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Illettrismus - ein soziales Problem? Zu den Entstehungsbedingungen und Auswirkungen eines wiederentdeckten Phänomens in der Schweiz

Title: Illettrismus - ein soziales Problem? Zu den Entstehungsbedingungen und Auswirkungen eines wiederentdeckten Phänomens in der Schweiz

Diploma Thesis , 2006 , 51 Pages , Grade: 1.5

Autor:in: Claudine Haller (Author)

Social Work
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Summary Excerpt Details

Illettrismus ist ein soziales Problem in unserer Informations- und Kom-munikationsgesellschaft. Illettrismus bedingt sich aus einer Kombina-tion von belastenden sozialen Verhältnissen, schulischen Bedingungen, bei denen zu wenig individuelle Förderung stattfindet sowie zu wenig praktizierten Lesegewohnheiten. Dabei spielen die sozialen Beziehun-gen im Umfeld eine wesentliche Rolle. Das Risiko für Illettrismus steigt, wenn Personen aus einem bildungsschwachen Milieu stammen, über eine geringe Ausbildung verfügen, wenn sie zudem fremdspra-chig sind sowie allgemein mit zunehmendem Alter. Handlungsräume und Orientierungsmöglichkeiten der Betroffenen sind eingeschränkt. Aufgrund ihrer Lese- und Schreibschwächen werden sie etikettiert, ab-gewertet und erfahren in vielen Bereichen Ausgrenzung. Oft leidet das Selbstwertgefühl der Betroffenen. In der Schule muss individuellere Förderung zur Prävention von Illettrismus stattfinden. Eltern und Leh-rerschaft müssen sensibilisiert werden, Kindern ein anregendes Lern-Umfeld zu bieten. Für Betroffene braucht es mehr öffentlich bekannte Angebote und Weiterbildungsmöglichkeiten, die professionell geleitet und evaluiert werden müssen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG UND FRAGESTELLUNG

