Transgression in Kleists Penthesilea


Seminararbeit, 2003
17 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Hinführung zum Thema
1.2 Biographische Daten zum Autor

2. Fakten zum Werk
2.1 Inhalt des Werks

3. Vergleich des klassischen Dramas mit der Penthesilea von Kleist
3.1 Das klassische Drama
3.2 Inwiefern weicht die Tragödie „Penthesilea“ von den Merkmalen des klassischen Dramas ab

4. Die inhaltliche Transgression

5. Fazit: Wie Wurde Kleists Penthesilea von der Gesellschaft seiner Zeit aufgenommen?
5.1 Inwiefern hat Kleist mit der Transgression in der Penthesilea die Entwicklung des modernen Dramas vorangetrieben bzw. beeinflusst?

6. Literaturverzeichnis

1. Hinführung zum Thema

Der Begriff der Transgression stammt aus dem Lateinischen und bedeutet zu Deutsch Überschreitung. Dies betrifft vor allem die Überschreitung von Gesetzen.

Die Tragödie mit dem Titel „Penthesilea“ von Heinrich von Kleist wird häufig als eine Tragödie der Transgression bezeichnet. Das betrifft sowohl inhaltliche, als auch formale Aspekte.

Die formalen Unterschiede werden vor allem sichtbar, wenn man die „Penthesilea“ mit den Merkmalen des klassischen Dramen vergleicht. Hier kommen Aspekte wie Szeneneinleitung, Personenkonstellation, Zeiteinteilung und Haupt – bzw. Nebentext zum tragen.

Dass die „Penthesilea“ zahlreiche inhaltliche Überschreitung aufweist, zeigt sich besonders an der inkonventionellen Verarbeitung des antiken Mythenstoffs. Besonders, wenn man diesbezüglich die Parallelen der „Penthesilea“ mit dem klassizistischen Achill – Fragment von Goethe heranzieht. Diese beiden Werke weisen stofflich, wie zeitlich eine hohe Konvergenz auf, sind von der Verarbeitung aber grundverschieden.

1.2 Biographische Daten zum Autor

Bernd Heinrich Wilhelm von Kleist wurde am 18.10.1777 in Frankfurt an der Oder geboren. Sein Vater Joachim Friedrich von Kleist war ein preußischer Offizier. Seine Mutter hieß Juliane Ulrike von Pannwitz.

Heinrich Kleist sollte nach seiner Schulzeit in Berlin, der Familientradition nach, ebenfalls Offizier werden. Er wurde zunächst Fähnricht und Leutnant in Potsdam, doch entschloss sich bereits 1799 den Soldatenberuf aufzugeben und ein Studium der Philosophie und Mathematik an der Universität Frankfurt an der Oder zu beginnen. In diesem Studium versuchte Kleist die absolute Wahrheit zu erkennen.

Nachdem Kleist 1801 die Kantsche Philosophie kennenlernte und mit ihr erfahren musste, dass es keine absolute Erkenntnis gibt, bricht Kleist Lebensfundament zusammen. Er gibt das Studium wieder auf und reist zunächst nach Paris und schließlich in die Schweiz, wo er angeregt durch Rousseau seine Ruhe und sein Glück in der Natur finden will.

Nach dem erfolglosen Versuch Landwirt zu werden und der Trennung von seiner Verlobten Wilhelmine von Zenge wird Kleist schwer krank. In dieser Zeit durchlebt Kleist eine schwere Lebenskrise und sucht seinen Tod im Krieg Napoleons gegen England. Doch auch dieses Vorhaben scheitert. 1807 wird Kleist in Berlin von den Franzosen als preußischer Spion verhaftet und als Gefangener nach Besancon verschleppt. Aus der Gefangenschaft befreit überreicht Kleist Goethe das „Penthesilea – Fragment“. Goethe stößt Kleist jedoch zurück und bezeichnet ihn als gefühlsverwirrt.[1]

In dieser Zeit erscheint die von Kleist begründete Zeitschrift „Phöbus“ zum ersten Mal. Seine vaterländischen Dramen werden 1810 von der Zensur verboten.

Am 21. November 1811 wählt Kleist den Freitod. Er erschießt sich und die krankhaft – schwärmerische Henriette Vogel am Wannsee bei Berlin.

2. Fakten zum Werk

In der 1808 von Kleist begründeten Zeitschrift „Phöbus“ erscheint das Werk „Penthesilea“ in stark gekürzter und vorerst ohne den Schluss zum ersten Mal. Ein halbes Jahr später, im Juli 1808, ist es in Buchform als Ganzes erhältlich. Fertiggestellt wurde das Drama während der Königsberger Zeit um 1806, in der Gefangenschaft der Franzosen im Jahr 1807 und ausgestaltet wurde es 1808 in Dresden.

Im gleichen Jahr stellte Johann Wolfgang Goethe sein streng klassisches Achilleis – Fragment fertig. Dieser klassizistische Stil widerstrebte der Ausdrucksrichtung der Kleistschen Penthesilea voll und ganz. Die stofflichen Parallelen, die diese beiden Stücke von Kleist und Goethe eindeutig aufweisen, stellt die formalen und inhaltlichen Unterschiede jedoch ganz besonders in den Vordergrund, Dies erklärt auch die entschiedene Ablehnung, die Goethe der „Penthesilea“ entgegen gebracht hat.

2.1 Inhalt des Werks

In der Tragödie „Penthesilea“ von Heinrich von Kleist aus dem Jahr 1808 geht es um das kriegerische Volk der Amazonen, das von seiner Königin Penthesilea angeführt wird und in den Kampf der Griechen mit den Trojanern einbricht.

Auf dem Schlachtfeld vor Troja treffen Penthesilea und der Held der Griechen, Achill, im Kampf aufeinander. Penthesilea liebt Achill und will ihn im Kampf für sich gewinnen. Sie wird jedoch von Achill besiegt und verwundet und bleibt nach dem Kampf bewusstlos liegen. Ihre Liebe kann sich – nach dem Gesetz des Amazonenstaates – nun nicht mehr erfüllen, denn sie war Achill im Kampf unterlegen.

Das Volk der Amazonen hat sich vor der Unterdrückung befreit und sucht nur einmal im Jahr zum Rosenfest ihre Geschlechtspartner auf, um den Fortbestand ihres Heeres zu sichern. Die Gesetze verbieten Penthesilea die Erfüllung ihrer Liebe zu Achill, da sie ihn erstens nicht besiegt hat zweitens die individuele Liebe der Amazonen verboten ist.

[...]


[1] Literaturverzeichnis Quelle Nr.: 3

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Transgression in Kleists Penthesilea
Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Veranstaltung
H. von Kleist: Penthesilea
Note
2,0
Autor
Jahr
2003
Seiten
17
Katalognummer
V70394
ISBN (eBook)
9783638615785
ISBN (Buch)
9783656723301
Dateigröße
398 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Transgression (=Überschreitungen) in dem Drama "Penthsilea" von Kleist. Weiterhin geht sie der Fragestellung nach, inwiefern Kleist mit den Überschreitungen in der Penthesilea die Entwicklung des modernen Dramas beeinflusst hat.
Schlagworte
Transgression, Kleists, Penthesilea, Kleist
Arbeit zitieren
Meike Schöl (Autor), 2003, Transgression in Kleists Penthesilea, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/70394

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