EXPO, Legoland, Disney World, Europa-Park - Vergnügungsparks sind ein absoluter Publikumserfolg. Kein Wunder also, dass sich Unternehmen neuerdings auch in diese Richtung orientieren. Nachdem Event-Marketing in den letzten Jahren einen Boom erlebt hat und mittlerweile schon fast alle Eventideen ausgeschöpft sind, suchen Unternehmen nach neuen Möglichkeiten in diesem Bereich und werden bei den Vergnügungsparks fündig. Ein entspannter Tag in einem Park mit markenspezifischen Attraktionen bietet hier einen neuen Bereich. „Erlebniswelten“ werden in der Literatur diese Art von Events genannt. Die vorliegende Arbeit beginnt daher im ersten Teil mit einer allgemeinen Einführung in Events, einer Abgrenzung der Begriffe „Events“ und „Erlebniswelten“ und mit einer Einordnung von Erlebniswelten in die Event-Typen. Das Konzept der Erlebniswelten wirft aber immer noch einige Fragen auf: Sind Erlebniswelten als sozusagen „Dauer-Events“ wirklich ein sinnvolles Mittel der Unternehmenskommunikation? Oder sind sie nur eine plakative Darstellung eines Unternehmens, wie es sich selbst gerne sieht? Auf Unternehmensseite stellt sich natürlich die Frage: Rechnen sich diese Erlebniswelten? Im Falle der EXPO nein! Aber hier handelte es sich auch um die Erlebniswelt vieler Unternehmen, nicht nur von einem. Lohnt sich aber für ein einzelnes Unternehmen die riesige Investition in eine eigene Erlebniswelt? Erlebniswelten - Bereicherung oder Belastung? Damit soll sich die Arbeit im zweiten Teil beschäftigen. Noch haben sich nicht viele auf diese Feld gewagt, aber VW ging mit mutigen Schritten voran und eröffnete im Juni 2000 seine „Autostadt“ in Wolfsburg. Im zweiten Teil dieser Arbeit werden daher am Beispiel dieser Autostadt die Möglichkeiten und Funktionen einer Erlebniswelt aufgezeigt und beschrieben, was bei dem Aufbau einer solchen Erlebniswelt beachtet werden muss. Ein Rundgang durch die Autostadt soll schließlich einen Eindruck von der Atmosphäre dieser Welt vermitteln, so dass sich jeder Leser vielleicht ein eigenes Urteil über die Wirkung dieser Stadt bilden kann. [...]
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Hintergrund
3 Events und Erlebniswelten
4 Aufbau von Erlebniswelten
5 VW – Autostadt Wolfsburg
5.1 Gründe
5.2 Entstehung
5.3 Konzept
5.4 Rundgang
5.4.1 KonzernForum
5.4.2 ZeitHaus
5.4.3 MarkenPavillons
5.4.4 KundenCenter und AutoTürme
5.4.5 Zusatzangebote
5.5 Erfolg
6 Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht, ob Erlebniswelten ein effektives Instrument der Unternehmenskommunikation darstellen, und analysiert die Möglichkeiten, Funktionen sowie Erfolgsfaktoren dieses Konzepts am Beispiel der VW-Autostadt in Wolfsburg.
- Grundlagen und Definition von Events und Erlebniswelten
- Kriterien für den erfolgreichen Aufbau von Erlebniswelten
- Analyse der VW-Autostadt als Fallbeispiel
- Untersuchung der Kundenorientierung und Service-Strategien
- Bedeutung von Emotionalisierung und aktiver Besuchereinbindung
Auszug aus dem Buch
5.4.1 KonzernForum
Läuft man über die Stadtbrücke auf die Autostadt zu, erreicht man als erstes das Eingangsgebäude, das KonzernForum. Mit seiner Piazza im unteren Bereich ist es nicht nur Eingang, sondern auch Dreh- und Angelpunkt der ganzen Autostadt. Es empfängt den Besucher und führt ihn in das Thema Automobilität und Volkswagen ein.
Mittelpunkt dieses Pavillons ist die Inszenierung der 4 wesentlichen Werte von VW: Qualität, Sicherheit, soziale Kompetenz und Umweltbewusstsein. Die Darstellung dieser Werte wird in 2 Bereiche aufgeteilt, einen erzählerischen und einen interaktiven. Der erste Bereich besteht aus 4 Kinos, in denen Filme zur emotionalen Interpretation der Werte gezeigt werden. Der zweite Bereich ist das AutoLab, eine interaktive Lern- und Erlebnislandschaft, in der die Werte anhand von anschaulichen Modellen und aktiven Elementen erfahrbar gemacht werden. Besucher können sich hier aktiv einbringen und zum Beispiel einen Windkanal testen oder im SunfuelLab selbst die Karosserie eines Autos formen. Außerdem gibt es noch ein Design-Studio, einen Nebelgang, mehrere Simulatoren und ein Schnittmodell eines Beetles.
