Textanalytische Übung zu Heinrich Heine "Pomare"


Seminararbeit, 2004

14 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Aufbau des Textes

3. Aussageinstanz(en)

4. Vers- und Satzstruktur
4.1. Syntaktische Struktur
4.2. Syntaktische Figuren

5. Metrum, Reimschema und Kadenzen

6. Rhetorische Techniken
6.1. Klangfiguren
6.2. Wiederholungsfiguren
6.3. Substitutionsfiguren (Tropen)

7. Schlussbemerkung

8. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Das zu analysierende Gedicht „Pomare“ von Heinrich Heine entstand in den Jahren 1844/45 und ist in der zeitlichen Reihenfolge der Werke von Heinrich Heine eingeordnet unter „Neue Gedichte“. Der Epochenbegriff für diese Zeit von 1844/45 ist die Zeit des Biedermeier als Bezeichnung für einen Kunststil in der literaturgeschichtlichen Phase des Vormärzes, der Zeit vor der deutschen Märzrevolution von 1848. Von der Art des Gedichtes her handelt es sich bei dem vorliegenden Text um ein episch-dramatisches Gedicht, also um eine Ballade. Die Kriterien, die eine dementsprechende Zuordnung zu dieser Gattung von Gedichten ermöglichen, werden sukzessive durch die folgende Analyse herausgearbeitet, sowie unter dem Punkt Schlussbemerkungen zusammenfassend ausgeführt.

Das Thema des Gedichtes lässt sich zunächst nicht näher bestimmen, da die eventuell hinweisgebende Überschrift aus einem unbekannten Wort oder Namen besteht. Es bedarf der lexikalischen Recherche, um die Herkunft und Bedeutung des Wortes „Pomare“ herauszufinden. Pomare ist der Name für ein Königshaus beziehungsweise für eine Königin, die im Jahre 1827 als Pomare Wahine I. den Thron von Tahiti, einem Inselreich in Südpolynesien, bestieg. Inwieweit in dem Gedicht „Pomare“ ein Bezug zu dieser historischen Figur gegeben ist, bleibt zunächst offen. Ebenso verhält es sich mit einer möglichen Verbindung zu dem Leitmotiv des Gedichts, dem Schicksal, genauer gesagt dem Aufstieg und tiefen Fall einer Tänzerin. Wie es dem Gedicht gelingt dieses Motiv sprachlich umzusetzen, wird Bestandteil der folgenden Untersuchungen sein.

2. Aufbau des Textes (Textelemente)

Wie bereits in der Einleitung erwähnt, hat das Gedicht eine Überschrift die als Titel von den Strophen und Versen abgegrenzt ist und separat von den übrigen Textmerkmalen betrachtet werden muss. Die Überschrift kann den Anlass oder aber einen wichtigen inhaltlichen Aspekt des Gedichtes bezeichnen. Einen Anhaltspunkt für diese Vermutung bietet die Wiederholung der Überschrift im ersten Abschnitt I.

Das Gedicht ist in vier einzelne Abschnitte oder Teile unterteilt, die mit den Zahlen I bis IV versehen sind. Diese Aufteilung ermöglicht dem Leser, sich wie in einer Art Koordinatensystem, bestehend aus einzelnen Gedichten, Strophen und Versen zu bewegen, ohne den Überblick zu verlieren. Der Abschnitt I besteht aus fünf Strophen mit jeweils vier Versen, was insgesamt für das erste Gedicht zwanzig Verse ergibt. Analog zu Abschnitt I verhält sich die Aufteilung von vier Versen pro Strophe in Abschnitt II, allerdings besteht dieses zweite Gedicht aus nur vier Strophen mit dann insgesamt nur sechzehn Versen. Im dritten Abschnitt erfolgt die Unterteilung in nur zwei Strophen mit unterschiedlichem Versumfang. Die erste Strophe besteht aus acht Versen, während sich die zweite Strophe aus zwölf Versen zusammensetzt. Insgesamt ergeben sich somit für das dritte Gedicht zwanzig Verse. Der Teil IV kehrt wieder zu der Verteilung von je vier Versen pro Strophe zurück, was mit neun Strophen multipliziert sechsunddreißig Verse ergibt. Insgesamt ist die Ballade aufgegliedert in zwanzig Strophen, auf die sich zweiundneunzig Verse verteilen. Die einzelnen Strophen sind durch Leerzeilen innerhalb der Abschnitte I – IV deutlich voneinander getrennt.

Eine weitere formale Auffälligkeit ist die drucktechnisch bedingte linksbündige Zentrierung jeder Strophe sowie die Großschreibung der Wörter zu Beginn eines jeden Verses als Konvention. Formal hat das Gedicht also eine recht fixe Struktur, die nur Abweichungen in der Strophen- und Verslänge zulässt und ansonsten relativ konstant ist.

3. Aussageinstanz(en)

Die Bestimmung der Aussageinstanz(en) lässt sich am besten mit der folgenden Fragestellung ausdrücken: Wer spricht und zu wem? Um diese Frage zu beantworten bedarf es der Untersuchung der sprachlichen Mittel, die einen Rückschluss auf mögliche Aussageinstanzen ermöglichen. Diese sprachlichen Mittel sind die im Text verwendeten Personalpronomina, die Beziehung zwischen Personen oder Instanzen ausdrücken. In Abschnitt I findet sich das Personalpronomen „Ich“ nur einmal, im vorletzten Vers der zweiten Strophe. Die Form des Dativ mit „Mir“ findet sich allerdings zweimal, jeweils im zweiten Vers der ersten und letzten Strophe des ersten Gedichtes. Es ist davon auszugehen, dass in diesem ersten Gedicht nur eine Person in Form eines Ich-Erzählers spricht. Der Erzähler betrachtet und erzählt das stattfindende Geschehen. Das Pronomen „Sie“ in der dritten Person, das in den insgesamt vier Strophen zweimal genannt wird, lässt sich allerdings nicht eindeutig zuordnen. Es ist sowohl eine Verbindung zu der Königin Pomare, als auch zu dem Demonstrativpronomen „Jene“ möglich.

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Textanalytische Übung zu Heinrich Heine "Pomare"
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main  (Neuere Deutsche Literatur)
Note
2,3
Autor
Jahr
2004
Seiten
14
Katalognummer
V70349
ISBN (eBook)
9783638630436
ISBN (Buch)
9783656058014
Dateigröße
373 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Textanalytische, Heinrich, Heine, Pomare
Arbeit zitieren
Michael Doris (Autor), 2004, Textanalytische Übung zu Heinrich Heine "Pomare", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/70349

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