Was ist die thematische Begründung der Forschung?
Nelson Mandela, der erste südafrikanische Präsident, legte mit folgendem Zitat sein Verständnis über die Rolle der Bildung in einer Gesellschaft deutlich dar: „Das größte Problem in der Welt ist Armut in Verbindung mit fehlender Bildung. Wir müssen dafür sorgen, dass Bildung alle erreicht“ (Mandela 1993).
Mandela bezeichnete die Bildung als mächtigste Waffe um die Welt zu verändern (Mandela 1993). Doch welche Auswirkung hat Bildung auf die Armut einer Gesellschaft oder die Wirtschaft einer Nation? Kann Bildung dem Anspruch einer Waffe gegen Armut überhaupt gerecht werden?
Während häufig argumentiert wird, dass sich pädagogische und ökonomische Argumente und Zusammenhänge gegenseitig ausschließen, weil ihre Begrifflichkeiten, Denkansätze und Erfolgsmaßstäbe aus gänzlich unterschiedlichen Referenzsystemen stammen (Hogrebe 2014), kann in etlichen empirischen Beispielen aus dem vergangenem Jahrhundert ein signifikanter Einfluss vom Bildungsstand auf die Wirtschaftsleistung festgestellt werden. So belegen zahlreiche Analysen, dass es einen kausalen Einfluss der Bildung auf die Industrialisierung in den Anfängen des 20. Jahrhunderts gab.
Im Anbetracht voranschreitender Globalisierung und Digitalisierung muss nun das Verhältnis zwischen Bildung und Wirtschaft neu betrachtet und bewertet werden. Dabei stellen sich die zentralen Fragen: Ist Bildung die neue zukunftsweisende und marktdominierende Ressource im internationalen Wettbewerb? Und ist die staatliche Investition in Bildung aus wirtschaftlicher Sicht begründbar?
Was ist das Ziel der Hausarbeit?
Das Ziel dieser Arbeit ist einen Überblick zum Verhältnis von Bildung und Wirtschaft zu geben und daraus Schlüsse über die Prognosekraft von Bildungsinvestitionen und -leistungen zu ziehen. Das entwickelte theoretische Konzept und die Prognose wird durch einen exemplarischen empirischen Beleg getestet. Die Arbeit stellt dabei durchgehend den wirtschaftlichen Nutzen und Effekt von Bildung in den Vordergrund. Weitere Aufgaben von Bildungseinrichtungen, wie die Betreuung von Kindern oder den gesellschaftlichen Erziehungsauftrag, werden nur am Rande thematisiert.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Theorie
Bildung als wirtschaftliche Investition in Humankapital
Wirtschaftsleistung und -prognose
Bildungsökonomie als Konjunkturindikator
Hypothesen
Empirie
Hypothesen-Tests
Erste Hypothese
Zweite Hypothese
Dritte Hypothese
Vierte Hypothese
Exemplarische Analyse der Situation in Deutschland
Ausgangslage
Aktueller Stand
Prognose
Fazit
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, das Verhältnis zwischen Bildung und Wirtschaft zu untersuchen und die Prognosekraft staatlicher Bildungsinvestitionen als Konjunkturindikator zu bewerten. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, ob und inwieweit die staatlichen Bildungsausgaben eines Landes als relevanter, zukünftiger Indikator für die wirtschaftliche Entwicklung betrachtet werden können.
- Analyse des Zusammenhangs zwischen Bildung und Wirtschaftswachstum
- Anwendung der Humankapitaltheorie als theoretischer Erklärungsrahmen
- Empirische Untersuchung der Auswirkungen von Bildungsinvestitionen auf das Bildungs-Outcome
- Überprüfung des prognostischen Charakters von Bildungsausgaben für die konjunkturelle Lage
- Exemplarische Fallstudie zur Situation in Deutschland
Auszug aus dem Buch
Bildung als wirtschaftliche Investition in Humankapital
Historisch betrachtet trennte Bildung lange Zeit die Bevölkerung in zwei grundlegende Schichten. Die Kluft zwischen „Gebildeten“ und „Volk“, machte Bildung zu einem begehrtem Gut, da Bildung zu einer Verbesserung des Daseins beitrug. Im Mittelpunkt der von Humboldt, Schiller und Kant geprägten Richtung steht ein ganzheitliches Bildungsverständnis. Dieses soll zur Mündigkeit und Autonomie der Bevölkerung beitragen. Wilhelm von Humboldt befürwortete dabei eine allgemeine Grundbildung der Bevölkerung aus soziologischen und ökonomischen Gründen (Becker und Wößmann 2013, S. 150). In der aktuellen Bildungsdebatte drängt der ökonomisch, technisch und industriell strukturierte Bereiche in den Vordergrund. Seit einigen Jahren verliert das Bildungsbürgertum seinen Monopolanspruch an die Bildung.