Die Werte sind also erlebbar im Wechsel von eher emotional erzählten Geschichten in den Filmen und rationalen oder technischen Elementen im AutoLab. Und auch die Kleinen werden nicht vergessen: Für Babys gibt es die BabyLounge, für Kinder die KinderWelt, in der sie spielerisch mit dem Thema Mobilität umgehen, zum Beispiel können sie in einem riesigen Motor herumklettern oder Seifenkisten bauen und damit Rennen fahren.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Erlebniswelten als Instrument des Event-Marketings ein und formuliert die Forschungsfrage hinsichtlich ihrer Sinnhaftigkeit für die Unternehmenskommunikation.
2 Hintergrund: Das Kapitel beleuchtet den wirtschaftlichen Wandel und verändertes Kundenverhalten, das Unternehmen dazu veranlasste, verstärkt auf Events zur Kundenbindung zu setzen.
3 Events und Erlebniswelten: Hier erfolgt eine theoretische Abgrenzung der Begriffe, wobei Erlebniswelten als dauerhafte Form von Events typologisiert werden.
4 Aufbau von Erlebniswelten: Dieses Kapitel erläutert die sechs zentralen Erfolgsfaktoren, wie Orientierung, Glaubwürdigkeit und Interaktion, die für das Design einer Erlebniswelt essenziell sind.
5 VW – Autostadt Wolfsburg: Eine detaillierte Analyse der Autostadt, die von den Entstehungsgründen über das Konzept bis hin zu den einzelnen Pavillons und den wirtschaftlichen Erfolg reicht.
6 Fazit: Das Fazit resümiert, dass Erlebniswelten eine Bereicherung darstellen können, sofern eine ganzheitliche Planung und eine genaue Analyse der Kundenbedürfnisse zugrunde liegen.
Schlüsselwörter
Erlebniswelten, Event-Marketing, Kundenbindung, Unternehmenskommunikation, VW-Autostadt, Automobilität, Markenwelt, emotionales Marketing, Kundenorientierung, Standortmarketing, Service, Freizeitverhalten, Inszenierung, Kommunikation, Wolfsburg
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Nutzung von sogenannten "Erlebniswelten" als Strategie der Unternehmenskommunikation, um Kunden emotional an eine Marke zu binden.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind Event-Marketing, Markeninszenierung, die psychologischen Aspekte der Kundenansprache und der Aufbau von Erlebniswelten als langfristiges Kommunikationsinstrument.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu klären, ob Erlebniswelten ein sinnvolles Mittel der Kommunikation sind oder lediglich eine plakative Selbstdarstellung, und welche Faktoren für deren Erfolg maßgeblich sind.
Welche wissenschaftliche Methode liegt zugrunde?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung der Event-Begriffe, gefolgt von einer fallstudienbasierten Analyse am Beispiel der VW-Autostadt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit analysiert?
Der Hauptteil widmet sich dem spezifischen Konzept, der Entstehung und der inhaltlichen Ausgestaltung der VW-Autostadt sowie deren Funktion als multifunktionales Zentrum.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Erlebniswelten, Kundenbindung, Markenwelt, Emotionalisierung, Event-Marketing und die Autostadt als Praxisbeispiel.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen "dauerhaften" und "einmaligen" Events für das Konzept der Autostadt eine Rolle?
Erlebniswelten wie die Autostadt werden als "Dauer-Events" definiert, die eine langfristige, ortsgebundene Plattform bieten, statt nur temporäre Aufmerksamkeit zu erregen.
Welchen Stellenwert nimmt die aktive Einbindung der Besucher im Autostadt-Konzept ein?
Die aktive Einbindung ist zentral, um "interaktives Amüsieren" statt passiven Konsums zu ermöglichen, damit Besucher die Markenwerte durch eigenes Handeln erfahrbar machen.
Warum wird die Autostadt im Vergleich zur EXPO 2000 als Erfolg gewertet?
Laut der Autorin war die Autostadt stärker an den Bedürfnissen verschiedener Zielgruppen und an den psychologischen Erfolgsfaktoren von Erlebniswelten ausgerichtet, während dies bei der EXPO vernachlässigt wurde.
- Citar trabajo
- Julia Völker (Autor), 2003, Erlebniswelten für Kunden am Beispiel der VW-Autostadt, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/70342