1.1 HINWEISE ZUM METHODISCHEN VORGEHEN

1.2 BEDEUTUNG FÜR DIE SOZIALE ARBEIT

2 BEGRIFFSKLÄRUNGEN

2.1 PRIMÄRER ANALPHABETISMUS

2.2 SEKUNDÄRER ODER FUNKTIONALER ANALPHABETISMUS

2.3 ILLITERALITÄT

2.4 ILLETTRISMUS

3 VERBREITUNG VON ANALPHABETISMUS UND ILLETTRISMUS

3.1 WELTWEITE VERBREITUNG VON ANALPHABETISMUS

3.2 VERBREITUNG VON ILLETTRISMUS IN INDUSTRIENATIONEN

3.3 LESE- UND SCHREIBKOMPETENZEN IN DER SCHWEIZ

3.3.1 Die pädagogische Rekrutenprüfung

3.3.2 Programme for International Student Assessment (PISA)

3.3.3 Die International Adult Literacy Survey (IALS)

3.3.4 Die Adult Literacy and Lifeskills Survey (ALL)

3.4 DIE ROLLE VON IMMIGRANTINNEN UND IMMIGRANTEN

4 ENTWICKLUNG LESEN UND SCHREIBEN

4.1 ENTWICKLUNG LESEN UND SCHREIBEN AB DEM 17. JAHRHUNDERT

4.1.1 Lesefähigkeit

4.1.2 Schreibfähigkeit

4.1.3 Orthographie

4.1.4 Bibliotheken

4.1.5 Geschlechtsspezifische Entwicklung in der Alphabetisierung

4.1.6 Der Einfluss der Kirche auf den Alphabetisierungsprozess

4.2 BEDEUTUNG VON LESEN- UND SCHREIBEN-KÖNNEN HEUTE

4.3 DIE „WIEDERENTDECKUNG“ VON ILLETTRISMUS IN DEN 1980ER JAHREN

5 ENTSTEHUNGSBEDINGUNGEN FÜR ILLETTRISMUS IN DER SCHWEIZ

5.1 ENTSTEHUNGSBEDINGUNGEN FÜR LESE- UND SCHREIBSCHWÄCHEN

5.1.1 Individuelle Faktoren und äussere Umstände

5.1.2 Soziale Verhältnisse

5.1.3 Schule

5.1.4 Leseaktivitäten privat und beruflich

5.2 SOZIODEMOGRAPHISCHE MERKMALE UND LESEKOMPETENZEN

5.2.1 Ausbildung

5.2.2 Ausbildungsniveau der Eltern

5.2.3 Sprache und Ausbildungsort

5.2.4 Geschlecht

5.2.5 Alter

6 AUSWIRKUNGEN VON ILLETTRISMUS

6.1 AUSWIRKUNGEN IM PERSÖNLICHEN BEREICH

6.2 AUSWIRKUNGEN IM SOZIALEN UMFELD

6.3 AUSWIRKUNGEN IM ÖFFENTLICHEN LEBEN

6.4 AUSWIRKUNGEN IM AUSBILDUNGSBEREICH

7 SCHLUSSFOLGERUNGEN UND AUSBLICK

7.1 ZUSAMMENFASSUNG DER ERGEBNISSE UND SCHLUSSFOLGERUNGEN

7.2 AUSBLICK

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Phänomen Illettrismus in der Schweiz, analysiert dessen Entstehungsbedingungen und beleuchtet die Auswirkungen auf die betroffenen Individuen, um die Relevanz für die Soziale Arbeit aufzuzeigen.

  • Entstehungsbedingungen für funktionale Analphabetinnen und Analphabeten in der Schweiz
  • Soziale, schulische und individuelle Einflussfaktoren auf Lese- und Schreibschwächen
  • Internationale Studien und deren Messergebnisse zu den Schriftsprachkompetenzen
  • Die Rolle der Sozialen Arbeit bei der Sensibilisierung und Prävention von Illettrismus
  • Auswirkungen von Illettrismus in den persönlichen, sozialen und beruflichen Lebensbereichen

Auszug aus dem Buch

1 Einleitung und Fragestellung

In der Schweiz leben heute gemäss den neusten Untersuchungen bis zu 30'000 sogenannte funktionale Analphabetinnen und Analphabeten. Dies scheint auf den ersten Blick eine erstaunlich hohe Zahl zu sein. Mit der allgemeinen Schulpflicht seit 1912 ging man nämlich bis in die achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts davon aus, dass jede Person, die die obligatorische Schulzeit abgeschlossen hat, auch genügend gut lesen und schreiben könne, denn im Gegensatz zum Mittelalter, wo Lesen und Schreiben einer Minderheit vorbehalten war, gilt es heute in der westlichen Welt als „Kulturtechnik“ und wird als selbstverständlich vorausgesetzt. Die Partizipation an kulturellen Aktivitäten im Alltag, Arbeits- und Lebensbereich und somit umfassend am gesellschaftlichen Leben ist abhängig vom Beherrschen der Schriftsprache (vgl. STAUFFACHER 1992, S. 19-21).

Als „typische“ Personengruppen, die überhaupt nicht lesen und schreiben konnten, galten im 20. Jahrhundert höchstens noch sogenannte „Randgruppen“ wie Behinderte, Fahrende oder fremdsprachige Immigrantinnen und Immigranten aus 3.-Welt-Ländern, die aus verschiedenen Gründen nie eine Schule besuchen konnten. Dass die Wahrnehmung über fremdsprachige Immigrantinnen und Immigranten in der Öffentlichkeit verzerrt ist und Illettrismus vor allem Schweizerinnen und Schweizer betrifft, die ihre Schulbildung in der Schweiz genossen haben, ist längst bekannt (vgl. VEREIN LESEN UND SCHREIBEN FÜR ERWACHSENE 1987, S. 4-6).

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG UND FRAGESTELLUNG: Einführung in das Thema Illettrismus, Darlegung der Fragestellungen und Erläuterung der Relevanz für die Soziale Arbeit.

2 BEGRIFFSKLÄRUNGEN: Definition und Abgrenzung der Begriffe Analphabetismus, Illiteralität und Illettrismus.

3 VERBREITUNG VON ANALPHABETISMUS UND ILLETTRISMUS: Darstellung der globalen Verbreitung sowie der Situation in der Schweiz unter Einbezug relevanter Studien.

