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Zensurpolitik im Deutschen Bund

Title: Zensurpolitik im Deutschen Bund

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 31 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Magister Artium Benjamin Kleemann (Author)

History of Europe - Modern Times, Absolutism, Industrialization
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Im Zentrum dieser Arbeit steht die Frage nach der Gestaltung der Zensurpolitik im Deutschen Bund des Vormärz. Hierbei soll insbesondere darauf eingegangen werden, wer die maßgeblichen Akteure der deutschen Zensurpolitik waren, wodurch ihr Handeln bestimmt wurde und welche Auswirkungen sie hatte. Hierbei soll die Zensur gedruckter Schriften im Vordergrund stehen. Zusätzliche Themen wie die Theater- oder die Selbstzensur der Autoren können nicht berücksichtigt werden, da sie den Rahmen dieser Arbeit sprengen würden. Als zeitliche Grenzen wurden die Jahre 1815 und 1848 gewählt – also der Zeitraum zwischen der Verabschiedung der Verfassung des Deutschen Bundes mit der Zusicherung der „Preßfreiheit“ und der Aufhebung der Vorzensur im Rahmen der März-Revolution.
Im ersten Teil der Arbeit wird die Zensurpolitik auf der Ebene des Deutschen Bundes näher untersucht. Im Vordergrund stehen dabei die einschlägigen Beschlüsse der Bundesversammlung, des obersten Entscheidungsorgans des Deutschen Bundes, unter welchen Umständen sie zustande gekommen sind und welche Folgen sie hatten. Der zweite Abschnitt wird an einzelnen Beispielen einen Überblick über die Verschiedenheit der Zensurgesetzgebung und deren Auslegung in den einzelnen Territorien geben. Wobei sowohl die Ursachen, als auch die Auswirkungen dieser Politik beleuchtet werden sollen. Im letzten Teil der Arbeit soll darauf eingegangen werden, wie diese Zensurpolitik im Einzelnen umgesetzt wurde, welche Konsequenzen sie für die Literatur- und Presselandschaft im Vormärz hatte und wie sich Schriftsteller und Journalisten dagegen zur Wehr setzten.
Insbesondere die Protokolle der Bundesversammlung geben umfassend über die in diesem Rahmen gefassten Beschlüsse Auskunft. Metternichs überlieferte Korrespondenz und Denkschriften geben zudem einen Einblick in die Denkweise und Politik des wichtigsten politischen Akteurs dieser Zeit. Zudem existiert eine umfassende Literatur zu diesem Thema, die die Zensurpolitik im Vormärz aus unterschiedlicher Perspektive beleuchtet. Einige historische Arbeiten befassen sich generell mit dem Thema Zensur und ordnen die Ereignisse zwischen 1819 und 1848 in die lange Geschichte der Zensur ein. Regionale Studien geben einen Einblick in die Politik einzelner Territorien, während es sich andere Historiker zur Aufgabe gemacht haben, exemplarische oder besonders groteske Fälle von Zensur und deren Alltag zu dokumentieren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Inhaltlich-methodische Vorüberlegungen

I. Entwicklung der Zensurpolitik im Deutschen Bund

A. Von der Zusicherung der Pressefreiheit zur Durchsetzung der

bundesweiten Vorzensur

1. Wiener Kongress und Diskussion eines „Preßgesetztes“

2. Karlsbader Beschlüsse

B. Zur Entwicklung der Zensur nach der französischen Julirevolution

1. Neue Repressivmaßnahmen

2. Zum Mainzer Informationsbüro

3. Von den Wiener Beschlüssen bis zur Märzrevolution

II. Entwicklung der Zensurpolitik in den Bundesstaaten

A. Auswirkungen der Karlsbader Beschlüsse

B. Zwischen Liberalisierungsversuchen und Verschärfung der Zensur nach

der Juli Revolution

III. Zensurpraxis und Widerstand der Zensierten

A. Die Zensoren

B. Emigrationsliteratur und Buchhandel

C. Die Zeitungen

Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Gestaltung der Zensurpolitik im Deutschen Bund während der Vormärz-Ära (1815-1848). Im Zentrum steht dabei die Analyse der maßgeblichen Akteure, der gesetzlichen Rahmenbedingungen sowie deren tatsächliche Auswirkungen auf die literarische und publizistische Landschaft, unter besonderer Berücksichtigung der Mechanismen von Zensur und des Widerstands gegen diese.

  • Die Rolle Österreichs und Metternichs in der Zensurpolitik.
  • Die Auswirkungen der Karlsbader Beschlüsse und der Wiener Beschlüsse auf die Pressefreiheit.
  • Regionale Unterschiede in der Umsetzung der Zensur in den deutschen Bundesstaaten.
  • Strategien der Zensierten zur Umgehung von Kontrollmaßnahmen (z.B. Zensurlücken, Exil).
  • Die Entwicklung und der Funktionswandel der politischen Publizistik und Zeitungen.