Nach Gudjons (vergl. Gudjons 2011) sei Bildung die Befähigung zu vernünftiger Selbstbestimmung und Solidaritätsfähigkeit mit anderen, die Subjektentwicklung im Medium der Objektivationen bisheriger Kultur, und die Gewinnung von Individualität und Gemeinschaftlichkeit. Daraus schließt sich, dass Bildung immer als ein Selbst- und Weltverhältnis auszulegen ist, das nicht nur rezeptiv, sondern auch verändernd-produktive Teilnahme an der Kultur einschießt.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Dieses Kapitel begründet die Relevanz der Forschungsfrage und stellt die Humankapitaltheorie als theoretisches Fundament der Arbeit vor.
Theorie: Hier werden zentrale Begriffe definiert sowie die drei unterschiedlichen theoretischen Betrachtungsweisen des Verhältnisses zwischen Ökonomie und Pädagogik erläutert.
Empirie: Dieser Teil führt die statistische Analyse durch, testet die Hypothesen anhand internationaler OECD-Daten und führt eine spezifische Analyse für Deutschland durch.
Fazit: Das Fazit beantwortet die Forschungsfrage und bestätigt die Prognosekraft von Bildungsausgaben, weist jedoch auf die Notwendigkeit langfristiger Betrachtungen hin.
Schlüsselwörter
Bildungsinvestitionen, Konjunkturindikator, Humankapital, Wirtschaftswachstum, PISA-Studie, Bildungsökonomie, Bildungs-Outcome, Globalisierung, Bruttoinlandsprodukt, Humankapitaltheorie, Bildungsreform, Standortwettbewerb
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen staatlichen Bildungsausgaben und der wirtschaftlichen Entwicklung eines Landes.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind Bildungsökonomie, Humankapitaltheorie und die Analyse von Konjunkturindikatoren.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Ziel ist es zu klären, ob staatliche Bildungsausgaben als zuverlässiger zukünftiger Konjunkturindikator dienen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine theoretische Herleitung auf Basis der Humankapitaltheorie mit einer empirischen Analyse unter Nutzung von OECD- und PISA-Daten kombiniert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, Hypothesenbildung, eine empirische Überprüfung dieser Hypothesen und eine exemplarische Fallstudie für Deutschland.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören Bildungsinvestitionen, Humankapital, Wirtschaftswachstum und PISA-Ergebnisse.
Welche Rolle spielt die Humankapitaltheorie in der Arbeit?
Sie dient als theoretisches Gerüst, um Bildung als ökonomische Ressource messbar zu machen und den kausalen Zusammenhang zwischen Qualifikation und Produktivität zu begründen.
Warum wird Deutschland als Fallbeispiel gewählt?
Deutschland wird analysiert, um die historischen Bildungsanstrengungen mit der aktuellen Entwicklung der Bildungsausgaben pro Einwohner und deren Auswirkung auf die Wirtschaft in Relation zu setzen.
Welches Ergebnis liefert die Prognose für Deutschland?
Die Prognose bestätigt, dass aufgrund der stetig steigenden Bildungsausgaben seit 1995 mit einem positiven, zeitversetzten Effekt auf das Wirtschaftswachstum zu rechnen ist.
Ist Bildung ein Allheilmittel für wirtschaftliche Probleme?
Nein, die Arbeit stellt klar, dass Bildung kein Allheilmittel ist, sondern langfristig als effizientes Instrument der Selbsthilfe in einem komplexen wirtschaftlichen Gesamtzusammenhang wirkt.
- Citation du texte
- Ben Kohz (Auteur), 2018, Staatliche Bildungsinvestitionen als Konjunkturindikator, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/704231