4 ENTWICKLUNG LESEN UND SCHREIBEN: Historischer Rückblick auf die Entwicklung der Schriftsprache und deren Bedeutung in der heutigen Gesellschaft.

5 ENTSTEHUNGSBEDINGUNGEN FÜR ILLETTRISMUS IN DER SCHWEIZ: Analyse der Ursachen, die von familiären und schulischen Faktoren bis zu soziodemographischen Merkmalen reichen.

6 AUSWIRKUNGEN VON ILLETTRISMUS: Beschreibung der Folgen in persönlichen, sozialen, öffentlichen und beruflichen Lebensbereichen für Betroffene.

7 SCHLUSSFOLGERUNGEN UND AUSBLICK: Zusammenfassung der Kernerkenntnisse und Aufzeigen von Ansätzen für Prävention und zukünftige Forschungsbedarfe.

Schlüsselwörter

Illettrismus, Analphabetismus, Soziale Arbeit, Lesekompetenz, Schreibfähigkeit, Schriftsprache, Schule, Prävention, Bildungsdefizite, Soziale Ausgrenzung, PISA-Studie, IALS, Integration, Erwachsenenbildung.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das Hauptthema der Arbeit?

Die Diplomarbeit befasst sich mit Illettrismus als sozialem Problem in der Schweiz und untersucht, wie dieses Phänomen entsteht und welche Auswirkungen es auf das Leben der Betroffenen hat.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit umfasst historische Entwicklungen der Schriftsprache, aktuelle Verbreitungszahlen in der Schweiz, die Rolle der Schule, soziale Einflussfaktoren sowie die verschiedenen Konsequenzen von Lese- und Schreibschwächen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Hauptziel ist es, die Entstehungsbedingungen für Illettrismus in der Schweiz zu analysieren und ein Verständnis für die gesellschaftliche Relevanz des Themas zu schaffen.

Welche wissenschaftliche Methodik wird genutzt?

Die Autorin verwendet eine hermeneutische Herangehensweise, um vorhandene Fachliteratur und Ergebnisse relevanter wissenschaftlicher Studien systematisch zu analysieren.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die Entstehungsursachen, wie individuelle Erfahrungen, familiäre Hintergründe und schulische Bedingungen, sowie auf die verschiedenen Ebenen der Ausgrenzung, die Betroffene erleben.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Neben dem zentralen Begriff Illettrismus spielen Begriffe wie soziale Partizipation, Bildungsbiografien, funktionale Analphabeten und Präventionskonzepte eine entscheidende Rolle.

Welche Rolle spielt die Schule bei der Entstehung von Illettrismus?

Die Autorin hebt hervor, dass das Schulsystem durch zu wenig individuelle Förderung und einheitliche Lerntempi maßgeblich dazu beitragen kann, dass Kinder frühzeitig den Anschluss verlieren und durch Stigmatisierung in ihre Situation gedrängt werden.

Wie unterscheidet sich die PISA-Studie von der ALL-Studie in Bezug auf die Ergebnisse für Migranten?

Die PISA-Studie zeigt, dass Leistungen bei Jugendlichen steigen, je länger sie in der Schweiz leben, während die ALL-Studie bei Erwachsenen darauf hinweist, dass erst kürzlich eingewanderte Personen teilweise über höhere Bildungsabschlüsse verfügen als länger ansässige Immigranten.

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Details

Title
Illettrismus - ein soziales Problem? Zu den Entstehungsbedingungen und Auswirkungen eines wiederentdeckten Phänomens in der Schweiz
College
University of Applied Sciences Northwestern Switzerland  (Studiengang Soziale Arbeit)
Grade
1.5
Author
Claudine Haller (Author)
Publication Year
2006
Pages
51
Catalog Number
V70338
ISBN (eBook)
9783638615617
Language
German
Tags
Illettrismus Problem Entstehungsbedingungen Auswirkungen Phänomens Schweiz
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Claudine Haller (Author), 2006, Illettrismus - ein soziales Problem? Zu den Entstehungsbedingungen und Auswirkungen eines wiederentdeckten Phänomens in der Schweiz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/70338
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