Auszug aus dem Buch

A. Die Zensoren

„War ihre Zensur allzu freimütig, so liefen sie Gefahr, von ihrer eigenen Regierung gerügt und gestraft zu werden, zensierten sie indes hart und unerbittlich, so wurden sie in der Öffentlichkeit angefeindet und isoliert.“ Die Pressegesetzte waren für die praktische Anwendung zu unbestimmt, so dass die Zensoren nie sicher sein konnten, was sie streichen sollten und was nicht. Auch die Instruktionen, die nach den Wiener Beschlüssen in vielen Ländern erlassen wurden, konnten die Willkür der Zensur nicht verhindern. Was die Akzeptanz und das Ansehen des Zensors betrifft, so stellte sich dieser für den Publizisten Wirth „als besoldeter Geistesunterdrücker, als ein Diener der Finsterniß, als ein jämmerliches Werkzeug roher Gewalt und Anpassung, als ein abgesagter Feind aller wahrhaften und freimütigen Gesinnungen und Äußerungen“ dar. Dass er mit dieser Meinung nicht allein stand, zeigt die Entscheidung des Leipziger Buchhändlertags 1841. Er beschloss, „mit allen Zensoren in Deutschland außer allen geselligen Verkehr zu treten, man soll seine Verachtung überall gegen diese Menschen zeigen, dadurch würde niemand ein solches schlechtes Geschäft annehmen mögen“. Das Amt des Zensors war also nicht nur schlecht bezahlt, denn meist erhielt er nur die Zensurgebühren, sondern auch noch schlecht angesehen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den gesellschaftlichen Wandel und das wachsende Bedürfnis nach politischer Information im Vormärz, trotz bestehender Restriktionen.

Inhaltlich-methodische Vorüberlegungen: In diesem Abschnitt werden die Forschungsfrage, die zeitliche Eingrenzung und die methodische Herangehensweise zur Untersuchung der Zensurpolitik definiert.

I. Entwicklung der Zensurpolitik im Deutschen Bund: Dieses Kapitel behandelt die zentralen bundesweiten Maßnahmen, insbesondere die Karlsbader Beschlüsse und die Rolle Metternichs bei der Etablierung eines repressiven Überwachungssystems.

II. Entwicklung der Zensurpolitik in den Bundesstaaten: Hier werden die unterschiedlichen Ausprägungen der Zensur in den einzelnen Bundesstaaten wie Bayern, Baden, Preußen und Österreich sowie deren spezifische Reaktionen auf liberale Tendenzen analysiert.

III. Zensurpraxis und Widerstand der Zensierten: Das Kapitel befasst sich mit der konkreten Durchführung der Zensur durch die Zensoren sowie den kreativen Strategien von Autoren und Verlegern, um den Verboten zu entgehen.

Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert, dass die Zensur zwar eine erhebliche Einschränkung darstellte, jedoch nicht zu einer totalen Kontrolle der Kommunikation führte, da stets informelle Spielräume genutzt wurden.

Schlüsselwörter

Vormärz, Zensur, Deutscher Bund, Metternich, Pressefreiheit, Karlsbader Beschlüsse, Vorzensur, Junges Deutschland, Mainzer Informationsbüro, liberale Publizistik, Wiener Beschlüsse, Pressepolitik, Zensurlücken, politische Öffentlichkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die staatliche Zensurpolitik im Deutschen Bund zwischen 1815 und 1848 und deren Auswirkungen auf die Presse, Literatur und den Buchhandel.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit behandelt die Entwicklung der Zensurgesetzgebung auf Bundesebene, deren Umsetzung in den Einzelstaaten sowie die Widerstandsformen von Publizisten und Verlegern.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, wer die maßgeblichen Akteure der Zensurpolitik waren, wie deren Handeln bestimmt wurde und welche Konsequenzen dies für die zeitgenössische Presselandschaft hatte.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Untersuchung zugrunde?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung von Primärquellen wie Protokollen der Bundesversammlung, Korrespondenzen und zeitgenössischen Zensurinstruktionen basiert.

Was wird primär im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung bundesweiter Zensurmaßnahmen, der föderalen Ausgestaltung der Zensur in den Staaten und der alltäglichen Zensurpraxis sowie der Gegenmaßnahmen der Betroffenen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?

Schlüsselbegriffe sind Zensur, Vormärz, Pressefreiheit, Karlsbader Beschlüsse, Repression und der politische Konflikt zwischen den Restaurationskräften und der liberalen Opposition.

Warum war das Mainzer Informationsbüro für die Zensur so bedeutsam?

Das Büro diente als zentraler Nachrichtendienst unter Metternich, der die systematische Überwachung der gesamten deutschsprachigen Publizistik und Exilpresse ermöglichte.

Wie versuchten Schriftsteller, der Zensur konkret zu entgehen?

Sie nutzten Strategien wie das Anmelden fingierter Verlagsorte, die Verwendung von Pseudonymen, das gezielte Auslassen von Textstellen (Zensurlücken) oder das Ausweichen in das politische Exil.

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Details

Title
Zensurpolitik im Deutschen Bund
College
University of Potsdam  (Historisches Institut)
Grade
1,3
Author
Magister Artium Benjamin Kleemann (Author)
Publication Year
2006
Pages
31
Catalog Number
V70358
ISBN (eBook)
9783638625883
Language
German
Tags
Zensurpolitik Deutschen Bund
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magister Artium Benjamin Kleemann (Author), 2006, Zensurpolitik im Deutschen Bund , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/70358
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