkeit, Linguizid, Sprachförderung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die sprachpolitischen Maßnahmen in der französischen Region Languedoc-Roussillon in den 1980er und 1990er Jahren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Förderung von Okzitanisch und Katalanisch in Schule, Medien und durch private sowie öffentliche Institutionen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Effektivität staatlicher und regionaler Maßnahmen beim Erhalt von Minderheitensprachen in einem zentralistischen Staatssystem kritisch zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche und soziolinguistische Analyse basierend auf Gesetzestexten, Berichten und Fachliteratur zur Sprachenpolitik.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene institutionelle Bereiche wie das öffentliche Schulwesen, Privatschulmodelle, kommunale Ebene und die Rolle privater Vereine.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Minderheitensprachen, Regionalpolitik, Sprachunterricht und die spezifischen regionalen Akteure wie Calandreta oder CIRDOC.

Wie unterscheidet sich die Situation der Calandretas von staatlichen Schulen?

Während der Unterricht in staatlichen Schulen freiwillig und zeitlich begrenzt ist, verfolgen die Calandretas ein umfassenderes Konzept der zweisprachigen Immersionspädagogik.

Welchen Einfluss hatte der Rücktritt von Etienne Hammel?

Sein Rücktritt von der „Mission des Langues et Cultures régionales“ im Jahr 1998 wirkte sich laut der Untersuchung negativ auf die Kontinuität der regionalen Sprachenpolitik aus.

Warum ist das Projekt CIRDOC für die Region so bedeutend?

Es fungiert als zentrales Dokumentations- und Informationszentrum, das den kulturellen Ausdruck auf Okzitanisch materiell und institutionell absichert.

Excerpt out of 19 pages  - scroll top

Details

Title
Regionale Sprachenpolitik der 1980er und 1990er Jahre im Languedoc-Roussillon
College
University of Vienna  (Institut für Romanistik)
Grade
1,0
Author
Mag. Petre Puskasu (Author)
Publication Year
2005
Pages
19
Catalog Number
V70298
ISBN (eBook)
9783638627719
ISBN (Book)
9783638769044
Language
German
Tags
Regionale Sprachenpolitik Jahre Languedoc-Roussillon
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mag. Petre Puskasu (Author), 2005, Regionale Sprachenpolitik der 1980er und 1990er Jahre im Languedoc-Roussillon, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/70298
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  19  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint